Jüdische Gäste brüskiert – Gedenksteine: Eklat beim Festakt in Alfter – EXPRESS online – Bonn
Skandal bei der Verlegung von vier Stolpersteinen. Zum Gedenken an die deportierte jüdische Familie Cossmann sollten sie vor dem Haus Knipsgasse 28 eingelassen werden. Doch plötzlich kamen der Besitzer und eine Bewohnerin aus dem Haus und schockierten die Anwesenden mit den Worten: „Wir wollen die Steine hier nicht haben.“ In diesem Haus wohnten die vier Mitglieder der jüdischen Familie bis 1942. Die heutigen Bewohner wollten von den Gedenk-Steinen nichts wissen. Wie müssen sich nur die Enkel einer in Auschwitz ermordeten Alfterer Jüdin gefühlt haben? Sie waren aus Israel und Großbritannien angereist, hatten der Verlegung von fünf anderen Stolpersteinen beigewohnt.
siehe auch: „So etwas habe ich noch nie erlebt!“. Anwohner protestieren gegen Stolpersteine in Alfter. Vor dem Haus der Familie Brenig, Hauptstraße 160, Walberberg, wurden die Gedenktafeln an die Familie Jonas versenkt. Der Kölner Künstler Gunter Demnig nimmt kein Blatt vor den Mund: „Die wollten, dass ich die Steine in einer Ecke verlege, auf der Hunde draufpissen.“ Gemeint waren der Besitzer und die Mieterin eines Hauses in Alfter. Genau vor diesem Haus wollte Demnig vier seiner Stolpersteine verlegen, die an das Schicksal der Familie Cossmann (Frieda, Josef, Karl und Therese) erinnern sollten, die am 20. Juli 1942 von Alfter aus von den Nazis deportiert und im Ghetto von Minsk ermordet wurden.
Die Mieterin des Hauses befürchtete jedoch Schlimmstes: sie habe Angst, dass ihr die Scheiben von der manchmal unberechenbaren Laufkundschaft eingeschlagen werden könnten, schließlich gäbe es einige Kneipen in der Nähe. Die Anwesenden, unter ihnen Alfters Bürgermeisterin Bärbel Steinkemper, diverse Ratsmitglieder sowie Vertreter der Bürgergruppe „Lebendiges Alfter“, die vor eineinhalb Jahren den Anstoß zur Verlegung von Stolpersteinen in Alfter gegeben hatte, reagierten mit betroffenem Schweigen. Doch Demnig ließ sich nicht beirren. Anders als geplant, ließ der Künstler seine Betonwürfel mit der darauf angebrachten Gedenktafel aus Messing, auf der gegenüberliegenden Straßenseite ins Pflaster ein.