Sachsen: “Interne Differenzen” eskalieren

Interne Dokumente belegen: Das militante Neonazi-Netzwerk “Freies Netz” ist enger mit der NPD verwoben als gedacht. Doch für die Partei werden die radikalen Aktivisten, die an der “Unsterblichen”-Kampagne mitwirken, zur Last. Durch Austrittsdrohungen spielt das “Freie Netz” nun seine letzten Trümpfe aus, führende Aktivisten treten schon den Rückzug (…) Mit der Pflege der Außendarstellung ist der Misere nicht beizukommen, die NPD sucht den Feind denn auch in den eigenen Reihen. Insider wissen von mehreren Krisentreffen der Parteispitze, einzelne Aktivisten des “Freien Netzes” (FN) wurden zum Rapport bestellt. Insbesondere in Sachsen ist das FN für die NPD ein personelles Pfund an der Basis. Die “freien” Aktivisten unterstützen Wahlkämpfe – und greifen zugleich nach Spitzenpositionen. Viele Indizien sprechen dafür, dass diese Kooperation nach fünf Jahren zur Disposition steht. Thomas Gerlach: auf Tuchfühlung mit der Parteispitze Das “Freie Netz” war von Anfang an eng mit der NPD verwoben, wenn auch hinterrücks. Ein Beispiel dafür ist einer der FN-Mitbegründer, der Altenburger Thomas Gerlach. Der frühere Aktivist des “Thüringer Heimatschutzes” (THS), der zeitweilig eine Beziehung mit der NSU-Helferin Mandy Struck führte, ist der Partei heute unangenehm: “Der umstrittene frühere nationale Aktivist Gerlach” sei niemals NPD-Mitglied gewesen, teilte der sächsische Landesvorstand der Partei im Januar mit. Gerlach gelte vielmehr “als Gegner der Nationaldemokraten”, und das “seit jeher”. Aber so ist es nicht. Anno 2007 tauschte sich Gerlach beispielsweise mit dem NPD-Bundesvorstandsmitglied Frank Schwerdt – mittlerweile ist er stellvertretender Bundesvorsitzender – per E-Mail aus. Auch im Erfurter Kreisverband steht Schwerdt an der Spitze. “NS: Wegen der KV [Kreisverbands-] Sitzung melde ich mich noch bei dir”, schrieb er am 6. August 2007 an Gerlach. Als angebliches Nichtmitglied hätte Gerlach das gar nicht tangieren dürfen. Der aber mischte gleich in mehreren Kreisverbänden mit, arbeitete mit den Erfurtern genauso zusammen wie mit dem Kreisverband im Altenburger Land und dem in Zwickau. Viele Interna der Parteispitze erhielt Gerlach auch durch Jens Pühse, den Bundesorganisationsleiter der NPD. Er ist seit Jahren der Chef-Planer in der Partei und sitzt dem NPD-Präsidium als Geschäftsführer vor. Auch Pühse korrespondierte mit Gerlach, besonders rege im August 2007. Zu der Zeit erarbeitete das Parteipräsidium gerade eine Grundsatzerklärung mit dem Titel“Unsere Fahnen sind schwarz – unsere Blöcke nicht”, Thema: der Umgang mit “freien Kräften” und “autonomen Nationalisten”, die partout nicht auf Parteilinie zu bringen waren und als “Bürgerschreck” galten. Gerlach erhielt den Text von Pühse – vorab als Entwurf. Das geschah wohlgemerkt, bevor das Präsidium darüber abgestimmt hatte. “Bitte dieses Schreiben und die Inhalte nicht weitergeben”, hatte Pühse vorsorglich in einer E-Mail vermerkt.

via indymedia: Sachsen: “Interne Differenzen” eskalieren

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faschismus ist keine meinung - faschismus ist ein verbrechen fascism is not an opinion - fascism is a crime

Posted on 24.02.2012, in Internet, Kameradschaft, NPD, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a Comment.

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