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Collegium Humanum: Ursula Haverbeck erneut wegen Volksverhetzung verurteilt / Herforder NPD-Funktionär schlägt Prozessbesucher
Im November 2005 veröffentlichte Ursula Meta Hedwig Haverbeck-Wetzel, Vorsitzende des „Collegium Humanum“ in Vlotho, in der von ihr herausgegeben Vereinszeitschrift „Stimme des Gewissens“, Ausgabe November/Dezember 2005, einen Artikel über „Adolf Hitler als Mensch“. Dieser sei „eben nicht vom geglaubten Holocaust oder seiner angeblichen Kriegsbesessenheit zu verstehen“, so ihr damaliges Resumee, „sondern nur von einem göttlichen Auftrag im weltgeschichtlichen Rahmen“. (…) 81 Exemplare des antisemitischen Heftes wurden bei Durchsuchungen im Dezember 2005 beschlagnahmt, 1.700 Ausgaben waren aber zuvor bereits vom Collegium Humanum mit der ausdrücklichen Bitte um Weitergabe versendet worden. (…) Angeklagt wegen Volksverhetzung und Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen bezeichnete Haverbeck am ersten Verhandlungstag, 31. Mai 2007, vor dem Landgericht Dortmund Hitler erneut als „Heilsbringer“ und warb dafür „Hitler durch seinen göttlichen Auftrag verstehen“ zu müssen. Sie gab breitwillig zu, Herausgeberin der „Stimme des Gewissens“ und Verfasserin des inkriminierten Artikels zu sein. (…)
Wahlverteidiger Arnold Höfs, gemeinsam mit Haverbeck und dem Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub im Vorstand des VRBHV („Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“), sprach von „Zensur“ und dem Versuch, Haverbeck „mundtot zu machen“. (…) Das Gericht verurteilte die Holocaustleugnerin zu 200 Tagessätzen zu je 30 Euro, ebenfalls unter Einbeziehung der Vorstrafe. Haverbeck, so die mündliche Urteilsbegründung, habe sich die „Warnfunktion“ von Bad Oeynhausen „nicht zu eigen gemacht“, auf Grund des „hohen Alters“ käme allerdings nur eine Geldstrafe in Frage. (…) Jürgen Niemeyer, der im März 2005 im Collegium Humanum zum NPD-Kreisvorsitzenden im Kreis Herford gewählt wurde, schlug in einer Sitzungsunterbrechung vor dem Verhandlungsaal einen Prozessbesucher mit den Worten „Das sind unsere Feinde!“ wuchtig ins Gesicht. Als er daraufhin des Gerichtsgebäudes verwiesen wurde, beleidigte er noch einen Justizbeamten.
siehe auch: Erneute Geldstrafe für „Überzeugungstäterin“. Zu einer Geldstrafe von insgesamt 6.000 Euro hat gestern das Landgericht Dortmund die Herausgeberin der neonazistischen Zeitschrift „Stimme des Gewissens“ Ursula Haverbeck-Wetzel verurteilt. Die 78-jährige Angeklagte hatte sich durch einen Artikel „Adolf Hitler als Mensch“ der Volksverhetzung schuldig gemacht.