Thüringer Neonazi-Ausschuss: Akute Amnesie
Viele Zeugen vor dem Thüringer Neonazi-Ausschuss haben eines gemeinsam: Sobald die Fragen zu den Pannen des Verfassungsschutzes unbequem werden, flüchten sie sich in Erinnerungslücken. So auch der frühere Staatssekretär Lippert – dabei hatte er sich extra noch briefen lassen. (…) “Wir haben keine organisierten verdichteten rechten Strukturen bis 1994 wahrgenommen, das waren eher Rechts-Links-Auseinandersetzungen und spontane Entwicklungen.” Mehr konnte Lippert zur Aufklärung der beispiellosen Mordserie nicht beitragen. Oft befiel ihn akute Amnesie, dann sagte er Sätze wie: “Ich habe daran keine Erinnerung mehr” oder “Wehrsportgruppe Hoffmann? Kenn ich nicht”. Mehrfach betonte Lippert, der von 1990 bis 1994 Staatssekretär und mit für den Aufbau des Thüringer Verfassungsschutz zuständig war, dass er seit 1994 keine “Berührungspunkte” mehr mit dem Innenministerium gehabt habe. Was Lippert den Landtagsabgeordneten verschwieg: Vor seiner Anhörung im Neonazi-Untersuchungsausschuss versuchte er, sich Informationen aus dem Thüringer Innenministerium besorgen. Nach Recherchen von MDR Thüringen telefonierte er wenige Tage vor seiner Zeugenbefragung mit Polizeiabteilungsleiter Robert Ryczko. Ging es nur um bloße Gedächtnisauffrischung? Das Thüringer Innenministerium bestätigte, dass sich Lippert nach den Namen von Abteilungs- und Referatsleitern aus seiner Amtszeit erkundigt habe. Außerdem habe er mit Ryczko über damalige Polizeiaktionen gegen Rechtsextremisten gesprochen.
via spon: Thüringer Neonazi-Ausschuss: Akute Amnesie
Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU –
http://bit.ly/ths-nsu
Posted on 19.07.2012, in Dienste, Gewalt, Kameradschaft, nsu, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a Comment.







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