Die Spur des vierten Mannes von der “Brigade Ost”

In Brandenburg nimmt die GSG 9 André E. fest – weitere Verdächtige dürften folgen. Sein Bruder legt sich derweil mit der Presse an. (…) Noch in jüngster Zeit soll André E. mit Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zu tun gehabt haben, der Gruppe, die sich „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) nannte und die nach Lage der Dinge wohl für eine in Deutschland beispiellosen Mordserie an neun türkischen und griechischen Geschäftleuten und dem Mord an einer Polizistin verantwortlich ist. Seit 2003 hat E. in engem Kontakt mit dem sogenannten Zwickauer Trio gestanden, so jedenfalls sieht es die Bundesanwaltschaft. Ihrer Ansicht nach hat E. das Trio in zwei Fällen unterstützt. Außerdem sei E. dringend der Volksverhetzung und der Beihilfe zur Billigung von Straftaten verdächtig. André E. wird der rechtsextremen Szene in Sachsen um die Gruppe „Brigade Ost“ zugeordnet. Er stammt aus Johanngeorgenstadt, einer Kleinstadt im Erzgebirge: Zur tschechischen Grenze sind es von dort aus nur ein paar Autominuten. Allerdings lebt E. schon länger mit seiner Frau Susann in Zwickau, unweit einer Plattenbausiedlung. Bis vor wenigen Tagen hatte André E. im Südwesten der Stadt einen Laden, in dem er in der rechtsextremen Szene beliebte Kleidung verkaufte. Name des Geschäfts: „Caput Mortuum“, zu Deutsch Totenkopf. Vor allem aber hat er eine Medienfirma mit dem Namen „Aemedig“, die weder im Handelsregister noch im Telefonbuch steht, dafür aber im Zentrum der Ermittlungen. (…) Grabow, Bergstraße, Donnerstagmittag. Maik Eminger hat sich im Haus verschanzt. Ein paar Stunden ist es erst her, dass das GSG-9-Kommando hier war und seinen Bruder mitgenommen hat. (…) Maik Eminger sieht seinem Bruder nicht nur ähnlich, sie haben auch ähnliche Ansichten. Im Brandenburger Verfassungsschutzbericht aus dem Jahr 2010 taucht Maik Eminger als „Stützpunkt“-Vertreter Potsdam der NPD-Jugendorganisation JN auf.

via welt.de: Die Spur des vierten Mannes von der “Brigade Ost”

siehe auch: GSG9-Beamte nehmen weiteren Neonazi-Terroristen in Brandenburg fest. Die Verstrickungen zur Mordserie von Neonazis reichen immer weiter. Spezialkräfte der GSG 9 nahmen am Donnerstag einen weiteren mutmaßlichen Neonazi-Terrorrist in Brandenburg fest. Die Fahnder schlugen auf einem Gehöft in Grabow, einem Ortsteil der Gemeinde Mühlenfließ (Landkreis Potsdam-Mittelmark) zu. Der Hof ist als Treffpunkt der rechten Szene bekannt. Der 32 Jahre alte Andre E. aus Sachsen wird beschuldigt, die terroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) unterstützt zu haben. Wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte, soll E. seit 2003 in engem Kontakt mit dem Neonazi-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe gestanden haben; Keine Garagen-Gang. Mindestens fünf Terrorhelfer kamen aus Johanngeorgenstadt. Beamte der GSG 9 haben am Donnerstagmorgen einen 32-jährigen Neonazi als Unterstützer des Zwickauer Terror-Trios festgenommen. Seine rechtsextremistische Karriere begann in der »Brigade Ost« im sächsischen Johanngeorgenstadt. Spätestens ab dem Jahr 2000 ließ es sich nicht mehr verheimlichen: Johanngeorgenstadt, ein Ort unweit der sächsischen Grenze zu Tschechien, hat ein Problem mit dominanter Nazi-Kultur. Die Stadt stellte einen Jugendarbeiter ein, gab den jungen Leuten Raum für Clubarbeit. In einem Garagenkomplex am Rande der Stadt entstand daraus die »Brigade Ost«. Dass aus dieser – nach derzeitigem Stand – mindestens fünf Unterstützer des »Nationalsozialisten Untergrundes« (NSU) hervorgingen, konnte damals niemand ahnen. Die »Brigade Ost« setzte sich aus älteren Jugendlichen zusammen, die zumeist in der ostdeutschen Umgebung keine Arbeit hatten und so in westlichen Gefilden jobbten. Einer der Anführer des »Naziclubs« war Matthias Dienelt. Der arbeitet nun als Lkw-Fahrer in Niedersachsen und wurde in der vergangenen Woche von der Staatsanwaltschaft in Dresden vorgeladen. Vorerst als Zeuge. Dieser Status kann sich leicht ändern – zum Beschuldigten. Denn Dienelt hatte offenbar Kontakte zum Logistiker Holger Gerlach, der bereits am Sonntag in Hannover von der Bundesanwaltschaft als NSU-Helfer verhaftet worden war. (…) Zu den Unterstützern aus Johanngeorgenstädter Kreisen gehört auch eine Mandy Struck. Der Name ist als weiterer Alias-Name von Beate Zschäpe bekannt, die sich nach der angeblichen Selbsttötung ihrer Terror-Zellen-Freunde und Wohnungsmitbewohner Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Eisenach am 4. November selbst gestellt hat. Zschäpe und die echte Mandy Struck, die als Friseurin in Schwarzenberg arbeiten soll, sehen sich angeblich recht ähnlich. Da ist die Übergabe von Papieren zwischen den beiden naheliegend. Aufzulisten als Terroristen-Unterstützer ist auch das Zwillingspaar André und Maik Eminger. André ist jener Verdächtige, der gestern früh in Grabow (Landkreis Potsdam-Mittelmark) festgenommen worden ist. Und zwar in der Wohnung seines Bruders Maik. Der, ein Exponent der NPD-Jugendorganisation JN, ist im Brandenburgischen aktenkundig unter anderem durch seine einstige Mitgliedschaft im verbotenen »Schutzbund Deutschland«. Auch die beiden Brüder und mutmaßlichen NSU-Unterstützer stammen aus der »Brigade Ost« Johanngeorgenstadt, deren Gründungsmitglieder – wie sich zeigt – inzwischen über verschiedene Bundesländer verteilt sind. André sei vermutlich gerade auf der Flucht gewesen, mutmaßen Insider, denn eigentlich wohnt er in Zwickau, wo auch das Terror-Trio Zschäpe-Mundlos-Böhnhardt lebte. André Eminger hat vermutlich gemeinsam mit seiner Frau Susann das DVD-Bekenner-Video gefertigt, mit dem die braune Terrorzelle ihre Morde an neun Kleinunternehmern und einer Polizistin dokumentierte. Die letzte Bearbeitung des Videos erfolgte am 22. Dezember 2007. André und Gattin überließen dem Terror-Trio zudem ihre Bahncards. Das war noch im Jahr 2009.

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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faschismus ist keine meinung - faschismus ist ein verbrechen fascism is not an opinion - fascism is a crime

Posted on 24.11.2011, in Dienste, Gewalt, Kameradschaft, nsu, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. 3 Comments.

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