Zerstrittene Burschen ziehen vor Gericht

Er nannte den NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer einen Vaterlandsverräter. Jetzt wehrt sich Norbert Weidner vor Gericht gegen den Vorwurf, der rechtsextreme Kopf des Dachverbands der Deutsche Burschenschaften zu sein. Liberale Mitglieder befürchten ein Zersplittern des Verbands. Nach dem Eklat auf dem Eisenacher Burschentag vor gut drei Wochen eskaliert der Flügelkampf im Dachverband der Deutschen Burschenschaften (DB). Fünf Mitglieder des Vorstands hatten auf der Festveranstaltung in Thüringen, die zugleich oberstes Beschlussgremium des Verbands ist, aus Protest gegen rechtsextreme Tendenzen ihr Amt aufgegeben. Auslöser war die Wiederwahl des Vorstandsmitglieds und “Schriftleiters” der DB-Zeitung Burschenschaftliche Blätter, Norbert Weidner. In einem Pamphlet hatte dieser den NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer “Landesverräter” genannt. Nun findet der Lagerkonflikt eine juristische Fortsetzung. Weidner versucht dagegen vorzugehen, mit rechtsextremen Umtrieben in Verbindung gebracht zu werden. Die in Eisenach zurückgetretenen Führungsmitglieder definieren sich als liberale Strömung im Dachverband DB, dem 115 Einzelbünde mit gut 9000 Mitgliedern angehören und von dem sich viele andere akademische Verbindungen distanzieren. (…) Ein Sprecher des Landgerichts Bonn bestätigte am Dienstag auf Anfrage den Eingang eines Unterlassungsersuchens. Wie die SZ aus Kreisen erfuhr, will Weidner einem Kollegen seiner Heimatburschenschaft Raczek zu Bonn, der dem Anti-Neonazi-Lager angehört, drei Behauptungen verbieten: erstens die Aussage, Weidner sei “höchstwahrscheinlich einer der Köpfe der rechtsextremen Bewegung, die aus Burschenschaften, NPD und Kameradschaften besteht”. Zweitens, dass er Computer seiner Gegner gehackt habe. Und drittens, er wolle mit anderen nationalistisch gesinnten Burschen eine rechtsextreme “Studentenpartei” gründen. Weidner selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Interessant daran ist, dass im Zusammenhang mit der angeblichen Parteigründung die Münchner Danubia genannt wird. Teile dieser Burschenschaft stehen im Fokus des Verfassungsschutzes, sie haben durch Verquickungen zu Neonazis von sich reden gemacht. In ihren Räumen hatte 2001 ein polizeilich gesuchter Skinhead Unterschlupf gefunden, nachdem er einen Griechen in München fast totgeprügelt hatte.

via sz: Zerstrittene Burschen ziehen vor Gericht

siehe auch: Chefredakteur der Burschen-Zeitschrift klagt gegen Raczek-Mitglied. Der umstrittene Chefredakteur Weidner will nicht mit rechtsextremen Umtrieben in Verbindung gebracht werden. Das will er nun vor Gericht durchsetzen. Weidner geht gegen ein Mitglied seiner Studentenverbindung vor, das auch der Initiative “Burschenschafter gegen Neonazis” angehört. (…) Aus Dokumenten, die dapd vorliegen, geht hervor, dass Weidner versucht, eine Unterlassungserklärung gegen den Hamburger Christian Becker zu erwirken – einen Raczek, der Mitglied der Initiative “Burschenschafter gegen Neonazis” ist, die unter anderem den Blog Quovadisbuxe betreibt. “Rechtsextreme Bewegung, die sich aus Burschenschaften, der NPD und Kameradschaften zusammensetzt” Im Kern, das geht aus den Schriftstücken hervor, geht es um einen Satz: “NW (Norbert Weidner – d. Red.) ist höchstwahrscheinlich einer der Köpfe der rechtsextremen Bewegung, die aus Burschenschaften, NPD und Kameradschaften besteht.” Am 16. Juni habe er deswegen eine Vorladung vom Landgericht Bonn erhalten, sagt Becker. Weidner habe schon am 15. Mai – also vor dem Burschentag in Eisenach – per Anwaltsschreiben versucht, eine Unterlassungserklärung von ihm zu bekommen. Er habe sich aber nach Rücksprache mit seinem Anwalt geweigert, diese abzugeben.

siehe auch: 1. Gerichtsprozess demokr. Buxe vs. R-Buxe, 4.7., Bonn Landgericht Bonn, Wilhelmstrasse 21, 11 Uhr. Erster Buxen-Prozess seit 200 Jahren: Demokratischer Burschenschafter im Prozess gegen rechten Burschenschafter: Bundesbrüder kreuzen Klingen vor Gericht. Einer von beiden mag es gar nicht, mit dem Wort rechtsextrem in Verbindung gebracht zu werden. Wikipedia schreibt über ihn: “Er stieg rasch zu den „führenden Köpfen“ der neonazistischen Szene auf.”

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About rudolf kleinschmidt

faschismus ist keine meinung - faschismus ist ein verbrechen fascism is not an opinion - fascism is a crime

Posted on 29.06.2012, in Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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