Braune Szene im Vormarsch – aber NPD hat Probleme
Hitler-Parole auf Feuerwehrfest, Prügel gegen Linke, Gebrüll vor Gedenkstätte: Doch der Neonazi-Partei nützt das wenig. Es sind „nur“ drei Vorfälle vom Wochenende, doch sie zeugen exemplarisch von der anhaltenden und vielschichtigen Bedrohung durch den Rechtsextremismus in Brandenburg. In Frankfurt (Oder) überfiel in der Nacht zu Sonntag, wie berichtet, ein Mob vermummter, mutmaßlicher Rechtsextremisten den linken Studentenclub „Grotte“, der bereits im November Ziel eines gewaltsamen Angriffs gewesen war. Vor der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück brüllt ein 15-Jähriger Nazi-Parolen. In Lübbenau kamen am Sonnabend junge Feuerwehrmänner zum „1.Spreewald-Cup der Feuerwehren“ mit T-Shirts, auf denen in altdeutscher Schrift ein Spruch Adolf Hitlers prangte: „Flink wie die Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“. So hatte sich der Diktator die deutsche Jugend gewünscht – um sie als Kanonenfutter im Krieg verheizen zu können. Doch ein Feuerwehr-Funktionär wiegelte gegenüber der „Lausitzer Rundschau“ ab: Die jungen Männer hätten die Parole „einfach geil“ gefunden, „weil sie sich als Feuerwehrleute ja auch so fühlen, wie es da steht: flink, zäh und hart“. Der Naivität zum Trotz gab es nach dem Fest reichlich Protest. Die CDU-Abgeordnete Roswitha Schier empfand die T-Shirt-Parole als „Schlag ins Gesicht aller Feuerwehrleute“. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sieht ein Problem mangelnder politischer Bildung in Teilen der Bevölkerung und glaubt, die jungen Leute hätten nicht gewusst, wo der Spruch herkommt. Doch der Minister fordert, es müsse aufgeklärt werden, wer die T-Shirts in Auftrag gab. Und Schönbohm ärgert sich, dass bei dem Feuerwehrfest die seltsamen Leibchen „lange keinem aufgefallen sind“.