Archive for Dezember 14th, 2005
junge welt vom 14.12.2005 - Finanzspritze durch Neonaziläden
Kampagne gegen Verkauf rechter Devotionalien in Berlin und Brandenburg. Demonstrationen angekündigt
Eine antifaschistische Kampagne befaßt sich derzeit mit dem umfangreichen Netz von Läden in Berlin und Brandenburg, die mit Neonaziartikeln handeln. Die von zahlreichen Gruppen aus der Region unterstützte Kampagne »We will rock you« will mit Infoveranstaltungen, Demonstrationen und Kundgebungen auf dementsprechende Shops aufmerksam machen. Vor allem soll verdeutlicht werden, daß vom Verkauf nicht nur die Geschäfte selbst, sondern auch Neonaziorganisationen profitieren. »Rechter Lifestyle dient nicht allein der Stiftung einer gemeinsamen Identität«, sondern bilde »mit finanziellen und materiellen Hinwendungen« auch die Basis für eine erstarkende rechte Szene, heißt es im Aufruf der Kampagne.
Am Beispiel der von einem Neonazi aus Königs Wusterhausen vertriebenen Marke »Thor Steinar« wird deutlich, daß die Markenkleidung inzwischen auch von Leuten getragen wird, die keine organisierten Neonazis sind. Viele Händler haben das profitable Geschäft mit diesen Artikeln entdeckt und so finden sich »Thor Steinar«-Artikel längst nicht mehr nur in Läden, in denen schwarz-weiß-rote Fahnen und verrostete Wehrmachtshelme im Schaufenster zu sehen sind.
Konservative und extreme Rechte nach den Riots in den französischen Banlieues
Konservative und extreme Rechte nach den Riots in den französischen Banlieues
“Unterdessen fährt Le Pen die Ernte ein”: Unter diesem Titel erschien die, politisch gemäbigte, Boulevardzeitung Le Parisien am 8. Dezember 05. Die Schlagzeile der Ausgabe bezieht sich auf das soziale Klima, das durch die Reaktionen der Mehrheitsgesellschaft auf die jüngsten Unruhen in den französischen Trabantenstädten (banlieues) geprägt wird.
Während dreier Wochen im November 2005 hatten in den banlieues, die in besonderem Mabe von der sozialen Krise, von Verarmungs- und Gheottisierungsprozessen geprägt sind, heftige Riots stattgefunden. Es handelt sich mitnichten um die ersten Unruhen, denn ähnliche Phänomene werden seit 1981 – damals fanden die ersten Riots im Umland von Lyon statt – in unregelmäbigen Abständen verzeichnet. Oftmals werden die so genannten émeutes durch einen flagranten Fall von Polizeigewalt ausgelöst. Ein ähnliches Ereignis, nämlich der Tod zweier Jugendlicher im Alter von 15 und 17 Jahren, die sich einer schikanösen Polizeikontrolle entziehen wollten, auf ihrer Flucht, hatte auch jetzt als Katalysator gedient. Aber bei diesem Mal handelte sich um die spektakulärsten, am längsten anhaltenden und geographisch ausgedehntesten Unruhen, die in den letzten 25 Jahren verzeichnet wurden.
Dabei wurden 26 (von insgesamt 100) französischen Départements, Verwaltungsbezirken, in der einen oder anderen Form berührt. Insgesamt wurden im Laufe dieser Unruhen, frankreichweit, rund 9.000 Autos angezündet. Allerdings muss man berücksichtigen, dass auch ohne besondere Ereignisse wie die jüngsten Riots jährlich rund 30.000 Autos im ganzen Land verbrennen. Es handelt sich seit mehreren Jahren um ein Ritual, das es den Jugendlichen in den ghettosierten Trabantenstädten erlaubt, “endlich wahrgenommen” zu werden (da die etablierten Medien stets mal mehr, mal weniger ausführlich darüber berichten) - und gleichzeitig der Mehrheitsgesellschaft erlaubt, sie so wahrzunehmen, wie es ihr beliebt, nämlich als polizeilich zu behandelndes Sicherheitsrisiko.
Jungle World ··· 50/2005 Thema ··· Deutschunterricht
Der deutsche Bürger Khaled el-Masri war Anfang 2004 mehrere Monate im CIA-Gefängnis »Salt Pit« in Afghanistan eingesperrt. Dort war offensichtlich auch ein deutscher Beamter namens »Sam« daran beteiligt, aus dem Entführten Informationen zu pressen. Im Mediengerausche um diesen Fall werden die historischen Wurzeln des besonderen Verhältnisses zwischen CIA und BND kaum berücksichtigt. Während des Zweiten Weltkriegs waren in Europa und in Asien diverse Büros des US-Außen- und Verteidigungsministeriums mit der militärischen Informationsbeschaffung und mit Kommandoaktionen beschäftigt. Der erste selbständige Geheimdienst der USA war ab 1942 das Office of Strategic Services (OSS). Seine Aufgabe war es, anti-deutsche und anti-japanische Gruppierungen wie Maos kommunistische Truppen in China oder die Viet Minh im französischen Indochina zu bewaffnen, zu trainieren und mit Nachschub zu versorgen.
Als der Krieg gegen die deutschen und japanischen Faschisten gewonnen war, wurde das OSS 1945 aufgelöst. Die Frontstellung gegen den Weltkommunismus bekam oberste Priorität: Der so genannte Kalte Krieg wurde vielerorts und für viele Menschen ziemlich heiß. Alte Verbündete wie Mao und Ho Chi Minh waren mittlerweile zu Feinden, alte Feinde wie die deutschen Folterärzte und -knechte aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern oder die Offiziere der deutschen Feindaufklärung zu Verbündeten geworden.
Wie Theorie und Praxis der NS-Folterer integriert wurden, lässt sich exemplarisch am Beispiel der Nachkriegsbiographie von Klaus Barbie zeigen, dem »Schlächter von Lyon«. In seiner Karriere hatte er es zum Chef der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Lyon gebracht. Als solcher war er für die Folterung und Ermordung von KämpferInnen der Résistance verantwortlich. Aber auch Massaker wie in St. Genis-Laval, die Deportation der »Kinder von Izieu« sowie zahlreiche Erschießungen im Gefängnis Montluc gingen auf seine Rechnung. Obwohl Barbie in Nürnberg der Prozess gemacht werden sollte, übernahm ihn das Counterintelligence Corps (CIC) in Oberammergau, eine Einrichtung des unsystematischen Geflechts US-amerikanischer Geheimdienste. Barbie tauchte zunächst in Deutschland unter neuem Namen unter. Inzwischen hatte US-Präsident Truman gegen Widerstände aus Militär, Außenministerium und FBI die Central Intelligence Group (CIG) zusammenstellen lassen – eine direkt dem Präsidenten unterstellte Gruppierung. Ihre Aufgabe war die dauerhafte »Zusammenführung und Koordinierung offener und verdeckter Methoden der Informationsbeschaffung und -bereitstellung«. Aus der CIG heraus wurde 1947 schließlich die Central Intelligence Agency (CIA) gegründet.
Die CIA wiederum nahm die Vorbereitung eines westdeutschen Auslandsgeheimdienstes in die Hand. Zentral hierfür war Generalmajor Reinhard Gehlen, mitverantwortlich für die Vorbereitung des Überfalles auf die Sowjetunion und die Durchführung des Vernichtungskrieges in Osteuropa. Er war 1942 Chef der »Abteilung Fremde Heere Ost« und damit der gesamten NS-Ostspionage geworden. Rechtzeitig vor Kriegsende hatte er dutzende Kisten mit nachrichtendienstlichem Material im Allgäu vergraben. Mit seinem für den Kalten Krieg höchst relevanten Material aus diesen Kisten erkaufte sich Gehlen die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst der US-Armee und wurde 1946 Chef der »Organisation Gehlen«, die 1949 von der CIA übernommen wurde. 1956, nach dem Nato-Beitritt, wurde aus der »Organisation Gehlen« schließlich der Bundesnachrichtendienst (BND), Gehlen blieb Präsident bis 1968.
Nazi-Unrecht an Unis: "Es ist wichtig, die Namen zu nennen" - UniSPIEGEL
Die eigene braune Vergangenheit war für die deutschen Hochschulen lange ein Tabuthema, nur ungern forschten sie nach ihren NS-Verstrickungen. 60 Jahre nach dem Krieg hat die Kölner Uni jetzt Doktoren rehabilitiert, denen einst die Nazis ihre Titel nahmen. In der Aula der Kölner Universität ist es still. Hier und da knarrt leise das Parkett. Die altehrwürdigen Mauern atmen ihren ganz eigenen Geruch. “Werner Alexander. - Michael Arenz. - Walter Siegmund. - Selig Auerbach.” Ein Name nach dem anderen hallt durch den Raum, ruhig, aber stetig. “Reinhard Bloch. - Werner Bloch. - Theodor Bloch.” Siebzig Namen. Siebzig Menschen, die für zwei Stunden im Mittelpunkt stehen. Siebzig Menschen, die vielleicht auch einmal in dieser Aula gesessen haben, durch die hellen, breiten Gänge gegangen sind, die ausgetretenen Stufen der steinernen Treppen hinunter. Vor vielen Jahren.
Ihnen allen hatte das NS-Regime die bereits erworbenen akademischen Grade aberkannt. Von heute auf morgen waren sie keine Doktoren mehr. Einfach so. Weil sie Juden waren, weil sie politisch verfolgt wurden, weil sie in den Augen der Nazis “unwürdig” waren. Zum 60. Jahrestag ihrer Wiedereröffnung hat die Kölner Universität die damaligen Aberkennungen für nichtig erklärt. “Sittenwidrig” seien sie gewesen “und daher von Anfang an ungültig”. Das zwischen 1933 und 1945 begangene Unrecht könne die Hochschule nicht rückgängig machen, heißt es in einer Erklärung - “sie kann und wird aber rückhaltlos Zeugnis ablegen von den Verstößen gegen die Menschenrechte, die sie im Dienst der nationalsozialistischen Herrschaft begangen hat”.
Freezerbox Magazine - The New Dream Team: White Power and Radical Islam
Imagine if White Power and radical Islam formed an unholy alliance to end all unholy alliances? Among those who believe they already have is Lorenzo Vidino of Steven Emerson’s terror-busting Investigative Project. In his new book, Al Qaeda in Europe: The New Battleground of International Jihad, he writes, “Several members of European fascist and Nazi organizations expressed their support for the 9/11 attacks.”
According to Vidino, they’re beguiled by Al Qaeda’s discipline, field prowess, and heartfelt hatred of Jews. In fact, “there have been reports of contacts between their groups and radical Islamic organizations.” Meanwhile, in America, not only hasn’t White Power reached out to radical Muslims, it’s jealous of them. Shortly after 9/11, James Ridgeway of the Village Voice recorded a Michigan Nazi Party chairman’s complaint that a “bunch of towel head/sand niggers put our great White Movement to SHAME.” Still, we wondered, are they destined to intermingle at some point?
The man who currently occupies the throne of US White Power throne, Kevin Strom of National Vanguard, failed to respond to our inquiry. However, the man who put US White Power on the map, White Aryan Resistance (WAR) founder Tom Metzger, was ready and willing to hold forth. With his no-holds-barred style that contributed to both his rise and fall, Metzger remains an articulate spokesman in a coherence-challenged movement.
TODAYonline: Lazio fined for neo nazi symbol in the stands
Lazio were fined 8,000 euros for letting their supporters show a neo nazi symbol, seen here in the stands at the weekend, but striker Paulo Di Canio was not punished for making a fascist salute. Lazio were fined 8,000 euros for letting their supporters show a neo nazi symbol in the stands at the weekend but striker Paulo Di Canio was not punished for making a fascist salute.














