Neonazi-Liedtexte im Gitarrenkoffer
Ein Sänger aus Rostock, der auf einem “Liederabend” der rechten Szene in Murnau auftrat, ist vom Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen freigesprochen worden. Er hatte Texte von indizierten Liedern dabei. „Lauf, Nigger, lauf“, „Jud Süß schaufelt sein Grab“ oder „Ein Kanak auf Reisen“: So und ähnlich widerwärtig beginnen die Texte der 113 Lieder, die ein 25-jähriger Rostocker auf seiner Fahrt nach Murnau in einer Mappe im Auto dabei hatte. Er trat als Sänger bei einem „Liederabend“ in den Räumen eines polizeilich bekannten Treffpunkts der Neonazi-Szene am Burggraben auf. Der Mann saß jetzt als Angeklagter vor dem Amtsrichter in Garmisch-Partenkirchen, weil ihm die Staatsanwaltschaft der Volksverhetzung bezichtigte. Doch weil ihm niemand nachweisen konnte, dass er auch wirklich die rassistischen Stücke aufgeführt hatte, sprach das Gericht den Rostocker frei. Lediglich 33 der in der Textmappe enthaltenen Lieder sind verboten. Laut Staatsanwältin Inga Wahlen fand am 3. Dezember 2011 im Haus des besagten Murnauer Geschäfts „Versand der Bewegung“ eine Weihnachtsfeier des NPD-Kreisverbands mit dem angeklagten Sänger statt. Dazu habe jedermann Zutritt gehabt. Die bei derlei Veranstaltungen wachsame Polizei habe im Vorfeld an der Kocheler Straße den 25-Jährigen kontrolliert und in seinem Auto im Gitarrenkoffer einen Ordner mit den 113 rechtsextremen Liedtexten entdeckt – obendrein ein feststehendes Messer. Die Schriftstücke erfüllten den Tatbestand der Volksverhetzung. Mit dem Messer habe der Angeklagte beabsichtigt, eine Waffe zur Versammlung mitzubringen. Dafür hatte der Mann einen Strafbefehl in Höhe von 1800 Euro erhalten – und dagegen Einspruch erhoben.
via merkur online: Neonazi-Liedtexte im Gitarrenkoffer
Posted on 19.07.2012, in Dienste, Gewalt, Kameradschaft, Musik, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a Comment.







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