Rechtsextremismus: DVU auf dem Abstellgleis
Nach ihrem Wahldebakel in Hamburg, dem Austritt ihres einzigsten Abgeordneten im Bremer Landesparlament und anhaltenden Mitgliederverlusten, ist die DVU endgültig auf dem Abstellgleis gelandet. In „Nachverhandlungen“ zum „Deutschland-Pakt“ wird die NPD ihrem „Bündnispartner“ DVU die neuen Bedingungen diktieren… Es scheint so, als würde sich die neonazistische DVU fast schon demütig in ihr Schicksal ergeben und sich ihrem „Bündnispartner“ im sogenannten „Deutschland-Pakt“, der NPD, unterordnen. Fast wie selbstverständlich, ohne die Notwendigkeit einer näheren Erläuterung zu sehen oder erst die „Nachverhandlungen“ mit der DVU abzuwarten, kündigen NPD-Funktionäre an, dass sie vom Einzug der NPD in den Landtag von Thüringen nach den Landtagswahlen im Freistaat 2009 ausgehen – und das, obwohl nach den Vereinbarungen des „Deutschland-Paktes“ eigentlich die DVU zur nächsten Landtagswahl in Thüringen antreten soll. Aber offensichtlich betrachtet die NPD die „Nachverhandlungen“ nur als Formsache und legt das Ergebnis dieser „Nachverhandlungen“ alleine im voraus fest. Die Zerfallserscheinungen der DVU, die seit ihrer Gründung 1987 eh nie etwas anderes als eine Phantompartei war, haben zwischenzeitlich ein Ausmaß erreicht, dass sie nicht nur auf das Abstellgleis geführt hat, sondern wohl auch den Parteivorsitzenden Gerhard Frey resignieren ließen. Sichtbar wird diese Entwicklung an vier Punkten: Bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen Anfang 2008 erzielte die DVU nur 0,8 Prozent – ein Ergebnis, das zum Teil erheblich unter den Ergebnissen der NPD bei anderen Landtagswahlen liegt. Bei den Bremer Bürgerschaftswahlen 2007 konnte die DVU zwar ihr Mandat in der Bürgerschaft halten, musste aber Stimmenverluste hinnehmen – und zwischenzeitlich hat sie dieses eine Mandat durch den Parteiaustritt des Abgeordneten auch noch verloren. 2007 fiel die Mitgliederzahl der DVU von 8.500 auf 7.000 erneut weiter ab, hauptsächlich durch die Überalterung der Mitglieder. Damit liegt die DVU erstmals seit langer Zeit auch hinsichtlich des Mitgliederbestandes hinter der NPD. Und schließlich: In Brandenburg liegt die DVU in Umfragen bei nur 1 Prozent, während die NPD bei etwa 4 Prozent liegt – und das, obwohl die DVU seit 1999, also seit nunmehr 9 Jahren, in Fraktionsstärke im Landtag vertreten ist.