Mönchengladbach: NPD will Geld von der Stadt | RP ONLINE
Die rechte Szene in Gladbach hat starken Zulauf. Besonders von Jugendlichen. Davor warnt ein Experte. Sie verfügt auch über genügend Geld: Die beiden NPD-Ratsvertreter fordern als politische Gruppe jetzt 35 000 Euro. Der NPD steht ein Zuschuss von 35 000 Euro für die politische Arbeit im Gladbacher Rat zu. Dies ist eine Folge der geänderten Gemeindeordnung. Danach können zwei Mandatsträger – dies trifft auf die NPD in Gladbach zu – die Mindestausstattung in Anspruch nehmen, die bisher nur für die kleinste Fraktionsstärke von drei Ratsmitgliedern galt. Die NPD hat die Gründung einer Gruppe bei Oberbürgermeister Norbert Bude angezeigt und den Zuschuss beantragt. (…) Wie Klarmann bei einer Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Rheydter Ernst-Christoffel-Haus weiter erklärte, gibt es inzwischen eine sehr ausgeprägte rechte Szene in Gladbach. In der Stadt lebt, so Klarmann, ein führender Musiker der Neonazis, dessen Band „Division Germania“ europaweit bekannt sei. In Wickrath habe sich eine „junge und aggressive“ Gruppe gebildet, die sich „Autonome Nationale Sozialisten Wickrath“ nenne und jüngst einen Video-Clip in den bei jungen Menschen beliebten Video-Dienst YouTube gestellt habe. „Patrioten MG“ und „Autonome Sozialisten Rheydt“ sorgten für weiteres rechtsradikales Potenzial in der Stadt, außerdem gebe es erste Gruppen an Schulen. Klarmann: „Die NPD-Kreisverbände arbeiten bis in den Aachener Raum hinein eng zusammen. Sie verfügen über viel Geld. Und ihre führenden Köpfe lässt die NPD seit einiger Zeit intensiv schulen, damit sie jeder Diskussion gewachsen sind.“
siehe auch: Geyers Sturzflug – NPD-Mann verliert Ratsmandat wegen Umzug. Kurz vor der Gründung einer laut Änderungen im Kommunalwahlgesetz möglich werdenden „Gruppe“, deren Ratsarbeit in Mönchengladbach mit 35.000 Euro öffentlicher Zuwendungen bezuschusst werden könnte, muss ein NPD-Ratsmann sein Mandat abgeben. Dies berichtet die RP in ihrer Lokalausgabe [1]. Anlass dafür seien Hinweise darauf, dass Pascal Geyer (NPD) nicht mehr offiziell – offenbar schon seit Sommer 2007 – in Mönchengladbach lebt und daher sein Mandat gar nicht mehr wahrnehmen kann und darf. Geyer, laut seiner Partei Vorsitzender der NPD-Ortsgruppe Heinsberg, soll unterdessen im Kreis Heinsberg leben. „Allerdings ist damit zu rechnen, dass die NPD bald einen Nachrücker benennt und ihn vereidigen lässt. Laut Liste wäre dies der 23-jährige Dennis Wüllenweber.