1.Oktober 2007
Rundfunk Berlin-Brandenburg | Nachrichten - Sinfoniekonzert für Rolf Reuter
Die Komische Oper Berlin widmete ihrem verstorbenen Generalmusikdirektor Rolf Reuter am Freitagabend das erste Sinfoniekonzert der Saison 2007/2008. Der Dirigent war am 10. September im Alter von 80 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben. (…) Zuletzt war er Vorwürfen ausgesetzt, rechtsextremen Kreisen nahezustehen. Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hatte gefordert, dem inzwischen seit mehreren Jahren pensionierten Dirigenten das Bundesverdienstkreuz sowie die Ehrenmitgliedschaft der Oper abzuerkennen. Reuter soll Schreiber zufolge bei Veranstaltungen der als rechtsextremistisch eingestuften Deutschen Kulturgemeinschaft und beim Freundeskreis Ulrich von Hutten als Referent aufgetreten sein.
siehe auch: Rolf Reuter gibt rechtsextreme Kontakte zu: ‘Das diente dem Dialog’. Rolf Reuter gibt rechtsextreme Kontakte zu: ‘Das diente dem Dialog’. Letzten Freitag hatte Rolf Reuter, der ehemalige Generalmusikdirektor der Komischen Oper in Berlin, zugegeben, Kontakte zu rechtsextremen Gruppen gehabt zu haben.
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Verfasst von dokmz
1.Oktober 2007
Rechtsextremer Erntedank - Märkische Allgemeine - Zeitung für das Land Brandenburg
NPD-Politiker würde Rauen gegen 50 000 Euro Entschädigung verlassen. Andreas Molau wirkt verunsichert. Und das gibt er auch unverhohlen zu. Immer wieder schaut der NPD-Funktionär durch seine vor Regentropfen fast blinde Nickelbrille nervös auf die Uhr. Punkt 12 ist ihm an diesem verregneten Samstag die Räumung von dem idyllisch gelegenen Gut Johannesberg angekündigt. So hat es der Alteigentümer des knapp 20 Hektar großen Grundstückes inmitten der Apfelplantagen nahe Rauen (Oder-Spree) verlangt. Abgesehen davon, dass das von Molau initiierte “Erntedankfest” für Freunde, Mitstreiter und Interessierte der rechtsextremen NPD buchstäblich ins Wasser zu fallen droht, sitzen dem 39-jährigen ehemaligen Waldorfschul-Pädagogen aus Niedersachsen auch noch die Behörden wegen der nicht genehmigten, öffentlichen Veranstaltung im Nacken. Auf sämtlichen Zufahrtswegen zu dem abgelegenen, nicht einsehbaren Anwesen hat sich die Polizei postiert, kontrolliert jeden Ankömmling und wartet zunächst einmal ab. Auf Gut Johannesberg fühlt man sich augenscheinlich beobachtet und nicht so recht wohl in der eigenen Haut. “Das öffentliche Erntedankfest habe ich längst abgesagt, auch im Internet”, versichert Molau. Dass er auf “seinem” Grundstück jedoch eine private Feier für Freunde und Sympathisanten abhalten wolle, könne ihm niemand verbieten. (…) Ein Gestüt soll in die Stallanlagen einziehen, Kneipe und Scheunen-Disko würden wieder belebt, die jetzt noch verpachteten, weitläufigen Apfelplantagen sollen künftig in Eigenregie bewirtschaftet werden. Ein Hofladen werde entstehen, “Jugendprojekte” wolle er initiieren und auch das geplante Landschulheim sei nach wie vor in Planung. “Dafür habe ich bereits Angebote holländischer Waldorfschul-Lehrer.” NPD-Mitglieder und -Anhänger hätten selbstverständlich jederzeit Zutritt, macht Molau aus der rechtsextremen Ausrichtung kein Hehl. Gegen 50 000 Euro Entschädigung würde er die Immobilie “definitiv” verlassen, bekräftigt er jedoch auf Nachfrage. Es gebe in Deutschland ja keine Not, andere geeignete und leerstehende Objekte zu finden, meint er und fügt hinzu: “Dann verfällt das Gut eben weiter und wir schaffen die Arbeitsplätze woanders.”
siehe auch: NEONAZIS KOMMEN ZU «PRIVATER FEIER» IN RAUEN ZUSAMMEN. Neonazis kommen zu «privater Feier» in Rauen zusammen. Nach dem Verbot eines NPD-Festes haben sich mehrere Neonazis am Samstag in Rauen zu einem als «private Feier» deklarierten Treffen versammelt.
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Verfasst von dokmz
1.Oktober 2007
ARD: Vorwürfe gegen Quandt (BMW) Eine deutsche Dynastie, die Nazis und das KZ - Wirtschaft - sueddeutsche.de
Wie kam es zum Vermögen der BMW-Dynastie Quandt? Durch Hilfen der Nazis und Ausbeutung von KZ-Häftlingen, findet ein ARD-Film. Er kam klandestin ins Programm. Die verstorbene Schauspielerin Inge Meysel hat noch einige Fans. Doch wer am Sonntag einen halbe Stunde vor Mitternacht ins erste Programm schaltete, sah statt des angekündigten TV-Films über die Norddeutsche etwas anderes: eine brisante Dokumentation aus dem Genre Zeitgeschehen. Der NDR hatte sich statt Inge Meysel eine der wichtigsten deutschen Unternehmerfamilien zum Thema gemacht: die Quandts. Es ging nicht um die Art, wie die Dynastie von Bad Homburg den Münchner Autokonzern BMW dirigiert - sondern um Verstrickungen in die Nazi-Diktatur, um Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, um Tod und Leid, um Schuld und Sühne. (…) Die ARD-Dokumentation lässt kein Indiz aus, um den Eindruck zu mehren, am heutigen Vermögen der Quandts klebe das Blut anderer. Unterstützt vom Biografen Rüdiger Jungbluth (”Die Quandts: Ihr Aufstieg zur mächtigsten Wirtschaftsdynastie”) verbindet Autor Eric Friedler die Fundstücke aus den Archiven und die Aussagen noch lebender Zeitzeugen zu einer Generalanklage – die offenbar bei den Nürnberger Kriegsverberecherprozessen fehlte. Er empört sich, dass Günter Quandt nach dem Krieg als verfolgt und unbelastet gelten konnte. Schon die Hochzeit von Günter Quandts früherer Frau Magda mit dem NS-Propagandisten Joseph Goebbels – auf einem Quandtschen Anwesen – hatte dem Unternehmer gute Kontakte zur Elite der Nazis gebracht. Sohn Harald Quandt war von Goebbels angenommen worden. Der Clanchef, 1933 in die Partei eingetreten, nutzte das Netzwerk offenbar skrupellos zur Expansion. Da ist zum Beispiel das Batteriewerk in Hannover. Zwangsarbeit und Häftlinge aus dem KZ Neuengamme müssen hier unter lebensbedrohlichen Umständen schuften. Die SS bewacht das Lager. Viele sterben. In einem internen Papier berechnet Quandt einmal eine “Fluktuation“ von 80 Personen – das war wohl die geplante Todesrate.
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Verfasst von dokmz