Archiv für den Monat November 2011
Verfassungsschutz sieht den Regionalverband Saarbrücken als rechtsextremes Zentrum im Saarland
Laut Verfassungsschutz stammt ein großer Teil der gewaltbereiten Rechtsextremen im Saarland aus dem Regionalverband. Beobachtern wie dem Grünen-Stadtverordneten Thomas Brück gehen die Bemühungen der Behörden nicht weit genug. „Anpassung ist Feigheit – Lieder aus dem Untergrund“. So lautet der Titel der CD, die Rechtsextreme 2010 an Schüler in Alt-Saarbrücken verteilt haben, unter anderem vor dem Wirtschaftsgymnasium in der Vorstadtstraße. Die Botschaft der CD ist eindeutig: „Ausländische Banden“ hätten das Sagen an deutschen Schulen, die ein „Sammelbecken für junge Schwerkriminelle“ seien. Fazit: „Wir lieben das Fremde – in der Fremde.“ Es ist nur ein Beispiel, das zeigt: Rechtsextreme sind auch im Regionalverband aktiv. Laut Verfassungsschutz liegt hier sogar der „Schwerpunkt rechtsextremistischer Strukturen und Aktivitäten“. Demnach gibt es im Saarland insgesamt 340 Rechtsextreme, etwa 100 sind gewaltbereit – und ein großer Teil von ihnen stammt aus dem Regionalverband. Im vergangenen Jahr verübten Rechtsextreme hier nach Angaben des Verfassungsschutzes 44 Straftaten (überwiegend Propagandadelikte, etwa Hakenkreuzschmierereien), davon drei Gewalttaten (Körperverletzung). 2009 hat der Verfassungsschutz 66 rechtsextremistisch motivierte Straftaten registriert, davon sechs Gewalttaten. Zieht man die Statistiken aus den Vorjahren hinzu, fällt auf, dass Rechtextreme nicht nur in der Landeshauptstadt Gewalt anwenden, sondern immer wieder auch in Völklingen – und Püttlingen. Die dortigen Konflikte stuft der Verfassungsschutz jedoch nicht als politisch ein, sondern als lokale Machtkämpfe. Auch in Bildstock, Dudweiler und Sulzbach soll es gewaltbereite Rechtsextreme geben. Mehrere Schlüsselfiguren der rechten Szene kommen aus diesen Orten: Mitglieder der neonazistischen Vereinigung „Hammer-Skins“ und der Band „Jungsturm“ etwa, die europaweit bekannt ist. Regelmäßig veranstalten die Hammer-Skins Rechtsrock-Konzerte, die vor allem im Elsass und in Lothringen stattfinden – und Tausende anlocken. Die zuständigen Behörden widmen der Musik große Aufmerksamkeit, weil sie für viele Jugendliche eine Einstiegsdroge in die Neonazi-Szene ist. Unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht weiter die rechtsextreme Partei NPD mit dem Völklinger Frank Franz an der Spitze, der bei der Saarbrücker OB-Wahl kandidierte und 2,8 Prozent der Stimmen holte.
via saarbrücker zeitung: Verfassungsschutz sieht den Regionalverband Saarbrücken als rechtsextremes Zentrum im Saarland
Neonazi Sven K. nach brutalem Angriff auf Türken wieder in Haft
Der wegen Totschlags zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilte und vorzeitig aus dem Gefängnis entlassene Neonazi Sven K. hat am Samstag mit fünf weiteren Schlägern aus der Skinhead-Front Dorstfeld zwei Türken angegriffen und schwer verletzt. K. konnte von der Polizei festgenommen werden und sitzt wieder in Haft. Samstag, 26. November 2011, 22.30 Uhr in der Nähe der Reinoldikirche: Zwei junge Türken sind mit einer Freundin zu Fuß unterwegs und haben zu einem der Schläger einen kurzen Blickkontakt. Dieser reagiert aggressiv: „Was guckst du, du Bastard“ – und greift einen der beiden Fußgänger sofort an. Als der Freund des Türken dazwischen gehen will, erhält er mit einer Flasche einen Schlag gegen den Hinterkopf und stürzt. „Ich habe nur noch Springerstiefel gesehen“, sagt der junge Mann über das, was in den Sekunden danach auf in zukam: Mehrere Angreifer treten in sein Gesicht und gegen den Kopf. Dabei hörte er diesen Satz: „Scheiß Ausländer.“ Mit Messer einen Punker getötet Unter den brutalen Gewalttätern: Sven K. (24). 2005 hatte er mit einem Messer in der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße den Punker Thomas „Schmuddel“ Schulz erstochen. Dafür verurteilte ihn das Landgericht 2005 zu einer Haftstrafe, aus der er im September 2010 vorzeitig entlassen wurde. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass von dem Neonazi nach der Entlassung aus dem Gefängnis in Werl keine weiteren Straftaten zu erwarten seien. Doch es kam anders. K. soll an dem Nazi-Überfall auf die „Hirsch Q“ am 10. Dezember 2010 beteiligt gewesen sein, was ihm allerdings noch nicht nachgewiesen werden konnte – anders als nach der Tat vom Samstag. Er ist eindeutig identifiziert.
via ruhrnachrichten: Neonazi Sven K. nach brutalem Angriff auf Türken wieder in Haft
siehe auch: Neonazis griffen Türken an. Mindestens sechs Neonazis haben am Samstagabend an der Reinoldikirche zwei Türken durch Fausthiebe und Tritte gegen den Kopf schwer verletzt. Die Polizei konnte drei Täter festnehmen und prüft einen fremdenfeindlichen Hintergrund. (…) Die Folgen der Gewalt: Kiefer-Prellungen, Verletzungen an der Nase, Platzwunden, Blutergüsse und Gehirnerschütterungen bei beiden Opfern. Nach Angaben eines der Opfer habe der Rechtsextremist, der den Türken angegriffen hatte, innerhalb von Sekunden Verstärkung erhalten. Die beiden jungen Männer mussten sich gegen etwa sechs Angreifer verteidigen; DO: Rechter Mörder Sven Kahlin wieder in Haft. Wie bereits vermutet, handelt es sich bei dem 24-jährigen Dortmunder Neonazi, der bei dem Übergriff auf zwei Jugendliche am Samstagabend noch am Tatort festgenommen werden konnte, um den rechten Mörder Sven Kahlin von der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld. Wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen befindet sich Kahlin seit gestern wieder in Haft. Am Ostermontag 2005 hatte Kahlin den Punker Thomas Schulz erstochen und wurde daraufhin wegen Totschlags zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass von dem Neonazi nach der Entlassung aus der JVA Werl keine weiteren Straftaten zu erwarten seien.
Pirnaer Gericht verschleppt Verfahren
Wie die Opferberatung des RAA Sachsen e.V. in einer Pressemitteilung berichtet, überfiel vor mehr als drei Jahren eine Gruppe von sieben Nazis mehrere alternative und nichtrechte Jugendliche in Stolpen. Dabei wurden die Jugendlichen durch Knüppel und Faustschläge so schwer verletzt, dass einige von ihnen in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandelt werden mussten. Bis heute musste sich keiner der an der Tat beteiligten namentlich bekannten Nazis für diesen brutalen Überfall am 1. Mai 2008 vor dem dafür zuständigen Amtsgericht in Pirna verantworten. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte schon im Juni 2009 Anklage erhoben. Das Amtsgericht lehnte jedoch im September 2010 die Eröffnung des Verfahrens gegen sechs der beschuldigten Angreifer ab. Auf eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft entschied das Landgericht Dresden im Juni 2011, dass das Pirnaer Gericht gegen alle sieben Beschuldigten das Verfahren eröffnen muss. Auf Nachfrage der Opferberatungsstelle teilte das Amtsgericht Pirna mit, dass das Verfahren frühestens Mitte 2012 stattfinden könnte. Unter den Angreifern befand sich unter anderem auch Mirko Hesse, welcher bis mindestens 2002 als V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz arbeitete. Obwohl es für V-Leute nicht zulässig ist, sich an Straftaten innerhalb der Szene zu beteiligen oder eine leitende Funktion in der zu beobachtenden Gruppierung zu haben, bekam Hesse über mehrere Jahre immer wieder Geld für seine Informationen. Und das obwohl er jahrelang dem Führungszirkel der rechten Gruppierung “Hammerskins” angehörte, die in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalttaten gegen Andersdenkende aufgerufen hatte. Aus diesem Grund hatte die Staatsanwaltschaft Dresden im Juli 2002 eine große Razzia gegen die deutsche Abteilung der als rassistisch und antisemitisch eingestuften Gruppe durchgeführt. Dabei wurden bei den insgesamt 29 Beschuldigten unter anderem Waffen und rechte Tonträger beschlagnahmt.
via addn: Pirnaer Gericht verschleppt Verfahren
Greenpeace blockiert Castor-Strecke
20 Kilometer trennen die elf Castorbehälter noch von ihrem Ziel in Gorleben. Derzeit werden sie in Dannenberg auf Speziallastwagen umgeladen. Greenpeace-Aktivisten haben unterdessen die Straße zum Atommüll-Zwischenlager mit einem präparierten Transporter blockiert. Der Castor-Transport steht vor seiner letzten Etappe. Die elf Atommüll-Behälter wurden am Montagvormittag im Umladebahnhof Dannenberg auf Speziallastwagen verladen. 20 Kilometer Straße trennen den Transport noch von seinem Ziel im Atommüll-Zwischenlager. Rund um Gorleben gab es aber bereits erste Straßenblockaden. Mit dem Ende der Verladeaktion wurde im Tagesverlauf gerechnet. Mit einem Lieferwagen blockierten seit dem frühen Morgen vier Greenpeace-Mitglieder eine Straße, um den Konvoi mit Atommüll so lange wie möglich aufzuhalten. Einsatzkräfte sollen laut Augenzeugen den zugeschweißten Kofferraum des Transporters aufgebrochen haben. Die Atomkraftgegner hätten sich mit einer Art Metallkasten in der Straße verankert. Zudem protestierten nach Angaben einer Anti-Atom-Initiative rund eintausend Menschen mit einer Sitzblockade bei Gorleben gegen die strahlende Fracht aus deutschen Atomkraftwerken.
via stern: Greenpeace blockiert Castor-Strecke
siehe auch: Drei Castoren in Dannenberg auf Lkw verladen. Die ersten drei Castoren sind mit einem Kran im Verladebahnhof Dannenberg vom Zug auf Spezialtransporter verladen worden. Um 4.20 Uhr war der Transport mit den elf Atommüll-Behältern im Areal des Verladebahnhofs Dannenberg angekommen. Etwa eine halbe Stunde später zog eine Lok die ersten drei Castoren in den Verladekran. Hunderte Polizisten sichern das von Scheinwerfern ausgeleuchtete Areal. Alle Behälter werden vor dem Verladen auf ihre Strahlung hin überprüft, erklärte Jürgen Auer. Der Sprecher der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) veranschlagt rund 15 Stunden für das Umladen der Behälter auf Spezial-Lkw – „wenn alles gut läuft“; Castor-Transport: Laut Aktivisten bisher 200 Atomgegner verletzt. Nach mehr als 100 Stunden Fahrt hat der Castor-Transport am Montagmorgen die Verladestation Dannenberg erreicht. (…) tomkraftgegner hatten zuvor die Fahrt durch das Wendland trotz massiver Polizeipräsenz entlang der Gleise mehrfach stoppen können. Bei Hitzacker hatten Castor-Gegner am Sonntag zuletzt den Transport mit einer Beton-Pyramide auf den Gleisen mehr als 15 Stunden aufgehalten. Drei Männer und eine Frau hatten sich in der selbst gebauten Konstruktion angekettet. (…) Bei den Protesten sind bis Sonntagabend mehr als 200 Verletzte gemeldet worden. Bei etwa 160 Demonstranten handle es sich um Folgen der Schlagstock- und Reizgaseinsätze der Polizei, sagte eine Sprecherin der Rettungszentrale der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz in Dannenberg. Mindestens drei Demonstranten wurden demnach schwer verletzt. Die Polizei vermeldete 51 verletzte Einsatzkräfte, mehrere von ihnen seien dienstunfähig. Zudem seien 16 Polizeiwagen beschädigt worden. Mehrere Personen wurden festgenommen. Auch zwei Sanitäter erlitten den Angaben der Rettungszentrale zufolge Verletzungen; Castor-Protest: Aktivisten verankern Transporter auf Straße. Nach einer langen Protestnacht haben Atomkraftgegner am Montag ihre Blockaden fortgesetzt. Vier Greenpeace-Aktivisten verankerten sich mit einem Kleintransporter auf der Straße zwischen Dannenberg und Gorleben. Sie wollen damit eine Route für den Castor-Konvoi mit Atommüll so lange wie möglich blockieren. Im vergangenen Jahr hatte Greenpeace mit einem präparierten Bierlaster auf einer Kreuzung die Polizei ausgetrickst und den Transport viele Stunden lang verzögert. Zudem protestierten nach Angaben einer Anti-Atom-Initiative rund tausend Menschen mit einer Sitzblockade bei Gorleben gegen die strahlende Fracht aus deutschen Atomkraftwerken.
Drei Castoren in Dannenberg auf Lkw verladen
Die ersten drei Castoren sind mit einem Kran im Verladebahnhof Dannenberg vom Zug auf Spezialtransporter verladen worden. Um 4.20 Uhr war der Transport mit den elf Atommüll-Behältern im Areal des Verladebahnhofs Dannenberg angekommen. Etwa eine halbe Stunde später zog eine Lok die ersten drei Castoren in den Verladekran. Hunderte Polizisten sichern das von Scheinwerfern ausgeleuchtete Areal. Alle Behälter werden vor dem Verladen auf ihre Strahlung hin überprüft, erklärte Jürgen Auer. Der Sprecher der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) veranschlagt rund 15 Stunden für das Umladen der Behälter auf Spezial-Lkw – „wenn alles gut läuft“. Äußere Bedingungen wie etwa das Wetter könnten den Vorgang verzögern. Der Lüneburger Polizeipräsident Friedrich Niehörster und der Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover, Thomas Osterroth, wollen am Morgen an der Umladestation in Dannenberg eintreffen. Dort haben sie für 10.30 Uhr eine Zwischenbilanz zum bisherigen Einsatzverlauf angekündigt. (…) Unterdessen blockieren Castor-Gegner noch immer den letzten Teil des Transportes auf der Straße. Etwa 1.000 Aktivisten haben nach Angaben der Anti-Atom-Organisation „x-tausendmalquer“ bereits am Sonntag bei Gorleben begonnen, die Zufahrt in das Zwischenlager für den anrollenden Atommüll zu blockieren. Die Polizei spricht von 600 bis 800 Personen. Ausgerüstet mit Schlafsäcken, Strohpolstern und Iso-Matten besetzten sie die Ortsausfahrt Richtung Laase. Derzeit hat die Polizei „kein Problem“ mit der Blockade. „Es ist ja noch etwas Zeit, bis der Transport losgeht“, sagte ein Sprecher gegenüber NDR.de.
via ndr: Drei Castoren in Dannenberg auf Lkw verladen
siehe auch: Castor-Transport kommt nur schleppend voran. Update „Zeitrekord eingestellt“, verkündete am Sonntagmittag um halb eins die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Der am Mittwoch in Frankreich gestartete Castor-Transport war da seit mehr als 92 Stunden unterwegs. Und somit schon etwas länger als der Atommüllzug im Vorjahr. Nur im Schritttempo und immer wieder durch Blockaden gestoppt, näherte sich der 600 Meter lange Zug am Sonntagabend Dannenberg. Hier sollen heute die elf Castorbehälter von den Waggons auf Tieflader gehievt werden. Die letzte Etappe führt dann voraussichtlich an diesem Montagmorgen zum 20 Kilometer entfernten Zwischenlager Gorleben. In der Nacht zum Sonntag hatte die Polizei damit begonnen, eine Gleisblockade bei Harlingen zu beenden, an der sich zeitweise mehr als 4000 Castor-Gegner beteiligten. Sie bescheinigten den Beamten bei der Räumung Zurückhaltung. Erst in der Endphase in den frühen Morgenstunden wandten einige Polizisten schmerzhafte Griffe an, wie Betroffene schilderten. In den Vortagen waren Demonstranten und Beamte mehrfach heftig aneinandergeraten, wobei sich beide Seiten gegenseitig Aggressivität und Gewalt vorwarfen.; Vier Bauern in Beton sorgen für Castor-Rekord. Nach massiven Protesten ist der Castor-Transport nach Gorleben am frühen Montagmorgen mit großer Verspätung auf seiner letzten Zwischenstation, dem Umladebahnhof in Dannenberg, eingetroffen. Für die größte Behinderung hatten vier Bauern aus Niedersachsen gesorgt, die sich mit einer Beton-Pyramide an die Gleise gekettet hatten. (…) Ebenfalls 15 Stunden hatten es zuvor drei Männer und eine Frau auf den Schienen ausgehalten, bei Regen und Kälte. Gemeinsam hatten sich die Aktivisten der „Bäuerlichen Notgemeinschaft“ an eine 600 Kilo schwere Beton-Pyramide gekettet, um den Transport des Atommülls zu behindern. Erst am späten Abend gaben die vier Landwirte auf – die Polizei hatte sie nicht losmachen können, ohne die Gesundheit der Anti-Atom-Aktivisten zu gefährden. Die vier hatten sich mit einem dermaßen komplizierten Schließmechanismus im Innern der Pyramide festgekettet, dass ein Anheben ohne schwerste Verletzungen nicht möglich gewesen wäre. Die vier gaben schließlich von selbst auf – „aus Verantwortung für unsere Familien und Höfe“. Bei Hitzacker wurden schließlich rund 800 Demonstranten von den Gleisen getragen. In Gorleben bereiteten in der Nacht rund eintausend Demonstranten eine Straßenblockade vor; Endspurt: Noch 20 Kilometer bis nach Gorleben. Der Castor-Transport hat Dannenberg erreicht. Die Behälter werden umgeladen, dann geht es auf der Straße weiter. Bis nach Gorleben sind es noch 20 Kilometer.
Wehrsportgruppen-Hoffmann im Visier der Ermittler
Karl-Heinz Hoffmann war einst die Galionsfigur der rechten Szene. Aber hatte er auch Kontakt zum Nazi-Trio von Zwickau? Er gerät wieder in den Blick der Ermittler. Es ist ein Abend im September 2010, als ein Auto voller „Kameraden“ in Richtung Jena rast. Die Männer kommen von einem Vortrag, den ihr Idol Karl-Heinz Hoffmann, damals 73 Jahre alt, in einem Gasthof im sächsischen Hausdorf gehalten hat.Hoffmann, eine bewunderte Figur der rechten Szene, tritt nicht mehr so häufig auf wie früher, zu seinen besseren Zeiten. Damals, vor Jahrzehnten, als er der Gründer der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ war und seine Jünger mit Gewehren durchs Gelände robbten. Inzwischen züchtet er Bioschweine. Die Männer im Auto wissen nicht, dass ihre Telefone abgehört werden. Hinter einem von ihnen, André Kapke, sind Polizeifahnder schon seit Wochen her. Kapke, massig und brutal, wird ein Jahr später noch im Zusammenhang mit einem der verworrensten Kriminalfälle in der Geschichte der Bundesrepublik genannt werden. Irgendwann telefoniert einer der Männer, im Auto fallen die Worte „Bauanleitung“ und „C4″. Die Fahnder der Soko „Feuerball“ sind alarmiert. C4 ist das Kürzel für einen hochexplosiven Plastiksprengstoff. Der Verdacht der Polizei: Insgesamt sechs Männer könnten unerlaubt Sprengstoff beschafft und nach Jena gebracht haben. Was folgt, ist eine großangelegte Razzia. 200 Polizisten durchsuchen in der rechten Szene 16 Wohnungen und Treffpunkte. Hoffmann bekommt gleich zwei Mal Besuch: Beamte filzen seine Wohnung, Schloss Ermreuth in der Nähe von Erlangen und sein Rittergut Sahlis bei Leipzig, wo er die Schweinezucht betreibt. Beschlagnahmt werden unter anderem zwei Computer und drei Handys. Ein Jahr ist seither vergangen, Sprengstoff haben die Ermittler nicht gefunden, obwohl einmal ein Sprengstoffspürhund angeschlagen hat. Die Staatsanwaltschaft Gera hätte den Fall, Aktenzeichen 172 Js 30549/10, also wohl längst zu den Akten gelegt, wenn nicht Hoffmann und die anderen Beteiligten Beschwerde gegen die Durchsuchung eingelegt hätten. (…) Und zu denen, die als engste Vertraute der drei Rechtsextremisten gelten, gehört André Kapke – sowie sein Kompagnon Ralf Wohlleben, ehemals Vizechef der Thüringer NPD. Kapke und Wohlleben sind zwei Größen in der rechtsextremistischen Szene, nicht nur der thüringischen. Mitte der 90er-Jahre gehören sie zur „Kameradschaft Jena“, einer verschworenen Gemeinschaft, zu der damals auch Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe zählen. Es sind kaum mehr als ein halbes Dutzend Leute, Kapke ist der „Führer“. Mundlos und Böhnhardt sind seine „Stellvertreter“, Zschäpe ist einfaches Mitglied. (…) Kapke und Wohlleben. Man hat so seine Verbindungen, man kennt sich und hat zusammen schon einiges durchgemacht. 1999 zum Beispiel stehen Kapke und Wohlleben wegen gemeinschaftlich begangener Körperverletzung und Nötigung vor Gericht. Sie sollen zwei junge Frauen gezwungen haben, Namen und Adressen von Jugendlichen aus der linken Szene zu verraten. Indem sie ihnen massive Gewalt androhten, angeblich bis hin zu Mord. Im März 2000 verurteilt sie das Landgericht Gera in zweiter Instanz.
via welt.de: Wehrsportgruppen-Hoffmann im Visier der Ermittler
siehe auch: Neonazi soll schon 1998 Waffen für Terror-Trio besorgt haben. Im Fall der Zwickauer Terrorzelle hatten Sicherheitsbehörden bereits 1998 konkrete Hinweise darauf, dass sich das Trio im Untergrund bewaffnen wollte. Der Brandenburger Verfassungsschutz gab Meldungen weiter, dass ein sächsischer Neonazi dabei sei, Waffen für die drei zu besorgen. Bei der Einschätzung des thüringischen Neonazi-Trios hat offenbar auch die Justiz schwere Fehler gemacht.; Military Sports Group Hoffman in the subject of investigations. Karl-Heinz Hoffmann was once the figurehead of the scene right. But he also had contact with the Nazi trio of Zwickau? He comes back into view of the investigators. There is a September evening in 2010 when a car full of „comrades“ in the direction of Jena races. The men come from a lecture given by her idol, Karl-Heinz Hoffmann, then 73 years old, has kept an inn in the Saxon village house. Hoffmann, an admired figure in the right scene occurs not on as often as before, to better his times. At that time, decades ago, when he became the founder of the „Military Sports Group Hoffman“ was his disciples with rifles and crawled through the terrain.Meanwhile, he grows Bioschweine. The men in the car do not know that their phones are bugged. Behind one of them, André Kapke, police investigators have been weeks ago. Kapke, massive and brutal, will be called a year later in connection with one of the most intricate criminal cases in the history of the Federal Republic.Eventually phoned one of the men in the car are the words „instructions“ and „C4″. The investigators from the Soko „fireball“ are alarmed. C4 is the abbreviation for a high-explosive plastic explosive. The suspicions of the police: A total of six men could have been procured and explosives illegally to Jena. What follows is a large-scale raid. 200 police search in the right scene, 16 dwellings and meeting places. Hoffman gets two times visit: officials felt his home, Castle Ermreuth near Erlangen and his manor Sahlis at Leipzig, where he runs the pig. Be confiscated, including two computers and three phones. A year has passed since then, investigators have not found the explosives, although once struck an explosives sniffer dog. The prosecution case would have the Gera, document number 172 Js 30549/10, probably long since been shelved, if not, Hoffmann and the other parties had filed a complaint against the search. And if the country had not been shaken suddenly by an unprecedented series of murders committed allegedly by three neo-Nazis, had for their names, until recently most interested security experts. „After recent events, the facts re-evaluated,“ says Jens Woermann, spokesman for the prosecutor Gera. His authority was considering even turn on the Attorney General. Because Mundlos Uwe, Uwe and Beate Böhnhardt Zschäpe, members of the so-called Zwickau terrorist cell, nine men and a policewoman should have on his conscience.
Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu
Schlägerei zwischen Linken und Rechten
In der Nacht zu Sonntag ist es zu einer Schlägerei zwischen Anhängern der linken und rechten Szene gekommen. Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit dem zuvor verbotenen Rechtsrock-Konzert in Bremerhaven nicht aus. Gegen 22.35 Uhr griffen laut Angaben der Polizei etwa 20 Anhänger der linken Szene mehrere Personen an, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Bei der Schlägerei an der Friedrich-Rauers-Straße in der Nähe des Bremer Güterbahnhofs seien vier der Neonazis leicht verletzt worden. Einer wurde zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht, die anderen seien alle geflüchtet. Die Polizei ermittelt gleich doppelt: Gegen die Linken wegen gefährlicher Körperverletzung und gegen die Rechten, weil sie verfassungsfeindliche Zeichen verwendet haben. Die Polizei vermutet, dass die Schlägerei im Zusammenhang mit einem zuvor abgesagten Konzert der Rechtsrock-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ in Bremerhaven steht. Gegen 21 Uhr sei ein Mitglied des Magistrats zu dem Veranstaltungsort gegangen, um das Konzert aufzulösen. Da ihn bis zu hundert Polizisten begleitet hätten, seien die Konzertbesucher ohne Widerstand abgezogen, meldet die Polizei.
via weser-kurier: Schlägerei zwischen Linken und Rechten
Castor-Transport kommt nur schleppend voran
Update „Zeitrekord eingestellt“, verkündete am Sonntagmittag um halb eins die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Der am Mittwoch in Frankreich gestartete Castor-Transport war da seit mehr als 92 Stunden unterwegs. Und somit schon etwas länger als der Atommüllzug im Vorjahr. Nur im Schritttempo und immer wieder durch Blockaden gestoppt, näherte sich der 600 Meter lange Zug am Sonntagabend Dannenberg. Hier sollen heute die elf Castorbehälter von den Waggons auf Tieflader gehievt werden. Die letzte Etappe führt dann voraussichtlich an diesem Montagmorgen zum 20 Kilometer entfernten Zwischenlager Gorleben. In der Nacht zum Sonntag hatte die Polizei damit begonnen, eine Gleisblockade bei Harlingen zu beenden, an der sich zeitweise mehr als 4000 Castor-Gegner beteiligten. Sie bescheinigten den Beamten bei der Räumung Zurückhaltung. Erst in der Endphase in den frühen Morgenstunden wandten einige Polizisten schmerzhafte Griffe an, wie Betroffene schilderten. In den Vortagen waren Demonstranten und Beamte mehrfach heftig aneinandergeraten, wobei sich beide Seiten gegenseitig Aggressivität und Gewalt vorwarfen. (…) Ein weiteres Hindernis konnte die Polizei ebenfalls beseitigen. Bei Lüneburg hatten sich sieben Greenpeace-Aktivisten an den Schienen festgemacht. Die Arme der Umweltschützer steckten in einer Vorrichtung unter den Gleisen. „Wir haben die Befestigung etwas perfektioniert“, so Greenpeace-Sprecher Tobias Riedl. Über Stunden bekam die Polizei die Umweltschützer nicht frei. Beamte und Bahntechniker schraubten schließlich Schienen von den Schwellen und trennten mit Schweißbrennern zehn Meter lange Stücke aus dem Metall, von denen sie dann die Blockierer lösten. Noch mehr Kopfzerbrechen bereitete den Einsatzkräften eine weitere Gleisblockade – nahe Hitzacker schlossen sich drei Bauern und eine Bäuerin an einer Betonpyramide fest, die Unterstützer unbemerkt von den Beamten an die Schienen geschafft hatten. „Diese Pyramide hatten wir noch vom letzten Jahr“, so einer der Landwirte. „Die musste dann ja noch benutzt werden.“ Beim Versuch, die Bauern aus der Pyramide zu lösen, kamen die Beamten bis Sonntagabend noch nicht viel weiter. Im Gegenteil: Die innere Konstruktion der Pyramide hatte sich etwas abgesenkt und verkantet. Dadurch wurde der Arm der Frau eingeklemmt. Die Polizisten versuchten daraufhin, die Pyramide zu stabilisieren, und verfolgten mit Endoskopen, wie es im Inneren aussieht. Die Bauern machten schließlich ein Angebot: Wenn Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) einen Baustopp für Gorleben verfügt, wollen sie ihre Blockade selbst beenden. In der Pyramide, auf deren Seite die Namen der großen Energiekonzerne standen, steckte eine zweite und in der zweiten eine Strebenkonstruktion aus Metall, an die sich die Bauern angeschlossen hatten. Flankiert wurden die Proteste an und auf den Schienen von zahlreichen kleineren Aktionen. Castor-Gegner blockierten immer wieder Straßen, Kreuzungen und Kreisel. In einem Fall kippten sie zwei Wagenladungen Kies, anderenorts eine Fuhre Schottersteine auf die Fahrbahn.
via tagesspiegel: Castor-Transport kommt nur schleppend voran
siehe auch: Atomgegner fahren schweres Geschütz auf. Der Atomausstieg ist beschlossene Sache, doch immer noch gehen Umweltaktivisten auf die Barrikaden. Im Wendland ketten sich mehrere Hundert Menschen an die Gleise, um den Castor-Transport zu blockieren. Insgesamt protestieren 3000 Aktivisten. Castor-Gegner blockieren nach wie vor die Gleise im Wendland. Nach Auflösung der bisher größten Sitzblockade bei Harlingen mit etwa 3000 Aktivisten in der Nacht zu Sonntag muss die Polizei nun eine kleinere Blockade von Atomkraftgegnern bei Hitzacker, vier Kilometer vor der Castor-Verladestation in Dannenberg, auflösen. Dort und auch bei Vastorf östlich von Lüneburg haben sich noch einzelne Aktivisten an die Gleise gekettet. Nach Beobachtungen eines dapd-Reporters vor Ort begannen Beamte bei Hitzacker, Werkzeug für die Räumung einer kleinen Beton-Pyramide auf dem Gleis bei Hitzacker heranzuschaffen; Castor kriecht auf den letzten Kilometern. Der Castor ist kurz vor seinem Ziel – doch Atomkraft-Gegner blockieren hartnäckig die Gleise und zwingen den Zug immer wieder zum Anhalten. Der bisher langwierigste Atommüll-Transport wird voraussichtlich erst am Montag in Gorleben eintreffen. Auf der letzten Etappe planen die Demonstranten weitere Aktionen.
Deckname Paulchen Panther
Ein Neonazi soll angeblich Mitglied der CDU in Kassel sein und nationalsozialistisches Gedankengut im Internet verbreitet haben. Ministern Kühne-Hörmann reagiert entsetzt. Ein Mitglied der Kasseler CDU soll einer rechtsextremen Vereinigung angehören. Der Schriftführer des CDU-Stadtbezirksverbands Kassel-Nord sei seit Jahren Mitglied des rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten „Freien Widerstands Kassel“, berichtete der Hessische Rundfunk (HR) am Sonntag. Nach Recherchen des Senders soll der Mann unter einem Decknamen nationalsozialistisches Gedankengut im Internet verbreitet haben. So habe er unter dem Decknamen auch eine Facebook-Seite unterhalten, auf die er am 17. November die Comic-Figur „Paulchen Panther“ gesetzt habe. Das sei offenbar als Solidaritätsadresse an die Zwickauer Terrorzelle gemeint gewesen, die die Comicfigur auf ihrer Bekenner-DVD verwendet hatten. Im Stadtteil Kassel-Nord war im April 2006 der Internetcafébesitzer Halit Yozgat ermordet worden – mutmaßlich von der rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“. Als der hessische Sender den Mann mit den Vorwürfen konfrontierte, entgegnete dieser den Angaben zufolge, diese Aktivitäten seien seine „Privatsache“. Unmittelbar nach dem Interview habe er dann aber alle Internetseiten mit seinem Decknamen gelöscht. Nach Informationen des HR soll er seinen rechtsextremen Hintergrund zudem inzwischen der CDU gestanden und sein Amt als Schriftführer niedergelegt haben. Die CDU-Mitgliedschaft wolle er jedoch behalten.
via fr: Deckname Paulchen Panther
siehe auch: Neonazi in Kasseler CDU. Der Schriftführer des CDU-Stadtbezirksverbands Kassel Nord ist nach Informationen des hr-fernsehens Mitglied einer rechtsextremen Vereinigung – ausgerechnet in dem Stadtteil, in dem es zu einem der rechtsterroristischen Morde kam. Nach Recherchen des Landesmagazins „defacto“ im hr-fernsehen ist der Schriftführer des CDU-Stadtbezirksverbandes Kassel Nord, Daniel Budzynski, seit Jahren Mitglied des rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten „Freien Widerstands Kassel“. Bei dem Stadtbezirksverband handelt es sich um den Stadtteil, in dem im April 2006 der Internetcafébesitzer Halit Yozgat ermordet wurde – mutmaßlich von der rechtsterroristischen Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“.
Neonazi soll schon 1998 Waffen für Terror-Trio besorgt haben
Im Fall der Zwickauer Terrorzelle hatten Sicherheitsbehörden bereits 1998 konkrete Hinweise darauf, dass sich das Trio im Untergrund bewaffnen wollte. Der Brandenburger Verfassungsschutz gab Meldungen weiter, dass ein sächsischer Neonazi dabei sei, Waffen für die drei zu besorgen. Bei der Einschätzung des thüringischen Neonazi-Trios hat offenbar auch die Justiz schwere Fehler gemacht. So war die Staatsanwaltschaft Gera 1998 nach einer Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei den untergetauchten Rechtsextremisten Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe nur um „ein loses Geflecht von Einzeltätern“ handle, die „Straftaten weder für noch im Namen bestimmter Gruppierungen oder gar einer eigens gegründeten Gruppierung“ begingen. Die Ermittlungsbehörde sah keinen Anlass, ein Verfahren wegen „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ einzuleiten. Am 4. März 1999 übermittelte das Bundeskriminalamt diese Einschätzung auch an die Bundesanwaltschaft, die sich der Bewertung aus Gera anschloss und ebenfalls keinen Anlass sah, die Ermittlungen wegen Terrorverdachts an sich zu ziehen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Thomas Oppermann, sieht darin ein eklatantes Versagen. „Der Staat hat den Rechtsextremismus fundamental unterschätzt“, so Oppermann. „Mit einer solchen Haltung kann man nicht erkennen, was man sieht.“ Dabei hatten die Sicherheitsbehörden bereits 1998 konkrete Hinweise darauf, dass sich das thüringische Trio im Untergrund bewaffnen wollte. So schickte der Brandenburger Verfassungsschutz im September 1998 mehrere Meldungen nach Sachsen, Thüringen und an das Bundesamt für Verfassungsschutz, wonach der V-Mann „Piato“ berichtet habe, dass ein sächsischer Neonazi gerade dabei sei, Waffen für Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe zu beschaffen.
via spiegel: Neonazi soll schon 1998 Waffen für Terror-Trio besorgt haben
siehe auch: Ermittler suchen nach 38 Kilogramm Sprengstoff. Im Fall des Neonazi-Trios prüfen Ermittler einem Medienbericht zufolge, ob der 2004 verübte Kölner Nagelbombenanschlag mit in Thüringen gestohlenem Sprengstoff verübt wurde. Aus einem Bundeswehr- Munitionsdepot nahe Kahlac waren 1991 rund 40 Kilogramm Sprengstoff TNT gestohlen worden, berichtet die Bild am Sonntag. Fahnder hätten inzwischen herausgefunden, dass die von den Rechtsextremisten gebauten Rohrbomben, die 1998 in einer Jenaer Garage gefunden wurden, mit dem TNT aus dem Bundeswehrdepot gefertigt wurden. Noch immer sind die restlichen 38 Kilogramm Sprengstoff spurlos verschwunden. Die Ermittler befürchten jetzt, dass das TNT in den Händen von Neonazis sein könnte
Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu
Kämpfer gegen Krieg und Faschismus – Klaus Kunold ist im Alter von 79 Jahren verstorben

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, Kreisvereinigung Bochum (VVN-BdA), trauert um ihren Vorsitzenden Klaus Kunold, der am vergangenen Samstag im Alter von 79 Jahren gestorben ist. Klaus Kunold hat sich den Buchenwald-Schwur der überlebenden KZ-Häftlinge „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ zu eigen gemacht. 2008 erhielt er die Ehrenplakette der Stadt. Mit Engagement setzte sich Klaus Kunold für Abrüstung und Entspannungspolitik sowie gegen den aufkeimenden Neonazismus ein. Die Schaffung eines neuen jüdischen Gemeindezentrums war ihm ein persönliches Anliegen. Der Gedenkort „Saure Wiesen“ ist durch sein Beharren zu Stande gekommen.
via derwesten.de: Kämpfer gegen Krieg und Faschismus – Klaus Kunold ist im Alter von 79 Jahren verstorben
siehe auch: Trauer um Klaus Kunold. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kreisvereinigung Bochum, trauert um ihren Vorsitzenden Klaus Kunold, der am 26.11.2011, im Alter von 79 Jahren gestorben ist. Die VVN-BdA und darüber hinaus die Stadt Bochum verlieren damit eine herausragende Persönlichkeit. Klaus Kunold, dessen Kindheit und Jugend geprägt war vom Erleben des Faschismus, des Krieges und der Hungerjahre der Nachkriegszeit, setzte sich zeitlebens für die Verwirklichung des Buchenwald-Schwurs der überlebenden KZ-Häftlinge „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ ein. Für sein Eintreten gegen die Restauration und Remilitarisierung wurde er in der Adenauer-Ära mehrfach gemaßregelt und verfolgt. Eine (späte) Würdigung fand erst im Jahre 2008 statt, als er von der Stadt Bochum mit der Verleihung der Ehrenplakette der Stadt geehrt wurde. Mit gr0ßem Engagement setzte sich Klaus Kunold für Abrüstung und für die Entspannungspolitik sowie gegen den aufkeimenden Neonazismus ein.
Unter dem Mantel der Bürgerlichkeit
Freie Kameradschaften und Autonome Nationalisten sind der gewalttätige Kern der Neonazi-Szene. Parteien wie die NPD oder Pro NRW distanzieren sich öffentlich von ihnen – und halten doch zum Teil enge Kontakte (…) Und alle Studien zeigen, dass es zwischen dem gewalttätigen, auch zu Morden bereiten Kern und den Parteien am rechten Rand, aus dem auch die NSU hervorging, zahlreiche Verbindungen gibt. Zum Beispiel zwischen den Autonomen Nationalisten, den Freien Kameradschaften und einzelnen Funktionären von Pro NRW und der NPD. Über die Autonomen Nationalisten haben die beiden Sozialwissenschaftler Jan Schedler und Alexander Häusler ein Buch herausgegeben. „Autonome Nationalisten – Neonazis im neuen Gewand“ ist die bislang umfangreichste wissenschaftliche Beschäftigung mit dem in den vergangenen Jahren schnell gewachsenen Flügel der rechtsradikalen Szene. Schon in den 80er-Jahren stellte der damals bekannte und 1991 an Aids verstorbene Neonazi-Führer Michael Kühnen fest, dass es der Nazi-Szene gelingen müsse, sich jugendlichen Ausdrucksformen zu öffnen, um an Nachwuchs heranzukommen
via welt: Unter dem Mantel der Bürgerlichkeit
Mein Nachbar Philippe, der Neonazi
Da lebt man in einem friedlichen Städtchen. Bis man auf die ersten rechtsradikalen Spuren stößt. Und schließlich den Mann trifft, der dahintersteckt. Unsere erste Begegnung war sehr flüchtig. Nur ein Schatten war Philippe Bodewig, der mit einem großen Hund an der Ampel stand. Ich dachte, dass der Schatten krank aussieht, dass er keine Haare hat, Krebs kam mir in den Sinn. Doch meine Frau auf dem Beifahrersitz fragte mich nur, ob ich den Nazi denn auch gesehen hätte. „Welchen Nazi? In Kempen gibt es keine Nazis.“ (…) Später dann sah ich die Aufkleber. An Laternen, auf Mülleimern, auf Verkehrsschildern. Sie klebten an Torbögen und auf den Rutschen der Kinderspielplätze. Selbst auf der Eingangstür des Rathauses war ein Aufkleber der NPD: „Ohne Bauer, kein Brot“, „Kriminelle Ausländer raus“, „Die Milliarden gehören dem Volk, nicht den Banken“, „Soziale Sicherheit statt Multikulti“. (…) Ich sah Philippe Bodewig nun öfter. Oder er fiel mir eher auf. Ich achtete auf ihn, wenn er mit seinem Hund spazieren ging, gern früh am Morgen. Dabei trägt er häufig Springerstiefel und Bomberjacke, er hat auch eine rot-weiß-schwarze Regenjacke mit NPD-Parteilogo und ein Sweatshirt, das einen Reichsadler zeigt. Manchmal begleitete ihn statt des Hundes ein Mädchen mit braunen Haaren, das nicht so tadellos gekleidet war wie er. Ich wusste nun auch, dass Philippe Bodewig mein Nachbar war, er wohnt etwa 200 Meter von mir entfernt in einem weißen Haus in der Altstadt von Kempen, offenbar sein Elternhaus. Damals war er noch Pressesprecher der NPD Krefeld und stellvertretender Vorsitzender der Jungen Nationaldemokraten (JN) in Nordrhein-Westfalen. Inzwischen ist er Kreisvorsitzender der NPD Krefeld und Kleve. Er hat Karriere gemacht, seit ich ihn kenne. Es gab in dieser Zeit einen Prozess gegen Bodewig. Die Staatsanwaltschaft Krefeld klagte ihn wegen der Aufkleber an, doch Bodewig wurde freigesprochen, weil der Belastungszeuge ihn vor Gericht dann doch nicht eindeutig identifizieren konnte. Es gab aber eine Hausdurchsuchung, bei der die Ermittler viele Aufkleber fanden. Es heißt, dass Philippe Bodewig damals auch eine Hakenkreuzfahne an der Wand hatte, doch der Besitz der Fahne ist nicht strafbar, lediglich das Herzeigen und Verbreiten.
via welt: Mein Nachbar Philippe, der Neonazi
S21-Gegner scheitern bei Referendum
Große Enttäuschung: Die Gegner von Stuttgart 21 sind beim Referendum klar gescheitert. Stuttgart 21 darf gebaut werden: Bei einer Volksabstimmung sprach sich eine klare Mehrheit der Baden-Württemberger dafür aus, den Bahnhof der Landeshauptstadt unter die Erde zu verlegen. Ein Teil S21-Gegner will dennoch weitermachen. Niederlage für die Gegner von Stuttgart 21: Bei einer Volksabstimmung votierten am Sonntag nur 41,2 Prozent für ein Ausstiegsgesetz, das ein Ende des Bauprojekts bedeutet hätte. Für S21 sprachen sich 58,8 der Wähler aus. Enthaltungen waren bei der Abstimmung nicht möglich. Selbst wenn die Stimmenverteilung anders ausgefallen wäre, hätten die S21-Gegner ihr Ziel aber nicht erreicht: Wegen der mäßigen Wahlbeteiligung von 48,3 Prozent wurde das erforderliche Quorum deutlich verfehlt. Laut baden-württembergischer Landesverfassung hätte mindestens ein Drittel der 7,6 Millionen Wahlberechtigten für das Ausstiegsgesetz stimmen müssen.
via spiegel.de: S21-Gegner scheitern bei Referendum
Üben in der Schweiz
Neonazis rüsten auf und trainieren am Sturmgewehr. Das ist mit Kontakten in die Schweiz gut möglich, denn dort behalten Wehrpflichtige nach der Grundausbildung ihre Waffen. Die Fantasie von Verfassungsschützern ist offenbar begrenzt. Bis vor wenigen Tagen, sagt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), hätten sie sich rechtsextremen Terror nicht vorstellen können. Dabei gab es immer Neonazis, die mit Waffen und Bomben spielen. Dass manche Ernst machen könnten, war zu ahnen. Erst im August soll der aus Südbaden in die Schweiz umgezogene Neonazi Nicolai H. ein Schießtraining für deutsche Rechtsextremisten organisiert haben. Für 160 Franken mietete er Informationen von Antifaschisten zufolge ein Schützenhaus bei Luzern für 20 Leute. Mehrere davon sollen wie er der NPD angehören. In der Schweiz behalten Wehrpflichtige nach der Grundausbildung ihre Waffen und trainieren regelmäßig damit. Das nutzen Neonazis aus Deutschland offenbar aus. Schon im August 2007 hatten Neonazis der NPD-nahen „Freien Nationalisten Rhein-Main“ bei der Schützen-Gemeinschaft Wölflinswil im Aargau an Sturmgewehren trainiert, die in Deutschland unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. (…) Auch die Pistole, mit der die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gemordet haben soll, stammt wohl aus der Schweiz: Der tschechische Hersteller hatte sämtliche 24 Exemplare dieser bestimmten Serie der Ceska 83 in den Kanton Solothurn geliefert. 2010 verfolgte die Schweizer Polizei in Amtshilfe für das BKA die Spur der Waffen, ohne verwertbare Resultate. (…) Dass Rechtsextreme Mord und Terror in die Praxis umsetzen, überrascht Behörden immer wieder. 2003 plante die „Schutzgruppe“ (SG) ein Attentat auf die Grundsteinlegung für die Münchner Synagoge. Martin Wiese, danach als Rädelsführer einer terroristischen Vereinigung verurteilt, und zwei weitere Rechtsterroristen wohnten offenbar bis zu ihrer Verhaftung um die Ecke von dem Schlüsseldienst, in dem die NSU 2005 ihr siebtes Opfer erschoss. Eine Bewohnerin benutzte nach FR-Informationen noch 2008 das Internet-Alias „Terrormieze“.
via fr online: Üben in der Schweiz
siehe auch: Ermittler suchen nach 38 Kilogramm Sprengstoff. Im Fall des Neonazi-Trios prüfen Ermittler einem Medienbericht zufolge, ob der 2004 verübte Kölner Nagelbombenanschlag mit in Thüringen gestohlenem Sprengstoff verübt wurde. Aus einem Bundeswehr- Munitionsdepot nahe Kahlac waren 1991 rund 40 Kilogramm Sprengstoff TNT gestohlen worden, berichtet die Bild am Sonntag.; Wenn deutsche Neonazis in der Schweiz Schiessen lernen. Schweizer Rechtsextreme organisierten im August ein Schiesstraining in einem Schützenhaus nahe Luzern. Mit dabei waren militante Mitglieder der NPD. Diese unterhält offenbar regen Kontakt in die Schweiz. Militante Mitglieder der rechtsradikalen deutschen Partei NPD absolvierten Ende August zusammen mit Schweizer Neonazis ein gemeinsames Schiesstraining in der Schweiz. Das zeigen Dokumente der Autonomen Antifa Freiburg, die der «SonntagsZeitung» vorliegen. Darunter hätten sich mehrere in Deutschland wohnhafte NPD-Exponenten befunden. Weder der Nachrichtendienst des Bundes noch die Luzerner Kantonspolizei wollten zu den Vorkommnissen Stellung nehmen. Einer der Hauptorganisatoren war der deutsche NPD-Aktivist N. H. Der 22-Jährige zog vor einiger Zeit aus Südbaden in die Schweiz und wohnt heute im Kanton Bern. Brisantes Detail: In Deutschland darf H. aufgrund seiner Aktivitäten in der Neonaziszene weder Waffen noch Munition mehr besitzen. Bei der Bundeswehr wurde er nicht aufgenommen; Deutsche Neonazis schossen in der Schweiz. NPD-Mitglieder absolvierten Ende August ein Training in der Umgebung von Luzern. Militante Mitglieder der rechtsradikalen deutschen Partei NPD absolvierten Ende August zusammen mit hiesigen Neonazis ein gemeinsames Schiesstraining in der Schweiz. Das zeigen Dokumente der Autonomen Antifa Freiburg, die der SonntagsZeitung vorliegen. Demnach mieteten die Rechtsextremen am 27. August für 160 Franken ein Schützenhaus in der Umgebung von Luzern. Ein Teilnehmer aus der Schweiz bestätigte gegenüber der SonntagsZeitung, dass Ende August «rund 20 Kameraden an den Waffen trainierten». Darunter hätten sich mehrere in Deutschland wohnhafte NPD-Exponenten befunden. Weder der Nachrichtendienst des Bundes noch die Luzerner Kantonspolizei wollten zu den Vorkommnissen Stellung nehmen. Einer der Hauptorganisatoren war der deutsche NPD-Aktivist N. H. Der 22-Jährige zog vor einiger Zeit aus Südbaden in die Schweiz und wohnt heute im Kanton Bern. Das frühere Mitglied der Kameradschaft «Südsturm Baden» gründete kürzlich den «Alemannia Bund» und organisiert regelmässig NPD-Veranstaltungen in Süddeutschland
Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu









