Archiv für den Monat April 2011
12 NPD-Anhänger sorgen für Großeinsatz der Polizei
Zu einem Großeinsatz der Polizei ist es am Samstag im Bremer-Stadtteil Gröpelingen gekommen. Hintergrund war eine Kundgebung der NPD, die gerade einmal 12 Anhänger besucht hatten. Zurück ging es mit zwei Taxis. (…) Mit dieser (Minus-)Rekordkulisse hat offenbar auch die Polizei nicht gerechnet, die nach Informationen des „Weser-Kurier“ mit „mehreren Hundert Beamten im Einsatz“ gewesen war. Unter anderem leistete auch die Polizei aus Mecklenburg-Vorpommern Unterstützung. Der Veranstaltungsort blieb einige Stunden weiträumig gesperrt. (…) Gegen die Veranstaltung der NPD demonstrierten etwa 150 Personen.
via endstation rechts: 12 NPD-Anhänger sorgen für Großeinsatz der Polizei
siehe auch: NPD sorgt für Großeinsatz. Am Rande einer Kundgebung der rechtsextremen NPD ist es gestern Nachmittag in Gröpelingen zu Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Vier Demonstranten wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung vorübergehend in Gewahrsam genommen. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz, die Kräfte kamen zur Verstärkung der Bremer Einheiten unter anderem aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Während der NDP-Kundgebung mit lediglich zwölf Teilnehmern war der Ort der Veranstaltung über mehrere Stunden weiträumig abgesperrt. (…) Als die Kundgebung vorbei war, ließ die Polizei zwei Taxis vorfahren, um der NPD-Gruppe den gefahrlosen Abzug zu ermöglichen; Bilder von der NPD-Demo in Gröpelingen. 12 NPD-Mitglieder haben am Samstag mehrere Hundert Polizisten sowie einige Gegendemonstranten auf Trab gehalten.
Hetzerische Entgleisung
Das Amtsgericht Oranienburg hat den dortigen NPD-Stadtverordneten Detlef Appel (Jg. 1955) wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Der NPD-Kommunalpolitiker und vormalige brandenburgische NPD-Landesvize Appel hatte am 22. Februar vergangenen Jahres bei einer öffentlichen Diskussion im Stadtparlament für einen Eklat gesorgt: Die NPD könne die Einsetzung eines Schulsozialarbeiters an der Havel-Grundschule unterstützen. Allerdings sei es dringender, die Ursache für die Probleme zu bekämpfen. „Deshalb müssen die Migranten dort beseitigt werden“, so argumentierte Appel im Stadtparlament.
via bnr.de: Hetzerische Entgleisung
Protesters rally against Sweden Democrat march
Eggs flew through the air and several hundred counter-demonstrators chanted „No racists in our streets“ to protest against a march by the Sweden Democratic Youth (SDU) in Gothenburg on Sunday. The group of counter-demonstrators began to gather at 1pm outside the city library in central Gothenburg at Götaplatsen. A short while later a white bus rolled up to Götaplatsen and out stepped several people from SDU dressed in yellow shirts and carrying Swedish flags. Counter-demonstrators stood up immediately and started chanting „No racists in our streets!“ All of Götaplatsen was blocked just before the 2pm start of SDU’s scheduled demonstration. The Sweden Democrats’ youth league organised Sunday’s demonstration to protest against what the group perceives as „anti-Swedish“ currents in society. „We are demonstrating against anti-Swedishness in general, something which is characteristic of society,“ SDU leader William Hahne told The Local ahead of the rally. (…) Police created a path with the help of buses and police horses so that the march could move forward.Counter-demonstrators sat down in front of the buses in an attempt to stop them. The atmosphere was described as rancorous but without violence by TT’s on-site reporter. Approximately 100 to 150 people from SDU were expected to participate in the Sunday rally. Counter-demonstrators will be between 500 and 1,000 persons, guessed Nord.
via thelocal.se: Protesters rally against Sweden Democrat march
Brussels outrage over Lund ‘slave auction’
What began as a tasteless student joke in Lund has now elevated and seized the attention of the European Network Against Racism (ENAR) The organisation, based in Brussels, wrote an open letter to Sweden’s Minister for Democracy and European Affairs Birgitta Ohlsson expressing its utter disgust at the „slave auction“ in Lund. The incident took place last Saturday at a “jungle party” party organised by the student organization Halland Nation, where three people with blackened faces and lynching ropes around their necks were led into the hall by a white „slave trader.“ “Te ENAR condemns without reservation such actions and stresses that such behaviour is totally unacceptable in a country of long Human Rights tradition such as Sweden,” said ENAR Chairperson Inari Chibo Onyeji and its director Michael Privot in the letter to the Swedish minister. The organisation requested that the Swedish government take action to identify and prosecute the perpetrators. “As these crimes are motivated by racial hatred the Swedish government is obliged to take appropriate measures to ensure the safety of members of minority communities,” the letter added. Finally the ENAR, a network composed of more than 700 organizations working to combat racism in all EU member states, reminds Ohlsson that 2011 has been declared by the United Nations General Assembly as the Year For People of African Descent.
via thelocal.se: Brussels outrage over Lund ‘slave auction’
NPD-Mitarbeiter wegen Volksverhetzung vor Gericht
Ein Berliner Amtsgericht verhandelt laut rbb am 26. April 2011 gegen einen Mitarbeiter der NPD-Pressestelle. Er soll einen Plan zur Ausweisung von Ausländern verbreitet haben. Dem 44-jährigen Angeklagten werde Volksverhetzung vorgeworfen. Gemäß dem im September 2009 in der Parteizentrale der rechtsextremen Partei verfassten Aufruf sollten auch Deutsche mit Migrantionshintergrund das Land verlassen. Der frühere Berliner Landeschef der NPD, Jörg Hähnel, war im Dezember 2010 im Zusammenhang mit dem im Internet verbreiteten Aufruf wegen Volksverhetzung zu zehn Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht hatte eine weitere Strafe einbezogen. Am kommenden Freitag soll laut rbb der Berufungsprozess des 35-jährigen Liedermachers und NPD-Funktionärs vor dem Landgericht stattfinden.
via npd-blog.info: NPD-Mitarbeiter wegen Volksverhetzung vor Gericht
SPD-Linke rebelliert gegen Sarrazin-Deal
Das plötzliche Ende des Parteiausschlussverfahrens gegen Thilo Sarrazin sorgt für Ärger: Insbesondere der linke Flügel der Berliner SPD rebelliert gegen die Einigung mit dem heutigen Bestsellerautor. Der selbst sprach jetzt von einem „Sieg der Vernunft“. Auch unter den Mitgliedern mit ausländischen Wurzeln schlägt die Empörung hohe Wellen. (…) Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus, Dilek Kolat, forderte von der Generalsekretärin der Bundespartei, Andrea Nahles, eine „nachvollziehbare Erklärung“. Nahles hatte am Donnerstag in der mündlichen Verhandlung der Schiedskommission des Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf die Bundes-SPD vertreten. Sie sowie die Vertreter des Kreis- und des Landesverbandes zogen überraschend ihre Anträge zurück, nachdem Sarrazin eine Erklärung abgegeben hatte. Danach wollte er zu keiner Zeit sozialdemokratische Grundsätze verletzen oder Migranten diskriminieren.
via rp online: SPD-Linke rebelliert gegen Sarrazin-Deal
siehe auch: Die SPD schafft sich ab. Was muß Sarrazin noch tun, um aus seiner Partei zu fliegen? Den Hitlerguß zeigen? Nackt durch Berlin-Neukölln rennen, um Muslime zu provozieren? Oder zur Wahl einer anderen Partei aufrufen wie einst Wolfgang Clement? Mit ihrem Verzicht, Thilo Sarrazin aus der Partei zu werfen, hat sich die SPD zum Gespött gemacht; REAKTIONEN – Freude bei Sarrazin, Wut bei Lagodinsky. Sergey Lagodinsky, der Gründer des „Arbeitskreises jüdische Sozialdemokraten“, ist aus Protest gegen den Umgang seiner Partei mit dem Fall Thilo Sarrazin aus der SPD ausgetreten. „Ich kann es in einer Partei mit einem Sarrazin aushalten, aber ich kann es nicht in einer Partei aushalten, die sich aus Angst vor dem Stammtisch einem Sarrazin nicht stellen will. Oder noch schlimmer: die nicht mal weiß, ob sie das will“, schrieb Lagodinsky am 23. April an Generalsekretärin Andrea Nahles. Durch die Rücknahme des Antrags auf Parteiausschluss von Thilo Sarrazin sei seine Hoffnung zunichte gemacht worden, dass sich die SPD „der Vielfalt unserer Gesellschaft stellt“; Sarrazin pardon sparks fierce SPD backlash. There was mounting resentment Tuesday among centre-left Social Democrats against the party’s decision not to expel Thilo Sarrazin over his incendiary statements on immigration. Prominent Social Democratic Party (SPD) politicians across the country have begun to air their deep dissatisfaction over the party leadership’s decision, announced last Thursday, to abandon expulsion proceedings against the former Bundesbank board member and Berlin finance minister. (…) “The solid relationship we have painstakingly built with the immigrant community is threatening to come apart,” the party’s chief in the state of Baden-Württemberg, Nils Schmid, told news magazine Der Spiegel on Tuesday. “The meagre (party) statement is unsatisfactory. His biological claptrap was the basis of our accusation that he was behaving in a way that damaged the party. He has not distanced himself from that.” SPD Berlin head Michael Müller told reporters he had hoped for a “clear and unambiguous judgement.” Bundestag MP Ernst Dieter Rossmann warned in the Passauer Neue Presse that Sarrazin must not be allowed “the freedom to do whatever he wants.” Sergey Lagodinsky, founder of the Working Group of Jewish Social Democrats, announced he was quitting the party in protest, according to the Süddeutsche Zeitung. In a letter to SPD general secretary Andrea Nahles he wrote that “as a Jewish person” he had seen the possibility “to revive the long tradition of Jews in Germany, together with other minorities and the majority in our country.” This hope was however now dashed, he wrote.
Neonazis bedanken sich für „großzügige Spende“
Dass sie über üppig gefüllte Kassen verfügen würden, lässt sich von den allermeisten „parteifreien“ Neonazigruppen in Nordrhein-Westfalen nicht behaupten. Die meisten von ihnen scheinen finanziell auf das angewiesen zu sein, was die eigenen Mitglieder für die Arbeit beisteuern. Im östlichen Ruhrgebiet ist das etwas anders. Die „Ortsgruppe Unna“, die zum Netz „parteifreier“ Neonazis im Kreis Unna gehört, bedankte sich dieser Tage artig für eine „großzügige Spende“, die sie vor einem Monat erhalten habe. Der Spender wolle anonym bleiben, und auch welche Summe er den „Kameraden“ in die Hand drückte, mochte die „Ortsgruppe“ aus der Kreisstadt – die Neonazis des „Freien Netzes Kreis Unna“ bezeichnen ihre örtlichen Gruppen und Grüppchen analog zur NSDAP inzwischen als „Ortsgruppen“ – nicht verraten. Mitgeteilt wurde nur, dass für das Geld 15.000 „Propagandakleber“, 10.000 Flugblätter mit dem Motiv „Die Demokraten bringen uns den Volkstod!“ sowie „THemden“ bestellt worden seien. In der Vergangenheit war Hans-Joachim Voß, der unlängst wiedergewählte Kreisvorsitzende der NPD für Unna und Hamm*, des Öfteren als Sponsor der Neonazis aus dem östlichen Ruhrgebiet aufgetreten.
via nrw rechtsaußen: Neonazis bedanken sich für „großzügige Spende“
Spätes Gedenken an Kärntner Nazi-Opfer
Gedenktafel und Demo für deutsch-slowenische Widerstandskämpfer geplant. „Sie haben ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitet und während des Kriegs Feindmächten Vorschub geleistet“, heißt es in der Anklageschrift der NS-Justiz. Am 12. Jänner 1945 wurden in Graz die Todesurteile an den Kärntner Widerstandskämpfern der „Gruppe Käfer“ vollstreckt. Zehn Tage vorher hatte NS-“Blutrichter“ Roland Freisler die insgesamt 13 Angeklagten am Klagenfurter Landesgericht persönlich zum Tod durch den Strang und durch Enthauptung verurteilt. Drei mussten ins Straflager. Freisler hatte es sich nicht nehmen lassen, selbst nach Klagenfurt zu kommen, um den Widerstand in Kärnten schon im Keim zu ersticken. Bis heute sind das Ehepaar Markus und Irma Käfer und die von ihnen geleitete Widerstandsgruppe aus dem kollektiven Kärntner Gedächtnis ausgeklammert. Bis heute umgibt auch deren Nachkommen die Aura des Verrats und der Kollaboration mit den „Feindmächten“ des Nazi-Regimes. Das will eine Plattform, bestehend unter anderen aus den Organisationen Memorial Kärnten/Koroska, dem Slowenischen Kulturverband sowie Österreichische Hochschülerschaft, nun ändern. Am 29. Mai soll ein Gedenkmarsch in Klagenfurt an die Widerstandskämpfer erinnern. Dieser wird am damaligen Gestapo-Hauptquartier, dem heutigen Museum Moderner Kunst (MMKK), seinen Ausgang nehmen und bis vor das Klagenfurter Landesgericht führen. Dort soll auch eine Gedenktafel für Opfer der NS-Justiz angebracht werden.
via derstandard.at: Spätes Gedenken an Kärntner Nazi-Opfer
Auschwitz-Schriftzug-Imitation über Römer Strasse montiert
Unbekannte haben über eine Strasse in Rom eine Nachahmung des Auschwitz-Schriftzuges «Arbeit macht frei» angebracht. Der Schrifttyp des Schildes sei derselbe wie bei dem Tor-Schriftzug aus dem früheren Konzentrationslager Auschwitz gewesen, verlautete am Montag aus römischen Polizeikreisen. Polizisten hätten die in der Nacht auf zwei Zäune links und rechts einer Strasse im Szene-Viertel Pigneto montierte englischsprachige Version des Schildes («Work will make you free») entfernt. Roms Bürgermeister Gianni Alemanno sprach von einer «Schande». Die Urheber dieser «antisemitischen Inschrift» müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Alemanno bekundete der jüdischen Gemeinde Roms seine Solidarität. Italien begeht jährlich am 25. April den Tag der Befreiung vom Faschismus.
via news.ch: Auschwitz-Schriftzug-Imitation über Römer Strasse montiert
siehe auch: Insulti, sfregi, offese. Il 25 aprile purtroppo rimane anche quest’anno una festa che divide. Sono state tante, nei giorni scorsi e soprattutto oggi, le scritte infamanti, le dichiarazioni offensive e le provocazioni di coloro – cittadini anonimi ma anche esponenti politici, come il leghista Mario Borghezio – che hanno voluto dividere il Paese anziché unirlo. Eccone un florilegio, purtroppo aggiornato in diretta. Si parte dallo sfregio dei manifesti anti-25 aprile (FOTO) a Roma, per poi andare alla scritta, sempre a Roma, inneggiante i campi nazisti, passando per Milano; Inscrição de entrada de Auschwitz aparece em rua de Roma. Uma inscrição em inglês do slogan nazista em alemão „Arbeit macht frei“ (O trabalho liberta), que figura na entrada do campo de concentração de Auschwitz, foi colocada por desconhecidos nesta madrugada em uma rua de Roma e, depois, retirada por autoridade; L’enseigne nazie d’Auschwitz, „le travail rend libre“, suspendue dans une rue de Rome. Une enseigne reproduisant celle qui figurait à l’entrée du camp d’extermination d’Auschwitz, et portant en anglais la formule nazie „Arbeit macht frei“ („le travail rend libre“), a été suspendue dans la nuit de dimanche à lundi dans une rue de Rome, a-t-on appris de source policière. Dans le quartier de Pigneto, l’enseigne en fer forgé, de quatre mètres de long, avec le même type de caractères que ceux au-dessus du portail d’entrée du camp de la mort, a été fixée pendant la nuit par des inconnus à deux grilles de chaque côté de la rue. L’inscription, qui était en anglais –“Work will make you free“– a été enlevée par la police dans la matinée de lundi; Italienische Ermittler entfernen „Arbeit macht frei“-Schild. Die Polizei entfernte heute ein von Unbekannten angebrachtes Schild mit dem Schriftzug „Work will make you free“ in einer Straße in Rom. Das vier Meter lange Schild war eine Kopie des Auschwitz-Schriftzuges „Arbeit macht frei“. Italien begeht jedes Jahr am 25. April den Tag der Befreiung vom Faschismus. (…) Roms Bürgermeister Gianni Alemanno sprach von einer „Schande“. Die Urheber dieser „antisemitischen Inschrift“ müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Alemanno bekundete der jüdischen Gemeinde Roms seine Solidarität. Italien begeht jährlich am 25. April den Tag der Befreiung vom Faschismus.
[Reader] Fremdenrechtsnovelle 2011: another brick in the racist wall …
Als Beitrag für Bewegungs- freiheit und offene Grenzen versteht sich der Reader, der anlässlich der geplanten Novelle der rassistischen Gesetze in Österreich entstand. Hier findet ihr das Editorial, das Inhaltsverzeichnis und den Reader als pdf zum Downloaden. Die Fremdenrechtsnovelle 2011, die voraussichtlich am 29. April 2011 im Parlament beschlossen wird, bringt eine Neuorientierung des Migrationsregimes: Die Verwertungsinteressen der Wirtschaft und der „Nutzen“ der Migrant_innen für die österreichische/europäische Mehrheitsbevölkerung gewinnt massiv an Bedeutung. Die Wut auf diese Entwicklung und die Utopie einer Welt ohne Grenzen waren Motivation für das Entstehen dieser Broschüre. Wir haben einige Texte neu verfasst, andere aus dem Internet zusammengetragen und teilweise bearbeitet. Alles in allem hoffen wir, einen Einblick in den staatsrassistischen Alltag in Österreich / der EU zu geben. Ein Ziel ist es, dem rassistischen Konsens zu durchbrechen.
via no-racism.net: [Reader] Fremdenrechtsnovelle 2011: another brick in the racist wall …
1. Mai Polizeistrategie in Halle durchkreuzen
Nazigroßaufmarsch verhindern! Am 1. Mai finden dieses Jahr die zentralen Naziaufmärsche in Halle/S. und Heilbronn statt. Der Naziaufmarsch in Greifswald ist nach wie vor verboten. Die Stadt Heilbronn scheiterte dabei, die Nazidemo zu verbieten – das Verwaltungsgericht hob das Verbot auf. Die Stadt Halle macht bisher keinerlei Anstalten, Ähnliches zu versuchen. Da sich so die Nazis sicher sein können, in Halle marschieren zu dürfen, kann mensch der Stadt vorwerfen, dass sie sich aktiv an der Mobilisierung der Nazis beteiligt. Die Mobilisierung der Nazis nach Halle umfasst derzeit Berlin/Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, NRW, Sachsen, Thüringen und die tschechische Republik. Vor allem sog. Freie Kameradschaften bzw. „Autonome Nationalisten“ sind daran beteiligt, also Nazis, die nicht in der NPD organisiert sind. In mehreren Städten in Sachsen gab es bereits öffentliche Mobilisierungs-Aktionen seitens der Nazis zum Aufmarsch am 1. Mai in Halle. Bei den zentralen Naziaufmärschen der sog. „Freien Kameradschaften“ bzw. „Autonomen Nationalisten (AN’s)“ kam es in den letzten Jahren mehrfach zu brutalen Überfällen. In Hamburg wurden 2008 Journalisten gejagt und zusammengeschlagen. 2009 wurde in Dortmund die DGB-Demo von 300 „ANs“ angegriffen und in Berlin demonstrierten im letzten Jahr 250 bewaffnete Nazis ohne Polizeibegleitung den Kudamm entlang. Erst im Februar griffen Nazis im Rahmen ihres jährlichen Aufmarsches in Dresden ein alternatives Hausprojekt an während die Polizei zusah, umliegende Straßen absperrte, und sich darauf konzentrierte, Sitz-Blockaden und andere Gegenaktionen zu bekämpfen. Angesichts der Tatsache, dass von offizieller Seite lediglich 300-500 rechte Demonstrations-TeilnehmerInnen erwartet werden, sind ähnliche Szenarien auch am 1. Mai 2011 in Halle zu befürchten.
via indymedia: 1. Mai Polizeistrategie in Halle durchkreuzen
Angriff auf Antifa nicht staatsgefährdend
Ein Neonazi besorgt sich im Internet kiloweise Chemikalien und andere Zutaten zum Bombenbau, soll dafür aber nicht bestraft werden. Die Antifa ist empört. Der südbadische Neonazi Thomas B. hatte alles gekauft, was man für eine Bombe braucht: 22 Kilogramm Chemikalien, Zündschnüre, Bauteile für Fernzünder sowie Sprengstoff-Fachliteratur. Juristisch belangt wird er dafür wohl nicht. Das Landgericht Freiburg jedenfalls will ihm wegen der Anhäufung von Bombenbau-Zutaten keinen Prozess machen. (…) Es sei die größte derartige Menge an Bomben-Grundstoff, die je bei einem Neonazi gefunden wurde, sagten die Ermittler damals. Binnen weniger Stunden hätte B. eine gefährliche Rohrbombe bauen können. Thomas B., der den Lörracher Stützpunkt der NPD-Jugend leitet, wurde sofort festgenommen. Ein Jahr später, im Oktober 2010, erhob die Staatsanwaltschaft Lörrach Anklage, vor allem wegen „Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens“. Sie ging davon aus, dass die Bombe gegen politische Gegner eingesetzt werden sollte, insbesondere gegen die Freiburger Antifa. Anfang April aber wies das Landgericht Freiburg die Anklage im zentralen Punkt zurück. Die Vorbereitung eines Anschlags sei noch nicht weit genug fortgeschritten, es fehlte ein konkretes Ziel. Ein Prozess könne deshalb nur vor dem Amtsgericht in Lörrach stattfinden – aber nur wegen anderer Delikte, wie der Verletzung des Waffenrechts. B. besaß illegal ein Schweizer Militärgewehr, Munition und ein gefährliches Messer. (…) Eigentlich ist seit 2009 schon die Beschaffung von Komponenten zur Herstellung von Sprengstoff strafbar – aber nur, wenn sie zur Vorbereitung einer „schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ dient. Staatsanwaltschaft und Landgericht wollen diesen Paragrafen hier nicht anwenden. Ein Angriff auf die Antifa sei nicht „staatsgefährdend“
via taz: Angriff auf Antifa nicht staatsgefährdend
siehe auch: Unfassbares Justizversagen am Landgericht Freiburg. Was wäre wohl los, wenn es Männer mit arabischen Namen gewesen wären, die 22 Kilo Chemikalien zum Bombenbau und Bauteile für Zünder angesammelt, und in E-Mails über Anschläge auf US-Einrichtungen oder ähnliches diskutiert hätten? Es wäre tagelang Thema Nr. 1 in den Nachrichten, ein Prozess würde in einem Hochsicherheitsgerichtssaal stattfinden, und die Innenpolitiker würden sich mit Forderungen nach neuen Sicherheitsgesetzen überschlagen; Sick Sad World: Wann man ein Sprengstoffattentat planen darf. Es birgt eine gewissen Ironie in sich. Das letzte mal als ich meine unregelmäßige Kolumne Sick Sad World schrieb ging es um Matthias Heyder, der mutmaßlich als Junker Jörg im Netz zu Gewalt und Vergewaltigung aufrief. Pikant dabei: Heyder ist NPD-Politiker und promotete Bombenanschläge im Netz. “Junker Jörg” soll Berichten zufolge in einem Forum genau erklärt haben, wie Sprengstoff hergestellt werden könne. Und was ist daran ironisch? Das ich jetzt in der aktuellen Kolumne wieder über die NPD und Bomben schreibe(n muss). Der südbadener Thomas B., der den Lörracher Stützpunkt der NPD-Jugend leitet, hat sich 2009 über Monate hinweg hochexplosive Chemikalien und Bestandteile zum Bau von Sprengstoffen beschafft. Es war die größte Menge an Bomben-Grundstoff, die je bei einem Neonazi gefunden wurde. Binnen weniger Stunden hätte B. eine gefährliche Rohrbombe bauen können. Im Oktober 2010, erhob die Staatsanwaltschaft Lörrach Anklage, u.a. wegen “Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens”. B., Sportschütze und ein ehemaliger Zeitsoldat bei den „Krisenreaktionskräften“ (KRK) der Bundeswehr, bleibt jedoch vorerst verschont. Zumindest was die Anklage wegen des Sprengstoffverbrechens anbelangt. Die wurde unter Berufung auf ein Urteil von 1977 vom Landgericht Freiburg Anfang April zurückgewiesen. Der Grund? Der geplante Anschlag müsse bereits “hinsichtlich des Angriffsziels und des Zeitpunktes” in seinen wesentlichen Umrissen feststehen. Dabei ist seit 2009 die Beschaffung von Komponenten zur Herstellung von Sprengstoff strafbar – aber nur, wenn sie zur Vorbereitung einer “schweren staatsgefährdenden Gewalttat” dient. Stichwort: Terrorismus, Sauerland-Gruppe, etc. Doch was war das Ziel von B.? Sprengstoff horten als Hobby? Ist B. nur ein junger Waffennarr? Dass er auch Anzündlitzen, elektrische Zünder sowie eine ferngesteuerte Zündanlage bestellte weist auf mehr als ein rein theoretisches Interesse hin.
Die SPD schafft sich ab
Was muß Sarrazin noch tun, um aus seiner Partei zu fliegen? Den Hitlerguß zeigen? Nackt durch Berlin-Neukölln rennen, um Muslime zu provozieren? Oder zur Wahl einer anderen Partei aufrufen wie einst Wolfgang Clement? Mit ihrem Verzicht, Thilo Sarrazin aus der Partei zu werfen, hat sich die SPD zum Gespött gemacht. Warum wies die FDP ihrem Ex-Promi Jürgen Möllemann 2003 die Tür, warum flog der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann im gleichen Jahr aus der CDU? Deren verklemmter Flirt mit antisemitischen Vorurteilen nimmt sich, im Vergleich zu Sarrazins hemmungslosen Tiraden gegen „Türken“, „Araber“ und Hartz-IV-Bezieher, im nachhinein geradezu harmlos aus. Daran kann man erkennen, wie sich die zivilisatorischen Standards in Deutschland seither verschoben haben. Selbst die Berliner CDU zeigte gegenüber antimuslimischer Hetze deutlich weniger Geduld, als sie 2010 den Abgeordneten René Stadtkewitz aus der Partei schmiss. Die Botschaft der SPD dagegen lautet nun: Menschenverachtung ist bei uns schon okay, so lange sie sich „nur“ gegen Muslime richtet. So macht man Rassismus salonfähig.
via taz.de: Die SPD schafft sich ab
Wife of ‘Sovereign’ Who Killed Arkansas Police Officers Sues Police
Since her common-law husband and his son died 11 months ago in a gunfight with police after killing two officers, Donna Lee Wray has issued angry threats, hurled epithets at reporters and accused police of a cover-up. She has even tried to charge Hatewatch millions of dollars for the use of her “copyrighted name” – a claim based on the bizarre ideology of the anti-government “sovereign citizen” movement. Now, Wray is suing the police department in West Memphis, Ark., for what she says was the “torture killings” of Jerry and Joe Kane, father and son sovereign citizens who attacked police after they were pulled over on an interstate on May 20, 2010. Sgt. Brandon Paudert and Officer Bill Evans were shot and killed in the attack that was captured in tragic detail on the officers’ dashboard camera. The Kanes were later killed in a shootout with police after being cornered in a shopping center parking lot. Working with West Memphis Police Chief Bob Paudert, father of one of the slain officers, the SPLC produced a training video designed to help other law enforcement officers recognize sovereign citizens when they encounter them.
via splcenter.org: Wife of ‘Sovereign’ Who Killed Arkansas Police Officers Sues Police
Abrissbirne statt Arier-Samenbank
Der Heisenhof kann abgerissen werden. Einst wollte Jürgen Rieger hier angeblich “Superarier” im Reagenzglas heranzüchten, nun könnten auf dem Heisenhof in Niedersachsen aber bald die Bagger rollen, denn das Lüneburger Oberverwaltungsgericht hat dem juristischen Tauziehen um das hier geplante Neonazi-Zentrum ein Ende gesetzt. Die Gebäude in Dörverden (Landkreis Verden) könnten nun doch abgerissen werden, berichtet der NDR. Die Anträge auf Berufungszulassung gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Stade vom Februar 2009 seien verworfen worden. Damit könne die Verfügung den Hof abzureißen, die die Kreisverwaltung Verden erlassen hatte, umgesetzt werden.
via npd-blog.info: Abrissbirne statt Arier-Samenbank







