Bündnis gegen Rechts in Friedberg: 500 Menschen blockieren NPD-Aufmarsch
Rund 500 Gegendemonstranten haben den geplanten Aufmarsch von NPD-Mitgliedern in Friedberg verhindern können. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Samstag blockierten die Teilnehmer des Anti-Nazi-Protests die Route der rund 100 NPD-Anhänger. Derzeit verhandelten die Rechtsextremisten mit Polizei und Stadtverwaltung über mögliche Ausweichstrecken. Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten sei es nicht gekommen. Am Morgen hatten nach Angaben des Wetterauer Bündnisses gegen Rechts rund 2000 Menschen an einem Gedenkgottesdienst in der Friedberger Stadtkirche teilgenommen. An dem anschließenden „Geh-Denk-Spaziergang“ vorbei an historischen Stätten in Friedberg, in denen Juden gewohnt haben und verfolgt wurden, hätten sich etwa 700 bis 800 Menschen beteiligt, sagte Bündnissprecherin Cornelia Wenk. Klares Ziel des Protests sei es, die Demonstration der NPD zu verhindern.
siehe auch: Naziaufmarsch in Friedberg: aktuelle Infos im Live-Ticker II. aktuelle Infos über den geplanten Naziaufmarsch der NPD in Friedberg und über die antifaschistischen Gegenaktionen im Live-Ticker auf identica und Twitter weitere INFOS hier; Protest gegen NPD-Aufmarsch. Ein massives Polizeiaufgebot am Samstag in Friedberg. Rund 100 Rechtsextreme, 500 Gegner und mehrere Hundertschaften der Polizei fanden sich am Samstag in Friedberg ein. Die NPD hatte einen Aufmarsch ohne Auflagen per Gericht durchgesetzt. Wegen der Gegendemonstranten hätten die Rechtsextremen bis zum Nachmittag an ihrem Treffpunkt, dem Burgtor am Rande der Innenstadt, ausharren müssen, sagte ein Polizeisprecher. (…) Bereits um 9 Uhr hatten sich rund 300 Menschen in der evangelischen Stadtkirche versammelt. Beim „Geh-Denken“ zu einem jüdischen Friedhof und ehemaligen jüdischen Geschäftshäusern erinnterten sie an die Opfer des Nationalsozialismus. Bei den Pogromen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 stand auch in Friedberg die Synagoge in Brand; DGB erfreut über „breiten Widerstand“ gegen die heutige NPD-Demonstration. Das Wetterauer Bündnis gegen Rechts hat heute innerhalb weniger Monate zum zweiten Mal gegen eine NPD-Demonstration in Friedberg breiten Widerstand organisiert. „Ich bin sehr erfreut, dass so viele Menschen dem Aufruf des DGB und der Bündnispartner gefolgt sind, sich gewaltlos der NPD in den Weg zu stellen“, so der DGB Regionsvorsitzende Mittelhessen, Ernst Richter. Nach dem Erfolg am 1. August habe sich erneut gezeigt, dass nicht nur die Friedberger, sondern die komplette Wetterau Neo-Nazis nachhaltig nicht dulden will. Empört zeigte sich Richter über den Polizeiaufwand, mit dem „für ein kläglicher Haufen extrem Rechter“ die Ordnungskräfte den Neofaschisten eine alternative Demonstrationsroute sicherte.



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Genauso war´s, ich komme eben von der Demo zurück, nur geht die Geschichte weiter. Nachdem die NPD-Demo umgeleitet wurde, sind wir mit etwa 400 Leuten mitten auf der Kaiserstraße eingekesselt worden und durften den Kessel nur nach Feststellung der Personalien per Video-Kopie verlassen. Und das an einem Ort, wo vor 71 Jahren auch in Friedberg nicht nur Kristall zerschlagen wurde, sondern auch nur wenige Jahre später schon mal Menschen wie Vieh zusammengetrieben wurden. Momentan fehlen mir die Worte …
HINTERGRUND
Zu den beiden Friedberger Einkesselungen am 7. 11.2009 auf der Kaiserstraße siehe auch folgendes Urteil zum „Hamburger Kessel“ aus 1987:
http://ea-frankfurt.org/hamburger-kessel
Rechtssatz:
1. Das Versammlungsgesetz enthält keine Rechtsgrundlage dafür, die Teilnehmer einer nicht aufgelösten Versammlung am Ort festzuhalten oder in Gewahrsam zu nehmen und im Zusammenhang hiermit ihre Identität festzustellen. (…)
(GG Art. 34; BGB §§ 839, 847; VersammlG §§ 1 I, 8 I, 13, 15; HbgSOG § 13 I Nr. 1, IV)