Der deutschen Tragödie gedenken
Jungle World ··· 43/2007 Antifa ··· Der deutschen Tragödie gedenken
Im sächsischen Borna huldigen Neonazis in einer »Gedenkstätte« den deutschen Opfern von »Bombardierung, Gefangenschaft, Flucht und Vertreibung«. Der Ort wird zum Tummelplatz für Rechtsextreme. Am Metallzaun des ehemaligen Geländes der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltung in Borna kleben zerfledderte Zettel mit dem sächsischen Landeswappen: eien offensichtlich aus dem Internet heruntergeladene Erklärung des sächsischen Innenministers Albrecht Buttolo (CDU), der »Gedächtnisstätte e.V.« sei keine rechtsextremistische Organisation. Große, bedruckte Gummiplanen mit Aufschriften wie »Die deutsche Tragödie« oder »Redet miteinander« hängen an dem riesigen, grauen Gebäude. Die Einfahrt ist mit einem Klappschild versperrt: »Hier befindet sich die Gedächtnisstätte für alle zivilen deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bombardierung, Gefangenschaft, Flucht und Vertreibung.« Vor rund zwei Jahren wurde bekannt, dass Altnazis aus dem Umfeld des rechten Schulungszentrums »Collegium Humanum« aus Vlotho in Nordrhein-Westfalen in Borna eine Gedenkstätte für deutsche Kriegsopfer planen und der örtliche Bürgermeister mit seiner Metallbaufirma das Metallkreuz dafür baue.
siehe auch: Borna zieht Baugenehmigung für Neonazi-Treff zurück. Verein «Gedächtnisstätte» geht in Widerspruch. Die Stadt Borna hat einem Pressebericht zufolge die Baugenehmigung für die umstrittene Gedenkstätte für deutsche Kriegsopfer zurückgezogen. Der Bauherr habe damit zunächst keine Möglichkeit zu baulichen Veränderungen an dem geplanten bundesweiten Neonazi-Treffpunkt, sei aber bereits in Widerspruch gegangen, berichtete die „Leipziger Volkszeitung“ gestern.














