Archiv für den Monat Juli 2011

Frau Fake verteidigt die Pseudonyme

Mächtige Interessengruppen drängen auf einen Klarnamenzwang im Web: Laut Google+ und Facebook helfen nur echte Namen gegen Spammer, Spinner und Kriminelle. Dem widerspricht Flickr-Mitgründerin Caterina Fake: Für viele Menschen ermöglichen Pseudonyme im Web erst eine wirklich freie Nutzung. Liest man die Verhaltensrichtlinien das Google-Netzwerks Google+, entsteht leicht der Eindruck, dass Pseudonyme im Web merkwürdig, ja vielleicht anstößig sind. Der Absatz mit Richtlinien zur Wahl des „angezeigten Namens“ kommt gleich nach den Ausführungen zu „eindeutig sexuellem Material“, „Mobbing“ und „Identitätsdiebstahl“. (…) Diese Sichtweise auf Pseudonyme im Web wird langsam Normalität: Facebook verlangt Klarnamen, deutsche Politiker fordern ein „Vermummungsverbot“ im Web, Polizeifunktionäre drängen auf einen „verlässlichen Identitätsnachweis im Netz“ und so weiter. In der Diskussion um Identität im Netz tauchen Pseudonyme mehr und mehr in einem negativen Kontext auf. (…) Diesen gedanklichen Kurzschluss nimmt Caterina Fake, die Mitgründerin der Online-Fotoplattform Flickr, in einem Kommentar auseinander. „Pseudonyme an sich sind nicht schädlich“, meint Fake. Zwar könne man die Pseudonyme für „anonyme Verleumdungen und Troll-Kommentare“ nutzen. „Aber in der Mehrheit der Fälle schaden sie nicht.“ Stattdessen könnten sie auch „gefährdete Personengruppen schützen“. Fakes zentrales Argument ist, dass beim Klarnamenzwang, wie ihn Google+ und Facebook auf ihren Inseln im Web praktizieren und manche CDU-Politiker fürs ganze Netz verlangen, die Nachteile größer sind als die Vorteile. Vielen Menschen ermöglichen Pseudonyme erst eine wirklich freie Nutzung des Web: Wer in autoritär beherrschten Staaten lebt, begibt sich in Gefahr, wenn er im Netz unter Klarnamen über Politik diskutiert, selbst wenn er einen Internetzugang nutzt, der nicht zu seiner Person zurückverfolgt werden kann. Nur wenige Menschen werden über ihre Sexualität, Krankheiten, Behinderungen oder vom Mainstream abweichende politische Ansichten in einem Forum mit Klarnamenzwang wie Google+ und Facebook diskutieren. Bei Wikia haben Nutzer eine Übersicht der Opfer des Klarnamenzwangs gesammelt – liest man diese Aufzählung durch, wird einem klar, wie beschränkt die eigene Sicht auf die Nutzung solcher Netzwerke ist, wie leicht man die Lebensumstände anderer Menschen ausblendet.

via spiegel.de: Frau Fake verteidigt die Pseudonyme

Ken Mieske, Skinhead Murderer of Ethiopian Student in 1988, Dies

Ken MieskeKen Mieske – who lived up to his heavy-metal-music moniker “Ken Death” by savagely beating an Ethiopian immigrant to death with a baseball bat in Portland, Ore., in 1988 – died Tuesday in an Oregon hospital. Mieske and two other members of a racist skinhead group called East Side White Pride (ESWP), Kyle Brewster and Steve Strasser, were involved in the beating and subsequently pleaded guilty to murder, assault and racial intimidation in the attack on graduate student Mulugeta Seraw and another Ethiopian man. The case provided the basis for a landmark Southern Poverty Law Center civil suit against White Aryan Resistance (WAR) founder Tom Metzger, one of most notorious and influential American white supremacists of the last 30 years. Mieske, 45 – known as “Ken Death” during his days as a death-metal rock musician – had been imprisoned since his arrest. Prison officials did not give a cause of death, but according to The Oregonian, Mieske had long suffered from Hepatitis C.

via splcenter.org: Ken Mieske, Skinhead Murderer of Ethiopian Student in 1988, Dies

Werde Kiez-King: Sodom und Gomorra bei der „Jungen Freiheit“ (JF)?

So was kommt von so was: Seit geraumer Zeit setzt die JF bei ihrer Werbung auf die Dienste des „Berliner Medien Vertrieb“. Auf ihrer Internetseite hatte dies jüngst einen Fauxpas zur Folge. Dort konnte man mit Hilfe des Spiels „Kiez King“ zum größten virtuellen Bordellbesitzer aufsteigen.

via endstation rechts: Werde Kiez-King: Sodom und Gomorra bei der „Jungen Freiheit“ (JF)?

„Tag der Identität“ am 13. August

Unter dem Motto „Arbeit statt Abwanderung – Heimat ist mehr als nur ein Standort“ will der NPD-Kreisverband Landkreis Leipziger Land in Zusammenarbeit mit dem „Freien Netz Borna/Geithain“ am 13. August erstmals einen „Tag der Identität“ durchführen. Veranstaltungsort soll das Bürgerhaus im sächsischen Geithain sein. Als Redner sind Manuel Tripp, Patrick Fischer, Pierre Dornbrach, Michael Neumann und Maik Scheffler angekündigt. Tripp, NPD-Stadtrat in Geithain, war im August 2008 bei der Geburtstagsfeier des Altnazis Hajo Herrmann in Borna zugegen. Der freie Aktivist Fischer steht den militanten Aktionsformen der „Autonomen Nationalisten“, so die „Leipziger Internet-Zeitung“, nahe. Bei Dornbrach, „Stützpunktleiter“ der Jungen Nationaldemokraten Lausitz, lassen sich laut brandenburgischem Verfassungsschutz „eindeutige Bezüge zur Ideologie des Nationalsozialismus“ finden. Neumann ist freier Aktivist aus Sachsen, Scheffler seit kurzem stellvertretender NPD-Landesvorsitzender in Sachsen.

via bnr: „Tag der Identität“ am 13. August

Mit drei Wochen Vorwarnzeit: Razzien bei “Terror Crew Muldental”

Die Polizei hat heute morgen 28 Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der neonazistischen “Terror Crew Muldental” (TCM) durchsucht, gegen die wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung” ermittelt wird (GAMMA berichtete). Offenbar wurde umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt. Eine Stellungnahme der Ermittlungsbehörden liegt noch nicht vor. Der TCM sollen bis zu 30 Personen angehören, von denen einige derzeit Haftstrafen u.a. wegen Körperverletzungsdelikten absitzen. TCM-Mitglieder waren wiederholt an gewalttätigen Angriffen beteiligt, so auch am bewaffneten Überfall auf Fans und Spieler des Roten Stern Leipzig am 24. Oktober 2009 in Brandis. Nachdem eine TCM-Mannschaft Mitte Juni 2011 an einem “nationalen Fußballturnier” teilgenommen hat, zu dem das “Freie Netz” mit Unterstützung des NPD-Landesverbandes aufgerufen hatte, berichtete das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) auf seiner Website am 7. Juli über die TCM. Der Bericht enthielt den beiläufigen Hinweis, dass gegen TCM-Mitglieder wegen “Bildung einer kriminellen Vereinigung” nach Paragraph 129 StGB ermittelt wird.

via gamma: Mit drei Wochen Vorwarnzeit: Razzien bei “Terror Crew Muldental”

siehe auch: Wird “Terror Crew Muldental” verboten? “Versehentliche” Veröffentlichung des Verfassungsschutzes warnt Nazis vor drohenden Hausdurchsuchungen. Der Nazi-Gruppierung “Terror Crew Muldental” droht womöglich ein Verbot: Gegen “20 bis 30 Personen”, die der gewalttätigen Kameradschaft angehören sollen, werde derzeit wegen “Verdachtes der Bildung einer kriminellen Vereinigung” (Paragraf 129 StGB) ermittelt. Das berichtet die Lokalausgabe der Leipziger Volkszeitung (Muldentalzeitung) mit Verweis auf Informationen des Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV). (…) Nach dem heute erschienenen LVZ-Artikel warnt nun die NPD-Jugendgruppe “JN Muldental” per Twitter vor möglichen Hausdurchsuchungen im Zuammenhang mit den laufenden Ermittlungen (siehe Screenshot). Weil ähnliche Ermittlungen bereits 2001 bzw. 2007 zum Verbot der “Skinheads Sächsische Schweiz” (SSS) und der Mittweidaer Kameradschaft “Sturm 34? geführt hatten, befürchten Nazis nun erneut Konsequenzen. Die Behörden mochten auch dies bislang nicht kommentieren.

Razzia beim “Anführer” der nordsächs. NPD

Genau 144 Nazis haben sich am 14. Mai 2011 an einem Naziaufmarsch in Berlin-Kreuzberg beteiligt, bedrohten dabei MigrantInnen und prügelten auf AntifaschistInnen ein. Auf die möglicherweise geplante Eskalation folgten am 6. Juli zwölf Hausdurchsuchungen, davon eine in Chemnitz und zwei im nordsächsischen Eilenburg. Wie nun bestätigt wurde, richtete sich eine der Polizeirazzien gegen Paul Rzehaczek. Der 21-Jährige mit Wohnsitz in der Eilenburger Windmühlenstraße ist “Stützpunktleiter” der “Jungen Nationaldemokraten” (JN) Nordsachsen, Vorstandsmitglied des NPD-Kreisverbandes sowie Aktivist des “Freien Netzes” und des von Maik Scheffler geleiteten “Aktionsbüro Nordsachsen”. Er arbeitet mit beim “Nordsachsen-Versand” seines Vaters Kai Rzehaczek, der für die NPD im Eilenburger Stadtrat sitzt und Mitbetreiber der “Anti-Antifa”-Website “Recherche Mitte” ist. (…) Bei den Hausdurchsuchungen sei laut Polizei dennoch “zahlreiches Beweismaterial” – darunter Waffen – sichergestellt worden, Rzehaczek musste sich zudem einer “erkennungsdienstlichen Behandlung” unterziehen. Bekannt ist außerdem, dass weitere Nazis aus der Region am Aufmarsch teilgenommen haben, etwa die “Freies Netz”-Aktivisten Robert Böttger und Sebastian Oehme aus Borna, Rico Graulich aus Geithain und Felix Tonn aus Eilenburg. Unterstützung bekamen sie auch aus Leipzig: Von hier reisten Kevin Glöckner, Marco und Andreas Seydewitz sowie Marcel Wittig (“Heimattreues Leipzig”) an. Mit von der Partie war auch der wegen Körperverletzung vorbestrafte NPD-Landtagsmitarbeiter und Leipziger JN-Aktivist Istvan “Chemo” Repaczki.

via indymedia.org: Razzia beim “Anführer” der nordsächs. NPD

13.08 „Nationaler Frankentag“ in Main-Spessart

Bekannt geworden: Anmeldung für 4. Nationalen Frankentag in Ansbach, LK MSP (bei Marktheidenfeld/Würzburg). Auftritte der bekannten Rechtsrockbands „Die Lunikoff-Verschwörung“ (früher: „Landser“, Berlin) sowie von „FLAK“ (Rheinland) und „Untergrundwehr“ (Würzburg)
Wie Menschen vor Ort berichten, soll der „4. Nationale Frankentag“ in Ansbach bei Marktheidenfeld stattfinden. Für Ansbach ist die Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld zuständig, nicht zu verwechseln mit der Stadt Marktheidenfeld. Diese hat die Veranstaltung schon genehmigt. Die Gemeinde Ansbach selbst gehört zu Roden. Am 22.07.2011 Besprach der Gemeinderat die Anmeldung in einer nicht öffentlichen Sitzung. Es ist zu befürchten, dass die zuständigen Behörden dieses Nazi-Event verheimlichen wollen. Damit sollen wohl Antifaschisten fern gehalten und die Dorfbewohner „nicht beunruhigt“ werden. Das AIDA-Archiv schreibt zum „4. Nationalen Frankentag“: Neonazistischer „Frankentag“. Die Neonazis des „Freien Netz Süd“ (FNS) wollen wieder ein großes Rechtsrockspektakel veranstalten, das sie in Anlehnung an die NS-Tradition Julius Streichers „Frankentag“ nennen. Zum „4. Nationalen Frankentag“ lädt zwar wie im letzten Jahr offiziell der neonazistische Verein „Bund Frankenland“ um Uwe Meenen (Berlin) ein, aber in den letzten Jahren handelte es sich dabei um das Großevent des neonazistischen Dachverbands FNS. FNS-Führungskader Norman Kempken (Nürnberg) ist als V.i.S.d.P. im Einladungsflyer angegeben.

via indymedia: 13.08 „Nationaler Frankentag“ in Main-Spessart

Geheimdienst hält Breivik für Einzeltäter

Nach Einschätzung des norwegischen Geheimdienstes hatte Anders Behring Breivik bei seinem blutigen Feldzug von Oslo und Utoya keine Komplizen. Der Attentäter habe allein gehandelt – wie ein „einsamer Wolf“. Es gebe „keine Beweise“ für die Existenz rechtsextremistischer Zellen um den geständigen Attentäter, sagte Geheimdienstchefin Janne Kristiansen am Mittwoch der BBC in London und fügte hinzu: „Breivik hat allein gehandelt.“ Der 32-jährige Rechtsradikale hatte behauptet, es gebe Zellen von Gleichgesinnten in Norwegen und im Ausland, die zur Ausführung weiterer Anschläge bereit seien. Kristiansen bestätigte, dass man dies weiter „mit höchster Intensität“ überprüfe. Es gebe aber keine Indizien. (…) Kristiansen, die selbst als Anwältin gearbeitet hatte, wies in der BBC zudem die Vermutung zurück, dass Breivik geisteskrank sei. „Ich begreife ihn als zurechnungsfähige Person, denn er hat sich für eine sehr lange Zeit auf eine Sache konzentrieren können.“ Nach seinen Plänen habe er „alles so richtig gemacht. Und nach meiner Erfahrung mit dieser Art Klienten sind sie völlig normal, auch wenn sie im Kopf ziemlich verquer sind. Und diese Person ist außerdem total böse.“

via focus: Geheimdienst hält Breivik für Einzeltäter

siehe auch: Polizei zündet Sprengstoff auf Breiviks Farm. Breivik will Vergünstigungen gegen Aussagen tauschen – „Kein Mitgefühl mit den Opfern gezeigt“ – Geheimdienst war im März auf ihn aufmerksam geworden. Der inhaftierte norwegische Attentäter Anders Behring Breivik stellt für Aussagen über angebliche Mittäter Forderungen an die Polizei; Police: No link found to Breivik. There is no evidence of links between mass murderer Anders Behring Breivik and the English far-right, according to Norway’s domestic intelligence chief. Janne Kristiansen, director of the Norwegian Police Security Service, said no proof has yet been found to link the 32-year-old gunman to right-wing extremists in the UK. t has been widely reported the man who admitted killing 76 people in twin attacks in Oslo and Utoya on Friday had made internet postings on British nationalist websites. But Ms Kristiansen said: „I can tell you, at this moment in time, we don’t have evidence or we don’t have indications that he has been part of a broader movement or that he has been in connection with other cells or that there are other cells.“; French party suspends man over Oslo suspect praise. A member of France’s far-right National Front has been suspended for posting words of support on his blog for Anders Behring Breivik, the Norwegian who confessed to last week’s Oslo massacres. A member of France’s far-right National Front has been suspended for posting words of support on his blog for Anders Behring Breivik, the Norwegian who confessed to last week’s Oslo massacres. National Front spokesman Alain Vizier said Wednesday that Jacques Coutela has been suspended for writings that are „contrary to National Front policy.“ Coutela’s blog referred to Breivik as „an icon.“ He has since removed the post, with a note saying that „I denounce“ Breivik’s acts; Norway killer: ‘no link’ to British far-right groups. Norway’s domestic intelligence chief has said no proof has yet been found to link Anders Behring Breivik to right-wing extremists in the UK. Janne Kristiansen told the BBC: „I can tell you, at this moment in time, we don’t have evidence or we don’t have indications that he has been part of a broader movement or that he has been in connection with other cells or that there are other cells.“

DOSSIER BREIVIK: bit.ly/breivikno

‘People are dying here’: Norway girl’s text exchange

A harrowing text-message exchange has emerged between a 16-year-old girl hiding in bushes as a mass killer went on the rampage on Norway’s Utoya island, and her mother. „Mum, tell the police to hurry up, people are dying here,“ Julie Bremnes told her mother during a 46-message conversation that lasted more than 75 minutes as the massacre unfolded, and which made the front pages of Norwegian newspapers. The girl warned her mother Marianne when she first heard the gunshots on the island where she was attending a summer youth camp for Labour Party activists. Julie ran and hid among rocks on the Utoya shore with friends. The mother does everything to try to reassure her daughter as the terrifying ordeal develops, updating her on the progress of police getting towards the island and Anders Behring Breivik’s eventual arrest. Before his arrest, Breivik shot dead 68 people in an attack that lasted around 90 minutes. In response to the first message alerting her to people dying, Marianne says: „I’m taking care of it, Julie. The police are on their way. Can you call me?“ „No,“ the girl replies, adding in subsequent messages: „Tell the police that there is a madman who is wandering around shooting at people“ and „Get them to hurry up.“

via abc.net.au: ‘People are dying here’: Norway girl’s text exchange

Zu Besuch bei Freunden – Brandstifter von Lichtenhagen in der NPD-Fraktion

Am 22. August jähren sich die pogromartigen Ausschreitungen gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber in Rostock-Lichtenhagen zum 19. Mal. Zu den Brandstiftern zählt auch der Schweriner Ronny Sanne – ihn empfing kürzlich der NPD-Fraktionsvorsitzende Udo Pastörs. Sonderlich großen Rückhalt dürfen Kriminelle dieser Tage nicht von der NPD erwarten – schließlich hat in Mecklenburg-Vorpommern gerade der Wahlkampf begonnen. Diese Erfahrung musste zuletzt der Abrissunternehmer Sven Krüger machen, der seinen Posten im NPD-Landesvorstand schneller wieder los war, als seine „Jungs für´s Grobe“ Häuser niederreißen. Nach seinem Geständnis, Geschäfte mit Hehler-Ware gemacht zu haben, versagte ihm die NPD M-V die Rückendeckung. Unterstützung gewährte sie allerdings dem auf der eigenen Internetseite als „hilfesuchenden Bürger“ vorgestellten Lichtenhagen-Brandstifter Ronny Sanne. (…) Sanne engagiert sich seit langem bei Dynamo Schwerin. Als Fanbeauftragter des Vereins, der immer wieder mit rechtsextremen Fans in Verbindung gebracht wird, leitete er ein Präventionsprojekt mit dem Titel „Fan statt Hooligan“. Das Innenministerium förderte das Projekt finanziell. Und noch 2008 lobt der zuständige Minister Lorenz Caffier das Projekt gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“: „Dynamo Schwerin beweist, dass gezielte Förderung und fachliche Anleitung zur Eindämmung von Gewalt und Rassismus im Amateurfußball sinnvoll sind.“ Zur gleichen Zeit will Sanne mit dem „Neonazikram“ abgeschlossen haben. Mit dem „Neonazikram“ dürfte Sanne seine erst 2002 erfolgte Verurteilung wegen Mordversuchs und Brandstiftung in Rostock-Lichtenhagen gemeint haben. Nur weil die Tat schon zehn Jahre zurücklag, kam der mehrfach unter anderem wegen Körperverletzung verurteilte Sanne mit einem solch milden Urteil davon. Nicht wenige sprachen aufgrund der Verschleppung des Verfahrens von einem Justizskandal.

via endstation rechts: Zu Besuch bei Freunden – Brandstifter von Lichtenhagen in der NPD-Fraktion

Schlag gegen rechtsextreme Szene

Bei einer landesweiten Razzia sind am Mittwochmorgen 21 Wohnungen und Gartengrundstücke mutmaßlicher Rechtsextremisten in den Landkreisen Heilbronn, Ludwigsburg, Böblingen, Sigmaringen, im Rems-Murr-Kreis und in Karlsruhe durchsucht worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stuttgart besteht der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie des Verstoßes gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz. Wie Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt weiter mitteilten, wird den 18 Beschuldigten im Alter von 17 bis 49 Jahren vorgeworfen, im Raum Backnang eine kriminelle Vereinigung namens „Standarte Württemberg“ gegründet zu haben. Ziel dieser Gruppierung sei es, Ausländer mit allen Mitteln aus Deutschland zu vertreiben. Dazu sollten auch Schusswaffen und andere Waffen beschafft werden, um sie gegen Personen ausländischer Herkunft einzusetzen.

via stimme.de: Schlag gegen rechtsextreme Szene

siehe auch: Razzia in rechtsextremer Szene. Bei einer landesweiten Razzia sind 21 Wohnungen und Gartengrundstücke mutmaßlicher Rechtsextremisten in Baden-Württemberg durchsucht worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stuttgart besteht der Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie des Verstoßes gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz. Die Fahnder stellten eine Pistole und mehr als 100 Schuss Munition sicher; Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextremisten. Bei einer Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextremisten hat die Polizei am Mittwoch 21 Wohnungen und Gartengrundstücke in mehreren Landkreisen Baden-Württembergs durchsucht. Die 18 Beschuldigten im Alter von 17 bis 49 Jahren werden verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung namens „Standarte Württemberg“ gegründet zu haben, wie Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) mitteilten. (…) Die durchsuchten Wohnungen und Gartengrundstücke liegen den Angaben zufolge in den Landkreisen Ludwigsburg, Böblingen, Sigmaringen, Heilbronn, im Rems-Murr-Kreis und in Karlsruhe. Bei der Razzia fanden die Ermittler unter anderem eine Pistole, über einhundert Schuss Munition und mehrere Messer. Außerdem seien zahlreiche Schreckschuss- und Softairwaffen, Computer, eine geringe Menge Marihuana, sowie rechtsextremistisches Propagandamaterial sichergestellt worden; Schlag gegen militante Neonazi-Szene. Seit den frühen Morgenstunden sind in den den Landkreisen Ludwigsburg, Böblingen, Sigmaringen, Heilbronn, im Rems-Murr-Kreis und in Karlsruhe 21 Wohnungen und Gartengrundstücke mutmaßlicher Rechtsextremisten wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Verstößen gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft den 18 Beschuldigten im Alter von 17 bis 49 Jahren laut LKA vor, eine kriminelle Vereinigung namens „Standarte Württemberg” gegründet zu haben. Ziel dieser Gruppierung sei es, Ausländer mit allen Mitteln aus Deutschland zu vertreiben. Hierzu sollen auch Schusswaffen und andere Waffen beschafft werden, um sie gegen Personen ausländischer Herkunft einzusetzen. Das LKA und die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermitteln deshalb seit März 2011 gegen die Verdächtigen, die alle wegen rechtsextremer Umtriebe bereits bekannt waren.

„Christliche Fundamentalisten“ gibt es nicht

Der norwegische Terrorist und Antiislamist Breivik provozierte manche, wie den ORF-Chefredakteur Ziegler oder den CSU-Politiker Goppel, zu fragwürdigen Klarstellungen In allen Medien und im Internet tobt der Streit, wie man den norwegischen Terroristen Breivik politisch und weltanschaulich einordnen soll, ob er Einzeltäter war oder der islamkritischen Bewegung zuzurechnen ist, ob er als Wahnsinner zu gelten habe oder er ein kalt planender Mörderstratege ist. Alle, die bislang mit den alten Mitteln des Antisemitismus, aber nun pro-israelisch und -amerikanisch sowie mit der christlich-jüdischen Kultur, gegen den Islam, die multikulturellen Gutmenschen und die Linken in den Kampf gezogen sind, geben sich nun als selbst doch eigentlich ganz liebe, friedfertige und tolerante Zeitgenossen, die doch nur auf die von den verblendeten Gutmenschen negierte islamische Gefahr aufmerksam machen wollten und jetzt gemeinerweise und völlig abwegig in die Kritik geraten sind. (…) Der niederösterreichische Chefredakteur ist sich da einig mit dem CSU-Politiker Thomas Goppel, der auch der Sprecher der ChristSozialenKatholiken (CSK) in der CSU ist. Er geht nämlich sogar noch weiter und meint, dass es einen christlichen Fundamentalismus gar nicht geben könne. „Wenn sich der norwegische Massenmörder auf religiöse Beweggründe beruft, sie im christlichen Gedankengut verankert glaubt, ist er nicht Christ.“ „Fundamentalistische Christen“ könne es gar nicht geben, da doch „der absolut garantierte Anspruch auf Lebensrecht für den Einzelnen“ das „Alleinstellungsmerkmal für Christen im Wettbewerb mit anderen Ideologien und Weltanschauungen“ sei. Christen, die töten, auch wenn sie es im Namen Gottes tun, und sich nicht ausschließlich um das Wohl des Nächsten sorgen, sind keine Christen. Aus der Sicht müsste man dringend die Geschichte des Christentums umschreiben.

via telepolis: „Christliche Fundamentalisten“ gibt es nicht

siehe auch: Prima Klima für Einzeltäter. Die Zeit des Verniedlichens muss jetzt endlich vorbei sein. Ein einzelner Wirrer sei das in Norwegen gewesen, trommeln jetzt die Sprecher rechtspopulistischer Parteien und die Poster in der gut vernetzten islamophoben Bloggosphäre, sinnlos sei es, über so jemandes „Motive“ zu sprechen. Klar: Denn „die Motive“ der Taten, so wissen wir derweil, das sind genau jene Ideologieversatzstücke, die die österreichischen Freiheitlichen, Rechtspopulisten wie Geert Wilders, „Pro Köln“, die norwegische „Fortschrittspartei“ und die „Schwedendemokraten“ oder Blogs wie „Politically Incorrect“ und andere Tag für Tag in die Welt hinausposaunen. Kein Wunder, dass sie jetzt nicht über „die Motive“ ihres Gesinnungsfreundes reden wollen. (…) Es sind Politiker, Blogger, Publizisten, die das Klima angeheizt haben, in dem einer wie Anders Behring Breivik erst auf die Idee kommen konnte, dass der „bloße“ politische oder publizistische Kampf gegen die als elementar bedrohlich imaginierte Moslemgefahr nicht mehr ausreicht. Es ist wie eine groteske Spiegelung: Was sie immer den normalen Muslimen angedichtet haben, dass diese „irgendwie verantwortlich“ seien für die Gewaltakte islamistischer Terror-Sekten, das haben sie jetzt selbst geschaffen: Spinner, die bereit sind, der Flausen wegen, die sie ihnen in den Kopf gesetzt haben, Dutzende von Menschen zu ermorden. Wenn der Begriff vom „geistigen Mittäter“ je einmal Sinn gemacht hat, dann hier. (…) Um die Zirkel radikaler Spinner bildeten sich konzentrische Kreise normaler Bürger, die zwar nicht alle Postulate der Moslemhasser vertreten, doch manche ihrer Meinungen teilen und selbst die bizarrsten Wortmeldungen tolerieren. Durchaus angesehene Zeitungen gaben ihnen Raum, ihre Positionen zu vertreten, vom Boulevard ganz zu schweigen, wo Menschenhass sich hinter der Floskel „Das wird man doch noch sagen dürfen“ verschanzt. Kurzum: Die gesellschaftliche Immunabwehr hat ausgesetzt. Sicherheitsdienste und Verfassungsschutz durchleuchteten islamische Szenen, Linksradikale und die alten Neonazi-Kreise, aber dass sich das Milieu der rechtskonservativen Wutbürger radikalisierte, wurde übersehen – trotz dessen sichtbar wachsenden Grolls gegen Multikulti, Ausländer, Muslime, gegen alles, was anders ist, trotz deren zunehmend menschenfeindlicher Sprache, mit der sie sich über „Hinternhochbeter“ und „Schafficker“ auslassen.

Uni startet Plagiatsverfahren gegen Althusmann

Die Universität Potsdam leitet gegen den niedersächsischen Kultusminister Althusmann ein förmliches Plagiatsverfahren wegen seiner Doktorarbeit ein. Jetzt soll die Kommission für wissenschaftliches Fehlverhalten die Dissertation prüfen. Der Minister reagiert gelassen. (…) Bei einer ersten Untersuchung sei der zuständige Dekan zu dem Schluss gekommen, „dass die Verdachtsmomente nicht hinreichend ausgeräumt werden konnten“, gab die Uni bekannt. Die Dissertation Althusmanns mit dem Titel „Prozessorganisation und Prozesskooperation in der öffentlichen Verwaltung“ werde daher von einer Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens genauer überprüft.

via spiegel.de: Uni startet Plagiatsverfahren gegen Althusmann

Breiviks Weltsicht

Der Attentäter von Oslo und Utøya ist ein spätes Exemplar der Weltanschauungskrieger aus dem Europa des 20. Jahrhunderts. Anders Behring Breivik schätzt glaubenstreue Juden und Christen gleichermaßen. Sie bilden für ihn das menschliche Fundament der jüdisch-christlichen Kultur des Abendlandes. Insofern unterscheidet er sich von gewöhnlichen deutschen Nazis und Neonazis durchaus. Breivik verachtet jene Protestanten, Rechts- wie Linksradikale, die Ansprüche der Palästinenser gegen Israel unterstützen, er bewundert fundamentalistische Christen in den USA, die einstigen Kreuzritter und die serbischen Schlächter Milosevic, Mladic und Karadzic. (…) Breivik ist kein Wahnsinniger, sondern ein spätes, deshalb seltsam erscheinendes Exemplar jener Weltanschauungskrieger, die das Europa des 20. Jahrhunderts zu Millionen hervorgebracht hat. In totalitären, eindimensionalen Weltbildern, politischen Utopien und Ersatzreligionen wurden die Angehörigen einer bestimmten Großgruppe (Rasse, Religion, Klasse, Volk) zur Spitze der Menschheit erhoben. Die Propagandisten solcher Lehren behaupteten, das von ihnen umworbene Kollektiv angeblicher Edelmenschen sei in sich homogen und funktioniere deshalb harmonisch und sei allen anderen Menschen überlegen. Die verlockende Parole lautet: ein Höchstmaß an Gleichheit nach innen, nach außen jedoch vollständige Abschottung. In ihrem Selbstverständnis sahen sich die Edelgruppen von kulturell „minderwertigen“ Feinden bedroht. Diese galten als hinterhältige und verschlagene Angreifer, während sich die Edlen angeblich in Notwehr befanden – eine Situation, die jedes Mittel erlaubt. Die Anführer versprachen ihren angeblich hochstehenden Rassen, Klassen oder Völkern eine herrliche Zukunft – zuvor aber sei ein notfalls opferreiches letztes Gefecht zu bestehen, ein Endkampf, um die Feinde zu vernichten. Dafür mussten zunächst die inneren Reihen fest geschlossen, die Verräter, die Angehörigen der fünften Kolonne des Feindes vernichtet werden, die Weichredner und die Wehrkraftzersetzer.

via fr: Breiviks Weltsicht

ZdJ: Natürlich hat Haseloff die Nazi-Zeit gemeint

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Haseloff, steht weiter in der Kritik. Wie berichtet, hatte der CDU-Politiker in der Debatte um eine Kennzeichnungspflicht von Polizisten gesagt: “Auch aus der deutschen Geschichte halte ich eine Kennzeichnungspflicht für Menschen schlicht und einfach für unerträglich und unakzeptabel.” Solch eine politische Forderung sei nicht hinnehmbar. Gegenüber NPD-BLOG.INFO sagte ein Sprecher Haseloffs, dieser habe sich damit nicht auf die NS-Zeit und den “Judenstern” bezogen, sondern auf persönliche Erlebnisse in der DDR. Eine Erklärung, die weitere Kritik nach sich zieht. “Natürlich hat er die Nazi-Zeit gemeint”, sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, der Mitteldeutschen Zeitun. Haseloff habe wohl gemerkt, “dass er Blödsinn erzählt hat und versucht jetzt, die Kurve zu kriegen”. (…) Der Linkspartei-Bundestagsabgeordnete Jan Korte sagte laut MZ: “Man kann zu dem Thema unterschiedlicher Auffassung sein. Aber dieser Vergleich macht mich fassungslos.” Auch SPD-Innenexperte Sebastian Edathy reagierte empört: “Das ist eine völlig unverständliche und abstruse Aussage. Sie ist mindestens erklärungsbedürftig.”

via npd-blog.info: ZdJ: Natürlich hat Haseloff die Nazi-Zeit gemeint

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