Totes Baby in Baden-Württemberg – Wie aus “Kameraden“ Todfeinde werden – Panorama – sueddeutsche.de
Totes Baby in Baden-Württemberg – Wie aus “Kameraden“ Todfeinde werden – Panorama – sueddeutsche.de
Das Baby einer 20-jährigen Schweizerin wurde im Eisschrank gefunden – jetzt stellt sich heraus, dass sie und ihr Verlobter offenbar zur Neonazi-Szene gehören. Neonazis und extreme Rechte geben sich gern als Familienfreunde. Sie buhlen mit Kampagnen wie „Todesstrafe für Kinderschänder“ um Sympathien im bürgerlichen Lager. So kann den Neonazis überhaupt nicht recht sein, was sich in der baden-württembergischen Kleinstadt Horb ereignet hat. Dort entdeckte eine Frau vor rund zwei Wochen ein totes Baby im Gefrierschrank – es stammt von ihrer künftigen Schwiegertochter und war wohl ihr Enkelkind. Die 20-jährige Mutter J. zeigte sich bei der Polizei selbst an. Angeblich habe sie von ihrer Schwangerschaft nichts bemerkt – ebensowenig wie ihr 30-jähriger Partner W., der zur stramm-rechten Szene gehört. Auch die Kameraden aus der Neonazi-Szene wollen nichts bemerkt haben. (…) W., der Horber Verlobte der jungen Frau, hat allem Anschein nach seit mehr als zehn Jahren in der Neonazi-Szene verkehrt. Nach Auskunft seiner bisherigen „Kameraden“ sei er Sänger der Band Sturmpropheten. Dazu befragt, verweigern das Landesamt für Verfassungsschutz und das Innenministerium in Baden-Württemberg jede Auskunft. Sie wollen nicht einmal bestätigen, ob ein Mann aus Horb in der Musikgruppe spielt – weil das eine „personenbezogene Auskunft“ sei. Die Behörden fürchten die Enttarnung des Rechtsrockers selbst ohne Namensnennung, weil Horb „nur“ rund 25.000 Einwohner hat. Ansonsten hat der Verfassungsschutz aber keine Hemmungen, Neonazi-Bands ihren Herkunftsgemeinden zuzuordnen. Die Band Sturmpropheten ist laut seinem Bericht beispielsweise eine Calwer Band. Den Gruppen-Mitgliedern von dort droht offenbar keine Enttarnung. Es gibt nun aus der Neonazi-Szene bereits Todesdrohungen gegen den mutmaßlichen Sänger der Sturmpropheten. Ein Schweizer namens „Matze“, der den Horber angeblich seit mehr als zehn Jahren kennt, schreibt: „Da muss was passieren, und zwar so, dass auch der Letzte in der Bevölkerung sieht, dass wir sowas nicht dulden.“ Er schließt seine Polemik mit: „Heil Hitler!“ Dieser Schweizer Neonazi präsentiert sich im Internet mit einem Sturmgewehr vor eine Hakenkreuz-Flagge. Kommt es womöglich zur internen Gewalt in der rechtsextremen Gruppe?
siehe auch: Totes Baby von Horb: Nazis fordern Tod der Eltern. Das Horber Paar, bei dem vor zwei Wochen ein totes Baby im Gefrierschrank entdeckt worden ist, verkehrte in der Neonazi-Szene. Bisherige „Kameraden“ machen den Verlobten der 20-jährigen Mutter mitverantwortlich für die Tat.




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