Ministerium erwägt Extremismusklausel für Sportler

Der Fall Drygalla beschäftigt heute das Landeskabinett in Schwerin. Was wusste wer über Kontakte der Olympia-Sportlerin in die rechte Szene? Das Bundesinnenministerium soll zudem eine Reaktion planen. Nach der Debatte über die politische Gesinnung des Partners der Olympia-Teilnehmerin Nadja Drygalla will das Bundesinnenministerium einem Zeitungsbericht zufolge seine Förderrichtlinien ändern. Das Ministerium erwäge, bei der Mittelzuweisung für Spitzensportverbände eine explizite Extremismusklausel abzufragen, berichtete die “Leipziger Volkszeitung”. Bislang gebe es dies noch nicht. Es würden jedoch sportpolitische Grundsätze abgefragt, zu denen auch eine Absage an Fremdenfeindlichkeit zähle.

via welt.de: Ministerium erwägt Extremismusklausel für Sportler

siehe auch: SPD-Politiker kritisiert “Hexenjagd” auf Drygalla. Im Fall Nadja Drygalla erhebt Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Sellering Vorwürfe gegen Bundesregierung und Sportfunktionäre: Beide hätten die mit einem früheren NPD-Funktionär liierte Olympia-Ruderin nicht geschützt. Wieso Drygalla ihre Polizeikarriere bereits 2011 aufgab, bleibt unklar. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat am Dienstag das Bundesinnenministerium und den Deutschen Ruderverband scharf für deren Umgang mit der Ruderin Nadja Drygalla gerügt. Man habe die Athletin aus Rostock nicht ausreichend geschützt, sagte Sellering in Schwerin. (…) Sellering äußerte am Dienstag harsche Kritik am Bundesinnenministerium. Demnach halte man den Fall Drygalla dort “für so schlimm, dass sie sich ihn in seiner Extremheit gar nicht vorstellen konnten”. Das sei eine völlig überzogene Wertung. Drygalla sei lediglich mit einem früheren NPD-Mann liiert. “Weitere Erkenntnisse, dass sie persönlich dieses Gedankengut vertritt, gibt es nicht”, so Sellering. Ihre Nominierung für die Spiele in London sei daher gerechtfertigt. Mit Blick auf Drygallas Freund, der offenbar bis Ende Mai Mitglied der rechtsextremen NPD war, erklärte Sellering, es müsse immer auch einen Weg zurück geben. “Wir müssen die Arme aufmachen für diejenigen, die sagen, ‘Ich habe damit sympathisiert, aber ich habe erkannt, dass das falsch ist'”, so der Ministerpräsident. Der Ministerpräsident plädierte zudem für eindeutige Vorgaben, wann einem Athleten die Teilnahme an den Olympischen Spielen verwehrt werden dürfe. Sport und Politik müssten die Nominierungsvoraussetzungen gemeinsam festlegen und regeln, welche Verbände oder Behörden sich gegenseitig auf rechtsstaatlicher Grundlage über die Sportler informieren dürften, sagte Sellering. Es dürften nicht hinter dem Rücken “irgendwelche Mutmaßungen” ausgetauscht werden, warnte der SPD-Politiker; Edathy: Drygallas Privatleben nicht zur öffentlichen Diskussion machen. Es sei ein Unterschied, ob jemand mit einem Rechtsextremisten das “Schlafzimmer teilt” oder selber einer sei, sagt Sebastian Edathy über die öffentlichen Spekulationen um das Privatleben der Olympia-Ruderin und Ex-Polizistin Nadja Drygalla. Man müsse das Persönlichkeitsschutzrecht respektieren, ergänzt der SPD-Politiker.

News about / Dossier Drygalla: http://bit.ly/drygalla

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faschismus ist keine meinung - faschismus ist ein verbrechen fascism is not an opinion - fascism is a crime

Posted on 07.08.2012, in Dienste, Gewalt, Internet, Kameradschaft, NPD, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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