Bad Nenndorf 2014: Bündnisse wollen Neonazis zum zweiten Mal in Folge die Suppe versalzen

Nachdem ihr Aufmarsch im letzten Jahr verhindert worden war, unternimmt die Neonazi-Szene an diesem Wochenende einen neuen Anlauf, in Bad Nenndorf zu „trauern“. Die Polizei erwartet gut 300 Geschichtsklitterer, die auf zahlreiche Gegenaktionen treffen werden. Der zivilgesellschaftliche Widerstand dürfte deren Frust- und Aggressionspegel erneut nach oben treiben – einen Vorgeschmack lieferte ein mit mehreren Hakenkreuzen beschmiertes jüdisches Mahnmal. (…) Die Schmach des letzten Jahres möchte die extreme Rechte heuer ausmerzen – deshalb wird auf den einschlägigen Internetseiten seit Wochen und Monaten für das kommende Wochenende mobilisiert. Die Polizei erwartet für den nunmehr zehnten „Trauermarsch“, der mittlerweile unter dem Motto „Marsch der Ehre“ läuft, wieder 300 Neonazis. Damit sollten die Teilnehmerzahlen zum wiederholten Male in Folge weit unter ihrem Höchststand bleiben. 2009 machten sich ca. 1.000 „Trauermarschierer“ in die knapp über 10.000 Einwohner zählende Stadt westlich von Hannover auf. Als „Zugpferde“ dienen den Veranstaltern die Berliner Vorsitzende der NPD-Suborganisation „Ring Nationaler Frauen“ (RNF), Maria Fank, die bei den rassistischen Anti-Asyl-Protesten in der Hauptstadt oft an vorderster Front marschierte, und der verhinderte Europawahl-Spitzenkandidat der Neonazi-Splitterpartei Die Rechte, Sven Skoda. Der kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassende Neonazi, der derzeit in Koblenz wegen des Tatvorwurfs der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ vor Gericht steht, sprach seinerzeit bereits bei der Premiere des „Trauermarsches“ 2006. Außerdem steht mit Peter Rushton einer der bekanntesten britischen Holocaust-Leugner auf der Rednerliste. (…) Die Initiative „Kein Naziaufmarsch in Bad Nenndorf“ ruft dazu auf, die Revisionisten zu blockieren.

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Aufruf – Naziaufmarsch? Läuft nicht. Das Nenndorfer Wincklerbad soll den Neonazis auch 2014 wieder als Symbol ihres geschichtsverdrehenden Opfermythos dienen. Dort hatten die Alliierten ein Internierungslager eingerichtet. Bereits seit 2006 inszenieren Neonazis in Bad Nenndorf einen sogenannten “Trauermarsch”. Indem die Neonazis historische Zusammenhänge und Tatsachen leugnen oder aus dem Kontext reißen und deutsche Täter_innen zu Opfern erklären, relativieren sie den Nationalsozialismus. In ihren Redebeiträgen verbreiten sie nationalistische und völkische Hetze. Diese findet nicht nur verbal statt, sondern stellt eine reelle Gefahr für viele Menschen dar, die nicht in das menschenfeindliche Weltbild der Neonazis und ihrer Unterstützer_innen passen. Nach den erfolgreichen Blockadeaktionen werden wir dem Naziaufmarsch dieses Jahr ein Ende setzen. Gemeinsam haben wir gezeigt, dass Massenblockaden auch in Bad Nenndorf möglich sind und den Naziaufmarsch effektiv verhindern können. Erstmals haben hunderte Menschen die Aufmarschstrecke der Nazis blockiert und die symbolträchtige Abschlusskundgebung der Neonazis verhindert – das war großartig! Wir werden an den Erfolg der letzten Jahre anknüpfen und mit Menschen aus verschiedenen Städten und Dörfern den Naziaufmarsch in Bad Nenndorf blockieren. Von unseren Aktionen des Zivilen Ungehorsams wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die das Ziel teilen, den Aufmarsch zu verhindern.

Jugendliche Straftäter: Die Mär vom kriminellen Ausländer

Populisten wettern oft gegen “Ausländerkriminalität” und schüren Ängste vor Zuwanderung. Jetzt zeigt ein neues Gutachten: Migranten begehen nicht generell mehr Straftaten als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Zur Europawahl hingen die Plakate wieder an Bäumen und Laternen, auf denen rechtsextreme Parteien gegen “kriminelle Ausländer” hetzen. Doch nicht nur weit rechts der Mitte gibt es die Klischees vom Straftäter mit “südländischem Aussehen”, wie er in Polizeiberichten oft vorkommt. Viele Deutsche glauben, dass “Menschen ausländischer Herkunft häufiger Straftaten begehen als Menschen ohne Migrationshintergrund”, so der Kriminalwissenschaftler Christian Walburg von der Universität Münster. Allerdings stützen die Statistiken und Untersuchungen der letzten Jahre solche Vorurteile nicht, wie ein neues Gutachten zeigt, das Walburg im Auftrag des Mediendienstes Integration verfasst hat. Das Papier mit dem Titel “Migration und Jugenddelinquenz” liegt SPIEGEL ONLINE vor, es wird an diesem Mittwoch veröffentlicht und ist im Netz hier als PDF zu finden. (…) Ein Zusammenhang zwischen Religion oder Ethnie und Gewaltbereitschaft lässt sich durch keine Studie belegen. Speziell für junge Muslime zeige sich, dass ihre religiösen Bindungen “nicht mit signifikant vermehrter Gewaltausübung einhergehen”. Auch zeigt sich, dass Bildung die Unterschiede bei der Gewaltbereitschaft einebnet. Anders herum gesagt: Wer schlecht gefördert wird, schlägt eher zu, unabhängig von der Herkunft.

via son: Jugendliche Straftäter: Die Mär vom kriminellen Ausländer

Rechtsintellektueller “Zwischentag”-Messekongress geht in die zweite Runde

Exakt eine Woche nach ihrem präventiven Rauswurf aus einem Düsseldorfer Hotel (nrwrex berichtete) melden die Veranstalter des für den 6. September in der Landeshauptstadt geplanten “Zwischentags”, man habe neue Räumlichkeiten gefunden, allerdings nicht mehr “ganz so zentral”. Zwischenzeitlich wurde auch eine vorläufige Liste der “Aussteller”  veröffentlicht, die sich auf dem “Zwischentag” präsentieren wollen. Nicht mehr “ganz so zentral” Man habe “mit einem neuen Hotel einen Vertrag abgeschlossen”, so der Veranstalterkreis um Felix Menzel. Zwar würde die Veranstaltung nach wie vor “im Großraum Düsseldorf” stattfinden, aber “ganz so zentral” sei das neue Hotel nicht gelegen: “aber trotzdem erstklassig”. Offenbar hatte es dieses Mal nur für eine Örtlichkeit in einem der Außenbezirke Düsseldorfs oder im Düsseldorfer Umland gereicht, zuvor hatte man Tagungsräume in der Düsseldorfer Innenstadt angemietet. Liste der “Aussteller” Vorgestern hatten die “Zwischentag”-Veranstalter auch eine vorläufige Liste der “Aussteller”, also eine Auflistung der sich präsentierenden Verlage, Zeitschriften, Organisationen und sonstigen Projekte, veröffentlicht. Erwartungsgemäß am Anfang der  Liste zu finden sind die “Zeitschrift Sezession”, das “Institut für Staatspolitik”, die “Blaue Narzisse” und der “Verlag Antaios”, allesamt eng mit dem Veranstalterkreis verbandelt. Weiterhin die Verlage “Ares”, “Telesma”, “Uwe Berg”, “Regin”, “Kyffhäuser” und “Ahriman”. Nicht fehlen dürfen auch die “Deutsche Burschenschaft” (DB), die rassistischen Projekte “Politically Incorrect” und “Bürgerbewegung Pax Europa e.V.” , die nicht minder rassistische und nach wie vor an diversen Kiosken erhältliche Monatspostille “Zuerst!”, die “Identitäre Bewegung Deutschland”, “zusammen mit Identitäre Bewegung Schweiz”, und das “identitäre” Projekt “Phalanx Europa”. Hinzu kommen die Projekte “KonMo” (mit dem Anspruch, “konservative Werte mit Alltagsmode zu verknüpfen”), “Neue Ästhetik”, “Rechts Actueel und Radio Rapaille (Belgien)”, der “Mut zum Hirsch”-Maler und selbst ernannte “Deutschtümler” Hubert Döring aus Kempen (Kreis Viersen) sowie die “Initiative Forum für Zeitgeschichte e.V.”.

via nrw rechtsaußen: Rechtsintellektueller “Zwischentag”-Messekongress geht in die zweite Runde

„Blood&Honour“-Event?

Bei einem für Ende Oktober angekündigten Rechtsrock-Konzert in Slowenien soll auch die Bremer Band „Kategorie C“ mitmischen. Eine Organisation, die sich „Crew 28 Slovenia“ nennt, kündigt für den 25. Oktober ein Rechtsrock-Konzert an. Mit von der Partie sind dabei „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ aus Bremen, dazu „Pitbullfarm“ aus Schweden sowie „Brutal Attack“ aus Großbritannien. Das Datum fällt genau in die Zeit, als sich vor 13 Jahren eine „Blood&Honour“-Sektion in Slowenien gegründet hatte. Die Ziffern „28“ seitens der Veranstalter und die Bewerbung des Termins auf Internetseiten des neonazistischen Musiknetzwerkes, das in Deutschland seit 2000 verboten ist, sprechen eigentlich eine deutliche Sprache, wo das internationale Konzert einzuordnen ist. (…) Die Bremer von „Kategorie C“ um Sänger Hannes Ostendorf, die sich selbst als Hooligan- und gar nicht als Rechtsrocker sehen, schweigen sich auf ihrer Homepage über den Termin aus, wollen sie es offenbar doch vermeiden, auch nur irgendwie mit „Blood&Honour“ in Verbindung gebracht zu werden. Dabei spielten sie „ erst Anfang Juni live bei einem von B&H in Frankreich mit veranstaltetem Fightclub-Event auf.

via bnr: „Blood&Honour“-Event?

«Ein totaler moralischer Bankrott»

Der Fotograf Reto Camenisch findet harte Worte für die Schockfotos, die Jérôme Sessini an der Absturzstelle in der Ukraine aufgenommen hat. Und auch für die renommierte Agentur Magnum, die diese Bilder streut.  Wir werden über Bilder reden, die wir hier nicht zeigen. Was sehen Sie, Reto Camenisch? Die Absturzstelle des Flugs MH 17. Da liegen Wrackteile, Gepäckstücke, zu Tode gekommene Menschen, auch Kinder, zerfetztes Fleisch. Manche sind auf den Flugzeugsitzen festgeschnallt, auf einer Landstrasse liegt ein abgerissener Fuss. Man kann Gesichter sehen, eines aus nächster Nähe, andere Opfer sind wegen der Kleider identifizierbar. Und dann sind es Profiaufnahmen, formal und technisch brillant. Warum sollte man solche Bilder nicht zeigen? Es ist nicht verboten, Tote zu zeigen. Ich bin kein Freund fixer Tabus. Und Hinsehen ist eine journalistische Pflicht. Aber jeder halbwegs wache Fotograf wägt ab, erst recht bei Toten, was er damit anfängt. Es gibt das Recht der Öffentlichkeit auf Information, doch auf der anderen Seite steht das Empfinden der ­Betroffenen und auch das der Leser. Was sagen die Bilder der Absturzopfer über diese Abwägung? Dass sie nicht stattgefunden hat. Diese ­Fotos zeugen von der unkontrollierten Rohheit des Fotografen. Von einer Barbarei, die jede Grenze überschreitet. Gemacht hat die Bilder ein französischer Kriegsfotograf: Jérôme Sessini, Jahrgang 1968, Mitglied der legendären Agentur Magnum. Er war als einer der Ersten am Ort. War es nicht das Naheliegendste, dass er die Dinge so fotografierte, wie er sie antraf? Ich stelle mir vor, dass Sessini das tat, was Fotografen in solchen Momenten tun, um so etwas auszuhalten: Er hielt sich die Kamera vors Gesicht und begann zu fotografieren. Und zwar wie von einem Fieber getrieben. Man sieht es auch an der unglaublichen Menge der Bilder, die er produziert hat.

via tagesanzeiger.ch: «Ein totaler moralischer Bankrott»

Ukraine conflict: Army claims strategic town in Donetsk

The Ukrainian army says it has seized a key town near the rebel stronghold of Donetsk, as fighting rages in the east. Pro-Russia separatists were driven out of Avdiivka on Wednesday, the army said. The strategic town is near the airport and train station in Donetsk. Heavy fighting around Donetsk has again prevented international experts from reaching the crash site of flight MH17. Meanwhile, Russia said new sanctions were “destructive and short-sighted” and would lead to higher energy prices. Almost two weeks after the Malaysia Airlines jet came down, international monitors were turned back to the city of Donetsk by separatist amid clashes in the area. Some critics say it is not in the interest of the Ukrainian army for observers to get to the site as it would restrict their offensive, says the BBC’s Tom Burridge in Kharkiv.

via bbc: Ukraine conflict: Army claims strategic town in Donetsk

“Volksrepublik Donezk” will Zusammenarbeit mit OSZE beenden

Die Behörden der selbsternannten “Volksrepublik Donezk” im Osten der Ukraine überlegen, die Zusammenarbeit mit der OSZE bei der Klärung der Ursachen für den Absturz der malaysischen Passagiermaschine im Raum Donezk einzustellen. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Mittwoch. “Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa war von Anfang an keine neutrale Seite und agierte im Interesse der Ukraine. In der zurückliegenden Woche haben sich OSZE-Vertreter unter diversen Vorwänden geweigert, ihre Mission am Absturzort zu erfüllen. Sie versuchten, die Aktivität der Truppen der Volksrepublik Donezk nach Kräften einzudämmen und halfen der ukrainischen Armee somit, einen Gegenangriff vorzubereiten”, zitierte die Donezker “Regierungssprecherin” Klawdija Kulbazkaja am Dienstag einen hohen Vertreter des Kabinetts. “Wir wurden in die Falle gelockt” “Mithilfe von OSZE-Vertretern haben die ukrainischen Truppen unter dem Vorwand, sich Zugang zum Absturzort zu verschaffen, eine kleine Gruppe der Donezker Armee eingekesselt, die nach Vereinbarung mit der OSZE den Absturzort abgesichert hatte”, hieß es von der “Republik Donezk”. “Jetzt wird diese Gruppe von den ukrainischen Sicherheitskräften methodisch vernichtet. Das ist ein Verstoß gegen alle Vereinbarungen. Wir wurden in eine Falle gelockt. Dabei spielten die internationalen Vermittler die Rolle eines lebendigen Schildes für die ukrainische Armee. Diese konnte sich wieder umgruppieren und einen Angriff starten. Das hat es schon einmal gegeben, als (der ukrainische Präsident Petro) Poroschenko eine Waffenruhe erklärt hatte.” SOZ soll OSZE ersetzen Eine Alternative wurde sogleich aufgezeigt: “Wir wollen Länder der Schanghaier Kooperationsorganisation (SOZ) in die Ermittlungen einbinden.” Der Gruppe gehören China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan an.

via standard: “Volksrepublik Donezk” will Zusammenarbeit mit OSZE beenden

Mutmaßlicher Brüssel-Attentäter des Mordes beschuldigt

Mehdi Nemmouche verweigerte weiterhin jede Aussage. Die belgische Justiz wirft dem französisch-algerischen Islamisten, der beim Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel mutmaßlich vier Menschen tötete, “Mord in terroristischem Zusammenhang” vor. Gegen den 29-jährigen Mehdi Nemmouche sei deshalb ein Haftbefehl erlassen worden, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Am Vortag hatten die französischen Behörden Nemmouche an Belgien übergeben. Nemmouche war knapp eine Woche nach dem Anschlag vom 24. Mai in Marseille festgenommen worden, als er mit einem Reisebus aus Brüssel in der südfranzösischen Hafenstadt ankam. Bei ihm wurden Waffen gefunden, wie sie bei dem Anschlag benutzt worden waren, außerdem eine Speicherkarte mit einem Bekennervideo. Nachdem er sich juristisch vergeblich dagegen gewehrt hatte, wurde Nemmouche nach Belgien gebracht.

via derstandard Mutmaßlicher Brüssel-Attentäter des Mordes beschuldigt

Supporting Gaza can never be an excuse for anti-Semitism

Dr Shuja Shafi, Secretary General, Muslim Council of Britain. With at least 1,200 Palestinians killed by the massive firepower of Israeli military weapons, emotions are running high as we witness the daily images of another dead child, a grieving mother and a people in despair. The vast majority of us who have been moved to action have taken to the streets, donated to those suffering, and written to our MPs. This, in my view, is legitimate, effective and meaningful action. What is not legitimate, and is downright counter-productive, are the incidences of anti-Semitism that have led to violent attacks on Jewish people and Jewish places of worship reported in Europe. These are wrong and I condemn these actions. No Jewish person should feel threatened or be made to account for the run-away excesses of the Netanyahu government. (…) When anti-Semitism rises, levels of Islamophobia rise too, and nobody is a winner. There have been also incidences of Islamophobia that have not yet thankfully expressed itself in violence. A placard at a London pro-Israel rally tarred all Muslims with the same extremist brush by stating “the Jewish people NEVER send suicide bomber to London; killed British soldier in London, protest on London street in London against the Queen.” More incipient, however, is the automatic assumption in some of our mainstream press that all Muslims turn to anti-Semitism.

via jewishnews.co.uk: Opinion: Supporting Gaza can never be an excuse for anti-Semitism

Der Kampf gegen die Angst

Matthäus Weiß kann nicht lesen und schreiben. Das hängt damit zusammen, dass er Sinto ist und seine Mutter wie viele andere Sinti-Kinder in Schleswig-Holstein vor mehr als 70 Jahren von den Nazis aus dem Unterricht heraus in Konzentrationslager verschleppt wurde. Das hat bis heute in vielen Sinti-Familien ein tiefes Unbehagen gegenüber der Institution Schule hinterlassen. Und genau dagegen kämpft der unfreiwillige Analphabet Matthäus Weiß. Weiß erfuhr erst als Erwachsener, was geschehen war (…) Dass er nie zur Schule gegangen ist, hängt mit seiner Mutter und ihren grauenvollen Kindheitserlebnissen zusammen. Matthäus Weiß war schon erwachsen, als sie ihm zum ersten Mal davon erzählte: Sie selbst ging damals wie die anderen Sinti-Kinder in Kiel zur Schule und war siebeneinhalb Jahre alt, als die Uniformierten sie aus dem Unterricht holten. (…) Von seiner Mutter hat der Sinto Matthäus Weiß gehört, wie sie aus der Schule herausgeholt und ins Konzentrationslager gebracht wurde. Der Schule hat sie nie wieder vertraut. Verwandte wurden erschlagen, erschossen und verhungerten Matthäus Weiß selbst fällt es schwer, über das Leid seiner Mutter zu sprechen. Mit langen Pausen zwischen den Worten erzählt er: “Was soll ich Ihnen sagen? Sie als Kind hat gesehen, dass Kinder regelrecht gegen die Wand geschlagen worden sind.” Sie habe gesehen, dass Vater und Sohn gestorben sind wegen eines Stücks Brot. Sie habe gesehen, dass sie mit anderen Familienmitgliedern zusammen als Kind stundenlang im Wasser stehen mussten. Sie habe auch gesehen, dass ihre Verwandten, die mit ihr dort waren “verstorben sind, erschlagen worden sind, erschossen worden sind, verhungert sind…”. Seine Mutter war bei Kriegsende elf Seine Mutter kam mit elf aus dem KZ Nur mit knapper Not hat Weiß’ Mutter mit zwei Schwestern das Kriegsende erlebt (…) Neulich kam Weiß’ Enkelin weinend aus der Schule. Ihrer Freundin war ein Text auf’s Handy geschickt worden. “Zigeuner gehören abgeschafft, ( …) egal wie, (…) schade, dass Herr Hitler nicht alle ausrotten konnte.” Der Absender konnte ermittelt werden und der Landesverband hat ihn angezeigt. Allerdings ohne Folgen, denn die Staatsanwaltschaft verfolgt die Sache nicht weiter. Begründung: Gegen den Mann sei schon ein anderes Verfahren anhängig

via ndr: Der Kampf gegen die Angst

Bewährung nach Nazi-Gruß und Internet-Betrug

Die Liste der Anklage war lang: fünf mal Betrug, Ladendiebstahl, mehrfaches Schwarzfahren und dann auch noch ein Nazi-Gruß. Dafür hat das Bochumer Jugendschöffengericht einen 19-jährigen Wittener am Montag zu einer Jugendstrafe von zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Besonders der zum Gruß erhobene rechte Arm stieß bei Gericht übel auf. Der Angeklagte beteuerte jedoch, dass er nur ein bisschen rechts sei. Er habe nichts gegen Ausländer oder Juden, aber „gegen Sozialschmarotzer“. Der Konter der Richterin kam postwendend: „Kehren sie erstmal vor der eigenen Tür.“ Er habe in seinem Leben bis jetzt noch nichts geleistet, nehme Drogen, lebe bei der Mutter von Hartz IV und habe jede Menge Straftaten begangen. „Da weiß ich nicht, worauf sie es begründen, sich erhaben zu fühlen.“ (…) Der 19-Jährige verkaufte über eBay Software, die er gar nicht besaß – für jeweils 250 Euro. Statt des Programms bekamen die Leute aber nur einen Link zugeschickt, mit dem sie die Software illegal herunterladen konnten – gespickt mit Viren.

via ruhrnachrichten: Bewährung nach Nazi-Gruß und Internet-Betrug

„Beschämt verneigen wir uns“

Die Gemeinde Sylt bekennt sich dazu, dass ihr Ex-Bürgermeister Heinz Reinefarth mitverantwortlich war für die Ermordung von über 150.000 Menschen. Mit seinen spitzen Türmen, dem langen Baukörper und dem angebauten Kursaal sieht das Sylter Rathaus aus wie ein Bahnhof. Links das Gleisbett, rechts der Wartesaal. Tatsächlich waren die Sylter gut darin, abzuwarten. Zumindest, was den Umgang mit der SS-Vergangenheit ihres ehemaligen Bürgermeisters Heinz Reinefarth betrifft, der von 1951 bis 1963 im Amt war. Reinefarth war 1944 als Generalmajor der SS daran beteiligt, den Aufstand polnischer Widerstandkämpfer in Warschau niederzuschlagen. Zum 70. Jahrestag des Aufstandes wird am 31. Juli eine Tafel vor dem Rathaus in Westerland eingeweiht, auf der zu lesen steht, worüber die Sylter nicht länger schweigen wollen: Die Nazis ermordeten über 150.000 Menschen in 63 Tagen. Westerlands Ex-Bürgermeister Heinz Reinefarth „war als Kommandeur einer Kampftruppe mitverantwortlich für dieses Verbrechen“, steht auf der Tafel. „Beschämt verneigen wir uns vor den Opfern und hoffen auf Versöhnung.“ Die Tafel und ihr Wortlaut waren auf Sylt umstritten, aber zuletzt konnte sich eine Gruppe um Pastor Christoph Bornemann durchsetzen mit der Variante, die Tafel prominent zu platzieren und die Person Reinefarth beim Namen zu nennen. Angestoßen wurde die Aufarbeitung übrigens nicht durch die Sylter, sondern durch den Brief eines polnischen Historikers. Nun war Reinefarth, der allein am 5. August im Stadtteil Wola 10.000 Menschen hinrichten ließ, nicht nur Bürgermeister von Westerland, sondern von 1958 bis 1962 auch Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtags. Der Landtag nahm das Anfang Juli 2014 zum Anlass, eine Resolution zu formulieren, in der er „zutiefst bedauert, dass es nach 1945 in Schleswig-Holstein möglich werden konnte, dass ein Kriegsverbrecher Landtagsabgeordneter wird“. Der Landtag „bittet die Opfer der Untaten um Verzeihung“. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet.

via taz: „Beschämt verneigen wir uns“

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SS-Gruppenführer Heinz Reinefarth, der „Schlächter von Wola“, mit Kosaken-Hilfstruppen

Generał Heinz Reinefarth w czapce kubance i 3 pułk Kozaków“ von Unbekannt – Stanislaw Kopf (1994) 63 dni, Warschau: Wydawn. Bellona ISBN 978-8311082939
Rzeczpospolita Nr 178, 2004
http://www.warsawuprising.com/photos.htm
http://wilk.wpk.p.lodz.pl/~whatfor/niemcy%20_w_powstaniu_foto.htm. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Linke will Schutz vor „rechter Hetze“

Nach Flyer-Kampagne in Völklingen: NPD dürfe keinen Zugang zu Schulen haben. Schulen sind immer wieder das Ziel von Propaganda der rechten Partei NPD. Vergangene Woche wurden an zwei Schulen Flyer verteilt, auf denen Ausländer für die Verbreitung von Drogen verantwortlich gemacht werden. Nachdem vergangene Woche an zwei weiterführenden Schulen in Völklingen, dem Albert-Einstein-Gymnasium und einer Gesamtschule im Ortsteil Ludweiler, Flugblätter der rechtsgesinnten Jungen Nationaldemokraten (JN) Saar, der NPD-Jugendorganisation, verteilt wurden, fordert die Linke nun einen stärkeren Schutz vor rechtsextremer Hetze an Schulen. „Es darf nicht sein, dass die NPD ungehindert Zugang zu saarländischen Schulen haben kann. Die betroffenen Schulleiter sind zuerst in der Pflicht, dies strikt zu unterbinden und unverzüglich die Polizei zu rufen, um ihre Schülerinnen und Schüler vor der menschenverachtenden Ideologie der Nazis zu schützen“, erklärt Dagmar Trenz, jugendpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Regionalverband Saarbrücken und Mitglied im Schulausschuss. Im Falle des Albert-Einstein-Gymnasiums haben drei Männer auf dem Schulgelände Flyer über eine sogenannte „Anti-Drogen-Kampagne“ verteilt, auf denen sie über eine gefährliche Partydroge aufklären wollten. Die Völklinger Polizei teilte dazu vergangene Woche mit, dass der Inhalt der Flyer im Prinzip zwar eine Anti-Drogen-Kampagne sei, auf der allerdings darauf hingewiesen werde, dass die Drogen von Ausländern verteilt würden und offene Grenze dies ermöglichten. Die Schule hatte die etwa 20 Jahre alten Männer, darunter einer im Löwenkostüm aufgefordert, das Gelände zu verlassen

via saarbrücker zeitung: Linke will Schutz vor „rechter Hetze“

Bolton: racists scrawl anti-Islamic graffiti on Ironman triathlon route

Ironman racist graffitiRacist vandals scrawled anti-Islamic graffiti on part of the route used for Bolton’s Ironman event. The words – which were described as “vulgar and racist” – were found on Rivington Road, an area that made up part of the bike route, written alongside messages of support for the Ironman contestants taking part in the race on Sunday, July 20. Police are now hunting for those responsible for the messages, which included claims “Muslims mutilate the innocent”. The graffiti is believed to have been on the road during the event, one athlete said. Ironman bosses have said they were “shocked” to see the offensive words but stressed it had nothing to do with the competition or anyone taking part. Kevin Stewart, managing director of Ironman UK, said: “This does come as a shock to us and it is something we hope we don’t see again. It is blatantly obvious this is a group who have chosen this as an opportunity to put their opinions forward, but it has nothing to do with Ironman or any of the athletes involved. It needs to be dealt with by the proper authorities.”

via islamophobiawatch: Bolton: racists scrawl anti-Islamic graffiti on Ironman triathlon route

Security cabinet directs IDF to continue operation, complete destruction of terror tunnels

Israel will continue to declare limited humanitarian cease-fires, says senior diplomatic official; IDF has made “significant achievements” in degrading Hamas infrastructure. The security cabinet directed the IDF on Wednesday to continue to forcefully hit Hamas in the Gaza Strip, and to complete the job of neutralizing the terror tunnels, a senior diplomatic official said Wednesday. According to the official, speaking after a four-hour security cabinet meeting, the IDF operation has led to “significant achievements on the ground” and is hitting at the “strategic apparatus” that Hamas has invested in for years. The official said that the IDF also has had “significant achievements” in degrading the infrastructure of Hamas and other terrorist organizations in Gaza, and will “continue to expand” those operations.

via jerusalem post: Security cabinet directs IDF to continue operation, complete destruction of terror tunnels

Mum’s terror as race-hate gang attacked her house in rampage

A mother-of-two has told of her terror after a gang paint bombed her home during a racist rampage in east Belfast. So badly shaken by the ordeal, Ruzena Lakatosova said she is now considering moving her family from the area. Homes and cars were damaged and graffiti daubed on walls in a spate of eight linked hate crimes against Romanians and Slovakians. The windows of two houses in Bloomfield Avenue and Chobham Street were smashed. Paint was also thrown over the second property. Two cars were damaged in Rosebery Street and Ravenscroft Street. Police said it was too early to say if any particular group was responsible for Monday night’s trouble but have not ruled out loyalist paramilitary involvement. One of the victims, who had ‘Romanians out’ painted on her home in Bloomfield Avenue, was sitting in her living room watching television with her children when the property was paint bombed.

via independent.ie: Mum’s terror as race-hate gang attacked her house in rampage

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