Die Treue der Kameraden

Die rechtsextreme Szene feiert die Zwickauer Terrorzelle, im Web sammeln Sympathisanten Geld für die inhaftierten Unterstützer des NSU. Fahnder suchen fieberhaft nach weiteren Verdächtigen. Im Visier steht das Umfeld des mutmaßlichen Helfers Ralf Wohlleben. (…) Und so wird in der Szene zu Spenden aufgerufen für Ralf Wohlleben, Holger G. und André E., die als mutmaßliche Unterstützer des NSU gelten und in Untersuchungshaft sitzen. So findet man auf der Profilseite eines Facebook-Nutzers den Eintrag: „Wir danken allen Kameraden, die sich an den Soli-Aktionen für unseren Kameraden Ralf Wohlleben beteiligt haben. Wir möchten zum Beginn des neuen Jahres noch einmal eine Spende an die Familie überreichen, da die Anwaltskosten vermutlich ins Unermessliche steigen werden und bitten alle Kameraden um Spenden (…) Bei einer Razzia am Mittwoch haben mehr als hundert Polizisten in Chemnitz, Dresden, dem Erzgebirge, Jena, den thüringischen Gemeinden Laasdorf und Trockenborn-Wolfersdorf im Saale-Holzland-Kreis sowie im baden-württembergischen Ludwigsburg Wohnungen und Geschäftsträume durchsucht. Ermittelt wird seither gegen vier Personen, die im Verdacht stehen, für die mutmaßlichen Terroristen des NSU Sprengstoff und Schusswaffen besorgt zu haben. Zwei von ihnen sind Frank L. und Andreas S., die bis 2009 in Jena ein Geschäft für Nazi-Devotionalien betrieben und zum Bekanntenkreis von Ralf Wohlleben zählen (…) Auch die Wohnung von Jan W. soll durchsucht worden sein. Der 35-Jährige aus Chemnitz gilt als Größe in der braunen Musikszene, jahrelang war er führendes Mitglied der inzwischen verbotenen Neonazi-Organisation „Blood & Honour“, Sektion Sachsen. In Berlin machte er sich einen Namen, weil er die Musik von „Landser“ unter Neonazis brachte und verkaufte.

via spon: Die Treue der Kameraden

siehe auch: Razzia bei möglichen Helfern des Terrortrios. Nach der Neonazi-Mordserie konzentrieren sich die Ermittler auf mögliche Helfer. Am Mittwoch starteten sie eine groß angelegte Durchsuchung. Ein Ende der Ermittlungen ist noch nicht in Sicht. Der Bundestag setzt am Donnerstag einen Untersuchungsausschuss ein. Neuer Fahndungsschlag gegen den Neonazi-Terror: Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch in drei Bundesländern Wohnungen und Geschäfte mutmaßlicher Unterstützer des Zwickauer Terror-Trios durchsucht. Mittlerweile werden Ermittlungsverfahren gegen elf mutmaßliche Unterstützer der Gruppe geführt, wie Generalbundesanwalt Harald Range am Mittwoch in Karlsruhe sagte

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

Ungarn: Lob von ganz rechts und Anschlagsgerüchte

Ungarn steht am Rande des Abgrunds, jedoch scheint sich kaum jemand daran zu stören. Das Land benötigt dringend finanzielle Unterstützung seitens der EU, hat sich aber mit seiner drastisch nationalistischen Politik weit von Europa entfernt. Dafür lobt beispielsweise die Junge Freiheit den ungarischen Kurs. Eine Rechtskoalition aus FIDESZ und Christdemokraten (KDNP) stellt die Regierung unter Viktor Orbán. Diese setzt neben dem Umbau des Staates zu ihren Gunsten lieber auf die Rhetorik gegen „überstaatliche Mächte“ und eine angebliche „internationale Verschwörung“ gegen das ungarische Volk. Mit Jobbik gibt es zudem eine faschistische Bewegung im Parlament, deren Wähleranteil bei über 16% liegt, Tendenz steigend. (…) Ungarns autistischer Nationalismus führt das Land von Europa weg. Vice versa eint die europäische Kritik an dem Kollisionskurs die Antieuropäer und führt andere Nationalisten zusammen. Schon Mölzers Beitrag in der „Jungen Freiheit“ ist dafür ein Beispiel. Als er 2007 zwecks Gründung einer nationalistischen Europa-Fraktion „Identität, Tradition, Sicherheit“ (ITS) mit der NPD verhandelte, kündigte ihm die JF unter viel Getöse die langjährige enge Zusammenarbeit auf. Es dauerte jedoch nicht lange und die „Junge Freiheit“ holte Mölzer wieder stillschweigend ins Boot, zunächst als Interviewpartner, dann als Autor. Ob also Mölzers FPÖ, die NPD oder die Junge Freiheit, sie alle haben ein besonderes Interesse an der ungarischen Restauration. Mölzer war an dem 2009 ins Leben gerufenen Zusammenschluss der „Europäischen Nationalen Bewegungen“ (ENB), der Nachfolgeorganisation von ITS, beteiligt, dem mehrere extrem rechte europäische Parteien angehören. Der Gründungsakt der ENB wurde nicht zufällig in Budapest vollzogen, denn in Ungarn witterte man Morgenluft. Der „Jungen Freiheit“ gelten wiederum die schrittweise Errichtung eines autoritären Staates unter Viktor Orbán ebenso als Vorbild wie die ungarische Geschichts- und Minderheitenpolitik. Dass sich Ungarn mit der EU überworfen hat, bestärkt die rechten Europagegner noch mehr vom Modellcharakter des Landes für ihr eigenes Begehren einer „Nationalen“ oder „Konservativen Revolution“.

via publikative.org: Ungarn: Lob von ganz rechts und Anschlagsgerüchte

nothing and nobody is forgotten!

fascism is not an opinion – fascism is a crime. in rememberance to all victims of fascism, to all members of resistance, to all who showed humanity, to all who fought fascism

Alaska Militiamen Again Charged With Murder Conspiracy

Like this winter’s near-record snowfall in Alaska, federal criminal charges keep piling up against imprisoned militia leader Francis Schaeffer Cox. With six additional federal charges filed in a superseding indictment just last Friday, the trial for Cox and Alaska Peacemaker Militia co-defendants Coleman L. Barney and Lonnie G. Vernon has been postponed from Feb. 6 to May 6. The new federal indictment now includes federal murder conspiracy charges similar to state charges dismissed against Cox last October after a state judge ruled audio and video recording made during a six-month FBI investigation wouldn’t be admissible in state court. Those recordings and testimony from two confidential informants are expected to be the backbone of the federal prosecution. In those tapes, Cox discusses “overthrowing the federal government by violent means” after establishing a system of “common-law courts” — pseudo-legal panels commonly employed by members of the antigovernment “Patriot” movement to “try” their enemies — and recruiting a 3,500-member militia, court documents allege. “It is not a rag-tag deal,” Cox boasts of his militia, claiming improbably that it has a medical unit and engineers “that make GPS jammers, cell phone jammers, bombs and all sorts of nifty stuff.”

via splcenter: Alaska Militiamen Again Charged With Murder Conspiracy

Hate Group Founder’s Post on Homeland Security Board on Hold

How could the founder of a virulently racist, anti-Semitic group whose leaders urge violence against whites and the police be appointed to a Dallas group that advises elected leaders on how to improve homeland security? That’s the burning question, as the Dallas County Commission cancelled a vote today on the reappointment of Aaron McCarthy, founder of the New Black Panther Party (NBPP), to an advisory committee on the county’s emergency management system. McCarthy has served on the group since last September. County Judge Clay Jenkins said the area’s interim homeland security director suggested to him suspending or disbanding the advisory group because, so far, it’s been redundant and unproductive — not because of McCarthy’s role on it. That’s the reason Jenkins said he asked County Commissioner John Wiley Price, who had appointed McCarthy, to withdraw the name. Price did so. Jenkins, who is legally responsible for the county’s homeland security efforts, told Hatewatch that he had no prior clue about McCarthy’s link to the New Black Panther Party, which is unrelated to the original black militant group of a similar name, and didn’t know about the group’s hateful message. Under county bylaws, commissioners select and vet their own committee appointees, county spokeswoman Maria Arita told Hatewatch.

via splcenter: Hate Group Founder’s Post on Homeland Security Board on Hold

Online ‘Hit List’ Targets Liberals

Anti-liberal propaganda has been ramping up for years. Former Fox News host Glenn Beck, who was cited as an inspiration for at least three rightwing extremists accused of committing or plotting violence, called himself a “progressive hunter” and attempted to rebrand Hitler as a leftist. Anti-Muslim activist Frank Gaffney routinely warns of a “red-green” alliance between liberals and violent Islamist terrorists. But the people behind a website called “Target of Opportunity” (motto: “Eliminating the planet of liberals one at a time”) have taken things several steps further, creating a “Hit List” profiling supposed liberal enemies of America. “This website is a list and record of people that betray and endanger America by their Seditious, Treasonous, and/or Terrorist activities,” its homepage reads. “Operating under the false illusion of Peaceful and Non-Violent activism, their methods are anything but Peaceful and Non-Violent. These people present a serious threat to all Americans. Each and every one of them should be considered a “TARGET OF OPPORTUNITY.”

via splcenter: Online ‘Hit List’ Targets Liberals

Rechtsextreme Immobilienhaie in der Provinz

Anklam, Lübtheen: Einige Orte in MV geraten immer stärker in die Hand von Rechtsextremisten. In der westmecklenburgischen Kleinstadt besitzen der NPD-Landtagsfraktionschef Udo Pastörs und seine Gefolgsleute inzwischen eine Reihe von Häusern. Die Stadt ist nahezu machtlos. Der Ortskern der Stadt Lübtheen gerät immer weiter in die Hände von Rechtsextremisten. Seit Herbst 2006 betreibt die NPD in einem Haus in der Rudolf-Breitscheid-Straße ihr Bürgerbüro. Vormals hatte dort Udo Pastörs, Fraktionschef der NPD im Schweriner Landtag, ein Schmuck- und Uhrengeschäft betrieben. Jetzt gehört ein weiteres Haus, gleich um die Ecke, Marianne Pastörs, die für die NPD in der Stadtvertretung sitzt. Gerüchten zufolge soll in dem Gebäude das Parteiarchiv sowie ein Büro für den Kreisvorsitzenden Andreas Theißen eingerichtet werden. Gleich nebenan hat der Schwiegersohn von Udo Pastörs, ein selbstständiger Softwareentwickler, 2011 ein weiteres Haus am Ernst-Thälmann-Platz erworben. Neben einem Frisörgeschäft sollen dort Wohnungen geschaffen werden, heißt es in der Lindenstadt. Umtriebige Clique von Pastörs Auch in dem angrenzenden ehemaligen Hotel „Stadt Hamburg“ am Thälmann-Platz wurden bereits NPD-Anhänger bei Renovierungsarbeiten beobachtet. Vor Ort gilt es bereits als sicher, dass auch dieses Gebäude demnächst in die Hände der umtriebigen Clique um Pastörs gerät.

via nordkurier: Rechtsextreme Immobilienhaie in der Provinz

Kommunen fordern Verbot rechtsextremer Kameradschaft

Als zweite Kommune in der Region hat sich die Stadt Aachen für ein Verbot der rechtsextremen Gruppierung Kameradschaft Aachener Land (KAL) ausgesprochen. Der Rat habe am Mittwoch einen einstimmigen Beschluss gefasst, teilte die Stadt Aachen am Donnerstag mit.

via mv online: Kommunen fordern Verbot rechtsextremer Kameradschaft

Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen Kriegsverbrecher

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher, der im Dezember 1944 an der Ermordung von 14 Italienern beteiligt gewesen sein soll. Die Behörde stützt sich dabei auf einen Bericht der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag in Darmstadt sagte. Für die Ermittlungen gegen den einstigen Rittmeister der Wehrmacht, die vor zwei Wochen aufgenommen wurden, sollen nun italienische Behörden um Rechtshilfe gebeten werden. Die Zeitung hatte im Frühjahr berichtet, dem heute 85 Jahre alten Heinrich Schubert werde von der italienischen Staatsanwaltschaft mehrfacher Mord vorgeworfen

via ngo online: Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen Kriegsverbrecher

Jailed: The Neo Nazis who shaved swastika on man’s head and branded his arm

They tortured their victim for hours. Victim scarred for life after searing hot coat hanger pressed across his arm. Two neo-Nazi thugs have been jailed for branding a swastika into the skin of a man with learning difficulties with a searing hot coat hanger. Sadistic Paul Beebe, 28, and Jesse Sanford, 26, were sentenced to eight and a half years and five years in prison respectively, for their part in the brutal attack which lasted for several hours. Beebe and Sanford lured vulnerable Vincent Kee, 22, to Beebe’s swastika-bedecked apartment in Farmington, New Mexico, on April 29, 2010 and tortured him for hours. (…) ‘Today’s guilty pleas demonstrate the law enforcement community’s resolve to bring to justice anyone who victimizes a person because of the colour of their skin or ethnic heritage.’ A third defendant has yet to be sentenced after pleading guilty to conspiracy to commit a federal hate crime. They are the first defendants to be prosecuted under a new U.S. federal hate crimes law pleading guilty in Albuquerque, to violating the Matthew Shepard and James Byrd Jr. Hate Crimes Prevention Act. The act was signed into law by President Obama in 2009 Once released, the pair will be supervised for three years by authorities.

via daily mail: Jailed: The Neo Nazis who shaved swastika on man’s head and branded his arm

Mann offenbar bei Rechtsrock-Konzert verletzt

Vor der Kneipe „Die Szene“ sollen Rechtsradikale in der Nacht zum Sonntag nach einem Konzert der Rechtsrock-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ einen jungen Punker angegriffen haben. Er wurde so stark am Kopf verletzt, dass er immer noch in einer Bremer Klinik behandelt wird. Der Besitzer der Kneipe bestreitet, dass es überhaupt zu dem Vorfall gekommen sei. Die Polizei richtete gestern Abend eine Ermittlungsgruppe ein, um die Geschehnisse um den Auftritt aufzuklären . Mit Baseballschlägern bewaffnet sollen sich rund 20 Leute auf einen jungen Punker gestürzt haben, der mit seiner Freundin gegen 2 Uhr nachts an der Kneipe Ecke Lange und Orthstraße vorbeigekommen war. Während die Gruppe das Mädchen beiseite gestoßen haben soll, ließen sie angeblich von dem jungen Mann auch nicht ab, als er bereits am Boden lag. Sie sollen mehrfach auf seinen Kopf eingetreten haben. Das jedenfalls schreibt die Zeitung „taz“. Sie beruft sich auf den Bericht der Freundin des Opfers, der inzwischen aus einem Delmenhorster in ein Bremer Krankenhaus verlegt wurde, um besser versorgt werden zu können. Erst gestern Abend gelang es der Polizei, den Punker ausfindig zu machen. Es soll sich um einen 21-jährigen Delmenhorster handeln. Die Beamten schließen nicht aus, dass es sich bei den möglichen Tätern um Besucher des Liveauftritts von „H.E.R.M“ handeln könnte. (…) Piskalla gibt zu, dass „Kategorie C“ in seinem Laden gespielt hat. „Für mich sind die nicht rechtsradikal, die sind wie die ,Böhsen Onkelz’.“ Die haben sich nach eigenen Angaben von ihren früheren rechtsradikalen Inhalten distanziert. Doch andere finden, dass „Kategorie C“, die sich zurzeit unter dem Namen „H.E.R.M.“ auf Balladenkneipentour befindet, keine gewöhnliche Rockband ist. In Bremen wurde ein Auftritt Ende November 2011 verboten, vor Gericht unterlag die Gruppe, als sie dagegen anging. Ingo Kramer, Vizepräsident des Bremer Verwaltungsgerichts, nannte dem WESER-KURIER unter anderem diesen Grund: Die Band sei durch gewaltverherrlichende Texte sowie durch Songs mit neonazistischem Bezug bekannt.

via weser-kurier: Mann offenbar bei Rechtsrock-Konzert verletzt

siehe auch: Fußtritte gegen den Kopf. In Delmenhorst ist ein Punker von Fans der Hooliganband „Kategorie C“ schwer verletzt worden. Der Verfassungsschutz wusste offenbar von dem Auftritt. Fans der rechten Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ haben am Samstag in Delmenhorst einen Punker schwer am Kopf verletzt. Sie waren mit Baseball-Schlägern bewaffnet. Am Montag wurde der Punker ins Klinikum Bremen-Mitte verlegt, weil er dort medizinisch besser versorgt werden kann (…) Die Band ging schon immer besonders konspirativ vor, am Tag eines Auftritts wurden Konzertbesucher über eine Handynummer zu Schleusungspunkten geleitet, um den Auftrittsort geheim zu halten. Journalisten hatten im Dezember berichtet, dass die Band eine „Balladen-Tour“ unter dem Namen „H.E.R.M.“, einem Akronym der Vornamen der vier Bandmitglieder, plant. Das Konzert am Samstag war das zweite dieser Art. Am 4. Februar soll es erneut einen Auftritt in der Kneipe geben. Regelmäßig, so heißt es, würden dort Rechtsextreme verkehren. Der Besitzer sei angeblich Präsident des örtlichen Red Devils Rockerclubs, der den Hells Angels nahe steht.

Ein Netzwerk alter Bekannter

Nun geraten die Behörden in Bedrängnis: Der Nationalsozialistische Untergrund hatte Verbindungen zum streng observierten Netzwerk Blood & Honour. Gleich zwei Untersuchungsausschüsse zu den Morden der Neonazizelle NSU sind am Donnerstag eingerichtet worden. Sowohl der Bundestag als auch der Thüringer Landtag wollen Versäumnisse der Sicherheitsbehörden aufklären – und die werden von Woche zu Woche offenkundiger. Neue Brisanz ergibt sich aus der Razzia in Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg vom Mittwoch bei weiteren mutmaßlichen Helfern der rechtsextremen Terrorgruppe. Nach taz-Informationen wurden mehrere Wohnungen ehemaliger Mitglieder von Blood & Honour (B&H) durchsucht – ein militantes, internationales Neonazi-Netzwerk, dessen deutscher Ableger im Jahr 2000 verboten wurde. (…) Einer der ehemaligen B&H-Männer, dessen Wohnung nun durchsucht wurde, ist Jan W. Die Bundesanwaltschaft führt ihn als einen von inzwischen elf Beschuldigten, die im Verdacht stehen, das Terrortrio unterstützt zu haben. Er ist ein alter Bekannter, war Leiter der B&H-Sektion Sachsen und half im Jahr 2000 beim Herstellen und Verteilen einer CD der Neonazi-Band Landser. Wegen Verbreitens verfassungswidriger Propaganda wurde er später zu 20 Monaten auf Bewährung verurteilt. Schon 1998 will der Brandenburger Verfassungsschutz erfahren haben, dass der B&H-Sektionsleiter Jan W. „den Auftrag“ bekommen habe, das untergetauchte Neonazitrio „mit Waffen zu versorgen“. Die Sektion würde „dafür Gelder aus Konzerten und CD-Verkäufen“ bereitstellen. So steht es in einem als geheim eingestuften Gutachten des Bundesamts für Verfassungsschutz, das der taz vorliegt. Und nicht nur das: Die Brandenburger Quelle soll damals auch von geplanten Überfällen berichtet haben – ein Jahr später raubte der NSU zum ersten Mal eine Bank aus.

via taz: Ein Netzwerk alter Bekannter

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

Rechtsextrem, militant und gut vernetzt

Rechtsextremismus ist kein ostdeutsches Problem. Auch wenn die Zwickauer Terrorzelle den Blick vornehmlich auf Sachsen und Thüringen gelenkt hat, reichen die Ausläufer des rechten Netzwerks offenbar aber auch bis nach Rheinland-Pfalz. Denn dort sind rechtsextreme Gruppierungen, Kameradschaften und sogenannte Aktionsbüros wie das in Bad Neuenahr fest verwurzelt. Konkret hatte die „Frankfurter Rundschau“ von Verbindungen der Zwickauer Zelle über den inhaftierten Neonazi Ralf Wohlleben zum „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ berichtet. Der Ex-NPD-Funktionär soll die Internetseite des „Aktionsbüros“ gestaltet haben (…) Fakt ist indes, dass die Zahl der gewaltbereiten Rechtsextremisten seit rund vier Jahren im Land kontinuierlich steigt. Inzwischen schätzt das rheinland-pfälzische Innenministerium den Anteil der gewaltbereiten Radikalen auf 150 Personen – dies ist ein Plus von etwa 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007. (…) ie Behörde hat in Rheinland-Pfalz mit einem engmaschigen Netz rechtsextremer Aktivisten zu kämpfen, was nicht nur durch zahlreiche Aufmärsche wie zuletzt in Remagen belegt wird. Maßgeblich beteiligt war dabei das „Aktionsbüro Mittelrhein“. Die kameradschaftsähnliche Struktur im Raum Ahrweiler gilt als eine der aktivsten rechtsextremen Verbindungen in Rheinland-Pfalz. Das „Aktionsbüro“ fungiert als Schaltzentrale für rechtsextreme Aufmärsche und Propagandaaktionen. Die Mitglieder halten dabei enge Kontakte zu Gesinnungsgenossen im Westerwald und nach Nordrhein-Westfalen – etwa mit der rechtsextremen „AG Rheinland“, die im Raum Köln, Leverkusen, Wuppertal und Düsseldorf agiert. Verflechtungen gibt es auch mit der NPD. Sven Lobeck, NPD-Kreisvorsitzender in Koblenz, wird von Beobachtern als zentrale Figur des „Aktionsbüros“ betrachtet.

via rheinzeitung: Rechtsextrem, militant und gut vernetzt

Frankfurt will Nazis abwehren

Die neofaschistische NPD und rechtsextreme Kameradschaften mobilisieren bundesweit für eine Demonstration durch Frankfurt (Oder) am 24. März. Unter dem Motto »Raus aus der EU und Grenzen dicht« schüren sie antipolnische Ressentiments und Ängste vor Kriminalität in der Grenzregion. Als Redner wird unter anderem Udo Pastörs angekündigt. Pastörs sitzt für die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und ist stellvertretender Bundesvorsitzender. Ein Mobilisierungsvideo im Internet ist mit Musik der im Verfassungsschutzbericht als »rechtsextrem« bezeichneten Band »Hassgesang« unterlegt. Im Aufruf heißt es: »Diese Stadt ist deutsch und soll es auch bleiben. Also auf zur ehemaligen Frontstadt und haltet Stellung.« Stefan Möhwald von der Polizeidirektion Ost bestätigt dem »nd«, dass eine solche Anmeldung vorliegt. »Bisher stehen weder die Uhrzeit noch die Demonstrationsroute fest«, sagt er. Laut Verfassungsschutz ist der Anmelder nicht die NPD als Partei, sondern eine Einzelperson aus Berlin. »Die Stadtverwaltung wird alles im rechtlichen Rahmen Mögliche unternehmen, um diese Veranstaltung zu verhindern«, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos). »Frankfurt (Oder) ist eine offene Stadt und ihre Zukunft ist international«, betont Wilke. »Deshalb treten wir europafeindlichen Parolen und Aktionen entschieden entgegen.«

via nd: Frankfurt will Nazis abwehren

Ray Kokoschko vom Brandenburgischen Institut für Gemeinwesen, das rechte Tendenzen im Land beobachtet und antirassistische Initiativen unterstützt, vermutet die Gruppe »Freundeskreis Nord-Brandenburg« hinter der Organisation der Demonstration. Auf deren Internetseite sei der Demonstrationsaufruf zuerst publiziert worden. »Der Aufruf zeigt, dass die NPD mit den oft gewaltbereiten freien Kräften kooperiert, mit denen sie laut öffentlichen Äußerungen gern nichts zu tun haben will«, erklärt Kokoschko.

Razzia bei Neonazi-Helfern im Saale-Holzland-Kreis

Ermittler von Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt durchsuchen seit Mittwochmorgen in Thüringen die Wohnungen von mutmaßlichen Unterstützern der Zwickauer Terrorgruppe NSU. Sie sollen den Neonazis Waffen beschafft haben. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zur rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erreichten gestern Laasdorf und Trockenborn-Wolfersdorf im Saale-Holzland-Kreis. In beiden Orten durchsuchten Beamte des Landes- und Bundeskriminalamts Wohnungen, erklärte die Bundesanwaltschaft. (…) Bei den Razzien seien zahlreiche Unterlagen, aber auch Computer und Festplatten sowie Musik-CD’s sichergestellt worden. Bundesweit waren 120 Polizeibeamte im Einsatz. Rechtsextreme Musikszene zu lange ignoriert Die beiden Männer in Thüringen sollen Verbindungen zur rechtsextremen Musikszene im Freistaat gehabt haben. Einer von ihnen betrieb offenbar eine Zeit lang einen Szene-Laden der Neonazis in Jena. Zudem deuten sich mögliche Verbindungen zu einer Burschenschaft an. Der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Metz forderte den Innenminister auf, „endlich zu handeln“. Die rechtsextreme Musikszene im Freistaat dürfe nicht weiter ignoriert werden. Auch die Linksfraktion kritisierte, dass bereits seit Jahren auf die Bedeutung der Musikszene für Rechtsextreme aufmerksam gemacht worden sei. „Die Durchsuchungen hätten gezeigt, dass anders als häufig behauptet, Szene-Läden nicht nur als Geschäfte dienen, sondern offenbar wichtige Kommunikations- und Aktionsplattformen sind“, erklärte die Rechtsextremismusexpertin der Linksfraktion, Martina Renner . Nach ihrer Ansicht werden die „Verbindungen zwischen dem Untergrund und den legal operierenden Neonazis immer offensichtlicher“. Die Nazi-Terroristen des NSU waren mit NPD-Kadern, der inzwischen verbotenen „Blood & Honour“-Gruppierung sowie Szene-Läden und dem Rechtsrock-Geschäft bestens vernetzt.

via thüringer allgemeine: Razzia bei Neonazi-Helfern im Saale-Holzland-Kreis

siehe auch: Razzia bei möglichen Helfern des Terrortrios Nach der Neonazi-Mordserie konzentrieren sich die Ermittler auf mögliche Helfer. Am Mittwoch starteten sie eine groß angelegte Durchsuchung. Ein Ende der Ermittlungen ist noch nicht in Sicht. Der Bundestag setzt am Donnerstag einen Untersuchungsausschuss ein. Neuer Fahndungsschlag gegen den Neonazi-Terror: Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch in drei Bundesländern Wohnungen und Geschäfte mutmaßlicher Unterstützer des Zwickauer Terror-Trios durchsucht. Mittlerweile werden Ermittlungsverfahren gegen elf mutmaßliche Unterstützer der Gruppe geführt, wie Generalbundesanwalt Harald Range am Mittwoch in Karlsruhe sagte. Das sind vier mehr als bislang bekannt. Die Helfer sollen unter anderem Schusswaffen und Sprengstoff für die als „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) agierende Gruppe beschafft haben

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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