4.Juli 2007
Frankfurt - Rhein-Main-Zeitung - FAZ.NET - Rechtsextremismus: Polizei rechnet mit Randale bei NPD-Aufmarsch in Frankfurt
Bei der NPD-Demonstration am nächsten Samstag in Frankfurt rechnet die Polizei mit gewalttätigen Zusammenstößen. Mehrere hundert Autonome hätten im Internet zur Konfrontation mit NPD-Protestierern und der Polizei aufgerufen, sagte Frankfurts Polizeipräsident Achim Thiel am Mittwoch. Die NPD will mit 1500 angemeldeten Teilnehmern gegen die Globalisierung protestieren. Die Stadt hat den Marsch von der Innenstadt in den Stadtteil Hausen verlegt, prozessiert jedoch noch um die genaue Wegstrecke. Die Polizei setzt am Samstag mehrere tausend Beamte aus verschiedenen Bundesländern ein.
siehe auch: »Polizei hat Antifaschismus zum Hauptproblem erklärt«. Neonazigegner rufen trotz Repression zu Blockaden gegen rechten Aufmarsch am Samstag in Frankfurt/Main auf; Mit Masse und Entschiedenheit. Breites Bündnis ruft in Frankfurt am Main zur Verhinderung eines Neonaziaufmarschs auf. Auf der Homepage der NPD von Frankfurt/Main läßt sich seit Montag ein Videoclip anklicken, auf dem ein vermummter Neonazi mit einem Molotowcocktail hantiert. Der Clip wirbt für einen rechten Aufmarsch am kommenden Samstag, für den die Organisatoren mit bis zu 2000 Teilnehmern rechnen; Virtuelle Molotow-Cocktails. Neonazis rufen im Internet offen zur Gewalt auf, die Frankfurter Antifa kündigt Aktionen gegen die Stadt und ihre Einrichtungen an. Noch drei Tage bis zum Aufmarsch der NPD - und die Scharmützel im Vorfeld werden immer absurder. Schauplatz ist vor allem das Internet-Portal You Tube, in das Mitglieder der linksradikalen Antifa einige Filmchen eingestellt haben. Darin sind junge Leute zu sehen, die Sturmhauben tragen, Deutschland-Fahnen in eine Mülltüte stecken und zu massiven Protesten gegen die Demo der NPD aufrufen. Das Video endet mit dem Aufruf “Null Prozent Deutschland, 100 Prozent Antifa!” Dieser Tage reagierten darauf offenbar die Rechtsextremen. Im Netz tauchte ein Video mit einer maskierten Frau als Hauptdarstellerin auf. Sie bezeichnet sich selbst als Nazi, hält ein Molotow-Cocktail in der Hand und wirbt für den Aufmarsch am kommenden Samstag. Zum Ende des Films sagt sie: “100 Prozent Deutschland, null Prozent Globalisierung!”; Protest ist keine Altersfrage. Die Gruppe “Großmütter und Großväter gegen den Faschismus” ruft Zeitzeugen der Nazizeit zum Widerstand gegen den NPD-Aufmarsch auf.

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4.Juli 2007
TeachersNews.Net: Neue Schulhof-CD / Die Polizei bittet um Unterstützung bei den Ermittlungen
„Schulhof CD - 60 Minuten Musik gegen 60 Jahre Umerziehung“ – das ist der Titel einer neuen „Schulhof-CD“, die derzeit an Schulen und Treffpunkten von Jugendlichen ausgelegt bzw. kostenlos verteilt wird. Erkenntnissen des LKA Sachsen zufolge soll der Tonträger mit einer Auflagenhöhe von ca. 5000 Stück in mehreren Bundesländern zur Verteilung kommen. Inhalte der CD sind von der Staatsanwaltschaft Dresden als Volksverhetzung gemäß § 130 Absatz 3 Strafgesetzbuch bewertet worden. Auf dieser Grundlage sind am 22. Juni 2007 durch die SOKO Rex des LKA Sachsen und die Bayerische Polizei Wohn- und Geschäftsräume im Raum Chemnitz, Pirna und Hof durchsucht worden. Dabei wurden 500 Exemplare dieser CD sichergestellt. (…) Bereits im Jahre 2005 kam es zur Verteilung einer „Schulhof-CD“. Für diesen Tonträger mit dem Titel „Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund“ wurde durch das Amtsgericht Halle (Az.: 397 Gs 1151/04, 700 Js 26987/04) am 4. August 2004 wegen schwerer Jugendgefährdung ein allgemeiner Beschlagnahmebeschluss erlassen.
Bei der jetzt zur Verteilung kommenden CD ist das Intro/Vorwort identisch mit dem zuletzt genannten Tonträger.
siehe auch: Ermittlungen wegen rechtsextremer Schulhof-CD - Beschlagnahme in Sachsen
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4.Juli 2007
WELT ONLINE - Künstler stößt Nazi-Denkmal um und muss vor Gericht - Nachrichten Politik
Künstler stößt Nazi-Denkmal um und muss vor Gericht
Albert Leo Schlageter wurde von den Nazis als Märtyrer verehrt. Für ihn gab es 2006 in Landsberg noch immer ein Denkmal. Wolfram Kastner konnte das nicht akzeptieren und kippte die Granitsteele um. Jetzt soll er wegen “gemeinschädlicher Sachbeschädigung” 2000 Euro zahlen. (…) Schon in der Vergangenheit hat Kastner immer wieder mit spektakulären Aktionen zum Umgang mit dem Nationalsozialismus für Aufsehen gesorgt. 1993 ließ er sich zur Erinnerung an die „Reichspogromnacht“ von mit SA-Uniform bekleideten Freunden durch die Münchner Innenstadt hetzen und wurde kurzfristig festgenommen.
Auf den „Schlageter-Stein“ war Wolfram Kastner zufällig gestoßen, als er vor drei Jahren eine Ausstellung in Landsberg organisierte. Von den rund 130 „Schlageter-Steinen“, die es während des Nationalsozialismus gab, stehen etwa 20 bis heute. Dass auch der Landsberger Stein dazu zählt, hat eine besondere Brisanz: Weil Adolf Hitler 1923 hier nach einem gescheiterten Putschversuch in Haft saß und dabei sein Traktat „Mein Kampf“ verfasste, galt der Ort als „Führerstadt“. (…)
In der Tat kursiert der Vorfall in den einschlägigen Foren der Rechtsextremen. Dort werden Kastner und Lieckfeld als „linkes Pack“ bezeichnet und wird nach ihren Adressen gefragt. Die andauernde Mythisierung Schlageters ist indes kein Ergebnis einer vereinzelten Kunstaktion. „Schlageter wird in rechtsradikalen Kreisen nach wie vor als Widerstandskämpfer gefeiert“, so der Münchner Kunsthistoriker Christian Fuhrmeister, der über Denkmäler promoviert hat.
siehe auch: Ein Denkanstoß für Landsberg. Heute stehen zwei Politaktivisten vor Gericht – weil sie einen Nazi-Gedenkstein gekippt haben. Heute stehen im bayerischen Landsberg zwei Männer vor Gericht, weil sie einen Stein umgekippt haben, der an eine berüchtigte Nazi-Ikone erinnert. »Gemeinschädliche Sachbeschädigung« nennt das die Anklage.
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