Umgang mit Aussteigern: “Dead man walking”
In den vergangenen Monaten und Jahren sind immer wieder Kader aus der extremen Rechten ausgestiegen. Zuletzt war es der Neonazi Axel Reitz, der gegangen ist oder wurde. Das Beispiel Reitz zeigt beispielhaft, wie krass Neonazis mit ihren ehemaligen Kameraden umspringen. “Im Englischen gibt es einen sehr schönen Ausdruck für Ratten wie Reitz: “DEAD MAN WALKING.”” – so und ähnlich rufen Neonazis im Netz regelrecht zur Jagd auf ihren bisherigen Kameraden Axel Reitz auf. Er sei in seiner Heimatstadt an einem bestimmten Ort gesehen worden, berichtet ein bekanntes Neonazi-Portal, zudem sei Reitz HIV-positiv – so greifen die Neonazis in die unterste Schublade, um gegen Reitz zu hetzen. (…) Der Umgang mit Reitz ist kein Einzelfall, sondern typisch für eine Bewegung, in der die “Kameradschaft” als oberstes Gebot gilt – was mit der Realität angesichts von Grabenkämpfen, persönlichen Streitereien und verletzten Eitelkeiten zumeist wenig kompatibel ist. Diese Überhöhung der Kameradschaft erzeugt angesichts der realen Verhältnissen eine massive Spannung, die sich nach Ausstiegen entlädt – die Ex-Kameraden müssen als Sündenböcke für die eigenen Unzulänglichkeiten und Gemeinheiten der Szene herhalten. “Echte Kameradschaft gibt es nicht” Dabei ist es oft genau der gelebte Widerspruch zwischen glorifizierter Kameradschaft und tatsächlichen Verhältnissen, die extrem Rechte zum Ausstieg leiten.
via publikative: Umgang mit Aussteigern: “Dead man walking”
Posted on 30.07.2012, in Anti-Antifa, Dienste, Gewalt, Kameradschaft, NPD, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a Comment.







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