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Künstler stößt Nazi-Denkmal um und muss vor Gericht

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Künstler stößt Nazi-Denkmal um und muss vor Gericht
Albert Leo Schlageter wurde von den Nazis als Märtyrer verehrt. Für ihn gab es 2006 in Landsberg noch immer ein Denkmal. Wolfram Kastner konnte das nicht akzeptieren und kippte die Granitsteele um. Jetzt soll er wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ 2000 Euro zahlen. (…) Schon in der Vergangenheit hat Kastner immer wieder mit spektakulären Aktionen zum Umgang mit dem Nationalsozialismus für Aufsehen gesorgt. 1993 ließ er sich zur Erinnerung an die „Reichspogromnacht“ von mit SA-Uniform bekleideten Freunden durch die Münchner Innenstadt hetzen und wurde kurzfristig festgenommen.
Auf den „Schlageter-Stein“ war Wolfram Kastner zufällig gestoßen, als er vor drei Jahren eine Ausstellung in Landsberg organisierte. Von den rund 130 „Schlageter-Steinen“, die es während des Nationalsozialismus gab, stehen etwa 20 bis heute. Dass auch der Landsberger Stein dazu zählt, hat eine besondere Brisanz: Weil Adolf Hitler 1923 hier nach einem gescheiterten Putschversuch in Haft saß und dabei sein Traktat „Mein Kampf“ verfasste, galt der Ort als „Führerstadt“. (…)
In der Tat kursiert der Vorfall in den einschlägigen Foren der Rechtsextremen. Dort werden Kastner und Lieckfeld als „linkes Pack“ bezeichnet und wird nach ihren Adressen gefragt. Die andauernde Mythisierung Schlageters ist indes kein Ergebnis einer vereinzelten Kunstaktion. „Schlageter wird in rechtsradikalen Kreisen nach wie vor als Widerstandskämpfer gefeiert“, so der Münchner Kunsthistoriker Christian Fuhrmeister, der über Denkmäler promoviert hat.

siehe auch: Ein Denkanstoß für Landsberg. Heute stehen zwei Politaktivisten vor Gericht – weil sie einen Nazi-Gedenkstein gekippt haben. Heute stehen im bayerischen Landsberg zwei Männer vor Gericht, weil sie einen Stein umgekippt haben, der an eine berüchtigte Nazi-Ikone erinnert. »Gemeinschädliche Sachbeschädigung« nennt das die Anklage.