Bayern-NPD-Chef tritt zurück

Im Zuge der Verhaftung des Landes-Vizes der rechtsradikalen Partei, Sascha Roßmüller, legt nun der Chef der Bayern-NPD, Karl Richter, sein Amt nieder. Die Verhaftung des bayerischen NPD-Vizes Sascha Roßmüller hat Konsequenzen für die rechtsextreme Partei. Nach Bekanntwerden des Falls tritt nun der Landesvorsitzende der Bayern-NPD, Karl Richter, zurück. Der „neuerliche selbstverschuldete Skandal“ bringe die Partei „überflüssigerweise zusätzlich in Misskredit“, teilt Richter in einer Pressemitteilung mit. Darum halte er es für angebracht, mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern zurückzutreten. Er übernehme damit „die persönliche Verantwortung“, wenn das Spitzenpersonal des unter seiner Führung stehenden Landesverbands den „selbstgestellten Ansprüchen“ der Partei nicht genüge.

via mittelbayerische: Bayern-NPD-Chef tritt zurück

siehe auch: #NPD-Vize bei #Rocker – #Razzia verhaftet [upd 2250]. Mit einem koordinierten Schlag geht die #Polizei in Niederbayern gegen die örtliche Rockerszene vor. Unter den Verhafteten sind mehrere #Bandidos . Er soll vor vier Jahren in eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergangs verwickelt gewesen sein, nun sitzt der stellvertretende bayerische Landesvorsitzende der rechtsextremen NPD, Sascha Roßmüller in Untersuchungshaft. Das teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg (Außenstelle Straubing) auf Anfrage der Mittelbayerischen Zeitung mit; Razzia in der Rockerszene: NPD-Vize und fünf “Bandidos” verhaftet. Der bayerische NPD-Vize Sascha Roßmüller und fünf weitere Personen der Rockergruppe “Bandidos” in Regensburg sind verhaftet. Gegen sie hatte die Polizei mithilfe eines in Würzburg wegen Drogenhandels verurteilten V-Mannes ermittelt. Rossmüller ist stellvertretender bayerischer Landesvorsitzender der rechtsextremen NPD. Die Festnahme bestätigte ein Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft auf Anfrage der Main-Post. Dass Erkenntnisse des Würzburger V-Mannes dazu beitrugen, wollte der Sprecher nicht bestätigen. (…) Die Verhaftung Roßmüllers geschah im Zuge einer Razzia in der niederbayerischen Rockerszene. In den frühen Morgenstunden des Mittwochs schlugen Beamte der Kriminalpolizei Niederbayern an mehreren Orten gleichzeitig zu und durchsuchten Wohnungen und Anwesen. Gegen diesen Personenkreis wurde unter Leitung der Staatsanwaltschaften Passau, Deggendorf und Regensburg seit geraumer Zeit ermittelt. Sie standen seit längerem in Verdacht, gegen das Waffengesetz zu verstoßen und in den Drogenhandel verwickelt zu sein. Alleine in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Regen wurden 20 Objekte von den Einsatzkräften in Augenschein genommen. Und die Ermittler wurden fündig: Die Biker horteten illegale Waffen, Munition, andere verbotene Gegenstände sowie Betäubungsmittel und eine größere Menge Arzneimittel; „Affäre Roßmüller“: Karl Richter wirft Landesvorsitz in Bayern hin. Die Untersuchungshaft des bayerischen Landesvize Sascha Roßmüller hat erste Konsequenzen. Karl Richter gibt mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der bayerischen NPD auf. Auch die Stellvertreterin und enge Vertraute Richters, Sigrid Schüßler, trat von ihrem Amt zurück.Die Nachricht war Donnerstagnachmittag durchgesickert. Bei einer ansonsten unspektakulär verlaufenen Razzia gegen das organisierte Rockermilieu in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Österreich wurde auch ein beantragter Haftbefehl gegen Sascha Roßmüller, Secretary beim Regensburger Chapter der Bandidos, vollzogen. Der bayerische Landesvize wurde laut Mittelbayerischer Zeitung in Untersuchungshaft genommen, was die NPD mittlerweile gegenüber Spiegel Online bestätigt hat. (..) Für Karl Richter, Stadtrat in München für die Tarnliste Bürgerinitiative Ausländerstopp und persönlicher Referent des Europaabgeordneten Udo Voigt, brachte der neuerliche Skandal das Fass zum Überlaufen. Der sprach auf seiner Facebook-Seite von einem „Erreichen der Schmerzgrenze“ und zog gegen das „System Apfel“ zu Felde, dessen Personal von Peter Marx bis Patrick Wieschke hauptsächlich Skandale produziert habe. Der traurige Höhepunkt sei der unrühmliche Abgang des ehemaligen Parteivorsitzenden selbst gewesen. Apfel werfen seine früheren Wegbegleiter vor, sich sexuell an zwei jüngeren „Kameraden“ vergangen zu haben. Auch Roßmüller stellte er in diese Reihe, trotz pflichtschuldiger Betonung der Unschuldsvermutung. Als Mitarbeiter in der abgewählten sächsischen Landtagsfraktion war der Bandido eng in dieses eingebunden. Sich selbst sah Richter hingegen als Warner vor der „Bandido-Falle“, dessen Bedenken ständig abgebügelt worden seien. „Nürnberger Gesetze“ gelten auch für den Umgang Auf seinem Facebook-Profil entwickelte sich darauf eine lebhafte Diskussion, die viele aktuelle Bruchstellen der extrem rechten Partei aufzeigte: Die sächsische NPD wusch ihre schmutzige Wäsche. Elitäre Neonazis prallten auf Aktivisten, die sich eher den Schlägertruppen der SA verbunden fühlen. Wünsche, die LAH [vermutlich ist die Leibstandarte Adolf Hitler gemeint, Anm. d. Red.] würde aufräumen, machten die Runde.

anm dokmz: Gemeinsam mit Karl Richter ist auch die (ebensfalls in der NPD nicht unumstrittene) stellvertrende bayerische Landesvorsitzende Sigrid Schüssler zurückgetreten. Das liest sich dann so:

” Ich übernehme damit nicht nur die persönliche Verantwortung für Spitzenpersonal, das unter meiner Führung im Landesverband den selbstgestellten Ansprüchen unserer Partei nicht gerecht wird – Sascha Roßmüller ist ja beileibe nicht der einzige –, sondern ziehe mit diesem Schritt auch die Konsequenz aus einer nichtendenden Serie hausgemachter Katastrophen, mit deren Verantwortlichen ich nicht länger in einem Atemzug genannt werden möchte. Der unappetitliche Reigen spannt sich von dem im Dezember unter schmutzigen Begleitumständen zurückgetretenen Parteivorsitzenden Holger Apfel über kleinere und größere Skandale bis hin zu Vorzeigefunktionären wie Patrick Wieschke und jetzt dem langjährigen Apfel-Intimus Sascha Roßmüller.” (FB-Seite Karl Richter – Screenshot)

BTW, Maik Scheffler: Wir warten darauf, dass dem Satz: “Ein starker Schritt, dem es zu folgen gilt!” Taten folgen. Auch in Sachsen :-D

Study links low intelligence with right-wing beliefs

Researchers have found a possible explanation for why certain people are prejudiced: they’re less intelligent. Children with lower general intelligence are more likely to become prejudiced as adults, according to a Brock University study. The study, published in the journal Psychological Science, examined data from two large-scale British studies, and found lower intelligence scores in childhood were predictors of greater racism in adulthood, which the researchers controversially explain is brought about by adopting right-wing ideologies. A secondary analysis of data from a U.S. study also showed those with poor abstract-reasoning skills were more likely to have anti-homosexual prejudice, partially linked to authoritarian attitudes. Lead researcher Gordon Hodson told LiveScience that the results of the study indicate a vicious cycle, in which people with low intelligence are drawn to socially conservative ideologies. In turn, those ideologies can contribute to prejudices. “Socially conservative ideologies tend to offer structure and order,” he said, explaining why those with lower intelligence may gravitate toward the right. “Unfortunately, many of these features can contribute to prejudice.”

via thgeglobeandmail: Study links low intelligence with right-wing beliefs

Dangerous war heroes on Ukraine’s political scene

A number of candidates are likely to enter Ukraine’s new parliament after the Oct 26 elections specifically because of their role in defending the country against Russian aggression. Given the calibre of many of Ukraine’s weathered politicians, lack of political experience can actually increase a candidate’s perceived credibility and need not be a handicap.  There are however candidates whose political background makes their possible victory on a wave of support for war heroes of serious concern.  Andriy Biletsky, commander of the Azov volunteer battalion is also fighting for election in a Kyiv single mandate constituency (Obolon). He is standing without official party backing after being dropped from the candidate list of one of the main parties probably due to public expressions of concern about his neo-Nazi political views.  He is one of the two candidates, together with Valdim Stolar, an ex-Party of the Regions millionaire, viewed as front runners.(…) Biletsky is nominally standing as an independent but it is likely that those committed democrats who called on other candidates to stand aside, assumed that as commander of a volunteer battalion, he was their best bet to win against a representative of the old order.  His views were presumably seen as secondary. Dangerous calculation The danger is enormous.  Biletsky has downplayed his neo-Nazi ideology, but is in no way renouncing it. Biletsky has been head of the far-right organization ‘Patriot of Ukraine’ since 2006.  According to Viacheslav Likhachev, researcher of xenophobia in Ukraine and far-right movements,  the organization is neo-Nazi. It emerged after certain radical members of the Social-National Party rejected the more moderate school which soon rejected neo-Nazi symbols and formed VO Svoboda. Biletsky’s ‘Patriot’ organization, Likhachev says, “propagates anti-liberal and racist views”.  He points out that Biletsky was previously involved in criminal activities as well as probably providing political technology services for members of the former ruling Party of the Regions. One particularly unsavoury period was in the 2000s when Biletsky was closely involved with the Ukrainian Conservative Party.  That, in turn, was linked with MAUP, the Inter-Regional Academy of Personnel Management which during those years earned Ukraine notoriety for its aggressively anti-Semitic propaganda. Ironically, MAUP, which disappeared off the scene around 2008, had strong ties with the Moscow Patriarchate which effectively approved its anti-Semitic activities.
In 2008 ‘Patriot of Ukraine’ initiated the creation of the Social National Assembly which Biletsky still heads. On Oct 18, under Biletsky that organization worked together with notorious provocateur Dmytro Korchynsky and his Bratstvo party in causing disturbances outside the SBU [Security Service] building. On Dec 1, 2013 outside the president’s administration on Bankova St, young men with SNA symbols were involved, again together with Korchynsky’s Bratstvo, in provoking the disturbances which the Yanukovych regime used to justify the use of force against the EuroMaidan protesters and to try to present the movement as violent and dangerous.

via khpg: Dangerous war heroes on Ukraine’s political scene

CCTV footage released after man mown down by car in Anfield and assaulted in race hate attack

CCTV stills of a car they believe was used during the racial incident. Detectives have released CCTV images after a man was assaulted and mown down by a car after being set upon by a gang in a suspected race hate attack. Police investigating the Anfield assault have issued CCTV of a car they believe was used during the attack. Officers were called to Lower Breck Road, at around 5.30pm on Sunday, following reports that a 34-year-old man had been seriously assaulted by a group of other men. CCTV stills of a car they believe was used during the racial incident.  It’s believed the victim was in Breckside Park when a group of youths shouted racial abuse at him. A short time later, a number of men returned to the park and assaulted him before making off in a grey Vauxhall Astra and a blue Ford Transit Van. The victim was taken to hospital suffering from facial injuries and a knee injury. He was later discharged but is likely to need further treatment. Patrols carried out an extensive search of the area and conducted house-to-house enquiries in a bid to identify those responsible. Lower Breck Road was also closed for a short time while officers carried out forensic searches.

via liverpoolecho: CCTV footage released after man mown down by car in Anfield and assaulted in race hate attack

Verdacht auf Selbstjustiz – Hildburghäuser sollen Rumänen gejagt haben

In Hildburghausen hat sich in der Nacht zum Freitag mutmaßlich ein Fall von Selbstjustiz ereignet. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN sollen nach einem Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook 13 Einheimische mit ihren Autos Jagd auf drei Rumänen in einem Kleintransporter gemacht haben. Bei der Verfolgungsjagd soll es zu mehreren Unfällen gekommen sein. Erst die Polizei konnte der selbsternannten Bürgerwehr Einhalt gebieten. Bei Facebook hatte sich wegen angeblicher oder tatsächlicher Straftaten eine geschlossene Gruppe gegen Kriminalität in Hildburghausen gegründet, die mittlerweile mehr als 1.000 Mitglieder hat. Eines dieser Mitglieder hatte vor einer Firma in Hildburghausen ein rumänisches Auto stehen sehen und daraufhin ein Foto mit dem Kommentar “Zwei transporter (weiß, rot, ROM) im kaltenbronnerweg HBN gerade gesichtet … sieht aus wie Treffpunkt und Fahrer wechsel” veröffentlicht. Das Posting mobilisierte mehrere Mitglieder der Gruppe, die sich mit Autos zum Ort des Geschehens aufmachten. (…) Die Polizei ermittelt gegen die Mitglieder der Anti-Kriminalitäts-Gruppe wegen Landfriedensbruchs. Die Rumänen arbeiten laut Polizei in der Firma in Hildburghausen. Sie hätten vor dem Gelände darauf gewartet, dass ihnen das Tor geöffnet wird. Nach Information von MDR THÜRINGER geht die Polizei davon aus, dass der Südthüringer Rechtsextremist Tommy Frenck an der Gründung der Facebook-Gruppe beteiligt war und bis heute im Hintergrund die Fäden zieht.

via mdr: Verdacht auf Selbstjustiz – Hildburghäuser sollen Rumänen gejagt haben

Neues von der Mordwaffe Ceska 83

Die Geschichte der Pistole Ceska 83 ist eigentlich abgründig genug, doch jetzt kommt noch ein obskures Kapitel hinzu. Ein zwielichtiger Betreiber eines Eiscafés in Thüringen soll die Waffe in der Schweiz erworben haben. Die Geschichte der Pistole Ceska 83 ist eigentlich abgründig genug, doch jetzt kommt noch ein obskures Kapitel hinzu. Der mutmaßlich erste private Käufer der Mordwaffe der Terrorzelle NSU,  der Schweizer Hans-Ulrich M., hat einen neuen Verdacht in Umlauf gebracht. M. habe erzählt, nicht er, sondern der zwielichtige Betreiber eines Eiscafés in Thüringen habe die Pistole bei einem Schweizer Waffengeschäft erworben, berichtete am Mittwoch ein Opferanwalt im NSU-Prozess am Oberlandesgericht München. Sollte diese Variante stimmen, sähe der Weg der Ceska 83 zu den NSU-Mördern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Teilen anders aus, als die Bundesanwaltschaft ihn skizziert. Die Frage nach den Stationen der Ceska ist im Prozess von großer Bedeutung.  Der 6. Strafsenat verwendet viel Mühe darauf, die Herkunft der Waffe lückenlos zu klären. Mit der Ceska hatten die Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun ihrer zehn Morde verübt. Im Juni sprach Hans-Ulrich M. überraschend den Nebenklage-Anwalt Turan Ünlücay an. Der Stuttgarter Jurist hatte in Thun (Kanton Bern) an der Vernehmung von M. und einem weiteren Schweizer teilgenommen. Das Oberlandesgericht München hatte die Berner Staatsanwaltschaft gebeten, die Schweizer zu befragen, da die beiden Männer nicht als Zeugen beim NSU-Prozess erschienen waren. Bei dem Termin in Thun waren Vertreter der Bundesanwaltschaft, Verteidiger und neben Ünlücay weitere Opferanwälte anwesend. Ünlücay vertritt Angehörige des vom NSU im April 2006 in Dortmund getöteten Mehmet Kubasik. Krimineller Betreiber eines Eiscafés im Zentrum Nach der  Unterhaltung mit Hans-Ulrich M. hatte Ünlücay den Inhalt in einem Brief an die Bundesanwaltschaft geschildert. Am Mittwoch sagte Ünlücay nun als Zeuge im NSU-Prozess aus. Das war eine Premiere: erstmals in der Hauptverhandlung befragte der Vorsitzende Richter Manfed Götzl einen Anwalt der Nebenklage.

via tagesspiegel: Neues von der Mordwaffe Ceska 83

Duisburger AfD-Fraktion wählt nach NPD-Affäre ihren Chef ab

Nach der NPD-Affäre versucht die „Alternative für Deutschland“ weiter ihre in Ungnade gefallene Führungsspitze loszuwerden: Jetzt ist Holger Lücht zumindest schon einmal das Amt des Fraktionsvorsitzenden los. Die beiden anderen Mitglieder der dreiköpfigen Fraktion haben ihn abgewählt. Die AfD-Fraktion hat am Mittwochabend Holger Lücht als Fraktionsvorsitzenden abgewählt. Wegen gemeinsamer Abstimmungen mit und ausbleibender Distanzierung gegenüber den rechtsextremen Parteien war die „Alternative für Deutschland“ in die Kritik geraten. Deshalb hatte der AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell Lücht auch zum Parteiaustritt aufgefordert. „Holger Lücht hat mit seinem Verhalten die AfD in ein falsches Licht gerückt. Dies ist nicht tolerierbar und destruktiv für jegliche weitere Zusammenarbeit. Eine weitere Vertretung der Duisburger AfD-Fraktion durch Holger Lücht ist unter diesen Umständen nicht länger tragbar”, erklärte anschließend Ratsfrau Marion Stöbbe. Kommissarisch führt jetzt Alan Imamura die Fraktion.

via derwesetn: Duisburger AfD-Fraktion wählt nach NPD-Affäre ihren Chef ab

After Twitter ruling, tech firms increasingly toe Europe’s line on hate speech

A little over a year after a French court forced Twitter to remove some anti-Semitic content, experts say the ruling has had a ripple effect, leading other Internet companies to act more aggressively against hate speech in an effort to avoid lawsuits. The 2013 ruling by the Paris Court of Appeals settled a lawsuit brought the year before by the Union of Jewish Students of France over the hashtag #UnBonJuif, which means “a good Jew” and which was used to index thousands of anti-Semitic comments that violated France’s law against hate speech. Since then, YouTube has permanently banned videos posted by Dieudonne, a French comedian with 10 convictions for inciting racial hatred against Jews. And in February, Facebook removed the page of French Holocaust denier Alain Soral for “repeatedly posting things that don’t comply with the Facebook terms,” according to the company. Soral’s page had drawn many complaints in previous years but was only taken down this year. (…) Twitter responded by overhauling its terms of service to facilitate adherence to European law, Twitter’s head of global safety outreach and public policy, Patricias Cartes Andres, revealed Monday at a conference in Brussels organized by the International Network Against Cyber Hate, or INACH. “The rules have been changed in a way that allows us to take down more content when groups are being targeted,” Cartes Andres told JTA. Before the lawsuit, she added, “if you didn’t target any one person, you could have gotten away with it.” The change went into effect five months ago, but Twitter “wanted to be very quiet about it because there will be other communities, like the freedom of speech community, that will be quite upset about it because they would view it as censorship,” Cartes Andres said. Suzette Bronkhorst, the secretary of INACH, said Twitter’s adjusted policies are part of a “change in attitude” by online service providers since 2013.

via jta: After Twitter ruling, tech firms increasingly toe Europe’s line on hate speech

Der Verfassungsschutz und die Vernehmung von V-Mann “Piatto”

Dass Quellenschutz bei Geheimdiensten oberste Priorität genießt, wird derzeit beim NSU-Prozess in München einmal mehr deutlich. Der Verfassungsschutz Brandenburg behindert die Vernehmung des V-Mann “Piatto”. Einige meinen sogar: Der Geheimdienst will sie verhindern. Am 4. November 2014 soll der Zeuge Carsten Szczepanski vernommen werden. Nach Angaben von Vertretern der Nebenkläger liegt für den Zeugen erstmals eine sogenannte Sperrerklärung vor. Der Brandenburger Verfassungsschutz möchte, dass sein ehemaliger V-Mann „Piatto“ nicht in München aussagt. Allenfalls sei eine Videovernehmung mit einem unkenntlich gemachten Zeugen in Begleitung eines Rechtsbeistandes möglich. Von diesem Rechtsbeistand sei nicht klar, wessen Interessen er eigentlich vertreten soll und wer ihn dafür bezahlt, betont Rechtsanwalt Scharner. Der Anwalt betont, dass der Beistand darauf achten solle, dass keine Fragen über die Aussagegenehmigung hinaus beantwortet werden. Zudem soll die Öffentlichkeit aus der Verhandlung ausgeschlossen werden, weil Carsten Szczepanski im Zeugenschutzprogramm sei. Zu groß sei angeblich die Gefahr, dass von rechtsextremistischen oder vermeintlichen linksextremistischen Kreisen Gewalt gegenüber dem Zeugen ausgeübt werden könnte. Rechtsanwalt Scharner erklärt dazu: “Wir haben insoweit den Senat darum gebeten, dem Verfassungsschutz Brandenburg noch einmal die realen Bedingungen in München mitzuteilen. Der Angeklagte Carsten Szczepanski sitzt seit über 150 Verhandlungstagen im Saal. Gefahren für Gewalttätigkeiten sind insoweit nicht ersichtlich. Fotos von ihm kursieren in der Presse nicht. Er hat separaten Zugang und wird von Beamten des Zeugenschutzes abgeschirmt. Tino Brandt, ebenfalls ehemaliger V-Mann, hat umfangreich und ohne Zeugenschutzmaßnahmen ausgesagt. Gefahren für ihn sind nicht ebenfalls ersichtlich, obwohl sein aktueller Aufenthaltsort bekannt ist. Das Thüringer Landesamt für Verfassungschutz hat für keinen V-Mann bislang eine Sperrerklärung abgegeben. Der Angeklagte Holger G. war ursprünglich auch im Zeugenschutzprogramm. Inzwischen läuft er ohne Beschränkungen und Bewachung im und vor dem Gericht herum. Gefahren für ihn sind nicht ersichtlich, obwohl er jedenfalls in seinen BKA-Vernehmungen belastende Angaben gemacht hat.” Scharner stellt fest, dass der Brandenburger Verfassungsschutz die Vernehmung des ehemaligen V-Manns “stark erschweren, wenn nicht sogar verhindern” will. Er “sabotiert damit die notwendige Aufklärung des Strafverfahrens und vergrößert damit Chancen für mögliche Rechtsmittel der Angeklagten”. Die Gründe dafür erscheinen vorgeschoben, so Scharner. Der Verantwortliche SPD-Innenminister Holzschuher aus Brandenburg sollte diese Entscheidung dringend überdenken.

via publikative: Der Verfassungsschutz und die Vernehmung von V-Mann “Piatto”

Fallschirmjäger nicht fahnenflüchtig – Elitesoldat ist verurteilter Vergewaltiger

Die Bundeswehr hat gegen einen 23-Jährigen aus Seedorf wegen des Verdachts auf Fahnenflucht ermitteln lassen, obwohl der Mann nach einer Verurteilung wegen Vergewaltigung gar nicht mehr zur Truppe gehörte. Ob der ehemalige Elitesoldat jetzt tatsächlich auf Seiten der prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine kämpft, ist eine von zahlreichen bislang ungeklärten Fragen. Überraschende Entwicklung im Fall des wegen Verdachts der Fahnenflucht gesuchten Elitesoldaten aus Seedorf: Wie sich jetzt herausstellte, ist der 23-Jährige schon seit dem 18. September nicht mehr Angehöriger der Bundeswehr. Am Tag zuvor wurde ein Gerichtsurteil gegen ihn wegen Vergewaltigung rechtskräftig. Mit der Strafe von drei Jahren und drei Monaten Haft sei automatisch die Entlassung aus der Bundeswehr verbunden, teilte am Donnerstag Kai Thomas Breas, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, mit. Eine Sprecherin der Elitetruppe „Division Schnelle Kräfte“ (DSK) bestätigte: „Der Mann hat den Soldatenstatus verloren“. Warum die DSK davon erst am 18. Oktober erfuhr, dazu gab es keine Erklärung. Aufenthaltsort unbekannt Vor einer Woche war bekannt geworden dass die Bundeswehr in Seedorf (Landkreis Rotenburg) seit Anfang Oktober einen ihrer Elitesoldaten aus der DSK-Einheit vermisst. Der Hauptgefreite, 1991 als Russland-Deutscher auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion geboren, war im Anschluss an eine zweiwöchige Krankschreibung nicht wieder zum Dienst erschienen und sei seit dem unauffindbar. Es gebe Hinweise darauf, dass sich der Fallschirmjäger in die Ukraine abgesetzt habe und dort nun auf der Seite der prorussischen Separatisten kämpfe, teilte die Bundeswehr seinerzeit mit. Seine persönliche Kampfausrüstung hatte der Mann offenbar mitgenommen – bis auf die Waffen, wie die Bundeswehr versicherte. (…) Die Eliteeinheit DSK hat nach Angaben ihrer Sprecherin Katharina Ryske erst am 17. Oktober von dem rechtskräftigen Urteil gegen den Soldaten erfahren. Warum es einen Monat dauerte, bis die Nachricht aus Karlsruhe bei der DSK eintraf, dazu machte die Sprecherin am Donnerstag keine Angaben. So ist auch unklar, ob die Bundeswehr überhaupt von dem Verfahren wusste.

via weser-kurier: Fallschirmjäger nicht fahnenflüchtig – Elitesoldat ist verurteilter Vergewaltiger

#NPD-Vize bei #Rocker – #Razzia verhaftet [upd 2250]

Mit einem koordinierten Schlag geht die #Polizei in Niederbayern gegen die örtliche Rockerszene vor. Unter den Verhafteten sind mehrere #Bandidos . Er soll vor vier Jahren in eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergangs verwickelt gewesen sein, nun sitzt der stellvertretende bayerische Landesvorsitzende der rechtsextremen NPD, Sascha Roßmüller in Untersuchungshaft. Das teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg (Außenstelle Straubing) auf Anfrage der Mittelbayerischen Zeitung mit. Das Mitglied der Bikerbande Bandidos sei im Dezember 2010 mit mehreren Rockerkollegen vor das Straubinger Vereinslokal einer anderen Gruppe gezogen. Während der darauffolgenden Auseinandersetzung zwischen den Gruppen seien zwei Personen verletzt worden. Sie wiesen Stich und Schnittwunden auf. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 41-Jährigen nun vor, daran beteiligt gewesen zu sein. Roßmüller war einige Jahre lang Bundesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ und danach stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei. Zudem ist er Mitglied im Führungszirkel des Regensburger Bandidos-Chapters. Sein Engagement im Rocker-Mileu stieß unter seinen rechtsextremen Partei-Freunden immer wieder auf Kritik. (…) Die Verhaftung Roßmüllers geschah im Zuge einer Razzia in der niederbayerischen Rockerszene. In den frühen Morgenstunden des Mittwochs schlugen Beamte der Kriminalpolizei Niederbayern an mehreren Orten gleichzeitig zu und durchsuchten Wohnungen und Anwesen.

via mittelbayerische: NPD-Vize bei Rocker-Razzia verhaftet

AKTUELL – 241014 – Bayern-NPD-Chef tritt zurück – Im Zuge der Verhaftung des Landes-Vizes der rechtsradikalen Partei, Sascha Roßmüller, legt nun der Chef der Bayern-NPD, Karl Richter, sein Amt nieder. Die Verhaftung des bayerischen NPD-Vizes Sascha Roßmüller hat Konsequenzen für die rechtsextreme Partei. Nach Bekanntwerden des Falls tritt nun der Landesvorsitzende der Bayern-NPD, Karl Richter, zurück. 

siehe auch: Razzia in ostbayerischer Rockerszene Polizei findet Waffen, Munition und Drogen. Bei einer Großrazzia hat die Polizei in der niederbayerischen Rockerszene zahlreiche Waffen, Munition und Drogen sichergestellt. Sechs Verdächtige wurden festgenommen.  Drei der jetzt festgenommenen Männer stammen offenbar aus dem Umfeld des berüchtigten Motorradclubs “Bandidos”. Das teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern mit. Die Fahnder stellten bei der Durchsuchung illegale Waffen, Munition, verbotene Gegenstände sowie Drogen und eine größere Menge Arzneimittel sicher, wie die Polizei am Donnerstag (23.10.14) zu der Aktion vom Vortag mitteilte; Razzia im niederbayerischen Rockermilieu. Bei einer großangelegten Razzia im niederbayerischen Rockermilieu hat die Polizei sechs Männer festgenommen. Razzia bei den Rockern in Niederbayern: Die Kriminalpolizei hat am Mittwoch in den frühen Morgenstunden eine Festnahme- und Durchsuchungsaktion ím niederbayerischen Rockermilieu durchgeführt. Die Razzia fand laut Polizei in enger Abstimmung mit Ermittlungsbehörden in der Oberpfalz, in Nordrhein-Westfalen sowie in Ober- und Niederösterreich statt. Allein in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Regen durchsuchten die Beamte 20 Objekte; NPD-Vize und Bandido Sascha Roßmüller ist in Haft. Sascha Roßmüller – der stellvertretende Vorsitzende der bayerischen NDP – befindet sich in Untersuchungshaft. Dem in Atting (Landkreis Straubing-Bogen) wohnhaften 41-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft Regensburg vor, 2010 an einer gewaltsamen Auseinandersetzung zweier Rockerbanden in Straubing beteiligt gewesen zu sein. In der Sache wurde in der Vergangenheit schon intensiv ermittelt, doch erst jetzt scheint es, als lägen der Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse vor, die nun zur Verhaftung führte. Unabhängig davon war Roßmüller erst im vergangenen Jahr durch das Landratsamt Straubing-Bogen das Führen eines Betriebes im Sicherheitsdient untersagt worden. Das Verwaltungsgericht hatten dies später auch bestätigt; NPD-Landesvize Roßmüller in Untersuchungshaft. Eigentlich will er in ein paar Wochen wieder stellvertretender Vorsitzender der NPD im Bund werden. Nach einer Razzia der Polizei, die sich gegen das Rockermilieu richtete, sitzt Sascha Roßmüller nun in Untersuchungshaft. Es geht um einen Vorfall , der ihn auch schon seine Bewachungserlaubnis gekostet hatte. Das könnte nun eng werden, sowohl für Roßmüller als auch für Frank Franz. Der Saarländer will in ein paar Wochen auf dem nächsten Bundesparteitag der NPD Vorsitzender werden, so denn die rechtsextreme Partei einen Ort für die Versammlung findet. Eng für Franz, weil Roßmüller sein erklärter Wunschkandidat für einen der Stellvertreterposten ist, eng für Roßmüller, denn aus der Untersuchungshaft wird man ihn vielleicht in Abwesenheit kandidieren lassen, aber auch wählen? Am Mittwoch war die Polizei in Niederbayern, in Nordrhein-Westfalen sowie in Österreich gegen das organisierte Rockermilieu vorgegangen und hatte mehrere Objekte durchsucht. 20 Objekte waren es laut Pressemitteilung der Polizei in den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Regen. Gefunden wurden illegale Waffen, Munition, verbotene Gegenstände sowie Betäubungsmittel und eine größere Menge Arzneimittel. Die Amtsgericht Passau und Regensburg stellten im Vorfeld sechs Haftbefehle aus, die im Rahmen der Aktion vollzogen wurden. Drei Beschuldigte sollen aus den Reihen des Rockerclubs Bandidos stammen und Roßmüller ist einer von ihnen. (…) Das dürfte Wasser auf die Mühlen des radikalen Parteiflügels der NPD sein, die sowohl mit den Kandidaturen von Franz als auch von Roßmüller nicht gerade glücklich sind. Beiden gelten als Anhänger der „seriösen Radikalität“, für die sich viele Basismitglieder schon kaum begeistern konnten. Eine mögliche Verurteilung ist in einer Partei wie der NPD mit eine Reihe vorbestrafter Führungsfiguren kein Rücktrittsgrund. Schwerer dürfte wiegen, dass die Festnahme im Zusammenhang mit Roßmüllers Aktivitäten für die Bandidos steht. Vielen Rechtsextremisten ist die Gruppierung mit einem Mexikaner auf der Kutte schlicht nicht »deutsch« genug, nimmt sie zudem auch Ausländer und »Pass-Deutsche« auf. Den Bandidos und anderen Clubs werden immer wieder Verbindungen zur organisierten Kriminalität, zum Drogenhandel und Rotlichtmilieu nachgesagt. Das konterkariert die Bemühungen, sich als Law-and-Order-Bewegung hinzustellen, wenn ausgerechnet jemand aus dem engeren Parteivorstand dort aktiv ist.

NPD-Bashing made by NPD. Karl Richters Mimimi braunes Jammerlappenbetroffenheitsgedöns. Deutsch eben...

NPD-Bashing made by NPD. Karl Richters Mimimi braunes Jammerlappenbetroffenheitsgedöns. Deutsch eben…


Fremde Legion

Die deutsche Firma Asgaard schickt Söldner in den Nordirak und pflegt enge Kontakte zu rechten Parteien. Nach außen gibt sie sich verschlossen. Ist die Bundeswehr im Nordirak aktiv? Auf den Bildern im Internet sieht es fast so aus. Kräftige Männer tragen beigefarbene Schutzwesten mit Deutschlandfahne auf Brust und Schulter. Doch in Wirklichkeit sind das keine deutschen Soldaten, sondern deutsche Söldner. Einer von ihnen ist Petja Stoy. Der Geschäftsführer der Sicherheitsfirma Asgaard stellt sich bei Facebook gern öffentlich zur Schau. Ein Foto zeigt ihn bei bestem Wetter mit Sonnenbrille in einer kargen, hügeligen Landschaft. Quer durch das Bild zieht sich der Lauf eines schweren Maschinengewehrs. Die Aufnahme entstand Ende September in einer Stellung der kurdischen Peschmerga in Makhmur, 50 Kilometer südwestlich der irakischen Stadt Erbil. Makhmur wurde Anfang August nach heftigen Kämpfen vom Islamischen Staat erobert. Nach US-Luftschlägen konnten die Kurden die Stadt zurückerobern. Noch heute ist Makhmur eine Frontstadt. Stoy war dort nicht allein. Auch der Asgaard-Manager und ehemalige Bundeswehrsoldat Dirk Gaßmann ist auf den Fotos zu sehen. Ende August landeten die beiden auf dem Flughafen in Erbil, fuhren dann zusammen mit anderen Söldnern in gepanzerten Zivilfahrzeugen als Konvoi durch das Land, ausgerüstet mit Gewehren aus US-Produktion. Anfang Oktober war zumindest Stoy wieder zurück in Deutschland. Was die Asgaard-Leute im Irak gemacht haben, darüber wollen sie keine Auskunft geben. Angeblich sollen sie Journalisten begleitet haben, das ist jedenfalls einem Facebook-Eintrag von Stoy zu entnehmen. Ob das stimmt, ob sie weitere Auftraggeber hatten? Kein Kommentar. (…) Im Frühjahr 2010 wurde bekannt, dass Asgaard mehr als 100 deutsche Söldner in den somalischen Bürgerkrieg schicken wollte. Dort sollten sie den Politiker Galadid Abdinur Ahmad Darman im Kampf gegen andere politische Gruppen unterstützen. Darman bezeichnete sich selbst als gewählter Präsident des Landes und sprach der international anerkannten Übergangsregierung jegliche Legitimation ab. Nun schaltete sich auch die Staatsanwaltschaft Münster ein und ermittelte wegen Verdachts auf Verstöße gegen das Strafgesetzbuch sowie gegen ein für Somalia geltendes Waffenembargo. Im August durchsuchten Zollfahnder und Spezialkräfte der Polizei verschiedene Räumlichkeiten von Asgaard in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Dabei fanden sie unter anderem mehrere tausend Schuss Munition. Gegen zwei Beschuldigte – einer ist der damalige Geschäftsführer – wurde Strafbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft fordert 12 und 22 Monate Haft auf Bewährung. Inzwischen ist das Verfahren beim Gericht anhängig. (…) Dirk Gaßmann, zuständig für das Tagesgeschäft, veröffentlichte im Jahr 2012 ein Foto aus dem Irak bei Facebook. Darauf sind zwei deutsche Söldner in voller Montur zu sehen, mit Maschinenpistole und Kalaschnikow. Dazu schrieb Gaßmann, offenbar der deutschen Rechtschreibung nicht mächtig: „Hura, Hura die Deutschen die sind da!!!“ Laut Facebook-Profil gefallen Gaßmann die rechten Anti-Islam-Parteien Pro NRW, Die Freiheit, Bürger in Wut sowie die Alternative für Deutschland, AfD. Auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat von dem deutschen Söldner ein „Gefällt mir“ bekommen. Der Asgaard-Chef Petja Stoy ist bei der AfD sogar selbst aktiv und trat bei den Aachener Kommunalwahlen im vergangenen Mai für die Partei an – bekam in seinem Bezirk aber nur 43 Stimmen, das entspricht 1,52 Prozent. Handelt es sich bloß um Privatmeinungen, die mit dem Unternehmen nichts zu tun haben? Nein, schon die Selbstdarstellung von Asgaard lässt den Geist der deutschen Söldnerfirma erahnen. Das Logo ist ein Wikingerschiff, eingerahmt von den Worten Treue, Loyalität, Disziplin, Ehre, Tapferkeit und Pflicht in Runenschrift. Bis vor kurzem war auf der Webseite ein martialischer Animationsfilm zu sehen, der das Wikingerschiff zu den Klängen von Richard Wagners Walkürenritt über eine Weltkarte schweben ließ. Ob das bei den Einsätzen im muslimischen Ausland so gut ankäme?

via freitag: Fremde Legion

Deutsche Söldner bei der Arbeit – https://archive.today/fnrjp

Peter Richter – Der Anwalt der NPD

Peter Richter kann eines richtig gut: die schlechte Sache in einem guten Licht erscheinen lassen. Am liebsten macht er das ganz oben, vor dem Bundesverfassungsgericht. Aber wieso ist einer, der hochintelligent ist, bei einer rechtsextremen Partei? Der Rechtsanwalt Peter Richter, gerade 29 Jahre alt geworden, machte sein Abitur mit 1,0. Das zweite juristische Staatsexamen hat er mit „gut“, das erste sogar mit der Traumnote „sehr gut“ bestanden. Die Welt hätte diesem jungen Saarländer offengestanden. Er hätte einen Haufen Geld verdienen können, Staatsanwalt oder Richter werden, vielleicht sogar am Bundesverfassungsgericht, so wie Peter Müller, der ebenfalls aus dem Saarland stammt und ähnlich gute Staatsexamina hinlegte. Aber Richter hat sich für die NPD entschieden. Mit 18. Als Jugendsünde konnte man das schon damals nicht bezeichnen – und aus heutiger Sicht erst recht nicht. Denn Richter ist inzwischen stellvertretender Vorsitzender seines Landesverbands. Vor allem aber vertritt er die NPD als Anwalt in zahlreichen Gerichtsverfahren, in denen er – auf ziemlich raffinierte Weise und mit einigem Erfolg – den Rechtsstaat mit dessen eigenen Waffen bekämpft. (…) Also noch mal: warum die NPD? Die simple Antwort darauf lautet: weil er deren Auffassungen teilt. Damit ist allerdings noch nicht gesagt, warum er das tut. Um das herauszufinden, lohnt es sich nicht nur, dem jungen Mann genau zuzuhören. Man muss ihn sich auch anschauen. Richters Erscheinung passt weder zu seiner festen Stimme noch zu seiner zackigen Ausdrucksweise. Er sieht aus wie ein Schuljunge, dem die Mutter vor Verlassen des Hauses noch rasch die Haare zurückgekämmt hat. Seine Anzüge sind mehr Hülle als zweite Haut. Seine Brille, deren Gläser zu klein sind für sein spurloses Gesicht, lässt an einen Zauberlehrling oder einen Nerd denken. Die Frage nach seinem Familienstand beantwortet Richter mit „Junggeselle“. (…) Diese Technik wendet er auch in unserem persönlichen Gespräch an. Richter kommt in Begleitung von Frank Schwerdt, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NPD, der, um es vorsichtig auszudrücken, nicht gerade ein gemäßigter Vertreter seiner Partei ist. Berührungsängste im Umgang mit der militanten Neonaziszene hatte Schwerdt nie, sondern er warb ganz im Gegenteil für eine verstärkte Zusammenarbeit der NPD mit den „freien Kräften“, sprich: den Kampfbataillonen des Rechtsextremismus. Als Chef der Thüringer NPD hatte Schwerdt früher viel mit Ralf Wohlleben zu tun. Der sitzt gegenwärtig in Untersuchungshaft – als mutmaßlich wichtigster Helfer des mörderischen NSU-Trios. Da drängen sich gleich mehrere Fragen an Richter auf. Zunächst: Wäre es nicht überfällig, dass sich die NPD von den „freien Kräften“ distanziert? Richter sagt darauf, es sei ihm „egal, wie jemand rumläuft“, solange er sich an Recht und Ordnung halte. Das sei für ihn die Trennlinie, nicht das Äußere. Das ist wieder typisch Richter: Er versteht die Frage, die offensichtlich nicht auf die Art und Weise gemünzt war, wie Neonazis „rumlaufen“, bewusst falsch und zieht sie auf einen der besagten Nebenkriegsschauplätze, um sie dort zu parieren.

via faz: Peter Richter – Der Anwalt der NPD

Neue Mitte-Studie: NPD- und AfD-Wähler sind am deutlichsten rechts eingestellt

NDP-Wähler sind überwiegend männlich, fühlen sich häufig gesundheitlich beeinträchtigt und sind neben den Nichtwählern am ärmsten. In der aktuellen, repräsentativen Befragung zu Parteien und ihren Wählern, durchgeführt an der Universität Leipzig, zeigen NPD-Anhänger zudem erwartungsgemäß und konstant die stärkste rechtsextreme und ausländerfeindliche Einstellung. Erstmals einbezogen wurden die Wähler der AfD. Demnach ist auch in dieser, ebenfalls von Männern dominierten Gruppe durchgängig eine hohe Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen zu finden. Sie folgen in der Stärke der Ausprägung rechtsextremer Aussagen gleich hinter den NPD-Wählern. Auffällig ist, dass auch sie Muslime stark abwerten, Sinti und Roma anfeinden und die Europäische Union nicht mögen. (…) Bei allen sechs Dimensionen rechtsextremer Einstellung (Befürwortung rechtsautoritärer Diktatur, Chauvinismus, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Sozialdarwinismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus) und im Gesamtwert zeigen sich die Anhänger der NPD deutlich antidemokratisch und rechtsextrem eingestellt. Bei fünf von sechs Dimensionen rechtsextremer Einstellung zeigen aber auch die Anhänger der AfD ausgeprägt hohe (nach den NPD-Wählern die höchsten) Werte. Nichtwähler und Unentschlossene erreichen generell auch noch hohe Werte. Die Anhänger der Grünen zeigen bei allen Facetten die niedrigsten Werte, sie lehnen im Durchschnitt nahezu alle Aussagen ab. Abwertende Haltung gegenüber Muslimen und Asylbewerbern 87 Prozent der NPD-Wähler und 71,2 Prozent der AfD-Wähler fühlen sich durch zu viele Muslime wie Fremde im eigenen Land. 87 Prozent der NPD-Wähler und 60,8 Prozent der AfD-Wähler wünschen keine Zuwanderung für Muslime nach Deutschland. SPD- und CDU/CSU-Wähler sind sich in diesem Bereich annähernd einig: 43 beziehungsweise 42 Prozent werten Muslime ab und 38 beziehungsweise 37 Prozent wünschen keine Zuwanderung. Unter Grünen- und FDP-Wählern findet sich dagegen die kleinste Gruppe von Menschen, die Muslime abwerten. Die Mehrheit bei fast allen Parteianhängern, bis auf die Wähler der Grünen, ist der Meinung, dass es keinen tatsächlichen Verfolgungsdruck für Asylbewerber im Heimatland gibt. Rund 83 Prozent der NPD-Wähler und rund 77 Prozent der AfD-Wähler sind dieser Meinung. Einstellung gegenüber Sinti und Roma ist stark ablehnend Rund 96 Prozent der NPD-Wähler haben ein Problem mit dem Aufenthalt von Sinti und Roma in ihrem Lebensumfeld und sind der Meinung, diese neigen zur Kriminalität. 91 Prozent möchten Sinti und Roma aus den Innenstädten entfernen. Die entsprechenden Werte für die Anhänger der AfD liegen bei 75 Prozent beziehungsweise 73 Prozent. Auch die Mehrheit der Nichtwähler und der Anhänger von CDU/CSU und SPD sind eher sinti- und romafeindlich. Am liberalsten sind die Anhänger der Grünen, aber auch unter ihnen lehnt ein Drittel Sinti und Roma ab.

via uni leipzig: Neue Mitte-Studie: NPD- und AfD-Wähler sind am deutlichsten rechts eingestellt

#NSU – Die Spur des Geldes

Ein abgetauchter #V-Mann bringt den #Verfassungsschutz in Bedrängnis: Warum bekam er einen so hohen Agentenlohn? Wer in die Wälder der schwedischen Provinz Värmland aufbricht, um dort eine der schillerndsten Figuren der früheren Thüringer Neonaziszene zu seinen Kontakten zum NSU-Trio zu befragen, kommt zu spät. Michael Doleisch von Dolsperg hat seinen Ökohof Snaret – auf Deutsch Gestrüpp – verkauft. Einen Tischlereibetrieb hat er jetzt aufgemacht, an einem anderen Ort in Schweden. Er will dort ein neues Leben beginnen, wieder einmal. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los, wohl schon bald wird ihn das Oberlandesgericht in München als Zeugen im NSU-Prozess laden. Und auch ein neuer NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags, der immer wahrscheinlicher wird, dürfte sich für den langhaarigen, bärtigen Mann interessieren. Denn von Dolsperg, der in den 90er Jahren Michael See hieß und der führende Neonazi in Nordthüringen war, gehörte als V-Mann „Tarif“ zu den Topquellen des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) im Umfeld des NSU-Trios. Erst Anfang Oktober vergangenen Jahres, nach dem Ende des NSU-Untersuchungsausschusses, war von Dolsperg als ehemaliger V-Mann enttarnt worden. Der wegen versuchten Totschlags vorbestrafte Neonazi hatte demnach unter dem Decknamen „Tarif“ von 1995 bis mindestens 2001 mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz kooperiert. Faktisch unter den Augen des Inlandgeheimdiensts publizierte er zudem jahrelang die rassistische Nazipostille Sonnenbanner. Ein Exemplar dieses Blatts wurde auch in der 1998 ausgehobenen Bombenwerkstatt des NSU-Trios in Jena gefunden. In Artikeln des Sonnenbanner wird unter anderem das – vom NSU später umgesetzte – Konzept autonomer Kämpferzellen propagiert, die im Untergrund das demokratische System bekämpfen. (…) Folgt man der Darstellung des seit zwölf Jahren in Schweden lebenden Neonazis, dann haben seine Verbindungsführer vom Verfassungsschutz sogar regelmäßig diese Artikel vor Drucklegung redigiert. „Das BfV bekam alle Ausgaben (des Sonnenbanner) von mir vorab“, sagte von Dolsperg im Februar dem Spiegel-Reporter Hubert Gude. Änderungswünsche vom Bundesamt habe es demnach bis auf eine Ausgabe, bei der es um die Gestaltung des Titelblatts ging, nie gegeben. Bezahlt habe er die Produktion der Hefte zum Teil von seinen V-Mann-Honoraren. In seiner achtstündigen Vernehmung durch die Bundesanwaltschaft am 10. März 2014 ging der ehemalige V-Mann in seinen Aussagen über die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt sogar noch weiter. Demnach habe er 1998, kurz nach dem Abtauchen des Trios, einen wichtigen Hinweis dazu an das BfV weitergegeben, ohne dass dieser weiterverfolgt wurde. Laut von Dolsperg habe ihn damals der mit ihm befreundete Jenaer Neonazi André Kapke angerufen, nach 1998 einer der wichtigsten Fluchthelfer von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Kapke habe ihn, von Dolsperg, um Hilfe bei der Suche nach einem Unterschlupf für die drei Gesuchten gebeten. Der V-Mann will damals unmittelbar nach dem Anruf seinen Verbindungsführer „Alex“ vom BfV angerufen und über die Kapke-Anfrage informiert haben. (…) Und noch etwas ist seltsam: Von Dolsperg gab bei der Bundesanwaltschaft an, 2001 von sich aus die Zusammenarbeit mit dem BfV beendet zu haben und mit seiner Frau nach Schweden ausgewandert zu sein. Es hätten keine Treffen mehr stattgefunden, allerdings sei er vom Bundesamt auch nicht formal entpflichtet worden. Spiegel-Reporter Gude, der im September 2012 Kontakt mit ihm aufnahm, habe ihm jedoch vorgehalten, bis 2003 als VM gearbeitet zu haben – „was definitiv nicht stimmen konnte“, wie von Dolsperg in der Vernehmung vom März 2014 sagte. Der Spiegel-Reporter habe ihm auch was von einem Auto im Wert von 15.000 DM erzählt, das der V-Mann vom Verfassungsschutz bekommen haben soll – auch das soll laut „Tarif“ nicht stimmen. Wenn die Aussagen von Dolspergs zutreffen sollten, ergibt sich ein ganz neuer Verdacht: Sind unter dem V-Mann-Konto von „Tarif“ getarnte Zuwendungen auch an andere Personen – weitere Quellen oder BfV-Mitarbeiter – abgerechnet worden? Und ist das womöglich der Grund für das Schreddern der „Tarif“-Akte?

via freitag: Die Spur des Geldes

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