Neonazi-Anschlag bei Gedenkveranstaltung für NS-Opfer in Hamburg

Die Einweihung eines Mahnmals für die ehemaligen Zwangsarbeiter in Hamburg-Bergedorf wurde gestern von einem Anschlag überschattet. Ein 41-jähriger Rechtsextremist griff die Gäste mit Pfefferspray an, acht Mitglieder der polnischen Delegation mussten im Krankenhaus behandelt werden. Der Staatsschutz schließt ein politisches Motiv nicht aus. Es ist ein erschreckender Blick in das schwärzeste Kapitel der Geschichte des Hamburger Stadtteils Bergedorf. Während der Nazi-Diktatur wurden u. a. in der ehemaligen Stuhlrohfabrik Tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge des nahen KZs Neuengamme, darunter auch Kinder, eingesetzt, um die Kriegsproduktion zu sichern. Fast alle Bergedorfer Betriebe profitierten von den Zwangsarbeitern, die unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht waren. Gestern sollte ihnen gedacht werden. Rund 200 Menschen hatten sich im Zentrum des Stadtteils unweit des neuen Einkaufszentrums City Center Bergedorf versammelt, um ein Mahnmal einzuweihen, mit dem an die Gräueltaten erinnert werden soll. Unter die Besucher hatte sich nach Polizeiangaben ein 41-jähriger Mann gemischt, der just zu dem Zeitpunkt, als Pastorin Angelika Schmidt gegen 15.00 Uhr ihre Rede beginnen wollte, die polnische Delegation mit Pfefferspray angriff. Acht Personen, darunter einige ehemalige Zwangsarbeiter von mehr als 80 Jahren, mussten mit Augenreizungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Frank A. ist nicht zum ersten Mal strafrechtlich in Erscheinung getreten. Nach Informationen des Hamburger Abendblattes liegt gegen ihn ein Strafbefehl des Amtsgerichts Bergedorf vor: Der mutmaßliche Neonazi hatte verbotene Schriften mit rechtsextremem Inhalt verbreitet.

via endstaion rechts: Neonazi-Anschlag bei Gedenkveranstaltung für NS-Opfer in Hamburg

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faschismus ist keine meinung - faschismus ist ein verbrechen fascism is not an opinion - fascism is a crime

Posted on 22.09.2012, in Dienste, Gewalt, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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