redok – Auslieferungsstopp für einen Band der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe
Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung hat einen Auslieferungsstopp für Band 32 der Steiner-Gesamtausgabe veranlasst, da „einzelne Aussagen rassistisch wirken können“. Laut Basler Zeitung reagierte sie damit auf ein drohendes Strafverfahren in der Schweiz. Antisemitische Passagen aus den Reden Rudolf Steiners, dem Gründer der Anthroposophie, würden gegen die Anti-Rassismus-Bestimmung im Schweizer Strafgesetzbuch verstoßen.
siehe auch: Rassistische und antisemitische Passagen: Steiner-Band zurückgezogen. Die Erben Rudolf Steiners haben laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 27. November 2007 die Notbremse gezogen: Künftig solle Band 32 der Steiner-Gesamtausgabe nicht mehr vertrieben werden. Das zuletzt 2004 neu aufgelegte Werk mit dem Titel “Gesammelte Aufsätze zur Literatur” enthält eine Buchbesprechung Steiners aus dem Jahr 1888, der von mehreren Seiten Rassendiskriminierung und Volksverhetzung vorgeworfen wurde. (…) Steiner hatte laut SZ 1888 geschrieben, das Judentum “als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte”. Alle jüdischen “Sonderbestrebungen” müssten “aufgesogen werden durch den Geist der modernen Zeit”. Aufgrund dieser Sätze stellten der deutsche Journalist Michael Grandt, Autor von “Waldorf Connection”, und der Gründer der Schweizer “Aktion Kinder des Holocaust”, Samuel Althof, Strafantrag. Althof nannte es einen “entwürdigenden und tief verletzenden Vorgang”, wenn man den Juden das Existenzrecht abspreche.