Archive for Dezember 1st, 2005
Bewährungsstrafen für Rechtextreme
Das Koblenzer Landgericht hat vier weitere geständige Mitglieder der rechtsextremen Kameradschaft Westerwald zu Bewährungsstrafen verurteilt
Ein 48-Jähriger erhielt ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung. Zwei weitere Männer im Alter von 20 Jahren wurden zu Haftstrafen von eineinhalb Jahren beziehungsweise 15 Monaten auf Bewährung verurteilt. Eine 17-Jährige soll eineinhalb Jahre lang von einem Bewährungshelfer betreut werden. Mit dem Urteil lag das Landgericht knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, der sich die Verteidigung im Wesentlichen angeschlossen hatte.
Extrem rechter AStA-Vorsitzender in Aachen
Mit der Wahl eines neuen AStA an der RWTH Aachen am 28. Oktober 2005 stellt die Hochschulliste “Studium” den prägenden Teil der AStA-Koalition. Deren Gründer CHRISTOPH RASIM ist als zweiter Vorsitzender in den AStA gewählt worden. Die Studierenden der Aachener Uni können sich nun damit rühmen, von einem offenkundig extremen Rechten vertreten zu werden…
Der heute 25-jährige nimmt nach seinem im Sommer 2000 in Wesel abgelegten Abitur im Herbst 2001 sein Informatik-Studium an der RWTH Aachen auf. Zeitgleich wird er als aktives Mitglied in die schlagende Studentenverbindung “Corps Montania” aufgenommen. (…)
Das Aachener Corps Montania im Dachverband Weinheimer Senioren Convent [WSC]
Das Corps Montania ist schlagend und farbentragend. Es gehört damit einer selbsternannten Elite noch innerhalb der durchweg elitären Studentenverbindungskreise an. Die Mitgliedschaft im Corps ist auf männliche Studenten beschränkt, da nur diese in der Lage seien, das geforderte “Lebensbundprinzip” pflichtbewußt zu erfüllen. “Das Schlagen von Mensuren ist für” das Corps Montania “vor allem ein traditionelles Bindeglied, welches die Verbundenheit der Corpsbrüder auch über Generationen hinweg vertieft.”
Weiße Wölfe im braunen Fell
Geheimdienst: rechtsextremistische Umtriebe im Raum Weiden
Das Einladungsschreiben war als Verschlusssache (VS - nur für den Dienstgebrauch) eingestuft. Offen berichteten die Teilnehmer des am Dienstag im Kasino der Ostmarkkaserne tagendenSicherheits-Koordinierungsausschusses von ihrer interessanten Tätigkeit.
Es trafen sich alle sicherheits-relevanten Behörden und Organisationen der Region: vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) bis zur Bundespolizei, von der Rettungsleitstelle bis zur Feuerwehr. Der in Amberg stationierte MAD-Verantwortliche erzählte der Experten-Runde von der Kameradschaft “Weiße Wölfe”. Die vom Militärischen Abschirmdienst als rechtsextremistisch eingestufte Gruppe soll “vorwiegend im Raum Weiden sowie im Raum Cham/Roding” aktiv sein. Die “Weißen Wölfe” erledigen für die NPD bei Aufmärschen den “Ordnungsdienst”. MAD-Oberstleutnant Denzler teilte mit, dass die Rechtsradikalen bei Schmierereien statt des (verbotenen) Hakenkreuzes vermehrt den Davidstern verwenden, um ihre “Feinde” zu kennzeichnen.
"Exit" hat 225 rechte Aussteiger unterstützt
Bilanz nach fünf Jahren
Mit dem vor fünf Jahren gegründeten Neonazi-Aussteiger-Projekt “Exit Deutschland” sind bisher 225 Personen beim Ausstieg aus der rechtsextremen Szene unterstützt worden. Gegenwärtig würden 47 Männer und Frauen betreut, davon sieben in Justizvollzugsanstalten, sagte der Projektleiter Bernd Wagner vom “Zentrum Demokratische Kultur” am Mittwoch in Berlin. Exit wurde auf dem Höhepunkt rechtsradikaler Gewalttaten im Jahr 2000 von Wagner sowie der Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, dem Neonazi-Aussteiger Ingo Hasselbach und dem Hamburger Magazin Stern initiiert. Stern-Chefredakteur Andreas Petzold wies auf die schlechte Finanzausstattung des Projektes hin. Fördergelder aus dem Civitas-Programm gegen Rechtsextremismus der Bundesregierung liefen im nächsten Jahr aus. (…) Überwiegend kommen die Aussteiger laut Wagner aus den militanten Milieus wie den Hammerskins, Blood & Honour, freien Kameradschaften oder der Jugendorganisation der NPD “JN”. Darunter befänden sich auch mehrere Führungskader der Organisationen. Große Probleme bereite immer wieder die persönliche Sicherheit der Aussteiger und die Arbeitslosigkeit. Viele seien Schulabbrecher oder hätten ihre Lehre nicht abgeschlossen und hätten Alkohol- und andere Drogenprobleme.
siehe auch: “Politischer Schnickschnack war mir egal”. Frank K. bezeichnet sich selbst als einen der “brutalsten Schläger” der Berliner Neonazi-Szene in den 90er-Jahren. Jetzt ist der 29-Jährige ausgestiegen und will eine Familie gründen. Mit seiner Vergangenheit habe er abgeschlossen, Bye-bye, Kameraden! Seit seiner Gründung vor fünf Jahren hat das Aussteigerprojekt Exit 225 Neonazis beim Abschied
aus der rechten Szene geholfen, davon 42 in Berlin und Brandenburg. Die Rückfallquote ist niedrig, “Ich krieg dich”. Wer die Neonazi-Szene verlässt, wird bedroht / Das Projekt Exit bietet Aussteigern Hilfe zur Selbsthilfe an, Frühere Neonazis fürchten die Rache aus dem Milieu. Sorge um die Familie / Kaum Aussteiger im Osten: Szene hält starker zusammen / Verein “Exit” bietet Unterstützung
225 Aussteiger aus der rechtsextremen Szene hat die Organisation “Exit Deutschland” seit ihrer Gründung vor fünf Jahren betreut. Wie zahlreiche andere Hilfsprojekte klagt auch Exit über die schlechte finanzielle Situation.
Rechtsrock: Kurzen Prozess gemacht
Veranstalter (22) scheitert mit Klage gegen JuZ-Mitarbeiter - Nur “Nachwuchs-Bands” angekündigt
Schon am Haupteingang des Landgerichts müssen die Besucher auspacken. Kleingeld, Kugelschreiber, Schlüsselbund. Sollte der Metalldetektor dann noch fiepen, schreiten die Justizwachtmeister und Polizeibeamten zur Leibesvisitation. Ach so, die Gürtelschnalle war’s nur. So viel Aufwand - wegen eines “Gütetermins” vor dem Zivilrichter.
Und so viel Interesse. Zwischen Antifaschisten, linken Punks, Medienvertretern und (spärlich erschienenen) Rechtsextremen bleibt am Mittwochmorgen kein Platz frei in den Zuhörerreihen des Gerichtssaals. Mancher sieht es wohl so, dass hier “Rechts gegen Links” verhandelt wird. Der Kläger: ein 22-Jähriger aus Mantel, der den Saal des Jugendzentrums im Januar für ein Festival mieten wollte. Der Beklagte: ein Hauptamtlicher des JuZ, der den Vertrag dazu unterschrieb. Der Konzert-Organisator sollte den Saal sogar kostenlos erhalten - um den von ihm angepriesenen “Nachwuchs-Bands aus der Umgebung” eine Plattform zu bieten. “Nachwuchs-Bands”? In Wirklichkeit handelte es sich um die Gruppen “Frontalkraft”, “Confident Of Victory” und “Blutstahl”. Rechts-Rocker, die der Verfassungsschutz schon lange im Visier hat. Als der Stadtjugendring davon erfuhr, erklärte er den Vertrag für nichtig. Das Festival ging im Februar in einer Erbendorfer Kneipe über die Bühne - deklariert als “Geburtstagsparty”.
tp: Alliierte Mitwisser?
Die amerikanischen und britischen Nachrichtendienste sammelten zahlreiche Informationen über den Holocaust. Was sie mit ihrem Wissen anfangen konnten oder mussten, bleibt weiter umstritten
Auch wenn sich die westlichen Nachrichtendienste während des Zweiten Weltkriegs vor allem mit militärischen Fragen beschäftigten, konnte ihnen die angekündigte, geplante und schließlich weitgehend realisierte Vernichtung des europäischen Judentums nicht entgehen. Doch was das “American Office of Strategic Services”, der britische “M.I.6″, die gemeinsamen Anstrengungen der “Allied communications intelligence” (COMINT) Agencies und insbesondere die Unterabteilungen der “British Government Code and Cypher School” (GC&CS) sowie des “U.S. Army´s Signals Intelligence Service” (SIS) tatsächlich wussten, wissen konnten und an die politischen Entscheidungsträger weiterleiteten, blieb lange Zeit im Unklaren. (…) Insgesamt dechiffrierten die Fachleute mehrere Millionen Nachrichten, von denen nur knapp 1.000 Informationen über die Vernichtungsmaschinerie der Nazis enthalten, die seinerzeit zumeist noch nicht als solche verstanden wurde. Trotzdem erreichten die Geheimdienste eine Fülle von Informationen, die den Holocaust, Massenerschießungen, “Säuberungsaktionen” und schwere Kriegsverbrechen, die Deportation der ungarischen Juden oder die Rolle der Vichy-Regierung bei der Verschleppung der französischen Juden betrafen.
welt.de: Berufswunsch Standartenführer
ARD-Dokumentation über Neonazis im Ruhrgebiet
Axel Reitz ist 22, schmal, blaß und arbeitslos. Er trägt einen Konfirmandenscheitel. Rein äußerlich ist der Mann ein Jüngelchen. Wenn er mal richtig was hermachen will, dann hüllt er sich in seinen langen schwarzen Ledermantel. Am Telefon meldet er sich schon mal mit “Himmler”. Als Berufswunsch nennt er “SA-Standartenführer”. Im richtigen Leben hat er es bisher zum “Gausekretär Rheinland” des rechtsextremen “Kampfbundes deutscher Sozialisten” gebracht. Er wurde bereits als “Hitler von Köln” bezeichnet und ist stolz darauf. An den Wänden seiner Wohnung hängen Bilder von Nazi-Größen. Besonders verehrt er den SA-Führer Ernst Röhm, für dessen Ermordung er allerdings Verständnis hat: Wenn jemand zum “Störfaktor” würde, dann müsse er eben notfalls “beseitigt werden”.
Reitz steht im Mittelpunkt der Dokumentation “Nebenan der braune Sumpf”. WDR-Autor Peter Schran hat dafür ein halbes Jahr lang die Neonazi-Szene in Nordrhein-Westfalen beobachtet und in Reitz einen dankbaren Protagonisten gefunden. Reitz läßt die Fernsehleute in seiner Wohnung filmen. Er geriert sich vor der Kamera als Vordenker und Märtyrer “für die Bewegung”. Er führt den Journalisten zu ein paar halbstarken Jüngern, die sich unter seiner Anleitung - mit vermummten Gesichtern - zu Saddam Hussein bekennen und tönen: “In einer Diktatur lebt sich’s besser als in einer Demokratie.” Der Film wirkt bisweilen wie eine Personality-Show aus dem politischen Gruselkabinett, aber er ist mehr als das.
Nazi-Dokumente im Stift
Ein brisanter Fund ist im Stift Klosterneuburg aufgetaucht: Dokumente und Akten aus der NS-Zeit, von denen man bisher gar nicht wusste, dass sie existieren.
Unscheinbare Kisten
Es sind unscheinbare Kisten, die in bisher unentdeckten Aktenschränken aufgetaucht sind, bei Bauarbeiten für einen neuen Besucher-Lift. Und sie beleuchten ein trauriges Kapitel der Geschichte des Stifts. Unmittelbar nach dem Anschluss 1938 wurden die Pachtgründe enteignet, um dem Stift die wirtschaftliche Basis zu nehmen, drei Jahre später wurde der Konvent nach 800 Jahren aufgelöst, die Chorherren mussten das Stift verlassen.
Sveriges Radio International - Neo-Nazis and Counter Protesters Clash
There were disturbances in central Stockholm Wednesday night, in connection with demonstrations on the anniversary of the death of the 18th century Swedish King Charles the 12th. The warrior king, who invaded Russia a century before Napoleon, has in recent years been adopted as a hero of Swedish neo-Nazis.
The BG News - Nazi fliers distributed at Meijer
White Americans! Rise up against your betrayers! White Power Through White Unity!
These words surrounded senior Cyla Waheed when she carried her groceries into the Meijer parking lot Saturday evening. White fliers attached to windshields flapped in the wind, advertising the Dec. 10 neo-Nazi protest in Toledo. Waheed snatched a flier from her car’s windshield wiper, threw her groceries into her car and marched back inside the store.
“I was worried about my safety,” she said. “It’s a hate flier directed toward African Americans, so I was personally affected by it. I just wanted to inform them [store management] about what was going on.” When Waheed brought the flier to the attention of customer services, the store had already called Bowling Green police in response to other complaints from customers.
Union of Councils for Soviet Jews: Russian Government Not Cooperating in Czech Trial of Neo-Nazi Rock Star
Lack of cooperation from the Russian government is hindering the speedy trial of the country’s leading neo-Nazi rock star, according to a November 18, 2005 report by the Russian Jewish web site Jewish.ru. Denis Gerasimov of the rock band “Kolovrat” was arrested in Prague in January 2004 and charged with racial incitement and neo-Nazi propaganda after his group performed at a neo-Nazi concert in the Czech republic.














