redok – Tausende Neonazis bei „Pflichttermin“
Etwa 5.000 Neonazis haben sich gestern in der sächsischen Landeshauptstadt zu einem vorgeblichen „Trauermarsch“ für die Opfer der Luftangriffe vom 13. bis 15. Februar 1945 versammelt. Gegen den in der rechtsextremen Szene als „Pflichttermin“ geltenden Aufmarsch protestierten Tausende bei mehreren Gegenveranstaltungen. Entgegen ihrem Vorhaben konnten die Neonazis nicht an der Dresdner Synagoge vorbei marschieren. Als Teilnehmerzahl der Neonazi-Veranstaltung nannte die Polizei 3.800; andere Beobachter sprachen jedoch von etwa 5.000, rechtsextreme Berichte sogar von über 6.000 Teilnehmern. Bereits am Mittwoch waren bei einer anderen Demonstration nach Augenzeugen knapp über 1.000 Neonazis durch Dresden marschiert.
siehe auch: Mehrere tausend Nazis marschieren durch Dresden. Dresden hat laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung am 16. Februar 2008 Flagge gegen Rechts gezeigt: Mehrere tausend Menschen protestierten demnach gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer aus Anlass der Zerstörung der Stadt zu Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Nora Goldenbogen, sagte bei einem Halt der Demonstration an der neuen Synagoge: “Nazis sollen in Dresden nicht mehr aufmarschieren können.” Der amtierende Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) forderte zum Nachdenken darüber auf, “warum wir unsere Vergangenheit nicht loslassen dürfen”.Zu der Aktion “Geh Denken” hatte ein großes bürgerliches Bündnis aufgerufen, um wie in den Vorjahren an die nationalsozialistische Vorgeschichte der Zerstörung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 zu erinnern. Die Veranstalter sprachen von mindestens 6000 Teilnehmern, das seien mehr als in den vergangenen Jahren gewesen, sagte Dresdens DGB-Chef Ralf Hron. Er wertete es als Erfolg, dass die Rechten nicht wie geplant zur Synagoge ziehen durften, weil sich dort der Demonstrationszug “Geh Denken” aufgehalten hatte; Rechter „Trauermarsch“ in Dresden – Synagoge von Gegendemonstranten geschützt. Am Samstag den 16. Februar 2008 marschierten in Dresden zum wiederholten Male ca. 5.000 Personen aus der rechten Szene zum Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe auf Dresden. Zu den Gegenveranstaltungen kamen ca. 4.000 Menschen. Diese konnten den Marsch der Rechten zur Synagoge verhindern.
Bei der Demonstration unter dem Motto:„Trauermarsch: Den eigenen Opfern gedenken“ handelt es sich jährlich um eine der größten rechten Demonstrationen in Deutschland. Organisator war die „Junge Landsmannschaft Ostdeutschland e.V.“ (JLO), Treffpunkt war die Altstädter Elbseite am Landtag.