
Störungsmelder » JN-Theorieorgan „Hier&Jetzt“ mit neuer Chefredakteurin
Bereits in der letzten Ausgabe des Theoriemagazins „Hier&Jetzt“ der Jungen Nationaldemkraten (JN) Sachsen kündigte deren bisheriger Chefredakteur, Johannes Nagel, den Rückzug von dem Posten an. Mit der aktuellen zehnten Ausgabe ist nun klar, dass mit Angelika Willig eine promovierte Philosophin das ambitionierte Projekt fortsetzen soll. Angelika Willig, Jahrgang 1963, war längere Zeit Redakteurin der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“, bis sie sich in Richtung NPD verabschiedete. Seitdem schreibt sie nicht nur regelmäßig für das Blatt „Nation Europa“ (NE), sondern auch für die NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ (DS). Willig soll nun also als Chefredakteurin das Theorieorgan „Hier&Jetzt“ auf Kurs halten. Im Editorial begründet sie dabei die aktuelle Schwerpunktsetzung des Hefte, das ganz dem Literarischen gewidmet ist, wie folgt: „Wir sind der Widerstand! Wir brauchen Bücher, die sensibel und nachdenklich machen und schön sind. Denn radikal sind wir selber.“ So widmet denn auch Robert Waldstetter dem wahren Literatentum einen umfangreichen Text, während sich Arne Schimmer dem Dichter Rolf Schilling widmet. Von beiden wird die Gegenwart als Zeit der Dekadenz und Verunmöglichung künstlerisch hochstehenden Anspruchs interpretiert. Und schließlich erinnert der ehemalige Chefredakteur Johannes Nagel an den Autor Edwin Erich Dwinger. Das heimliche Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe ist jedoch eine unausgesprochene Auseinandersetzung des JN-Spektrums mit dem rechtskonservativen Wochenblatt „Junge Freiheit“ (JF) und dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS). Dies ergibt sich nicht nur aus der bloßen Gegenwart der neuen Chefredakteurin, sondern auch aus mehreren Beiträgen. So wird bspw. dem ebenfalls ehemaligen JF-Redakteur und heutigem Pressesprecher der NPD-Landtagsfraktion M-V, Andreas Molau, wie schon in der ersten Ausgabe ein ausgiebiges Interview gewährt, was dieser prompt zur harschen Abgrenzung nutzt. Er wirft JF und IfS Anpassung ans „System“ und „intellektuelle Selbstbefriedigung“ vor.