Madame Le Pen hat die Reichen im Gepäck
Frankreich In den Wohlfühl-Milieus an der Côte d’Azur hat der Front National bei der Parlamentswahl so viele Stimmen geholt wie noch nie
Madame Le Pen hat die Reichen im Gepäck. Das südfranzösische Dorf SaintBlaise sieht so idyllisch aus wie jede Postkarte aus der Provence. Die alte Olivenöl-Mühle bestimmt den Hauptplatz des Ortes, es gibt noch eine Post, einen winzigen Tante-Emma-Laden und eine Brasserie mit roten Sonnenschirmen. Die wohlhabende Mittelschicht aus dem 20 Kilometer entfernten Nizza hat sich hier ein Zuhause im Grünen gekauft. Politisch liegt das Dorf freilich weit von der Mitte entfernt. In Saint-Blaise hat sich bei der Parlamentswahl am Wochenende ein Drittel der etwa 1.000 Wahlberechtigten für die Vorsitzende des Front National (FN), Marine Le Pen, entschieden – doppelt so viele wie noch 2007. Bis zu 40 Prozent Verständlich findet Bürgermeister Jean-Paul Fabre das Votum. „Die Wähler haben ja nicht ganz Unrecht.“ Fabre fährt wie viele Lokalpolitiker in Südfrankreich auf dem parteilosen Ticket der divers droite (vielfältige Rechte), aber fühlt sich dem Front National durchaus nahe. „Marine Le Pen sagt viel Wahres, wenn Sie allein an all die Raubüberfälle und Einbrüche denken, die uns beunruhigen.“ Was die Ultrarechten dagegen tun können? „Nun ja, viele Verbrecher sind ja Migranten“, sagt der Mann mit dem grauen Scheitel und dem Polohemd. Außerdem plädiere er für „mehr Respekt“, besonders für mehr Achtung vor dem „Wert der Arbeit“.
via freitag: Madame Le Pen hat die Reichen im Gepäck
Posted on 23.06.2012, in Kameradschaft, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a Comment.







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