Selbstentleibung bei #safehogesa – Betreiber nehmen #HoGeSa -Forum vom Netz

Unter dem Namen “safehogesa” firmierte das aus der HoGeSa-Seite ausgeliederte Forum. Hier waren innerhalb der kurzen Zeit über 1.600 User registriert und gab es eine Vielzahl von Beiträgen. Unter anderem war dort ein Anti-Antifa-Bereich integriert, über den “Gegner” mit allen erhältlichen persönlichen Informationen geoutet wurden, um Druck auf sie auszuüben und zu weiteren Aktionen anzustacheln.

screenshot safehogesa

 

Seit Freitag Nachmittag ist das Forum abgeschaltet – die Betreiber selbst haben es aus dem Netz genommen. Die angeblich “sachkundigen Anhängern der neuen Bewegung”, so Szene-Mitteilungen, die es als “sicheres und anonymes Forum auf einem ausländischen Server eingerichtet” hatten, zieht sich nach eigener Darstellung wegen “internen Gründen, Unstimmigkeiten” zurück und will nicht mehr “für die Verwaltung von Forum/Server, … für HoGeSa verantwortlich sein. Wir übergeben das Forum, Datenbank,… direkt an HoGeSa”. Maßgebliche Moderatoren des Forums waren Neonazis, so dass hier, ähnlich wie im Saarland mit der Sagesa, ein weiterer Konflikt aufgrund der engen Vwrzahnung mit der rechtsextremen Szene möglich scheint.

Rechtsextreme Demo durch die Silberhöhe wieder abgemeldet

Eine rechtsextreme Demo unter dem Motto “Asylflut stoppen” ist abgesagt worden. Am Freitag fand ein Gespräch zwischen Polizeidirektion und dem Anmelder statt. Dabei hat dieser erklärt, am Termin 5. Dezember nicht mehr festzuhalten. Unklar ist bislang, ob die “Brigade Halle” auf einen anderen Termin ausweichen wird.

via hallespektrum: Rechtsextreme Demo durch die Silberhöhe wieder abgemeldet

Neonazi Brandt wegen sexuellem Missbrauch angeklagt

Dem Thüringer Neonazi Tino Brandt, der seit fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzt, wird ab Mitte Dezember in Gera der Prozess gemacht. Ihm wird unter anderem sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen. Seit fünf Monaten sitzt der Thüringer Neonazi Tino Brandt in Untersuchungshaft – nun wird ihm ab Mitte Dezember in Gera der Prozess gemacht. Die Anklage lautet unter anderem auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen. Anklage listet mehr als 150 Fälle Den Jungen soll er für ihre Sexdienste Geld gegeben haben. Zudem habe er Jugendliche, via Internet an Freier vermittelt. Dafür hat Brandt laut Anklage bis zu 450 Euro verlangt. Nach Angaben des Landgerichts vom Freitag listet die Anklage mehr als 150 Fälle aus den Jahren 2011 bis 2014 auf. (…) Brandt ist einer der bekanntesten Neonazis in Thüringen. Er war in den 90er Jahren Kopf der Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“, dem auch das spätere NSU-Terrortrio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe angehörten. Zudem gehörte er zeitweise dem Landesvorstand der NPD an und arbeitete über Jahre als V-Mann des Verfassungsschutzes

via mz-web: Neonazi Brandt wegen sexuellem Missbrauch angeklagt

Thiazi-Prozess: „Junge Menschen sollten für die rechte Szene rekrutiert werden“

Nach der Razzia 2012 wurde Thiazi – das bis dahin größte Neonazi-Forum Deutschlands – abgeschaltet. Seit Freitag müssen sich vier mutmaßlich Hauptverantwortliche nun wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Es wird ein Mammutprozess werden, der Verfahrensumfang beträgt über 67.000 Seiten. Klaus-Werner R., Daniela W., Denny S. und Dominik S. sind die Namen der vier mutmaßlichen Admins des ehemaligen Neonazi-Portals Thiazi, die sich ab Freitag vor dem Landgericht Rostock verantworten müssen. Die drei Männer und einer Frau agierten vor allem im Schutz der Anonymität, im Umfeld der vier Angeklagten wusste kaum jemand über deren rechtsextreme Online-Aktivitäten Bescheid. (…) Die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft beziehen sich auf den Zeitraum von 2009 bis 2012, in dem sich die vier Personen in jeweils über 100 Fällen strafbar gemacht hätten. Laut Staatsanwaltschaft seien dabei R. und W. die „Rädelsführer“ des Thiazi-Forums gewesen. Während der 33-jährige R. vor allem als eine Art Verwalter aufgetreten sei, hätte W. die Foren-Software programmiert und sich um technische Belange gekümmert. Die Vorgehensweise sei dabei hierarchisch aufgebaut gewesen, es hätten strenge Regeln geherrscht. Es bestanden offenbar klare Handlungsleitlinien, Unterstützern seien konkrete Funktionen zugeteilt worden. So hätte es laut Staatsanwaltschaft Betreuer, Bereichsbetreuer und auch Archivisten gegeben, die sich jeweils um bestimmte Sektionen des Forums kümmerten. Über 1.000 Alben zum Download angeboten Vor allem der Musik-Bereich hätte eine gewichtige Rolle gespielt, weit über 1.000 Alben – größtenteils aus dem Rechtsrock-Segment – wären auf dem Portal zum Download angeboten worden. Durch Spenden hätte man Zugang zu den Downloads bekommen. Je größer die Spende, desto mehr rechtsextreme Musik konnten Nutzer seinerzeit herunterladen.

via endstation rechts: Thiazi-Prozess: „Junge Menschen sollten für die rechte Szene rekrutiert werden“

siehe auch: Betreiber des rechtsextremistischen Thiazi-Forums vor Gericht. Das Thiazi-Forum war über drei Jahre hinweg die bedeutendste rechtsextremistische Internetplattform in deutscher Sprache. 2012 wurde es geschlossen. Nun beginnt die juristische Aufarbeitung. Vor dem Landgericht Rostock müssen sich vom heutigen Freitag an vier Betreiber der früheren rechtsextremistischen Internetplattform “Thiazi-Forum” verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern und einer Frau die Bildung einer kriminellen Vereinigung und gemeinschaftlich begangene Volksverhetzung in mehreren hundert Fällen im Zeitraum zwischen Januar 2009 und Juni 2012 vor. Die Anklageschrift umfasst nach Angaben des Gerichts 342 Seiten. Die Verlesung dürfte die ersten beiden Verhandlungstage in Anspruch nehmen. In dem seit 2012 geschlossenen “Thiazi-Forum”, das sich als “germanische Weltnetz-Gemeinschaft” bezeichnete, waren mehr als 30.000 Benutzer organisiert, es sollen mehr als 1,5 Millionen Beiträge abrufbar gewesen sein. Es war damit laut Anklage das zum bedeutendste rechtsextremistische Forum in deutscher Sprache. Dort soll laut Bundeskriminalamt in etlichen Liedern zum Hass gegen Ausländer und Juden aufgestachelt und zu gewalttätigen Übergriffen aufgerufen worden sein; Rechtsextremes Forum Thiazi.net  – Virtuelle Hetze mit juristischen Folgen. In Rostock beginnt das Verfahren gegen Betreiber des ehemals größten rechtsextremem Szeneportals. Die Anklage umfasst 342 Seiten. Im Hort „Villa Kunterbunt“ waren das Entsetzen groß. Vor zwei Jahren erfuhren die Mitarbeiter des städtischen Kinderhorts in Barth, dass ihr Kollege Werner R. einer der Hauptbetreiber des rechtsextremen Internetportals Thiazi.net war. Am Freitagvormittag beginnt vor dem Landgericht Rostock das Verfahren gegen den Erzieher sowie gegen zwei weitere Mitstreiter und eine Mitstreiterin. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten die Bildung einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit gemeinschaftlich begangener Volksverhetzung in mehreren hundert Fällen vor. (…) Bis zu dem staatlichen Eingreifen war Thiazi mit mehr als 30.000 registrierten Personen das größte Szeneportal. Fast 1,5 Mio. Beiträge seien entstanden, so Mack. In verschiedenen Rubriken konnten sich die User über Szeneveranstaltungen von Rechtsrockkonzerten bis NPD-Veranstaltungen austauschen, auch Schnittmuster für Hakenkreuzfahnen und Backanleitungen für SS-Torten finden oder sich über Szenethemen von Feindbeschreibungen bis Strategiedebatten unterhalten. Seit 2007 wurden hier auch in erheblichem Umfang Schriften und Tonträger mit strafrechtlich relevantem Inhalt veröffentlicht. Auf dem Portal kam es in den Jahren immer wieder zu Gesetzesverstößen. Da der Server aber im Ausland lag, blieb es jahrelang ohne rechtliche Folgen; Prozess um Neonazi-Seite thiazi.net / Ein Forum voller Hass. Holocaust-Leugnung, Ausländerhass und Handel mit verbotener Musik: Zehntausende nutzten das Neonazi-Forum thiazi.net bis zu seiner Schließung. Heute beginnt in Rostock der Prozess gegen mutmaßliche Strippenzieher der rechtsradikalen Plattform. Frühmorgens stürmte eine GSG9-Truppe die kleine Wohnung von Klaus R., bis dato ein scheinbar unbescholtener Erzieher in Barth nahe der Ostseeküste. Er soll das Thiazi-Netzwerk mutmaßlich als Administrator aufgebaut und jahrelang betrieben haben. Thiazi, das war bis zur Razzia im Sommer 2012 die größte deutschsprachige Online-Plattform für Neonazis, benannt nach einem Sturmriesen aus der germanischen Mythologie. 30.000 angemeldete Nutzer Thiazi hatte in der Szene laut Experten eine große Bedeutung, zählte über 30.000 angemeldete Nutzer. Das Forum diente zum Austausch von rechtsradikalem Gedankengut oder auch zur Mobilisierung der Szene. Dort wurde außerdem in großem Stil mit verbotener Nazi-Musik gehandelt. In den Texten der Lieder wird zu Hass gegen Ausländer, Juden und Muslimen angestachelt.In Thiazi-Nutzerkommentaren wurde der Holocaust geleugnet und die nationalsozialistische Gewalt und Willkürherrschaft verherrlicht. Zur Mordserie des NSU fanden sich Tausende Posts, die unter anderem den Terror bezweifelten oder die Gewalttaten guthießen. Mutmaßlich diente das Forum teilweise auch zum Einstieg in die rechte Szene.

Glasgow and Roma musicians join together in new south side band to break down community barriers

E KARIKA DIAL, or Moving Wheel, is performing in Glasgow next week to promote better understanding between communities.
E karika Dial – or Moving Wheel – made their debut at the Glad Café in Shawlands

A GROUP of Roma and Glaswegian musicians have played their first performance together as they prepare for a series of shows next week.

E karika Dial – or Moving Wheel – is part of a project merging traditional Roma and Scottish music and had their debut last week at the Glad Café in Shawlands after starting rehearsals in Govanhill in September. Founded by band leader Filip Rideg, Jana Mikova of Crossroads and arts organisation ConFAB, the group is meant to use music to break down barriers between communities. Filip said: “‘The musicians who are part of the E karika Djal want to break down some of the barriers and stereotypes that still occur in the wider community of Govanhill and across the whole of Scottish society. This can be done by music. “The band mixes musicians from all over the world. There are people of all ages, experiences and nationalities, but music is the universal language here and anybody can understand that. As long as people feel emotions pouring from the songs and the joy and free spirit of our music, it doesn’t matter where we are from or what the colour of our skin is.”

via dailyrecord.com: Glasgow and Roma musicians join together in new south side band to break down community barriers

Angeblich tausende Teilnehmer – Demo gegen Ausländer in Halle angemeldet

In Halle ist laut Polizei für den kommenden Freitag eine Demonstration unter dem Motto „Asylflut stoppen“ angemeldet. Angeblich sollen 2.000 bis 3.000 Personen teilnehmen. Die Initiative „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“ hat bereits eine Gegendemo angemeldet. In Halle soll laut Polizei am Freitag kommender Woche eine Demonstration unter dem Motto „Asylflut stoppen“ stattfinden. Der Anmelder der Versammlung soll nach MZ-Informationen einen Bezug zur „Brigade Halle“ haben, die seit geraumer Zeit versucht, gegen 40 im Stadtteil Silberhöhe wohnende Roma-Familien Stimmung zu machen. Der Anmelder selbst hat laut Polizei eine Teilnehmerzahl von 2.000 bis 3.000 Personen angegeben. Die Initiative „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“ hat dazu bereits eine Gegendemo mit bis zu 500 Teilnehmern angemeldet.

via mz-web: Angeblich tausende Teilnehmer Demo gegen Ausländer in Halle angemeldet

siehe auch: Flagge gegen Rechtsextremismus: zwei Demos gegen Nazi-Aufmarsch angemeldet. Gegen die für den 5. Dezember geplante Kundgebung von Rechtsextremisten im Stadtteil Silberhöhe sind bereits zwei Gegendemonstrationen angekündigt. So will das Bündnis “Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage” Flagge gegen Rechtsextremisten zeigen. Dem Bündnis gehören beispielsweise das Arabische Haus, die Islamische Gemeinde, die Parteien Linke, Grüne und SPD sowie Gewerkschaften, Vereine und Initiativen an. “Wir treten Nazis und Rassisten entgegen und lassen sie ihre Parolen und Hetze nicht ungestört verbreiten”, sagt die Landtagsabgeordnete Henriette Quade (Die Linke). Und die Front Deutscher Äpfel ruft ebenso zum Widerstand auf; Chronik Silberhöhe. Hier eine Chronik der Vorkommnisse im halleschen Stadtteil Silberhöhe. Die Artikel sind, wenn nicht anders gekennzeichnet, dem hallespektrum entnommen. Der Punkt zur “Brigade Halle/Saale” entspringt eigener Recherche. Dieser Beitrag dient der Übersicht und Dokumentation und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Um Ergänzungen wird gebeten.

Go directly to jail: Do not pass Go

Former C18 leader Charlie Sargent is back behind bars after being involved in a fight outside an Essex pub in the company of many of his old C18 friends.
Sargent was released from prison last year after being convicted for the murder of Chris Castle in 1997. Castle, a close friend of Sargent’s rival Will Browning, was lured to a mobile home in Essex where he was attacked and stabbed by Sargent’s friend Martin Cross. The court had heard that Sargent was the prime motivator behind the murder and he was sentenced to life imprisonment. The murder followed an often violent internal struggle for control of the nazi group. Sargent was subsequently exposed by ITV’s World in Action of being a police informer. He was released on licence last year on the proviso that he did not associate with any of his old C18 friends and he did not get involved in any violence. Sargent broke this agreement from almost the moment he got out of prison and began meeting his former associates. He would meet his friends and plot his revenge against his old C18 enemies from the dark recesses of pubs in the hope of not being seen. Unfortunately for Sargent, HOPE not hate was monitoring his activities from the moment of his release. Among those he associated with were: * Tim Ryan, a former C18 and British Movement activist who himself is on licence after being convicted of possession of a gun, that was discovered buried in his mother’s garden. * Eddie Stampton, probably the most hated man on the British far right, and currently active with the southern faction of the National Front and co-ordinator of the British Golden Dawn. * Rob Hitlon, a close associate from Sargent’s C18 days and a long-time activist in the UDA. * Frank Portinari, leader of the UDA on the British mainland, and convicted gunrunner. * Andy Frain, a leading Chelsea hooligan and C18 supporter, who Sargent had little time for until they were in the same prison. But Sargent was not just content to enjoy a social drink with his old friends. Free from prison, he actively tried to stir up trouble and re-open old feuds with Browning and others he blamed for his downfall. Another of Sargent’s old C18 friends, Warren Glass, attempted to get Sargent an invite to the wedding party being held for the lead singer of Section 88, but was unceremoniously told by the British Movement that the former C18 leader was not welcome.

via hopenothate: Go directly to jail: Do not pass Go

„All Cops Are Bastards“ – Polizei Mettmann blamiert sich mit ACAB-Nummernschild

Diese Buchstabenkombination lesen Polizisten eigentlich gar nicht gerne: ACAB. Sie steht in gewissen Kreisen nämlich für „All Cops Are Bastards“. Dumm nur, dass die Polizei Mettmann für eine Pressemitteilung ein Symbolfoto mit dem Nummernschild „AC – AB 381“ wählte. (…) ACAB gilt nämlich weltweit als Abkürzung für die Polizistenhasser-Parole „All Cops Are Bastards“ („Alle Polizisten sind Bastarde“). Warum der Mann auf dem Foto das Kürzel nutzt, ist unbekannt. Sicher ist jedoch, dass die Polizei Mettmann sich ziemlich blamiert hat, indem sie ein Foto von eben diesem Auto und Nummernschild für eine Pressemitteilung nutzte.

via focus: „All Cops Are Bastards“ – Polizei Mettmann blamiert sich mit ACAB-Nummernschild

PS: Ein Screenshot des Originalfotos ist zB beim Kraftfuttermischwerk abrufbar. Davon haben wir eine Kopie unter https://archive.today/KChfa gemacht ;-)

Von “ #HoGeSa ” und “ #Pegida ”: Das Einfallstor der extremen #Rechten – #nohogesa

Weit über 4.000 Hooligans in Köln und über 5.000 Menschen in Dresden: Das Deckmantelthema für rassistischen und nationalistischen Protest in Deutschland ist erneut gefunden. Die organisierte extreme Rechte freut es, die Politik wirkt hilflos. Egal ob „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) oder „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida): Es gibt wieder ein Thema, unter dessen Deckmantel eine völkische und rassistische Stimmung Menschen in großer Zahl auf die Straße bringt. Was sich thematisch unter der Überschrift „Gegen Salafisten“ alles sammelt, ist eine konfuse Mischung aus rassistischen, nationalistischen und pseudo-demokratischen Forderungen, die sich in ihrer Argumentation der letzten Jahre kaum verändert haben. Im Schatten der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum der deutschen Einheit konstruieren sich die Protestierenden als „das Volk“, die „wahren Demokraten“, die endlich aufbegehren gegen eine staatliche Unterdrückung. Wer das „Volk“ versucht kleinzuhalten, wurde schnell deutlich: Staat und Medien Hand in Hand. Die Wurzeln dieser Argumentation dürften weit zurückliegen, sind aber seit 2011 immer stärker hervorgetreten. Nicht zuletzt Thilo Sarrazin lieferte vor knapp drei Jahren die aktualisierte Blaupause des Rhetorikkonzeptes, welchem sich die meisten Gruppen heute bedienen: Sie sind die Tabubrecher, die Kämpfer für die Meinungsfreiheit dieses von Medien und Staat unterdrückten Volkes. Als symbolisch-sprachlicher Höhepunkt dient die Adaption des zentralen Protest-Slogans der Einheitszeit: „Wir sind das Volk“. So verwundert es kaum, dass auf der „Pegida“-Demonstration in Dresden vor allem die Freude darüber besteht, dass man durch den Protest die „innerdeutschen Grenzen“ endlich überwunden hat. „Der erste Schritt ist also getan, es wächst auch endlich in den Köpfen zusammen, was zusammen gehört! WIR SIND EIN VOLK!“, schwadronierte einer der Redner am vergangenen Montag in Dresden. „Das Volk“ ist also schnell wieder zu „einem Volk“ geworden. Es ist die Protestbewegung der „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber“-Bürger, die in ihrem diffusen Weltbild sich zumindest beim „Heimatschutz“ einig sind, wie auch auf Plakaten in Dresden zu lesen war. Ohnehin lebt diese Protestbewegung – von Köln bis Dresden – von ihren dezidiert schwammigen Inhalten. Vereint scheinen alle von ihrer diffusen Angst, einem diffusen Hass auf „den Islam“, „Fremde“ oder eine Zerstörung der „deutschen Identität“. Die „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ in Dresden zeigen dies am ehesten. Es darf wohl stark bezweifelt werden, dass eine Mehrheit der über 5.000 Demonstranten irgendein Interesse am „christlich-jüdischen Erbe“ des Abendlandes hat. Eine Befragung der Teilnehmer, welche Werte denn hier genau gemeint sind, dürfte interessante Ergebnisse zu Tage fördern. Wenn auch weniger deutlich, findet sich dieser Einsatz der christlichen Tradition auch bei den „Hooligans gegen Salafisten“. In weniger vorsichtiger Weise fasst es eine Liedzeile von „Kategorie C“ zusammen, die den Soundtrack der Hooligan-Proteste stellen: “Heute schächten sie Schafe und Rinder, morgen vielleicht schon Christenkinder”. Die Hooligan-Klientel braucht es offenbar etwas weniger blumig als die massiv um ihr bürgerliches Image bemühten „Pegida“-Organisatoren. (…) Bisher konnte die extreme Rechte noch nicht messbar von den neuen Protesten profitieren. Zunächst scheint sich hier aber ein Fenster geöffnet zu haben, welches über ein hoch emotionalisiertes Thema das Einfallstor für die extreme Rechte öffnet.

via publikative: Von “HoGeSa” und “Pegida”: Das Einfallstor der extremen Rechten

Drohnenflug über der Geisterstadt

Das rostige Riesenrad eines verlassenen Vergnügungsparks, leere Hochhaussiedlungen, ein verfallenes Schwimmbad und verwaiste Kinderbetten – ein neues Video zeigt die ukrainische Geisterstadt Prypjat bei Tschernobyl aus einer bedrückenden Perspektive. Der britische Filmemacher Danny Cooke hat auf der Videoplattform Vimeo einen Kurzfilm veröffentlicht, der die verlassene Gegend rund um Tschernobyl zeigt, und zwar überwiegend von oben. Mithilfe einer Drohne hat Cooke aus der Luft gefilmt, die Kamera fliegt über die nach der Atomkatastrophe zurückgelassene Stadt, über düstere Betonklötze und viel Wald, der sich das Gebiet nach und nach zurückerobert.

via spon: Drohnenflug über der Geisterstadt

Flüchtlinge in Deutschland: Die hässlichen Deutschen

Als freundliches, weltoffenes Volk wollen sich die Deutschen am liebsten sehen. Doch kaum steigt die Zahl der Flüchtlinge, zeigt der hässliche Deutsche wieder seine ausländerfeindliche Fratze. Seit Januar haben mehr als 130.000 Menschen in Deutschland Schutz gesucht. Es sind so viele, wie seit Langem nicht. Das ist die Flüchtlingswelle, von der immer die Rede war. Wir haben sie kommen sehen. Aber wir haben uns nicht darauf vorbereitet. Jetzt ist sie da. Und wie reagiert Deutschland? Abscheulich. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat gesagt, er sei “beeindruckt von der Aufnahmebereitschaft” der Deutschen. Und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat gesagt: “Das Boot ist nie voll.” Die Bereitschaft der Bevölkerung zu helfen, sei “so groß wie nie”. Schwer zu sagen, woher Kretschmann und de Maizière ihre Informationen haben. Von der Straße, auf der das Murren über die Ausländer wieder eingesetzt hat, jedenfalls nicht. Im beschaulichen Kneippkurort Bad Schandau haben empörte Deutsche am Ortseingang ein Schild aufgestellt: “Bitte flüchten Sie weiter, es gibt hier nichts zu wohnen!” Das ist Sachsen, Ostdeutschland. In Dresden demonstrieren die Menschen jetzt immer montags – ausgerechnet – gegen Ausländer. Motto: “Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes.” Inzwischen sind es ein paar Tausend, die kommen. Der CDU-Innenminister Markus Ulbig sagt: “Ich denke, man kann bei dieser Konstellation nicht pauschal gegen Demonstranten sein, die ihre Meinung sagen.” Er hat so viel Verständnis für deutsche Vorurteile, dass er seine Polizei sogar angewiesen hat, spezielle Einheiten einzurichten, die ausdrücklich für straffällige Asylbewerber zuständig sind. Die Deutschen formieren sich zum Widerstand So sieht es nicht nur in der ostdeutschen Provinz aus. Egal ob die Flüchtlinge im vornehmen Hamburg-Harvestehude untergebracht werden sollen oder im ärmlichen Berlin-Marzahn: Die Deutschen formieren sich zum Widerstand. Plötzlich sieht man: Das liebenswürdige Volk, das die Deutschen beim fröhlichen Fußballgucken so gern der Welt zeigen, kann immer noch ganz anders. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat gerade festgestellt, dass fast die Hälfte der Deutschen eine schlechte Meinung von Asylsuchenden hat und der Ansicht ist, dass Asylbewerber ihre Notlage nur vortäuschen, um Leistungen in Deutschland zu erschleichen. Und wenn ein Asylbewerberheim in ein altes Hotel am See einziehen soll, wie im schönen Bautzen, dann wählen gleich 15 Prozent der Leute die AfD und elf Prozent die NPD. Das sind nicht mehr die Glatzköpfe und Schläger, die in Hoyerswerda zu Beginn der Neunzigerjahre Wohnheime für Vertragsarbeiter und Flüchtlinge angegriffen haben. Es sind die deutschen Bürger, die ein Reporter der “Süddeutschen Zeitung” schon vor ein paar Jahren bei einer Lesung von Thilo Sarrazin antraf: “In der Münchner Reithalle herrschte ein Hauch von Sportpalast. Gut gekleidete Grauköpfe ereiferten sich nicht nur, sie geiferten.”

via spon: Flüchtlinge in Deutschland: Die hässlichen Deutschen

„Döner-Killer“-Song und Holocaust-Leugnung

Der frühere PC-Records-Betreiber Yves Rahmel ist am Mittwoch vor dem Amtsgericht Chemnitz zu einer Gesamtgeldstrafe von 7200 Euro verurteilt worden. Er hatte in den Jahren 2009 und 2010 vier volksverhetzende CDs produziert. Rahmel räumte ein, die CDs der Gruppen „Gigi & die braunen Stadtmusikanten“, „X.x.X“ und „Warlord“ produziert zu haben. Er habe sich außerdem für alle Songs Gutachten einer Hamburger Szene-Anwältin eingeholt und sei daher davon ausgegangen, dass die Inhalte der Lieder nicht strafrechtlich relevant seien. Rahmels Anwalt Wolfram Nahrath, früher Anführer bei der „Wiking-Jugend“, plädierte auf Freispruch. Das Gericht folgte allerdings der Staatsanwaltschaft und verurteilte Rahmel zu 120 Tagessätzen von jeweils 60 Euro. Eine Freiheitsstrafe kam deswegen nicht in Betracht, weil die Taten vier bis fünf Jahre zurück liegen. Dabei lag eine Anklage bereits im Mai 2012 vor. Rahmel hatte als ehemaliger Betreiber des Labels, Versandhandels und Ladengeschäfts PC Records im Chemnitzer Stadtteil Kappel in den Jahren 2009 und 2010 die beanstandeten Tonträger pressen lassen und vertrieben. Während des Prozesses stellte sich heraus, dass der 33-Jährige, der die Firma zehn Jahre lang geführt hatte, mittlerweile nur noch Angestellter ist. Das Impressum des Geschäfts weist nun einen S. Geburtig als Inhaber aus. Die Staatsanwaltschaft vermutete jedoch nicht ganz unbegründet, Rahmel ziehe weiterhin die Fäden bei PC Records. Die Liedtexte riefen dem Gericht zufolge unter anderem zum Mord an politisch Andersdenkenden auf und machten Bevölkerungsgruppen böswillig verächtlich.

via bnr: „Döner-Killer“-Song und Holocaust-Leugnung

Mehr Einnahmen als Ausgaben: Ausländer bringen Deutschland Milliarden

Für Deutschland ist Einwanderung ein Gewinngeschäft, zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. Demnach zahlen Ausländer insgesamt deutlich mehr Steuern und Sozialabgaben, als sie den Staat kosten – mit steigender Tendenz. Die Zuwanderungsdebatte in Deutschland ist neu entbrannt. Durch die wachsende Zahl von Menschen, die vor den Konflikten in Ländern wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak flüchten. Aber auch durch den Streit über Sozialleistungen für Bürger aus anderen EU-Ländern. Immer wieder werden dabei Bedenken wie die von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer laut, wonach Deutschland die “soziale Reparaturwerkstatt Europas” werden könnte. Eine neue Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung widerspricht solchen Befürchtungen. Demnach zahlte 2012 jeder in Deutschland lebende Ausländer durchschnittlich 3300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als er an staatlichen Leistungen erhielt. Insgesamt sorgten die 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass so für ein Plus von 22 Milliarden Euro. “Deutschland profitiert finanziell also beachtlich von seiner ausländischen Wohnbevölkerung”, heißt es in der Studie, die am Donnerstag veröffentlicht wird und SPIEGEL ONLINE vorab vorlag. Auch frühere Untersuchungen hatten bereits einen positiven Beitrag von Ausländern zum Staatshaushalt festgestellt. In den vergangenen zehn Jahren sei das Plus pro Kopf jedoch um mehr als die Hälfte gestiegen, heißt es in der Studie. Die Rechnung sei eher noch vorsichtig, da sie nur Menschen ohne deutschen Pass erfasse. Nähme man Migranten mit deutscher Staatsangehörigkeit hinzu “würde der fiskalische Nutzen mit großer Wahrscheinlichkeit noch höher ausfallen, da dieser Personenkreis im Durchschnitt ökonomisch erfolgreicher ist als die Gruppe der Ausländer”. Zwar lagen die durchschnittlichen Nettosteuerzahlungen von Ausländern 2012 um 700 Euro unter denen von Deutschen. Zugleich kamen jedoch knapp 67 Prozent der Ausländer auf einen positiven Beitrag – und nur knapp 60 Prozent der Deutschen. Das lag vor allem daran, dass es unter der ausländischen Bevölkerung weniger Ältere gibt, bei denen die Transferleistungen höher sind als die gezahlten Steuern und Beiträge.

via spon: Mehr Einnahmen als Ausgaben: Ausländer bringen Deutschland Milliarden

anm dokmz: Und jetzt noch die böse Gegenfrage – was kosten Deutschland seine Neonazis? Wie viele darunter zahlen erkennbar mehr Steuern und Sozialabgaben, als sie staatliche Leistungen erhalten und wie viele lassen es sich in der von ihnen so gerne für die Hetze gegen andere bemühten “sozialen Hängematte” gutgehen???

Nazi-Parolen in Strasburg – Polizei ermittelt nach rechten Schmierereien

Besprühte Wände sind in Strasburg keine Seltenheit. Doch nun gibt es einen Vorfall mit rechtem Hintergrund. Nicht nur das Strasburger Ortsschild wurde verunstaltet … Christopher Niemann Nicht nur das Strasburger Ortsschild wurde verunstaltet. Wenige Tage nach der Ankunft von ersten Asylbewerbern in Strasburg hat es einen Vorfall mit rechtsextremistischen Hintergrund gegeben. In der Nacht zum Sonnabend haben bislang unbekannte Täter in der Uckermarkstadt mehrere Hauswände mit rechten Parolen besprüht. Nach Angaben der Polizei vom Wochenende wurden bisher 24 Sachbeschädigungen festgestellt. Mit Farbe besprüht wurden unter anderem Ortseingangsschilder, die Discounter Netto und Kik, diverse Häuser in der Innenstadt und eine Mauer am Busbahnhof. Die Strasburger Maler GmbH wurde beauftragt, die Schmierereien zu beseitigen.

via nordkurier: Nazi-Parolen in Strasburg – Polizei ermittelt nach rechten Schmierereien

Prügel-Attacke auf Travestie-Künstler

21-Jährigen schwer verletzt, nur weil er homosexuell ist. Super Stimmung Freitagnacht im Ride Club in den Wiener U-Bahn-Bögen. Unter den Partygästen ist auch Cris (21). Er amüsiert sich. Zumindest so lange, bis er irgendwann zur Toilette geht. Auf dem Weg dorthin wird er von einem Fremden angepöbelt: “Scheiß Schwuchtel!” Dann verpasst der homophobe Täter Cris einen Tritt in den Rücken. Der 21-Jährige fällt 20 Stufen tief die Toilettentreppe hinunter. Seine beste Freundin bringt ihn an die frische Luft. Doch auch dort fällt der Angreifer wieder über sein auserkorenes Feindbild her. Er wirft den Homosexuellen zu Boden, setzt sich auf seinen Rücken und schlägt ihm wie von Sinnen immer wieder gegen den Kopf und brüllt seine Hassparolen.

via oe24: Prügel-Attacke auf Travestie-Künstler

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