Wein, Weib und Meinungsfreiheit
Die nationalkonservative Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) und die SPD befehden einander, das ist kein Wunder. Dass aber das Magazin Focus an der Seite des – selbst nach der Einschätzung der bayerischen Verfassungsschützer „am rechten Rand des demokratischen Spektrums“ agierenden Blattes – mit Schmutz wirft, ist schon merkwürdig. (…) Am 11. Dezember griff der Focus in die Schlammschlacht ein. Chef vom Dienst Michael Klonovsky schrieb unter der Überschrift „Ich sehe was, was Du nicht siehst“, „mindestens sechs“ der Autoren des Vogt-Braun-Buches arbeiteten „parallel“ auch für als linksextremistisch eingestufte Publikationen. Als „Spitzenreiter“ nannte er den Autor Anton Maegerle. Klonovsky bescheinigte Herausgeberin Vogt „ein merkwürdiges Demokratieverständnis“, weil sie für einen Ausschluss des JF-Korrespondenten aus der Bundespressekonferenz plädierte. Tenor der Argumentation: Die JF ist rechts, aber nicht rechtsextrem – setze sie sich doch für „so unverdächtige öffentliche Personen wie CSU-Mann Peter Gauweiler“ ein. (…) Im Interesse der Meinungsfreiheit trat Klonovsky nach eigenen Angaben auch 2006 als Unterstützer der JF gegen ihren Ausschluss von der Leipziger Buchmesse auf (wie sein Chef Helmut Markwort) – „das hätte ich auch für Konkret getan“. Die JF habe er sich „angeschaut, um mir ein Bild zu machen“. Er gab ihr im Oktober 2005 ein Interview und füllte im März 2006 den JF-Fragebogen aus. Die JF hat drei aktuelle Bücher Klonovskys besprochen – positiv. Klonovsky, Autor von Werken wie „Welcher Wein zu welcher Frau?“, geriert sich auch im Internet (www.michael-klonovsky.de) in aphoristisch gemeinten Sprüchen als politisch unkorrekter Freigeist. Zwei Beispiele: „Die sogenannte Vergangenheitsaufarbeitung hat immer mehr von Leichenschändung“, „was für ein Genuss, inmitten des allgemeinen Toleranz-Blablas einen gebildeten Rassisten zu treffen“.
siehe auch: „Junge Freiheit“ muss Falschangaben unterlassen. Die ultrarechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ hat Falschbehauptungen über einen Autor des Informationsdienstes gegen Rechtsextremismus, „blick nach rechts“ (bnr.de), zurücknehmen müssen.