NPD – Rotlicht im braunen Sumpf – Politik – sueddeutsche.de
Die Wahl zwischen Puff und Propagandazentrum: Ein Mühlenbesitzer benutzt die NPD, um die Genehmigung für einen FKK-Club durchzusetzen. Braune Interessen, die die Immobilienpreise steigern: Der rassistische Rechtsanwalt Jürgen Rieger und NPD-Kader Thomas Wulff. Es ist inzwischen beinahe Routine geworden, dass Neonazis verzweifelten Immobilienverkäufern gerne dabei behilflich sind, mattes Interesse an ihren feilgebotenen Objekten ein wenig anzuheizen. Landgasthäuser, Bahnhöfe, Stadthallen, Hotels und Kinos ob in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Brandenburg oder Bayern – offenbar würden Neonazis in ganz Deutschland in jedem abrissreifen Gebäude ein „Schulungszentrum“ errichten, wenn sie nur kaufen dürften. Meistens aber kaufen andere, sobald die vermeintlichen braunen Begehrlichkeiten publik werden, nämlich die betroffenen Kommunen selbst – zu überhöhten Preisen. Verfassungsschützer sind sicher, dass Neonazis nach erfolgreichem Verkauf eine Provision für ihre nur zum Schein angemeldeten Absichten kassierten. So weit, so bekannt. Das niedersächsische Embsen jedoch ist nun mit einer besonders pikanten Variante dieses Spielchens konfrontiert: Für die dortige Windmühle, die schon länger zum Verkauf steht, interessiert sich außer der braunen Szene auch das Rotlicht-Milieu. Die Alternative lautet nun womöglich: Puff oder Propaganda-Zentrum?