dokumentationsarchiv

smash fascism!

Die NPD: Zerrieben zwischen “autonomen Nationalisten”

leave a comment »

Die NPD: Zerrieben zwischen “autonomen Nationalisten” - Nachrichten | SWR.de
Schwarz-weiß-rote Fahnen, schmissiges Liedgut, hübsche Hostessen: So hatte sich die NPD bei ihrem letzten Bundesparteitag in Berlin präsentiert. Doch wie es wirklich um die Partei steht, zeigt die gegenwärtige Situation: Sie ist finanziell desolat und zermürbt durch Flügelkämpfe. Der diesjährige Parteitag musste verschoben werden, da die NPD keinen Saal fand. Stattdessen machen die Rechtsextremen nun am Rande des SPD-Parteitags mobil. (…) Unter der Oberfläche brodelt es allerdings: Denn in Niedersachsen geht für die NPD - wie in den meisten anderen Bundesländern auch - gar nichts ohne die so genannten “Freien Nationalisten”, also ohne Neonazis, die nicht in der NPD organisiert oder jüngst in die Partei eingetreten sind. Die NPD ist auf diese ultra-radikalen Kräfte angewiesen, sowohl im Wahlkampf, als auch um die Listen zu besetzen. Das sorgt immer wieder für Reibereien, denn die NPD setzt strategisch auf ein bürgerliches Auftreten, um Wähler aus dem Mittelstand zu gewinnen. Viele Neonazis definieren sich aber als “Autonome Nationalisten”, kopieren Kleidungsstil und Aktionsformen der linken Autonomen. Die aber gelten als “Bürgerschreck” schlechthin, besonders bei potenziellen NPD-Wählern aus dem kleinbürgerlichen Milieu. Denn bei denen kommen Parolen wie “Fuck Authority!” oder “Schwarze Blöcke” auf Demonstrationen nicht gut an. Daher versucht die NPD-Führung einen Spagat zwischen rechts und ganz rechts - und verrenkt sich dabei gewaltig. Zuletzt nach einer NPD-Demonstration im Sommer in Frankfurt am Main: Dort kam es zu Auseinandersetzungen zwischen NPD-Ordnern und “Autonomen Nationalisten”. In der Folge distanzierte sich die Parteiführung in einem Schreiben deutlich vom wilden Nachwuchs. Und das sorgt für heftige Streitereien in der rechtsextremen Bewegung. Der Druck auf die NPD-Oberen wurde nach dem umstrittenen Schreiben offenbar so groß, dass eine Kehrtwende folgte. Beim Wahlkampfauftakt der Niedersachsen demonstrierten NPD-Chef Voigt sowie Generalsekretär Peter Marx plötzlich ihre Verbundenheit mit den Neonazi-Gruppierungen. Von der eigenen Distanzierung wollten sie nun allerdings nichts mehr wissen: Das hätten die Medien gezielt gestreut, hieß es.

Written by dokmz

26.Oktober 2007 um 10:29 Uhr vormittags

Posted in Rechtsextremismus

Leave a Reply