Tausende demonstrieren, 400 Neonazis marschieren
In Hamburg haben Tausende Menschen die geplante Route von Neonazis durch den Stadtteil Wandsbek blockiert. Die Polizei ging mit Wasserwerfen, Pfefferspray und Reiterstaffel gegen die Demonstranten vor, militante Antifaschisten versuchten, Polizeiketten zu durchbrechen und Straßen durch brennende Barrikaden zu versperren. Die rund 400 Neonazis konnten schließlich auf einer anderen Strecke noch marschieren. Rund 1000 Neonazis wurden zum “Tag der deutschen Zukunft”, dem zentralen Aufmarsch der norddeutschen Neonazi-Szene, erwartet, am Vormittag waren aber erst rund 50 Neonazis am Ort der Auftaktskundgebung, gegen Mittag hatten sich wenige Hundert Rechtsextreme an der Brauhausstraße in Wandsbek eingefunden. Unter den rund 400 Neonazis waren auch zahlreiche NPD-Mitglieder aus Norddeutschland. (…) Das Auftreten der Neonazis wird indes immer absurder: Die selbst ernannten Rebellen lassen sich von der Polizei den Weg frei knüppeln, obwohl man den Staat hasst; stilistisch betrachtet wirken die “Autonomen Nationalisten” – nimmt man eine rechtsextreme Perspektive ein – mit ihren grün-roten Iros sowie riesigen Piercings maximal “undeutsch” – und dann ließen sie auch noch Luftballons steigen. Was kommt als nächstes? Sit-in gegen “Deutschenfeindlichkeit”? Gebetskreis für das Vaterland? Was indes von der seriösen Radikalität der NPD zu halten ist, wurde auf der Neonazi-Demonstration einmal mehr deutlich. Zwischen den Autonomen Nationalisten und Kameradschaften marschierten Parteimitglieder, auch Parteifahnen wehten über den Rechtsautonomen. Der Demonstrationszug konnte dann zum Bahnhof Hasselbrook ziehen, die Polizei räumte mehrere Sitzblockaden mit Wasserwerfen. Der Schlachtruf der Nazis “Die Straße frei, der deutschen Jugend” – wurde also doch noch wahr, obwohl insgesamt sicherlich weit mehr als 10.000 Menschen dagegen protestiert hatten.
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Posted on 02.06.2012, in Dienste, Gewalt, Kameradschaft, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a Comment.







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