FREIES WORT | Schmalkalden - „Alle haben auf ihn eingedroschen“
Kein Polizeibericht verkündete damals etwas von der Tortur, die ein junger Mann am 6. November 2004 über sich ergehen lassen musste. Das, was sich an jenem Tag in der Schmalkalder Villa K zutrug, wurde erst jetzt durch den Strafprozess gegen zwei Männer aus dem Altkreis Schmalkalden bekannt. Ein 30-jähriger Montage-Helfer und ein 18-jähriger Straßenbau-Azubi müssen sich derzeit am Meininger Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. (…) Stark blutend kam er bei seiner Freundin an. Unter anderem war die Unterlippe weit eingerissen und der Mund war angeschwollen. Seine Freundin wollte mit ihm zum Arzt fahren. Auf der Treppe der Villa K stand, so das Opfer, „ein Pulk von schwarzen Stiefeln und Bomberjacken.“ Als O. die Treppe herunterlief, wurde er ein zweites Mal angegriffen und verprügelt. (…) Der ältere Angeklagte, so andere Zeugen, hätte immer wieder mit einem Schlagring auf den Kopf des Opfers eingehauen und dabei merkwürdigerweise nach seiner Mutter geschrien, erinnerte sich einer. Wie der Schmalkalder weiter aussagte, sei er dazwischen gegangen, damit das Opfer nicht noch mehr Schläge mit den Ring abbekomme. Er habe Angst um dessen Leben gehabt. Den älteren Angeklagten, der den Schlagring krampfhaft umklammerte, habe er vom Opfer losgerissen und ihn in den Schwitzkasten genommen, sagte er vor dem Amtsgericht aus.













