Konstantin Wecker über die #Montagsdemonstrationen

Die Diskussion um die neuen Montagsdemonstrationen hat in den letzten Wochen auch im Umkreis von “Hinter den Schlagzeilen” hohe Wellen geschlagen. Shit stormte, und so Mancher hatte den Eindruck: nur in einem Wasserglas. Konstantin Wecker spricht sich hier vehement gegen die Auffassung aus, es sei egal, ob jemand links oder rechts ist. Er möchte sich nicht an einer pauschalen “Hexenjagd” gegen die Mahnwachen beteiligen, sagt aber auch: Einige Strömungen dort erscheinen ihm nach wie vor suspekt. (…)  Der gut organisierte Shitstorm, der einen ereilen kann, wenn man der Berliner Montagsdemonstration kritisch gegenübersteht, bestätigt meine Skepsis leider weiterhin. Da scheint es mit der Bereitschaft zum Frieden nicht so weit her zu sein. Auch den Aufruf gegen die Dämonisierung der Montagsdemos habe ich nicht unterschrieben. Für mich gibt es auch weiterhin klare Unterschiede zwischen links und rechts. Links sein bedeutet gemäß einer erprobten Definition, die Machtfrage zu stellen und anhand der Antwort für die jeweils Schwächeren einzutreten. (Franz Schuh) Linke also, wie ich sie verstehe, kämpfen ohne Abstriche gegen Ausbeutung und Unterdrückung, und sie kämpfen für Realisierung der Menschenrechte ohne Ausschluß ganzer Erdteile, Nationen oder Bevölkerungsgruppen. Rechte Populisten hingegen machen aus diesen Forderungen Privilegienansprüche für ganz bestimmte Zeitgenossen, und sie wählen diese bevorzugten Gruppen oft völlig willkürlich oder auch opportunistisch aus. Je nach der Weltlage können das dann Russen sein oder Palästinenser, Hartz-IV-Betroffene oder Globalisierungsopfer generell. Und gerne reden sie uns in diesem Zusammenhang auch ein, daß es keinen Unterschied mehr gäbe zwischen “links” und “rechts”, Aber auch das ist nicht wirklich neu. Bei Wilhelm dem Zweiten zum Beispiel hieß das dann: “Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.” Und heute wollen uns bestimmte Kreise auch wieder einreden, daß die Begriffe “links” und “rechts” überholt seien, weil wir alle doch unter den ‘Amis’ leiden, unter der Globalisierung, unter dem schwarzroten ‘Machtkartell’ an unserer Staatsspitze. Ich setze dagegen: man muss nicht nur gegen das Falsche sein – gegen einen immer irrwitziger randalierenden Kapitalismus -, sondern auch für das Richtige – für Menschenrechtsrealisierung, die ALLEN zugutekommt: MigrantInnen und Deutschen, Schwulen und Heteros, Israelis und Palästinensern, Ukrainern und Russen. Undundund! Eine Solidarisierung mit nationalistischen, völkischen Zielsetzungen wird deshalb für mich niemals in Frage kommen. Nach dem erschreckenden Ergebnis der Europawahlen, die rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien mehr Zulauf brachte denn je, gilt das um so mehr.

via hinter den schlagzeilen: Konstantin Wecker über die Montagsdemonstrationen

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Posted on 12.06.2014, in Internet, Rechtsextremismus, video/mp3. Bookmark the permalink. Leave a comment.

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