Berliner Morgenpost: Aktuell (Berlin) vom 1.02.2008 – Protest gegen Mode, wie sie Neonazis mögen
Neueröffnung in Berlin-Mitte: Den Laden könnte man „für ein norwegisches Outdoor-Geschäft halten“ – das sagen diejenigen, die in der Rosa-Luxemburg-Straße gegen den neuen Shop demonstrierten. Dort nämlich verkauft ein Händler künftig vor allem Bekleidung der Marke „Thor Steiner“. Und die ist bei Rechtsextremen besonders beliebt. Mehr als 50 Anwohner protestierten am Vormittag gegen die Eröffnung des Geschäftes, in dem vor allem Kleidung der Marke „Thor Steinar“ verkauft wird. „Es ist hinlänglich bekannt, dass Geschäfte, die diese Marke führen, sich auch als Treffpunkt der rechten Szene entpuppen“, sagt Anwohnerin Roberta Marchionni. Hergestellt wird die in der rechtsextremen Szene verbreitete Modemarke von der MediaTex GmbH in Königs Wusterhausen bei Berlin.
siehe auch: Thor-Steinar eröffnet Laden. In Berlin eröffnet am Freitag (1.2.08) ein neues Geschäft von “Thor Steinar”, eine Modemarke, die in der neonazistischen Szene sehr beliebt ist. Das Geschäft befindet sich in der Rosa-Luxemburg-Straße 18 zwischen Alexanderplatz und der Volksbühne; Shopping unter Protest. Polizei musste Laden von Thor Steinar bei Eröffnung schützen Bezirksbürgermeister Hanke fordert die Kündigung des Mietvertrages. Sechs Polizeibusse parken in der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte, kräftige Sicherheitsleute haben sich vor dem neuen „Tonsberg“-Laden aufgebaut, der dort Klamotten der Marke Thor Steinar verkauft. Im Schaufenster ist eine Sicherheitskamera installiert, die alle vorbeigehenden Passanten auf dem Bürgersteig filmt. (…) Im Laden selbst versucht der Inhaber von Mediatex, Uwe Meusel, ein bisschen Feierstimmung aufkommen zu lassen. Er schenkt Sekt an die eigenen Mitarbeiter aus, die heute vorerst seine einzigen Gäste sein werden. Wer finanziert die Sicherheitsleute vor der Tür, die seit Donnerstagnacht dort Wache stehen? „Klar, wir bezahlen das alles, denn wir verdienen mit Thor Steinar reichlich Geld“, antwortet Meusel genervt. Man verkaufe im Laden nur Kleidung und „keine politischen Ansichten“, steht auf einem Zettel, den er den Journalisten in die Hand drückt.