Pleite Bay

Der rechtsextreme Finanzier der Filesharing-Plattform The Pirate Bay, Carl Lundström, hat in der Schweiz Privatinsolvenz angemeldet. Die Unterhaltungsindustrie wird ihre Millionenforderungen für Copyright-Verletzungen nun wohl auf den ehemaligen Pirate-Bay-Sprecher und Flattr-Gründer Peter Sunde konzentrieren. (…) Mit dem Prozess gegen die Pirate-Bay-Betreiber im Jahr 2009 war gleichzeitig auch das Geheimnis um den vierten Besitzer der Plattform gelüftet worden. Noch auf dem kurz vor Verhandlungsbeginn gedruckten offiziellen Soli-T-Shirt »The Pirate Bay versus Time Warner, Fox, Sony … « waren lediglich drei TPB-Eigentümer abgebildet, und alle Gerüchte um einen weiteren Mitpiraten wurden als böswillige Hollywood-Propaganda abgetan. Das beharrliche Verleugnen hatte handfeste politische Gründe. Als Finanzier ihres Unternehmens hatten sich Sunde, Neij und Svartholm ausgerechnet einen ausgewiesenen Rechtsextremisten ausgesucht: Carl Lundström, einer von fünf Wasabröd-Erben, ist nicht nur wegen eines rassistisch motivierten Angriffs auf Asylbewerber vorbestraft, sondern hatte bereits 1988 eine rechte Zeitschrift namens Sjöbo finanziert, in der auch Mitglieder der militanten Neonazi-Gruppe »Nysvenska rörelsen« Texte veröffentlichten. Lundström, der in schwedischen Medien auch »Knäckäbröd-Kalle« genannt wird, war zudem Mitglied in der einwanderungsfeindlichen Initiative »Bevara Sverige svenskt« (»Haltet Schweden schwedisch«) und spendete immer wieder große Summen an rechte Parteien. Das Geld für Spenden und zahlreiche Unternehmensgründungen – die nicht immer erfolgreich waren – hatte Lundström durch den Verkauf der Wasabröd AB erhalten, die 1982 an die schweizerische Sandoz AG veräußert worden war (und mittlerweile Barilla gehört). (…) Zu seinen Zukunftsplänen sagte Lundström lediglich, er werde wohl in den Devisenhandel einsteigen, in der Haft habe er mehrere Bücher zum Thema gelesen und rechne sich große Gewinne aus, falls der Euro scheitere. Rechtsextrem ist der Wasa-Erbe übrigens noch immer, erst vor wenigen Wochen schrieb er in Dria Tider unter der Überschrift »Dafür haben wir nicht gekämpft« einen Artikel über britische Veteranen, die angesichts angeblicher Überfremdung in Großbritannien ihren Einsatz gegen Nazideutschland bedauerten.

via jungle world: Pleite Bay

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faschismus ist keine meinung - faschismus ist ein verbrechen fascism is not an opinion - fascism is a crime

Posted on 16.10.2012, in Dienste, Internet, Kameradschaft, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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