Polizisten, Ritter und Rassisten

Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg waren Mitglied im Rassistenbund KKK. Bekannt wurde das erst jetzt, weil sie Kollegen der vom NSU ermordeten Michèle Kiesewetter waren. Jeder kennt die Bilder aus Filmen über die Südstaaten der USA in den 50er- und 60er-Jahren: Männer in weißen Kapuzengewändern, die Kreuze entflammen – und Jagd auf Schwarze machen. Nur die wenigsten dürften aber gewusst haben, dass der Ku-Klux-Klan (KKK) auch in der Bundesrepublik sein Unwesen treibt. Und kaum jemand hätte wohl damit gerechnet, dass ausgerechnet deutsche Polizisten bei dem rassistischen Geheimbund mitmischen. Doch genau so ist es in Baden-Württemberg vor wenigen Jahren gewesen. Bekannt wird der Vorfall erst jetzt im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Nach Informationen der taz waren gleich zwei baden-württembergische Polizisten 2001/2002 Mitglieder bei den „European White Knights of the Ku Klux Klan“. Dieser Ableger der US-Rassistenorganisation war laut interner Akten des baden-württembergischen Verfassungsschutzes im Oktober 2000 vom Skinband-Musiker Achim S. alias „Ryan Davis“ gegründet worden. Er existierte mit rund 20 Mitgliedern bis etwa Ende 2002. (…) Unter den Mitgliedern der Truppe war laut Akten des Verfassungsschutzes auch der heutige Chef der NPD-Jugendorganisation JN, Michael Schäfer – und eben die zwei baden-württembergischen Polizisten, die rund ein halbes Jahr bei der Rassistentruppe mitmischten. Fotos aus der Zeit zeigen sie vor KKK-Devotionalien. Im Rahmen eines Disziplinarverfahrens hatten die beiden Männer im Jahr 2004 ihre frühere Mitgliedschaft beim KKK eingeräumt und von Initiationsriten berichtet. (…) Gleichzeitig behaupteten die Polizisten aber, sie hätten nicht geahnt, dass der Geheimbund rassistisch und voller Neonazis sei. Als ihnen das aufgefallen sei, seien sie ausgetreten. Von einer „vorübergehenden Fehlorientierung“ war die Rede. (…) Wirbel erzeugt der Vorfall mit den baden-württembergischen Polizisten aber auch, weil die beiden Männer Kollegen von Michèle Kiesewetter war. Die gebürtige Thüringerin arbeitete bei der Böblinger Bereitschaftspolizei und wurde im April 2007 in Heilbronn ermordet. Wie erst viereinhalb Jahre später herauskam, waren die Täter wohl Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt von der rassistischen NSU-Terrorzelle.

via taz: Polizisten, Ritter und Rassisten

siehe auch: Kollegen von Kiesewetter waren Ku-Klux-Klan-Mitglieder. Zwei Kollegen der vom NSU ermordeten Polizistin Kiesewetter gehörten zeitweise zum rassistischen US-Geheimbund Ku-Klux-Klan. Laut Ministerium sind sie noch immer Beamte. Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg sind Mitglieder im rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gewesen – und sind noch immer im Staatsdienst. Entsprechende Informationen der Tageszeitung (taz) bestätigte ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums; Schwäbische Polizisten waren im Ku-Klux-Klan. Bizarres Detail im Fall der rechtsextremen NSU: Zwei Kollegen von Michele Kiesewetter, mutmaßlich Mordopfer der Zwickauer Zelle, waren Mitglieder im Ku-Klux-Klan – und sind weiterhin im Staatsdienst. Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg haben Verbindungen zum rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gehabt – und sind trotzdem noch immer im Staatsdienst. Entsprechende Informationen der “tageszeitung” vom vergangenen Mittwoch unter Berufung auf Akten aus dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Zwickauer Terrorzelle NSU hat ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums am Dienstagabend der Nachrichtenagentur DPA bestätigt. (…) Laut Ministerium gab es damals disziplinarrechtliche Konsequenzen gegen die zwei Beamten – sie seien aber nach wie vor im Dienst, wie der Sprecher am Dienstag die “taz”-Informationen bestätigte. Er machte keine Angaben zu der Frage, ob die KKK-Verbindungen der beiden Staatsdiener nicht möglicherweise auf eine verfassungsfeindliche Gesinnung schließen lasse. Auch zur Art der damaligen “Konsequenzen” oder den Diensträngen und Aufgaben der Männer äußerte er sich nicht

Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Dönermord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu

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faschismus ist keine meinung - faschismus ist ein verbrechen fascism is not an opinion - fascism is a crime

Posted on 31.07.2012, in Dienste, Gewalt, Kameradschaft, nsu, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. 1 Comment.

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