Rechtsextremismus als (un)soziale Bewegung
Das Phänomen des Rechtsextremismus unterlag in den vergangenen Jahrzehnten eklatanten Wandlungen, wenn auch starke ideologische, organisatorische und personelle Kontinuitätslinien erkennbar sind. Aufgrund dieser hohen – vor allem ideologischen – Heterogenität des Spektrums gibt es zahlreiche Zusammenhänge und netzwerkartige Strukturen, die sich nicht erklären lassen, wenn eine Analyse nur Teilaspekte herausgreift. (…) Eine soziale Bewegung ist nach dem Bewegungsforscher Dieter Rucht ein auf eine gewisse Dauer angelegtes Handlungssystem mobilisierter Netzwerke von Gruppen und Organisationen, welche einen grundlegenden sozialen Wandel herbeiführen, verhindern oder rückgängig machen wollen. Sozialer Wandel meint dabei eine grundlegende Veränderung der Gesellschaftsordnung. Eine einzelne Partei ist keine Bewegung, kann aber sehr wohl Teil einer solchen sein. Deshalb gibt es auch kein allgemein anerkanntes Programm. Allerdings gibt es eine gemeinsame Identität und Interaktions- und Funktionszusammenhänge zwischen den einzelnen Gruppen. Es gibt eine Art „Wir-Gefühl“ zwischen den Beteiligten, welches sich nicht zuletzt durch Symbole und Zeichen ausdrückt. Um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen nutzen soziale Bewegungen Protestformen, welche sich von der Unterschriftensammlung bis zur Gewaltanwendung erstrecken können. Die rechtsextreme Szene in Deutschland besteht aus einer kaum überschaubaren Vielzahl von Organisationen, Vereinen und einzelnen Personen, die durch netzwerkartige, nicht hierarchische Strukturen miteinander verbunden sind. Dies können neben Organisationen regelmäßige Veranstaltungen, gemeinsame Publikationsprojekte oder auch persönliche Freundschaften sein.
via npd-blog.info: Rechtsextremismus als (un)soziale Bewegung
Posted on 25.12.2010, in Gewalt, Kameradschaft, NPD, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a Comment.









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