Neonazi-Attentat auf Passauer Polizeichef
via Neonazi-Attentat auf Passauer Polizeichef | Netz gegen Nazis.
Am Samstag Nachmittag wurde der Passauer Polizeichef Alois Mannichl durch einen Messerangriff schwer verletzt. Der Täter bedrohte ihn direkt vor der Tat – mit einer Parole der örtlichen NPD. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, der Tatverdacht bestätigte sich Medienberichten zufolge jedoch nicht. Fährt man von Passau in Richtung Süd-Westen, führt die Straße nach rund zwölf Kilometern durch die kleine Gemeinde Fürstenzell. Noch bevor man den Marktplatz erreicht, steht auf der rechten Straßenseite ein heruntergekommenes Gebäude: “Traudls Café”. Die Immobilie sei im Besitz eines NPD-Funktionärs, verlautbarte die Passauer NPD unlängst. Ob das stimmt, ist unklar. Der örtliche Kreisverband der neonazistischen Partei nutzt die kleine Gaststätte aber seit über zwei Jahren regelmäßig. Ein paar hundert Meter weiter steht das Wohnhaus des Passauer Polizeichefs Alois Mannichl. Der 52-jährige ist für die “Überparteiliche Wählergemeinschaft” in der Kommunalpolitik aktiv, sitzt im Gemeinderat von Fürstenzell und hat zusammen mit Bürgermeister Franz Lehner und anderen EinwohnerInnen zumindest zaghaft damit begonnen, gegen die ständige neonazistische Präsenz im Ort aktiv zu werden. Gegenüber “Traudls Café” haben die Protestler der 8000 Einwohner Gemeinde ein Schild aufgestellt: “Bürger gegen Extremismus”. (…) Dass der Täter aus der Neonazis-Szene stammen könnte, ruft in den Medien und in der Politik Entsetzen hervor. Nur wenige Medien stellen den Zusammenhang her zu anderen brutalen Angriffen von Rechtsextremen. Viele sprechen dagegen von einer “neuen Dimension der Gewalt”. Über die Tatsache, dass Neonazis in diesem Jahr bereits drei Menschen ermordet haben, wird wenig berichtet. Das gilt auch für Berichte über die Zunahme rechtsextremer Straf- und Gewalttaten im Raum Passau. 83 Straftaten von rechts zählte die Polizei allein in diesem Jahr im Raum Passau. 2007 waren es nicht einmal halb so viele. Nach dem Angriff auf den Polizeichef sind es AntifaschistInnen der “Antifa Passau”, die am Wochenende auf eine interessante Spur aufmerksam machen: Die Parole, die der Täter vor der Attacke rief, hatte vorher auch die örtliche NPD verwendet. Passauer NPD-Aktivisten waren im November bei den Gedenkveranstaltungen in Passau mit Polizeidirektor Mannichl aneinander geraten. In einer anschließend verschickten Pressemitteilung hatte die neonazistische NPD geschrieben: “Sichtlich verärgert, stellte sich nun Mannichl auf eine Grabplatte gefallener Soldaten und trampelte mit seinen Schuhen auf einem Gedenkgesteck herum.” Mittlerweile hat die Passauer NPD diese Passage stillschweigend von der eigenen Homepage entfernt.
siehe auch: Passau: Polizei nimmt zwei Verdächtige fest. Nach dem Mordanschlag auf den Polizeichef Alois Mannichl haben die Ermittler eine erste heiße Spur. Die zwei festgenommenen Männer passten auf die Beschreibung des Opfers. Nach dem Attentat auf den Chef der Passauer Polizei, Alois Mannichl, sind am Sonntag zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch bestätigte die beiden Festnahmen.
Posted on 15.12.2008, in Anti-Antifa, Dienste, Gewalt, Internet, Kameradschaft, NPD, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. 1 Comment.









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