Neonazis: NPD-Fraktionschef nach Hetzrede im Visier der Staatsanwaltschaft
22.Juni 2007
Neonazis: NPD-Fraktionschef nach Hetzrede im Visier der Staatsanwaltschaft - Politik - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Er warnt vor “Hottentotten-Tänzen” auf deutschen Marktplätzen, droht den “Demokratenfratzen” und will die Wehrmacht zurück - bei einer Rede vor Neonazis zeigte der mecklenburg-vorpommerische NPD-Fraktionschef Pastörs sein wahres Gesicht. Das interessiert jetzt die Staatsanwaltschaft. Udo Pastörs hält Adolf Hitler für ein “Phänomen”. Der “Führer” habe ja “wahnsinnige Pflöcke eingerammt, auf fast allen Gebieten”, hat der Fraktionschef der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einmal gesagt - “militärisch, sozial, ökonomisch”. Bei so viel Bewunderung ist nicht auszuschließen, dass Pastörs auch am Samstagnachmittag im brandenburgischen Rathenow an den Nazi-Reichskanzler gedacht hat, als er vor rund 250 Gesinnungsgenossen eine Rede hielt. Der Landtag von Schwerin ist weit, mag sich der NPD-Mann gedacht haben, diese ungeliebte “Quasselbude” voll von “Banditen” (Pastörs) mit ihrer lästigen Geschäftsordnung. Hier vor dem Kulturhaus der Kleinstadt vor den Toren Berlins will das Fußvolk vom “SelbstSchutz Sachsen-Anhalt” und den “Freien Nationalisten” aus Dessau deutliche Worte. (…) Er greift tief in die Mottenkiste des Zweiten Weltkrieges, fordert lauthals eine “hochmoderne, hochmotivierte, schlagkräftigen deutsche Armee”, hinter der das Volk stehe und die wieder Wehrmacht heißen soll, “nicht Bundeswehr, sondern deutsche Wehrmacht, damit auch jeder weiß, wofür sie eingesetzt werden soll, nämlich für den Schutz unseres Heimatlandes”.So richtig in Rage geredet hat Pastörs dann noch eine klare Botschaft für die “Demokratenfratzen” der “gottverdammten demokratischen Parteien”: Wenn die NPD an die Macht gelange, ereifert er sich, sei man verpflichtet, “jene einer gerechten Strafe zuzuführen, die für diese Ausplünderungspolitik unseres deutschen Volkes Verantwortung tragen. Also, liebe herrschende Klasse, seht euch vor, denn wer Wind sät, wird Sturm ernten. Lasst uns Sturm sein!” Pastörs’ Stimme überschlägt sich fast. Der braune Mini-Mob jubelt.
Mitschnitt der braunen Rede bei Endstation Rechts sowie beim NDR
siehe auch: Staatsanwalt prüft Hass-Rede von NPD-Fraktionschef. Neue Debatte über NPD-Verbotsverfahren – Aussagen von Udo Pastörs im Visier. Nach einer Hass-Rede des NPD-Fraktionschefs in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, ist die Debatte über ein Verbot der Partei neu entflammt. Landespolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern forderten am Donnerstag eine juristische Prüfung. „Die Rede wird auf strafrechtliche Relevanz geprüft, ein förmliches Ermittlungsverfahren gibt es bisher aber noch nicht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Wilfried Lehmann, am Donnerstag. Pastörs hatte 16. Juni im brandenburgischen Rathenow vor etwa 200 Anhängern der rechtsextremistischen Partei zum Sturz der Demokratie aufgerufen. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte, der Parlamentarier habe offen zum Umsturz der Demokratie aufgerufen und damit deutlich die antidemokratischen Ziele der NPD formuliert. Damit werde die Debatte über ein NPD-Verbot erneut auf den Weg gebracht; 200 Nazis forderten „Nationalen Sozialismus“. In Rathenow haben am Sonnabend etwa 200 Neonazis demonstriert. Unter dem Motto „G8 - Gipfel der Achtlosigkeit - Globalisierung stoppen“ hatte die Rathenower NPD um Marcell Horlebeck den Aufzug organisiert. Es nahmen auch viele Mitglieder freier Kameradschaften teil. (…) Der Rathenower NPD-Verband ist als Sammelbecken für Mitglieder der im Jahr 2005 verbotenen Kameradschaft „Hauptvolk“ bekannt. Auf der Zwischenkundgebung sprach Udo Pastörs, Fraktionschef der NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Pastörs forderte frank und frei die Schaffung eines „nationalen Sozialismus“, hetzte gegen „irgendwelche Negermenschen“ sowie gegen Abtreibungen und proklamierte ein „Europa der Vaterländer“; NPDler Pastörs ruft zum Umsturz auf. Er fordert, die Bundeswehr in Wehrmacht umzubenennen und “aktiven Widerstand” gegen die Demokratie zu leisten. Die Äußerungen könnten dem NPD-Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, nun Ärger mit der Justiz einbringen. (…) Pastörs hatte vor etwa 200 rechten Demonstranten in Rathenow von der Verpflichtung gesprochen, all jene einer gerechten Strafe zuzuführen, die verantwortlich für die “Ausplünderungspolitik des deutschen Volkes” seien. Es gehe um aktiven Widerstand. Darüber hinaus forderte der Schweriner NPD-Fraktionschef die Umbenennung der Bundeswehr in “Deutsche Wehrmacht”.

Verfasst von dokmz












