Archive for Mai 20th, 2007
Friedlicher Protest gegen Märtyrer-Abend der Neonazis
Web Aachener Zeitung: Friedlicher Protest gegen Märtyrer-Abend der Neonazis
Pier. Eine alte Frau am Eingang zur abgeriegelten Professor-von-Capitaine-Straße schüttelte ungläubig den Kopf. Demonstranten vor ihrer Haustür, begleitet von einem massiven Polizeiaufkommen - so etwas hatte es in der ruhigen Pierer Wohnstraße noch nicht gegeben. Keine 50 Meter entfernt wirbelten Trommeln, feierten nach Polizeiangaben rund 100 Neonazis auf Einladung des NPD-Kreisverbandes und der Kameradschaft Aachener Land (KAL) im Garten des NPD-Kreisvorsitzenden Ingo Haller ihr so genanntes «Schlageter-Treffen» (siehe Info), gegen das die Dürener Antifa mit rund 40 Personen demonstrierte. (…) Während jedoch die vom Friedhof über die Pierer- bis zur Professor-von-Capitaine-Straße und zurück ziehende Demonstration ruhig verlief, wurden die Beamten bei den größtenteils über die Bahnhöfe Langerwehe und Weisweiler anreisenden Neonazis gleich mehrfach fündig. Sie stellten Teleskop-Schlagstöcke, beidseitig geschliffene Messer und Pfeffersprays sicher. Gegen einen 15-jährigen Jugendlichen aus Stolberg wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet. Zur Feststellung der Personalien wurde er vorübergehend in Gewahrsam genommen.
siehe auch: Polizeitaktik behindert Protest gegen Neonazi-Treffen. Gestern fand in Inden-Pier eine konspirativ organisierte Veranstaltung der neonazistischen “Kameradschaft Aachener-Land” statt. Auf dem Privatgelände des Dürener NPD-Kreisvorsitzenden Ingo Haller in der Professor-von-Capitaine-Straße hatten sich etwa 100 Neonazis - die teils aus dem europäischen Ausland angereist waren - versammelt. Die als “bundesweites Schlageter-Treffen” angekündigte Veranstaltung wurde konspirativ vorbereitet und seit Wochen auf einschlägigen Internetseiten der Neonazi-Szene beworben, als Veranstaltungsort wurde der „Raum Aachen” angegeben.
Als Redner waren im Vorfeld neben anderen der Altnazi Otto Riehs und Ralph Tegethoff, NPD-Mitglied und einer der bundesweit wichtigsten Kader der sogenannten „freien Kameradschaften”, angekündigt. Laut einem Bericht in der regionalen Presse haben beide gestern auch gesprochen, ebenso wie der Vorsitzende der niederländischen Neonazi-Partei NVU, Constant Kusters, und der Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda. Der ehemalige Funktionär der verbotenen „Freiheitlichen Arbeiterpartei” (FAP) Christian Malcoci galt dem Bericht zufolge zudem als Mitorganisator der Veranstaltung. In Pier versammelten sich also eine Reihe der einflussreichsten deutschen Neonazis.
Mit der Verherrlichung des Kapp-Putschisten und Freikorpskämpfers Albert Leo Schlageter, der 1923 wegen Sabotageakten während der Ruhrbesetzung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, knüpft die „Kameradschaft Aachener-Land” nahtlos an die Propaganda der historischen Nazis an: Der NSDAP galt Schlageter als Märtyrer und Ikone; Rechts: Schlageter-Treffen mit diffuser Nähe zum Nationalsozialismus. Makabere Szenen spielten sich am Samstag in Inden-Pier ab. Während die Polizei das Anwesen des Dürener NPD-Chefs Ingo Haller aus Furcht vor einem Aufeinandertreffen von Nazigegnern und Rechtsextremen weiträumig abgeriegelt hatte, marschierten die Rechten mit Fahnen und zu Trommelwirbeln in Hallers Garten auf. (…) Beworben hatten die Neonazi-Gruppe „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und die NPD das Fest auf einschlägigen Internetseiten als „Tag des Nationalen Widerstandes“ und „bundesweites Schlageter-Treffen“. (…) Der Senior Otto Ries, ehemaliges SS-Mitglied und eigenen Angaben zufolge in Hitlerdeutschland hoch dekoriert mit dem „Ritterkreuz“, schwärmte den meist jungen, ihm applaudierenden „Kameraden“ von seinen Taten vor. Einer der einflussreichsten Neonazis in NRW, der ehemalige Funktionär der 1995 verbotenen Neonazi-Partei FAP, Christian Malcoci (Neuss), galt als Mitorganisator des Festes. Aufgetreten ist laut NPD ein rechter Liedermacher aus Ostdeutschland. Der NPD-Mann und ehemalige FAP-Funktionär Ralph Tegethoff (Rhein-Sieg-Kreis) schwärmte von Schlageter. Der Chef der Niederländischen Volks-Union (NVU), Constant Kusters, der berüchtigt ist für seine nahezu nationalsozialistischen Reden, sprach zu den „Kameraden“ und der einflussreiche Neonazi Sven Skoda (Düsseldorf) forderte auf zum „aktiven Kampf für ein freies, nationales und sozialistisches Deutschland“; Rechts: Randbemerkungen zum Tag des Schlageter-Treffens. Nachfolgend Notizen und Anmerkungen aus dem Umfeld des „Schlageter-Treffens“ [1] am Sonnabend
Rechte Aktivitäten im Verborgenen
redok - Rechte Aktivitäten im Verborgenen
München, 23. März 1977: 17 hochrangige Münchner Persönlichkeiten versammeln sich, um eine kommunalpolitisch aktive Vereinigung ganz rechts außen zu bilden. Inzwischen agiert der “Münchner Bürgerverein e.V.” seit 30 Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt. Der auf den Namen “Münchner Bürgerverein (MBV) e.V.” getaufte Verein tritt nach seiner Gründung dem Dachverband Deutscher Bürgervereine bei. Erster Vorsitzender wird der Arzt Dr. med. Willy Seuß und Ministerialdirigent a.D. Dr. Erich Gerner und der damalige Oberstaatsanwalt Dr. Fritz Decker seine Stellvertreter. Auch Herbert Hertlein (München) wird Vorstandsmitglied, er ist daneben im neonazistischen “Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes” (DKEG) aktiv, das von München aus wirkt. (…) 30 Jahre später, am Abend des 23. Januar 2007: Im Nebenzimmer des “Altmünchner Gesellenhauses” in der Adolf-Kolping-Straße kommen fünfzig Damen und Herren zusammen. Viele sind schon über siebzig Jahre alt, Siegtraut Tesdorff ist dabei, die greise Autorin der extrem rechten Zeitschrift “Sleipnir”, die kaum eine Veranstaltung oder “Mahnwache” der Münchner Neonazis auslässt. Ein paar Jüngere aus den Kreisen der Münchner NPD und aus Carsten Becks “Arbeitskreis Kulturpolitik” sind auch darunter. Die Öffentlichkeit ist nicht erwünscht und auffallen mag man gleich gar nicht, schnell wird der Vorhang zugezogen, auch wenn der kaum bis zur Mitte der Fensterfront reicht. Der Multifunktionär der extremen Rechten, Alfred Mechtersheimer (Starnberg) stellt sich in der Mitte des Saales an ein Rednerpult, die “Strategie der Heuschrecken” sind sein Thema, “wie aggressive Finanzinvestoren die deutsche Wirtschaft ruinieren”. Dass Norman Winkler, seit 2006 stellvertretender Vorsitzender des Münchner Bürgervereins und Domain-Inhaber der Website des “Veritas-Versands” des Münchner Neonazis Carsten Beck, die Begrüßung übernimmt, entbehrt da nicht einer gewissen Ironie, ist der bieder wirkende 30-jährige Winkler im Hauptberuf doch ausgerechnet Geschäftsführer einer Anlageberatungsfirma.
Mitgliederzuwachs und Gemeinnützigkeit
30 Jahre hat sich mit dem “Münchner Bürgerverein e.V.” in München eine ultrarechte Organisation erhalten, und aktuell erfreut man sich gar eines regen Mitgliederzuwachses.
Kaderschulung im Geiste der Wannsee-Konferenz
redok - Kaderschulung im Geiste der Wannsee-Konferenz
Vor etwa einem Jahr gab die NPD eine Schulungsbroschüre für “Kandidaten und Funktionsträger” heraus, die ausschließlich parteiintern verteilt wird. Die NPD-Kader sollen damit für die “Wortergreifungsstrategie” geschult werden, mit der die rechtsextreme Partei in die Öffentlichkeit drängt. Das Heft macht deutlich, dass die NPD eine rassistische und antisemitische Partei mit völkischer ideologischer Grundlage ist, die in weiten Zügen in der Tradition des Nationalsozialismus steht, dieses Erbe jedoch aus taktischen und juristischen Gründen verschleiert. Erstmals wird die Broschüre jetzt bei redok komplett dokumentiert.
Geschrieben wurde das Heft vom sächsischen Landtagsabgeordneten Jürgen W. Gansel. Die Schulungsbroschüre soll NPD-Funktionäre befähigen, unangenehmen Fragen auszuweichen und neo-nationalsozialistische Politik zu popularisieren.
Ansprache von Oberbürgermeister Michael Kissel anlässlich der Gedenkfeier am 19.Mai2007 zur Erinnerung an die Deportation der Wormser Sinti am 16./17. Mai 1940
worms.de > Rathaus > Stadtnachrichten
Ansprache von Oberbürgermeister Michael Kissel anlässlich der Gedenkfeier am 19.Mai2007 zur Erinnerung an die Deportation der Wormser Sinti am 16./17. Mai 1940
In den frühen Morgenstunden des 16. Mai 1940 wurden 71 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt von Angehörigen der Gestapo und der Polizei verhaftet und zu ihrer Verschleppung zusammengetrieben. Der Grund dafür lag alleine in ihrer Zugehörigkeit zu der ethnischen Minderheit der Sinti und Roma. Sie alle - Männer, Frauen, alte Menschen wie kleine Kinder - wurden im Wormser Güterbahnhof unter menschenunwürdigen Umständen in einen Transportwaggon gepfercht, der an einen aus Mainz kommenden Sonderzug angekoppelt wurde. (…) Zunächst ging der Transport nach Asperg in Württemberg, dann weiter in die Konzentrations- und Arbeitslager in Polen, nach Majdanek, Treblinka und Auschwitz. Es war eine Fahrt in den Tod. Niemand - vom Kleinkind bis zum Greis - sollte dem Rassenwahn der Nazis entgehen. Nur wenige überlebten das Grauen. Die meisten starben in den Ghettos und Vernichtungslagern unter unsäglichen Bedingungen: sie verhungerten, wurden kaltblütig erschlagen, erschossen oder durch Gas ermordet.(…)
Es ist unser gemeinsames Ziel, aus der Geschichte zu lernen, die richtigen Folgerungen für die Gegenwart und die Zukunft zu ziehen. Nicht ohne Grund lauten die ersten Worte unserer Verfassung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Und der erste Satz unserer rheinland-pfälzischen Verfassung heißt: „Der Mensch ist frei“. Diese Verfassungsgrundsätze sind gleichermaßen Abgrenzung zur Vergangenheit und Auftrag für eine demokratische und rechtsstaatliche Zukunft. Es ist deshalb unsere staatsbürgerliche Pflicht, im Sinne des damit proklamierten Schutzes der Menschenrecht uns auch heute offensiv, unerschrocken und mit demokratischem Geist gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen Diskriminierung von Minderheiten und damit gegen jede Form von Rechtsextremismus sowie Hass und Gewalt zu wenden.
NPD Stand in Frankfurt/Oder gestört
de.indymedia.org | NPD Stand in Frankfurt/Oder gestört
Die NPD-Oderland, vertreten durch Fürstenwalder Nazis, beschützt von berliner Nazihools und der Franfurter Polizei, versuchten Materialien an Bürger zu Verteilen.
Gegen 9.00 Uhr morgens baute eine Delegation der NPD-Oderland einen Stand in der Nähe des Oderturms auf. Ungefähr 15 Personen haben sich bereit erklärt ihr nationales Gedankengut unter die Frankfurter BürgerInnen zu streuen. In alt gewohnter Aufmachung präsentierten sich die Faschisten an ihrem schön sortierten Infostand. Und gerade als sie sich auf das Verteilen ihrer Materialien konzentrieren wollten tauchte eine 40 Personen starke Gruppe auf und machten sich mit lautstarken Rufen wie: „NPD wir sind da, autonome Antifa“ auf sich aufmerksam. Ziel gerichtet bewegten sich die AntifaschistInnen direkt auf den Stand der NPD zu. Kurz vor dem Stand kam es zur ersten Auseinandersetzung, zwischen AntifaschistInnen und der Polizei während die StandbewacherInnen aufgescheucht hin und her liefen. Die Polizei forderte die DemonstrantInnen nach einem längeren Gerangel dazu auf, sich in einem Abstand von 5 Metern zu dem Stand aufzuhalten.
Mannheim: Nazikader Hehl geoutet
de.indymedia.org | Mannheim: Nazikader Hehl geoutet
Während ganz Mannheim dem Marathon durch die Quadratestadt hinterherfiebert, haben einige Antifas Besseres zu tun. Zwischen schwitzenden LäuferInnen sammeln sich etwa 30 Leute und ziehen vor Christian Hehls Wohnung im Quadrat S4. Mit Flugblättern, Transpi und einem Redebeitrag wird der Nazikader in seiner Nachbarschaft geoutet.
Christian Hehl ist führendes Mitglied in der NPD Vorderpfalz und im “Aktionsbüro Rhein-Neckar”, einem Zusammenschluss rechtsextremer Kameradschaften in der Region. Hehl ist seit mehr als 15 Jahren aktiv und wohnt seit einiger Zeit in Mannheim.














