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Rechtsextremer Erntedank

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Rechtsextremer Erntedank - Märkische Allgemeine - Zeitung für das Land Brandenburg
NPD-Politiker würde Rauen gegen 50 000 Euro Entschädigung verlassen. Andreas Molau wirkt verunsichert. Und das gibt er auch unverhohlen zu. Immer wieder schaut der NPD-Funktionär durch seine vor Regentropfen fast blinde Nickelbrille nervös auf die Uhr. Punkt 12 ist ihm an diesem verregneten Samstag die Räumung von dem idyllisch gelegenen Gut Johannesberg angekündigt. So hat es der Alteigentümer des knapp 20 Hektar großen Grundstückes inmitten der Apfelplantagen nahe Rauen (Oder-Spree) verlangt. Abgesehen davon, dass das von Molau initiierte “Erntedankfest” für Freunde, Mitstreiter und Interessierte der rechtsextremen NPD buchstäblich ins Wasser zu fallen droht, sitzen dem 39-jährigen ehemaligen Waldorfschul-Pädagogen aus Niedersachsen auch noch die Behörden wegen der nicht genehmigten, öffentlichen Veranstaltung im Nacken. Auf sämtlichen Zufahrtswegen zu dem abgelegenen, nicht einsehbaren Anwesen hat sich die Polizei postiert, kontrolliert jeden Ankömmling und wartet zunächst einmal ab. Auf Gut Johannesberg fühlt man sich augenscheinlich beobachtet und nicht so recht wohl in der eigenen Haut. “Das öffentliche Erntedankfest habe ich längst abgesagt, auch im Internet”, versichert Molau. Dass er auf “seinem” Grundstück jedoch eine private Feier für Freunde und Sympathisanten abhalten wolle, könne ihm niemand verbieten. (…) Ein Gestüt soll in die Stallanlagen einziehen, Kneipe und Scheunen-Disko würden wieder belebt, die jetzt noch verpachteten, weitläufigen Apfelplantagen sollen künftig in Eigenregie bewirtschaftet werden. Ein Hofladen werde entstehen, “Jugendprojekte” wolle er initiieren und auch das geplante Landschulheim sei nach wie vor in Planung. “Dafür habe ich bereits Angebote holländischer Waldorfschul-Lehrer.” NPD-Mitglieder und -Anhänger hätten selbstverständlich jederzeit Zutritt, macht Molau aus der rechtsextremen Ausrichtung kein Hehl. Gegen 50 000 Euro Entschädigung würde er die Immobilie “definitiv” verlassen, bekräftigt er jedoch auf Nachfrage. Es gebe in Deutschland ja keine Not, andere geeignete und leerstehende Objekte zu finden, meint er und fügt hinzu: “Dann verfällt das Gut eben weiter und wir schaffen die Arbeitsplätze woanders.”

siehe auch: NEONAZIS KOMMEN ZU «PRIVATER FEIER» IN RAUEN ZUSAMMEN. Neonazis kommen zu «privater Feier» in Rauen zusammen. Nach dem Verbot eines NPD-Festes haben sich mehrere Neonazis am Samstag in Rauen zu einem als «private Feier» deklarierten Treffen versammelt.

Written by dokmz

1.Oktober 2007 um 10:45 Uhr vormittags

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