V-Mann aus Franken im Umfeld der NSU
Ein Fränkischer Neo-Nazi war offenbar als V-Mann im NSU-Umfeld tätig. Jetzt wurden Vorwürfe gegen Bayerns Landesamt für Verfassungsschutz laut. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz soll einen fränkischen Rechtsextremisten als V-Mann im Umfeld der späteren Terrorzelle NSU geführt haben. Das berichteten am Dienstag übereinstimmend das BR-Politikmagazin „Kontrovers“ und die Zeitung „Thüringer Allgemeine“. Der Untersuchungsausschuss des Landtags zur Neonazi-Mordserie beschloss in München, dass der frühere bayerische Verfassungsschutzpräsident Gerhard Forster erneut vor dem Gremium erscheinen muss. Dem BR-Bericht zufolge soll es sich bei dem V-Mann um einen Neonazi handeln, der regelmäßig an Stammtischen mit dem späteren Terror-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe teilgenommen hat. Dies habe der frühere thüringische V-Mann Tino Brandt dem Fernsehmagazin bestätigt. Die „Thüringer Allgemeine“ nannte als Namen des V-Manns den Neonazi „Kai D“. Er soll vom Bayerischen Verfassungsschutz in den 1990er Jahren im Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) installiert worden sein. Der Mann habe in Thüringen „Aufbauhilfe“ für die rechte Szene betrieben und Propagandamaterial in großem Stil nach Thüringen gebracht.
via mittelbayerische: V-Mann aus Franken im Umfeld der NSU
siehe auch: Verfassungsschutz: Fränkischer V-Mann im Umfeld des NSU? Sprecher der Behörde wollte sich nicht äußern – Untersuchungsausschuss im bayerischen Landtag. Sie soll allein in Bayern fünf ausländische Kleinunternehmer getötet haben – in den Fokus des bayerischen Verfassungsschutzes sei die Zwickauer Terrorzelle NSU dennoch nie geraten, hieß es bislang. Inzwischen wachsen die Zweifel an dieser Darstellung. Heute tagte der Untersuchungsausschuss im bayerischen Landtag; Neonaziszene in den 90er Jahren dank Spitzeln vernetzt und aktionsfähig. Angesichts der heutigen Meldung, nach der ein führender Neonazi aus Franken Aufbauhilfe für die Thüringer Neonaziszene leistete, erklärt Martina Renner, Innenexpertin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: “Der Fall des Neonazispitzels Kai D. macht neben dem Thüringer V-Mann Brandt exemplarisch deutlich, dass Spitzel der rechten Szene dank ihrer finanziellen und logistischen Unterstützung durch den Geheimdienst in der Lage waren, Aufbauarbeit für Kameradschaften und bundesweite Strukturen des Neonazismus zu leisten.”
Kai D. hatte nach vorliegenden Informationen in den 90er Jahren entscheidenden Anteil am Aufbau gewalttätiger Anti-Antifa-Strukturen in Franken. Er war an zentraler Stelle für das Thule-Netz verantwortlich, mit dem Neonazis erstmals eine computergestützte klandestine Kommunikation betrieben und er gilt als Organisator bundesweiter rechter Aktivitäten, wie bspw. der jährlichen Rudolf-Hess-Aufmärsche. “Neben Tino Brandt, Thomas Dienel und Marcel Degner kommt hier ein dritter Neonazi und bezahlter Informant des Geheimdienstes hinzu, der Kontakt zum THS pflegte, der kein Mitläufer, sondern zentraler Akteur und Führungsfigur des braunen Netzwerkes in den 90er Jahren war”, so Frau Renner.
Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism: Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS) – Dossier: Kategorie NSU – http://bit.ly/ths-nsu
Posted on 16.10.2012, in Dienste, Gewalt, Kameradschaft, nsu, Rechtsextremismus. Bookmark the permalink. 1 Comment.







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