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Zur NPD-Mitgliedschaft von Nicole Schneiders

Nicole Schneiders, geborene Schäfer, Rechtsanwältin des ehemaligen NPD-Kreisvorsitzenden Jenas und inzwischen als NSU-Unterstützer verhafteten Ralf Wohlleben erklärt in einer Pressemitteilung: “Um Spekulationen zu meiner Person vorzubeugen, teile ich mit, dass es zutreffend ist, dass ich etwa 2000/2001, während meines Studiums in Jena, kurzzeitig Mitglied der NPD im Kreisverband Jena war. Grund dafür war, dass ich der Ansicht war, dass eine wehrhafte Demokratie keine Parteiverbote benötigt. Diese Ansicht vertrete ich im Übrigen auch heute noch. Aus Protest trat ich damals in diese Partei ein. In Ansehung dessen, dass das Bundesverfassungsgericht das Verfahren wegen der Unterwanderung der Partei durch V-Leute des Verfassungsschutzes einstellte, sah ich keine weitere Notwendigkeit für eine Mitgliedschaft und erklärte meinen Austritt. Seither bin ich parteilos.” (kanzlei-harsch.de/aktuelles/presseerklaerung.html) Nicht nur die Kontoauszüge, sondern ebenso das von der JG-Stadtmitte Jena inzwischen veröffentlichte Video (http://vimeo.com/33773872) belegen das Gegenteil.

via linksunten.indymedia: Zur NPD-Mitgliedschaft von Nicole Schneiders

siehe auch: Brauner Klient – braune Verteidiger. Im Zusammenhang mit den Neonazi-Morden gibt es offenbar eine bisher unbekannte rechte Verbindung zwischen dem inhaftierten Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben und dessen Verteidigung. Nach Recherchen der „Stuttgarter Zeitung“ sowie linker Gruppen arbeiten in der Rastätter Kanzlei „Harsch & Kollegen“, die Wohlleben vertritt, nicht nur mehrere frühere Mitglieder von Nazi-Bands als Anwälte für verschiedene Fachbereiche. Wohllebens Verteidigerin – die Urheberrechtsanwältin Nicole Schneiders – war früher gar Mitglied in der Thüringer NPD und dort 2002 und 2003 Wohllebens Stellvertreterin im Vorstand des Kreisverbands Jena, wie die Ostthüringer Zeitung berichtet.

Nicole #Schneiders – rechte Verteidigerin im #NSU-Prozess ?

Der #Prozess um die zehn Morde der #Terrorzelle #NSU in München wird fortgesetzt. Zumindest eine der Verteidigerinnen scheint tiefer in das rechtsradikale Umfeld verwickelt. Es war eine für Strafprozesse ungewöhnliche Szene: Am ersten Verhandlungstag im Münchner NSU-Prozess begrüßte die Karlsruher Anwältin Nicole Schneiders ihren Mandanten, den als Mordhelfer angeklagten Ralf Wohlleben, mit einem Küsschen auf die Wange. Dass dies so demonstrativ vor den Kameras erfolgte, war nicht zufällig. Die Anwältin verstärkt damit in aller Öffentlichkeit den Eindruck, dass dieses Verfahren vor dem Münchner Oberlandesgericht für sie nicht nur ein professionelles Mandat ist, sondern sie mit der radikalen rechten Szene in Verbindung steht. Verfassungsschutzakte umfasst 1500 Seiten Das belegt auch die rund 1500 Seiten umfassende Verfassungsschutzakte über Schneiders, die seit nunmehr fast 19 Jahren im Stuttgarter Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) geführt wird. (…) Die Akte des Stuttgarter Verfassungsschutzes legt eine andere Einschätzung nahe. Den darin enthaltenen Berichten zufolge unterhielt Schneiders noch im Jahr 2011 Verbindung zu der Neonaziorganisation “karlsruher//netzwerk”. Schon vor 2011 nahm Schneiders laut LfV-Akte regelmäßig an Zusammenkünften des Netzwerks teil, um dort Rechtsschulungen vorzunehmen. Zuletzt berichtete ein V-Mann von einem entsprechenden Auftritt der Anwältin am 4. Dezember 2010 in einer Kleingartenanlage am Durlacher Autobahnkreuz in Karlsruhe. “In einem Rollenspiel, bei dem es um das Auffinden einer 1,5 Meter großen Hitlerbüste ging, … wurde dargestellt, wie sie sich gegen das Vorgehen der Polizei bestmöglich zur Wehr setzen können”, heißt es in seinem Bericht. Anschließend habe Schneiders Tipps gegeben, “wie man sich vor zu viel Neugier der Beamten bei Durchsuchungen schützen kann”. Den LfV-Erkenntnissen zufolge erschöpfte sich Schneiders Mitwirkung an den Aktivitäten des Neonazi-Netzwerks aber nicht nur in der Rechtsberatung. Vor dem “Rudolf-Heß-Aktionswochenende” Ende Juli 2010 war sie laut V-Mann-Bericht “sowohl für die Formulierung (der) Pressemitteilung als auch für die Gestaltung der Demo-Anmeldung… verantwortlich”.

via badische: Nicole Schneiders – rechte Verteidigerin im NSU-Prozess?

siehe auch: Nicole Schneiders – die Braune mit den roten Haaren. Es ist der Bodensatz aus dem braunen Sumpf. Neonazis, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den NSU-Mördern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zuarbeiteten. Und sie ist ihr Sprachrohr. Dreist, großspurig, mit allen Wassern gewaschen. Nicole Schneiders, Anwältin von Ralf Wohlleben, der den Killern die Waffe besorgt haben soll. Die „Braune mit den roten Haaren“, wie Prozessbeobachter sie nennen. Die Einstellung des ganzen Verfahrens beantragte die Advokatin mit der rechtsextremen Gesinnung schon am dritten Prozesstag. Begründung: Wohlleben sei „medial vorverurteilt“, könne vor „keinem deutschen Gericht ein faires, rechtsstaatliches Verfahren erwarten“.

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Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
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#NSU -Prozess – Die Akte Nicole #Schneiders

Nicole Schneiders verteidigt Ralf #Wohlleben im #NSU-Prozess . Eine #Nazi-Anwältin will sie nicht sein. Neue Akten belegen: Der #Verfassungsschutz hat sie jahrelang als Teil der rechten Szene beobachtet. Wenige Stunden bevor das BKA die Wohnung von Ralf Wohlleben in Jena stürmt, ermutigt ihn eine alte Bekannte aus Karlsruhe mit einer SMS: “Denk an dich”, schreibt Nicole Schneiders, “…falls ihr abstand braucht seid ihr bei uns jederzeit willkommene gäste!”. Es ist der 23. November 2011. Wohllebens Name taucht seit Tagen in Medienberichten über das Terrortrio NSU auf. “was empfielst du bei einer bka-vorladung?”, simst Ralf Wohlleben zurück. “Nicht ohne anwaltlichen beistand”, antwortet Nicole Schneiders. Und: “Keine Angaben machen!” Ralf Wohlleben bekommt keine Vorladung. Am nächsten Morgen durchsucht das BKA seine Wohnung. Fünf Tage danach wird er festgenommen, als mutmaßlicher Unterstützer der NSU-Mörder. Alte Bekannte Die alte Bekannte begrüßt er 18 Monate später mit Küsschen – links, rechts – bevor beide zusammen auf der Anklagebank in Saal A101 im Oberlandesgericht München Platz nehmen. Er ist jetzt wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, er soll dem Terrortrio NSU die Tatwaffe organisiert haben; Nicole Schneiders ist sein anwaltlicher Beistand. Im NSU-Prozess verteidigt die Rechtsanwältin nun einen der bekanntesten Neonazis Deutschlands – und will doch nicht als “Nazi-Anwältin” gelten. Solche Vorwürfe seien eine “Unverschämtheit”, hat sie einem Reporter der “Heilbronner Stimme” gesagt und juristische Schritte angekündigt gegen alle, die sie als solche bezeichnen. Keine Nazi-Anwältin? Akten vom Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Baden-Württemberg, die stern.de vorliegen, zeigen: Nicole Schneiders ist seit fast 20 Jahren Bestandteil der rechten Szene. Die Unterlagen ergeben das plastische Bild einer Rechtsextremistin – und ihrer Karriere als Anwältin der Nazis. (…) Schon als Teenager taucht die Schülerin aus Pfedelbach bei Schwäbisch-Hall in der rechten Szene auf: Als 16-Jährige nimmt sie an einer Versammlung der mittlerweile verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) in Stuttgart teil. Da soll eine “Stuttgarter Kameradschaft” gegründet werden. Die Polizei stürmt den Saal. Nicole Schneiders, damals Schäfer, wird zum ersten Mal aktenkundig. Immer wieder werden daraufhin Informanten dem LfV über sie berichten. Nicole Schäfer, Spitzname “Frida”, besucht den Szenetreff “Keller” in Heilbronn, sie nimmt an Treffen der “Europaburschenschaft Arminia Zürich zu Heidelberg” teil. Im Januar 1995 wird das Verbindungshaus der neu-rechten Burschenschaft durchsucht, Nicole Schäfers Personalien aufgenommen. Beschlagnahmt werden Hefte und Bücher mit SS-Runen und Hakenkreuzen, ebenso wie das “Liederbuch der NSDAP” und das “SS-Liederbuch”. (…) Ideologischer Nährboden der jungen Frau ist nicht der tumbe, gewaltbereite Rechtsextremismus. Sie trifft auf rechte Vordenker wie dem wegen Volksverhetzung verurteilten Publizisten Peter Dehoust, der späteren NPD-Führungsfrau Edda Schmidt und dem Liedermacher Frank Rennicke. Letzterer leitet sein Konzert in Heilbronn, an dem auch Nicole Schäfer teilnimmt, mit den Worten ein, er komme aus “Braun-schweig”, das klinge fast so toll wie “Heil-bronn”. Nicole Schäfer ist bei Grillfesten, Parties und Mahnwachen dabei. Und bei einer “altherkömmlichen” Sonnenwendfeier der NPD-Jugendorganisation “Junge Nationaldemokraten”. Mit “Feuersprüchen und Feuersprüngen”. Die Teilnehmer werden eingeregnet – und von der Polizei kontrolliert. Eine LfV-Quelle berichtet: “Hektisch wurden im Wald einige Funkgeräte, Handys sowie Messer und sonstige Schlagwerkzeuge versteckt.” Auf einer weiteren Sonnenwendfeier wenige Tage später spielt die Blood & Honour-Band “Noie Werte”. Deren Sänger Steffen Hammer wird Jahre später Nicole Schneiders Anwaltskollege in der Rastatter Kanzlei “H3″.

via stern: NSU-Prozess – Die Akte Nicole Schneiders

siehe auch: Wohlleben-Anwältin wohl in Neonazi-Szene verstrickt. Die Anwältin des Ex-NPD-Funktionärs Wohlleben, Angeklagter im NSU-Prozess, soll der rechten Szene näher stehen als gedacht. Der Verfassungsschutz soll sie sogar als V-Frau im Visier gehabt haben; NSU-Anwältin Schneides schulte Neonazis in Waffenrecht. Bisher wehrte sich Nicole Schneides, Rechtsbeistand von Ralf Wohlleben im NSU-Prozess, gegen die Vorwürfe, eine Anwältin aus der Nazi-Szene zu sein. Doch vertrauliche Dokumente zeigen: Sie soll jahrelang unter Beobachtung des Verfassungsschutzes gestanden haben (…) Nach einer kurzen NPD-Karriere in Jena, wo sie auch Ralf Wohlleben kennenlernte, führte sie der Verfassungsschutz als Mitglied in der „Kameradschaft Karlsruhe“, einer der aktivsten, gewaltbereiten Neonazi-Gruppen in Baden-Württemberg. Hier spielte Schneiders eine wichtige Rolle: Sie schulte die braunen Kameraden beispielsweise in Versammlungs- und Waffenrecht, war Ansprechpartnerin für die Polizei bei einer Demonstration. Als Rechtsanwältin verteidigt Schneiders immer wieder Mandanten aus der Szene – unter intensiver Beobachtung des Verfassungsschutzes, der jeden Umzug und sogar die Hochzeit Schneiders in den Akten vermerkt.

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Ku-Klux-Klan: ein obskurer V-Mann namens “Radler”

Eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung der NSU-Verbindungen nach Baden-Württemberg spielt der einstige V-Mann Achim Schmid, der eine Ku-Klux-Klan-Gruppe in Schwäbisch Hall gründete. Der NSU-Untersuchungsausschuss, der am 8. Dezember seine Arbeit aufnimmt, muss etwa die Frage klären, ob Schmid den Klan tatsächlich ohne Wissen des Verfassungsschutzes aufgebaut hat. Der Neonazi-Liedermacher Achim Schmid, alias Radler, ein NPD-Mann in Schwäbisch Hall, war von November 1994 bis November 2000 zunächst Informant und dann V-Mann des baden-württembergischen Landesamts für Verfassungsschutz. Dem von Schmid gegründeten rassistischen Geheimbund “European White Knights of the Ku Klux Klan” (EWK KKK) gehörte sowohl der Gruppenführer der vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) in Heilbronn ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter als auch ein im Frühjahr plötzlich verstorbener V-Mann des Bundesamts für Verfassungsschutz an, der einen der NSU-Rechtsterroristen persönlich gekannt hatte. Heute lebt der einstige Ku-Klux-Klan-Führer Schmid in den USA. Der 39-Jährige ist seit etwa 1990 in der neonazistischen Szene aktiv und war Führer der von ihm am 1. Oktober 2000 offiziell gegründeten European White Knights of the Ku Klux Klan, sein Aliasnamen beim Klan lautete “Ryan Davis”. Kontaktadresse der Klan-Truppe war Schmids Wohnort. (…) Etwa 20 Mitglieder aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tummelten sich in den Reihen des Klans. Potentielle Mitglieder der selbst ernannten “patriotischen weißen Geheimorganisation” wurden über das Internet als auch per direkter Ansprache für die Gruppierung geworben. Ideologischer Grundpfeiler der European White Knights of the Ku Klux Klan war ein Pseudochristentum, gepaart mit einem ausgeprägten Hang zum Antisemitismus und Rassismus. (…) Mitglieder der Klan-Truppe waren unter anderem Michael Schäfer (Wernigerode, Sachsen-Anhalt) und Thomas Richter (Leipzig, Sachsen), Schäfer amtierte von 2007 bis 2012 als Bundesvorsitzender der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Richter, unter dem Namen “Corelli” V-Mann des Bundeamts für Verfassungsschutz, bewegte sich im Umfeld des NSU-Kerntrios. Sein Name fand sich auf der Adressenliste von Uwe Mundlos, die im Januar 1998 in der Jenaer Bombenwerkstatt des NSU beschlagnahmt worden war. Richter hatte Mundlos bei einem Rechtsrockkonzert 1995 in Dresden kennengelernt.  Im Klan war Corelli unter anderem zuständig für den Betrieb des internen Internet-Forums. Corelli habe “umfangreich und werthaltig über Mitglieder, Sympathisanten und Veranstaltungen” des EWK KKK berichtet, heißt es in einer dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags vorgelegten Auswertung der V-Mann-Berichte. V-Mann Corelli war es auch, der den Verfassungsschutz über Polizeibeamte in den Reihen des Klans informierte. Unter anderem berichtete er über eine Polizeianwärterin aus dem Stuttgarter Raum, die im Bereich der Rauschgiftkriminalität tätig war und einen “Hass auf Schwarze” habe. Richter starb im April – im Zeugenschutzprogramm des BfV – überraschend an einer nicht erkannten Diabetes.

via kontext: Ku-Klux-Klan: ein obskurer V-Mann namens “Radler”

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NSU-Prozess: „Copy and Paste“ beim BKA

Ein Ermittler soll vor Gericht Beweise liefern, dass die Terrorgruppe von Neonazis in Sachsen unterstützt wurde. Das geht gründlich schief. Die Verteidiger im NSU-Prozess haben am Mittwoch die Zeugenaussage eines Polizeiermittlers scharf kritisiert. Der Beamte des Bundeskriminalamtes musste einräumen, dass seine Erkenntnisse im Wesentlichen nur aus Zusammenfassungen anderer Behörden stammten. Der Beamte gebe nur Aktenwissen wieder, „das ist ein verkappter Urkundsbeweis“, sagte Rechtsanwalt Olaf Klemke, der den wegen Beihilfe mitangeklagten Ralf Wohlleben verteidigt. Der Anwalt der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, Wolfgang Stahl, sprach von „Copy and Paste“ beim BKA. Der „Nationalsozialistische Untergrund“ hat nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde und zwei Sprengstoffanschläge verübt. Der erst 28 Jahre alte Beamte sollte Beweise dafür liefern, dass eine Gruppe sächsischer Neonazis um die inzwischen verbotene Organisation „Blood & Honour“ die drei Untergetauchten mit Waffen, Geld und einem Reisepass für eine Flucht nach Südafrika unterstützen wollte. Der Zeuge hatte dazu zunächst einen längeren Vortrag präsentiert und aus dem Gedächtnis zahlreiche Details genannt, etwa Telefonnummern, Asservatennummmern und Autokennzeichen. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass er das meiste aus Berichten von Geheimdiensten und Landeskriminalämtern herausgelesen und drei Wochen lang auswendig gelernt hatte. Die Aussagen des Beamten seien als Beweismittel untauglich, kritisierte Wohlleben-Verteidigerin Nicole Schneiders.

via mittelbayerischer: NSU-Prozess: „Copy and Paste“ beim BKA

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Rechtsextremismus-Forscher: Verfassungsschutz beging grenzenloses Verbrechen an Demokratie

Erschreckende Einblicke in die Arbeit des Verfassungsschutzes in den 1990er Jahren in Thüringen lieferte am Mittwoch ein Neonazi-Spitzel im NSU-Prozess in München. Der 39-jährige Tino Brandt gab zu, dass er zwei, drei Mal vor Polizei-Durchsuchungen gewarnt wurde. Zu Beginn seiner Spitzeltätigkeit in den 1990er Jahren habe ihm einer seiner V-Mann-Führer auch “regelmäßig” Informationsmaterial zur Antifa-Szene gegeben. Darunter soll mehrfach eine Zeitschrift gewesen sein, welche der damalige stellvertretende Vorsitzende der HBV von Thüringen heraus gab.  Neben seinem Spitzelsalär will Brandt vom Verfassungsschutz zusätzlich Geld für seine technische Ausstattung erhalten haben. Er hätte mitgeteilt, was er benötige und dann das Geld für seinen Computer, ein Handy und vielleicht auch ein Fax-Gerät erhalten. Der Neonazi erklärte, dass das Amt schon einmal Telefonrechnungen von bis zu 1000 Mark beglichen habe, wenn er viel telefonieren musste für die Vorbereitung wichtiger Veranstaltungen. Geld vom Nachrichtendienst habe er auch für Anwälte bekommen, wenn gegen ihn ermittelt wurde und er einen Rechtsanwalt benötigte. Nach seinen Angaben bezahlte er dann Anwälte die in der rechtsextremen Szene bekannt waren. Zu Beginn seiner Spitzeltätigkeit 1994 lag sein Gehalt aus seiner Tätigkeit bei einem Verlag in Coburg noch über dem Geld, das er vom Verfassungsschutz erhielt. Im Jahr 2001 sei es eher umgekehrt gewesen. Der Ex-Spitzel räumte ein, eigentlich zwei Gehälter bezogen zu habe. “Das was der Verfassungsschutz damals getan hat, ist ein grenzenloses Verbrechen an der Demokratie, an den Menschen in Thüringen und Deutschland”, sagt in einer Prozesspause der Rechtsextremismus-Forscher Hajo Funke unserer Zeitung. “Der Verfassungsschutz hat damals den Aufbau der rechtsextremen Szene mit betrieben” erklärt der emeritierte Professor der Freien Universität Berlin. Das sei bei der Befragung von Brandt am Mittwoch vor Gericht noch einmal deutlich geworden.

via ta: Rechtsextremismus-Forscher: Verfassungsschutz beging grenzenloses Verbrechen an Demokratie

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“Nationalsozialistischer Untergrund der NSDAP”: Ominöse Nazi-CD in Sachsen aufgetaucht

CD-Cover “NSU/NSDAP”: Ungereimtheiten und Versäumnisse. Bei Ermittlungen gegen Chemnitzer Neonazis sind Fahnder auf einen weiteren Datenträger gestoßen, der Propagandamaterial einer Gruppe namens “NSU/NSDAP” enthält. Der Fund könnte sich als brisant erweisen. Ein Ordner mit dem Namen “nscd” gibt Fahndern Rätsel auf. Er enthält Tausende Dateien mit rechtsextremem Bildmaterial, und er ist auf einer CD, die offenbar von einer Gruppe namens Nationalsozialistischer Untergrund der NSDAP (NSU/NSDAP) zusammengestellt wurde. Das Konvolut, so heißt es in einem Begleittext, sei “die erste umfangreiche Bilddaten-CD” dieser Gruppierung. Datenträger mit dem Titel “NSU/NSDAP” wurden wohl seit 2005 in der rechten Szene verbreitet, lange bevor die gleichnamige Terrorzelle NSU aufflog, die für zehn Morde und mehrere Sprengstoffanschläge verantwortlich gemacht wird. Seit Monaten versuchen Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) zu klären, wer hinter der braunen Datensammlung steckt – und ob deren Urheber etwas mit der Terrorzelle zu tun haben. Trotz umfangreicher Ermittlungen, so heißt es in Sicherheitskreisen, seien noch keine Belege für eine Verbindung zwischen NSU/NSDAP und NSU gefunden worden. Ein Fund in Sachsen könnte neue Indizien liefern: Wie erst jetzt durch eine Kleine Anfrage der sächsischen Linksfraktion bekannt wurde, waren Fahnder bereits Ende März auf eine weitere CD mit dem ominösen Propagandaordner gestoßen – bei Ermittlungen gegen die inzwischen verbotene Organisation Nationale Sozialisten Chemnitz (NSC). Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE fand sich der Datenträger bei einer Durchsuchung bei Maik A., der laut Verbotsverfügung zum Führungskreis der NSC gehörte und eine “wichtige organisatorische Funktion innerhalb der Gruppe” wahrgenommen habe. (…) Der CD-Fund in Sachsen könnte sich somit als brisant erwiesen: Eine erste Kopie der Propagandasammlung des NSU/NSDAP hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) schon 2005 erhalten, sechs Jahre vor der Selbstenttarnung der Terrorzelle NSU. Doch offenbar hielt es beim BfV jahrelang niemand für nötig, sich mit der darin erwähnten Gruppe näher zu befassen. Die Behörde hatte die CD wohl vom V-Mann “Corelli” erhalten, der behauptete, sie per Post erhalten zu haben.

via spon: “Nationalsozialistischer Untergrund der NSDAP”: Ominöse Nazi-CD in Sachsen aufgetaucht

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NSU-Verbindung: Neonazi-Kader wohnte jahrelang in Bayreuther Burschenhaus

Die Bayreuther Burschenschaft Thessalia beherbergte elf Jahre lang einen Thüringer Neonazi-Kader. Er gilt als Intimus der Terrorzelle NSU. Jetzt wollen die Grünen im Stadtrat die Verbindung vom Volkstrauertag ausschließen. Einen Hehl aus ihrer Geisteshaltung hat die Bayreuther Burschenschaft “Thessalia zu Prag” nie gemacht: Auf ihrer Internetseite heißt es, es sei “selbstverständlich, daß nur Thessale werden kann, wer deutscher Herkunft ist, egal welchen Paß er trägt”. Dieser “Ariernachweis” ist jedoch fast eine Petitesse gegen die Nähe der Burschenschaft zum rechtsterroristischen NSU, der im Zuge der Ermittlungen nun öffentlich wird. Denn bis vor wenigen Jahren ging im Verbindungshaus der Thessalia auch ein Intimus des Rechtsterroristen-Trios um die in München angeklagte Beate Zschäpe ein und aus. Mario B. lebte zwischen 1997 und 2008 durchgehend in dem Haus am Wittelsbacher Ring unweit des Bayreuther Schlosses, bis einschließlich 2010 hatte er das Verbindungshaus als seinen Nebenwohnsitz gemeldet. Sechs Semester lang studierte er an der dortigen Uni Jura, bevor er das Studium abbrach. Aus “Prüfungsangst”, wie er in einer Vernehmung angab. Auch ohne Staatsexamen konnte B. sein Wissen aus Bayreuth für die extremistische Sache nutzen. Gemeinsam mit dem führenden Neonazi-Kader und V-Mann Tino Brandt führte er “Rechtsschulungen” und “Jungsturmbelehrungen” durch. Darin berieten sie ihre Gesinnungsgenossen im Umgang mit der Polizei und zum Verhalten bei Festnahmen und Vernehmungen. Zu Beginn seiner Studienzeit wurde B. auch dem harten Kern des sogenannten Thüringer Heimatschutzes zugerechnet, der Bericht des NSU-Ausschusses im Thüringer Landtag nennt ihn als “Führungskader”. 1998 flog B. laut Verfassungsschutz-Informationen gemeinsam mit dem Neonazi Andre K. nach Südafrika. Die Flugtickets für rund 3400 Mark buchte und bezahlte B. laut dem “Nordbayerischen Kurier” in einem Bayreuther Reisebüro. “Äußerster Rand der Gesellschaft” Andre K. gab im Münchner NSU-Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe zu, B. und er hätten am Kap einen Unterschlupf für Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Zschäpe gesucht.

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#NSU-Prozess – Wie der #Staat Rechtsradikale züchtete

Als 19-Jähriger soll Uwe #Böhnhardt eine Puppe über der Autobahn aufgehängt haben. Mit #Davidsternen und dem Wort #Jude drauf. Ein Fingerabdruck überführte ihn eindeutig. Warum wurde er trotzdem freigesprochen? Es ist die große Frage: Wie wurde aus ein paar frustrierten, aufmüpfigen Jugendlichen aus Jena die Mörderbande NSU? Wie wurden aus Provokationen Morde, aus wirren Gedanken ideologische Verblendung? Eine Antwort auf diese Frage hat sich am Mittwoch im NSU-Prozess aufgedrängt – bei der Verlesung von alten Urteilen gegen Uwe Böhnhardt. Der war 1996 angeklagt, als 19-Jähriger eine Puppe über der Autobahn aufgehängt zu haben – eine Puppe, auf die 25 Zentimeter große Davidsterne aufgenäht waren und auf der das Wort “Jude” stand. Just zu dem Zeitpunkt, als der damalige Vorsitzendes des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, die Stadt Weimar besuchte. Rund um die Puppe hatten die Täter eine Bombenattrappe aufgebaut, um zu verhindern, dass die Puppe schnell abgehängt wird. Die Autobahn war drei Stunden lang gesperrt. Das Amtsgericht Jena verurteilte den Angeklagten Uwe Böhnhardt kurz darauf zu drei Jahren und sechs Monaten Haft. Es sah es als erwiesen an, dass Böhnhardt der Täter war. Ein Fingerabdruck hatte ihn eindeutig überführt, auf dem Pappkarton, der als Bombenattrappe diente. Und das Amtsgericht betrachtete auch die Aussagen seiner Freunde Ralf Wohlleben, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, mit denen er schon damals unterwegs war, als unglaubwürdig. Es sei deutlich, dass sich diese Zeugen allesamt abgesprochen hätten, um Böhnhardt zu entlasten. Die Tat entspreche ihrer rechtsradikalen Gesinnung. Das Landgericht glaubte den Freunden Doch es kam anders. Das Landgericht Gera hatte in der Berufungsverhandlung dann nämlich keine Zweifel mehr daran, dass Böhnhardts Freunde die Wahrheit sagten. Und die erklärten unisono, man sei nicht etwa an der Autobahnbrücke gewesen, sondern in Zschäpes Wohnung und habe dort Skat und Nintendo gespielt. Das hatte ihnen das Amtsgericht nicht abgenommen. (…) Auf jeden Fall kam Böhnhardt dann mit zwei Jahren und drei Monaten Strafe davon – wegen des Puppentorsos wurde er sogar freigesprochen. Obwohl es den Fingerabdruck gab. Aber der, so Böhnhardt, sei ihm sicher untergeschoben worden, von seinen “linken Feinden”. Diese Erklärung sah das Berufungsgericht zwar als unglaubwürdig an, aber es folgte Böhnhardt insoweit, dass er den Pappkarton, einen Karton der Sektmarkte Asti Spumante, vielleicht schon mal bei einer Veranstaltung seiner rechten Freunde in Händen gehalten haben könnte, und Fingerabdrücke halten sich fast ein Jahr. Dass Böhnhardt zuvor angegeben hatte, er wisse gar nicht, was Asti Spumante ist, und dass bei Skinhead-Versammlungen nur Bier getrunken wurde, das interessierte das Landgericht nicht.

via sz: NSU-Prozess – Wie der Staat Rechtsradikale züchtete

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#Taten und #Worte – Neonazistische „Blaupausen“ des #NSU

Seit der Selbstenttarnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) im November 2011 sind umfangreiche Bezüge zwischen Beate #Zschäpe , Uwe #Böhnhardt und Uwe #Mundlos und ihres Netzwerks von mutmaßlichen UnterstützerInnen zu gut organisierten Strukturen von „ #Blood & Honour “, „ #Hammerskins “ und „ #Ku-Klux-Klan “ bekannt geworden. Ohne die umfangreiche logistische Hilfe dieser Strukturen hätte die rassistische Mordserie des NSU wahrscheinlich nicht stattfinden können. Allerdings wurden Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos im Untergrund nicht nur mit Waffen und Pässen aus der Neonaziszene versorgt. Mit ihren Taten verwirklichten sie Konzepte, die seit den 1980er Jahren in europäischen und US-amerikanischen Neonazikreisen diskutiert, für die geprobt und die letztendlich auch in anderen Ländern ausgeführt wurden. Neonazistische Konzepte für den bewaffneten Kampf Verschiedene Konzepte und Handlungsanweisungen für den bewaffneten Kampf kursierten seit den 1980er Jahren in der deutschen und internationalen Neonaziszene. Verbreitet wurden Schriften, die sich unter anderem auf die Organisation „Werwolf“ im historischen Nationalsozialismus bezogen und gemäß diesem Vorbild zum Untergrundkampf und gezielten Sabotageakten aufriefen.[2] Hinzu kamen die gescheiterten Bemühungen, die NSDAP in Deutschland wiederzubeleben und in einen quasi legalen bewaffneten Kampf zu treten. Darüber hinaus kursierten Handlungsanweisungen und Konzepte, die einen „leaderless resistance“ – einen „führerlosen Widerstand“ – propagierten. „Handbücher“, Traktate, Romane und kürzere Diskussionsbeiträge in Skinhead-Fanzines wurden gedruckt und zigfach kopiert, verbreitet unter Ladentischen und auf Konzerten, im Internet veröffentlicht sowie per Hand von Kamerad zu Kameradin weitergeben. Dabei war der Rechtsterrorismus übrigens nie eine ausschließliche „Männerangelegenheit“[3]. (…) Offensichtlich ist: Der Einzelkämpfer, der „lone wolf terrorist“ verkörpert das Ideal des hypermaskulinen Kämpfers. Auf sich allein gestellt, agiert er unabhängig von größeren Gruppenstrukturen, aber im Sinne ihrer Ziele oder der übergeordneten Ideologie. Der bereits erwähnte David Copeland, der 1999 in London drei Bombenanschläge mit drei Toten und über hundert Verletzten durchführte, war einer dieser Einzelkämpfer, wenngleich er zuerst bei der „British National Party“ und dann beim „National Socialist Movement“, einer Abspaltung von „Combat 18“, organisiert war. Die Nagelbombe des NSU in Köln war womöglich baugleich mit Copelands, was sogar das Bundeskriminalamt kurz nach dem Anschlag feststellte. Auch der Neonazi Kay Diesner, der 1997 einen linken Buchhändler in Berlin niederschoss und auf der Flucht einen Polizeibeamten tötete, war kein freischwebender Einzeltäter, sondern ein Einzelkämpfer im Sinne des „lone wolf“. Der 1994 zu lebenslanger Haft verurteilte John Ausonius passt gleichermaßen in dieses Schema: Er schoss in Schweden auf elf MigrantInnen mit einem abgesägten Gewehr, auf das er eine Laservorrichtung montiert hatte. Eines seiner Opfer starb, zehn überlebten schwer verletzt. Seinen Lebensunterhalt finanzierte er mit Banküberfällen. Vom jeweiligen Tatort flüchtete er mit dem Fahrrad. Im neonazistischen „Field Manual“ [18] wird Ausonius unter dem Stichwort „Laser Man“ als Beispiel des „leaderless resistance“ erwähnt. Sogar das „Bundesamt für Verfassungsschutz“ bezeichnete ihn als „mögliche Blaupause für den NSU“ [19]. „Blaupausen“ einer rassistischen Mordserie Bei Betrachtung der vorhandenen neonazistischen Konzepte und Handlungsanweisungen zum bewaffneten Kampf und der praktischen „Vorbilder“ seit den 1990er Jahren fallen vielfältige Bezüge zur sogenannten „Zwickauer Terrorzelle“ auf. Von der Finanzierung durch bewaffnete Raubüberfälle [20] bis hin zum Gebot, als „aufrechter Kämpfer“ der Polizei nicht in die Hände zu fallen [21], finden sich Parallelen. Diese reichen bis zur Tatbegehung mittels Schalldämpfer und Flucht auf einem Fahrrad. Darüber hinaus zeigen sich vielfältige Bezüge zwischen den Vorstellungen von Gender in neonazistischen Konzepten zum bewaffneten Kampf und dem was bislang über den NSU bekannt ist.

via nsu-watch: Taten und Worte – Neonazistische „Blaupausen“ des NSU

neonazistische Gewaltphantasie – Selbstdarstellung aus VK

neonazistische Gewaltphantasie – Selbstdarstellung aus VK

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NSU-Prozess: Wohlleben-Verteidigung hält Anklage für nicht erwiesen

Ein älterer Herr, grauer Bart, Lederjacke, gepflegtes Aussehen erregte am Mittwoch zum Ende des 147. Verhandlungstages vor dem Gerichtsgebäude in München kurz Aufsehen. Der Mann spricht einen der Opferanwälte aus dem NSU-Prozess an und unterhält sich einige Zeit mit ihm. Später fordert der Anwalt türkischer Abstammung von dem älteren Herrn seine Visitenkarte wieder zurück. Denn der Anwalt unterhielt sich mit Karl-Heinz Hoffmann. Dieser gründete 1973 eine nach ihm benannte Wehrsportgruppe, die 1980 als verfassungsfeindliche Organisation verboten wurde. Zudem musste Hoffmann eine mehrjährige Haftstrafe absitzen. Der Anwalt bekam offenbar nicht mit, wer ihn angesprochen hatte. Sein Gesprächspartner habe ihm sogar angeboten, sich auf Türkisch mit ihm zu unterhalten, erzählt Opferanwalt Adnan Menderes Erdal nach der Begegnung. Kurz darauf spricht Hoffmann auch Nicole Scheiders an, die Verteidigerin des Jenaer Neonazis Ralf Wohlleben. Dann geht der ältere Herr wieder. Er hatte zuvor einen Teil der Verhandlung auf der Zuschauertribüne im Gerichtssaal verfolgt. Olaf Klemke, der zweite Verteidiger von Wohlleben, widersprach gegen Ende des Prozesstages der Nutzung der Zeugenaussage eines Schweizer Kriminalbeamten. Der Anwalt vermutet, dass in der Schweiz ein Zeuge rechtswidrig festgehalten wurde, um Druck auf ihn auszuüben, “eine belastende Aussage” zu erhalten. Er müsse noch prüfen, ob es nicht sogar zu einem “Beweisverwertungsverbot” kommen müsse. Die Verteidigung von Beate Zschäpe schließt sich dem Verwertungswiderspruch an. (…) Der Staatsschutzsenat versucht seit Monaten den Weg der mutmaßlichen Mordwaffe so genau wie möglich zu rekonstruieren, denn mit Ralf Wohlleben und Carsten S. wird zwei der Angeklagten in diesem Prozess Beihilfe zum Mord in neun Fällen vorgeworfen. Sie sollen 1999 von Jena aus die Pistole Ceska 83 samt Schalldämpfer organisiert haben. Das räumte Carsten S. vor Gericht ein und belastete mit seiner Aussage auch Wohlleben. S. gestand zudem, diese Pistole zu Mundlos und Böhnhardt nach Chemnitz gebracht zu haben. Die Verteidigung von Wohlleben bestreitet dagegen jede Tatbeteiligung ihres Mandanten und versucht deutlich zu machen, dass es keinen Nachweis dafür gibt, dass die verdächtige Ceska-Pistole den in der Anklage genannten Weg genommen hat.

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Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
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NSU-Prozess: Trio hatte womöglich im Untergrund nicht immer zusammen gewohnt

Seit Monaten hält sich die Bundesanwaltschaft mit Bewertungen zum NSU-Prozess zurück. Am 146. Verhandlungstag wurde Bundesanwalt Herbert Diemer im Gerichtssaal A 101 aber deutlich. “Wir werden das Verfahren nicht zu Ende bringen, wenn es so weitergeht”, merkte Herbert Diemer zu einer Debatte über die Zulässigkeit womöglich ausufernder Fragen an. Verteidigung und Nebenklage waren gestern wiederholt unterschiedlicher Meinung über die Zulässigkeit von Fragen an einen Zeugen aus der Neonazi-Szene. Die Debatte entzündete sich unter anderem, als Nebenklageanwalt Alexander Hoffmann den Zeugen zu möglichen Geldströmen bei der im Jahr 2000 in Deutschland verbotenen Neonazi-Organisation “Blood & Honour” befragte. Hoffmann begründete die Frage damit, dass er wissen wolle, ob mit dem Geld aus Konzerten von “Blood & Honour” auch das untergetauchte Trio Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mit finanziert wurde. Denn der Zeuge Thomas R., soll in Sachsen Ende der 199er Jahren Anwärter bei Blood & Honour gewesen sein und für die Gruppierung einige Konzerte organisiert sowie kurz nach deren Verschwinden aus Jena Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe in seiner Chemnitzer Wohnung beherbergt haben. Der 44-Jährige, der in Latzhose und gestreiftem T-Shirt zu seiner Aussage erschien, beschreibt Mundlos als einen Freund, ohne das näher zu erläutern. Auffällig war, dass sich die Verteidigung nach intensiver Besprechung mit der Hauptangeklagten Beate Zschäpe beim Zeugen mehrfach erkundigte, ob Mundlos später noch einmal für eine längere Zeit bei ihm gewohnt habe. Das verneinte Thomas R. mehrfach. Er räumte lediglich ein, dass Mundlos vielleicht einmal eine Nacht bei ihm geblieben sei. Auch die Frage, ob er sich erinnern könne, dass Mundlos mit Zschäpe und Böhnhardt einmal Probleme gehabt hätten, verneinte der Zeuge. Verteidigerin Anja Sturm erkundigte sich zudem gezielt, ob der Zeuge seinen Computer von Mundlos gekauft habe. “Nee”, folgte als Antwort im breiten Sächsisch. “Ich habe von denen noch nie etwas gekauft.” Die Fragen der Verteidiger machen hellhörig. Die Bundesanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass das Trio nach seinem Untertauchen die rechtsextreme Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) gebildet habe. Dazu gehört auch, dass die Drei zumeist in einer festen Struktur zusammen waren. Das zogen die Verteidiger von Zschäpe bereits im Frühjahr in Zweifel. Rechtsanwalt Wolfgang Stahl betonte damals in einer Erklärung, dass für mindestens zwei der in der Anklage aufgeführten Wohnungen dieser Nachweis fehle.

via thüringer allgemeine: NSU-Prozess: Trio hatte womöglich im Untergrund nicht immer zusammen gewohnt

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„Hammerskin-Nation“ und Rocker-Verbindungen – #NSU

Eine weitere #Ceska taucht im NSU-Umfeld in Thüringen auf. Der Waffenbesitzer hatte nicht nur engen Kontakt zum Angeklagten #Wohlleben im Münchner NSU-Prozess, sondern auch zum Zeugen Thomas Gerlach. In Thüringer Neonazi-Kreisen kursieren mehr scharfe Waffen als bisher angenommen. Bereits im Herbst 2010 vermutete die Polizei im Freistaat, dass der Saalfelder Neonazi Steffen Richter illegal eine tschechische Pistole besitzen könnte, bei den Hausdurchsuchungen zur „Operation Feuerball“ waren Fotos aufgetaucht. Im Mai 2011 gab es dann konkrete Hinweise. Den Beamten wurde mitgeteilt, der Aktivist wolle sie für 1000 Euro verkaufen. Auch die dazu gehörige Munition habe der Neonazi mehrfach Kameraden angeboten. Nur wenige Monate später wird eine Ceska mit der größten Mordserie der bundesdeutschen Geschichte, begangen durch Thüringer Neonazis, in Verbindung gebracht. Auch deren Beschaffungsweg ist bisher ebenso wenig aufgeklärt wie der von Richters Waffe. Richter gilt als Anhänger der „Hammerskin Nation“ und deren Supporter „Crew 38“ und verfügt über Kontakte zum „MC Red Devils“ sowie den „Hells Angels“. Außerdem zählen er  und die Band „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD) inzwischen zu den eifrigsten Unterstützern des inhaftierten Jenaer NSU-Angeklagten Ralf Wohlleben. Ihrem Idol, Spitzname „Wolle“, wird unter anderem vorgeworfen, über einen Szene-Laden in Jena die tschechische NSU-Mordwaffe besorgt zu haben. (…) So in die Enge gedrängt, gab Steffen Richter daraufhin an, die Pistole etwa 2009 im Schützenhaus in Pößneck von dem Saalfelder Renaldo B., einem ehemaligen „Red Devil“ und Anwärter des „MC Hells Angels“ in Hof, angeboten bekommen zu haben. Richter beschuldigte B. 2013 „Vertrauensperson“ der Polizei zu sein, diese Vermutung verbreitete sich auch in der Szene. Renaldo B. behauptet, ihm sei in Folge am 1. September 2013 von seinen „Brüdern“ die Kutte der „Blood Red Section Hof“ sowie die Suzuki mit Fahrzeugschein abgenommen worden. B. bekam den Status „Out in bad standing“, welcher ihn für vogelfrei erklärte. Daraufhin packte der erboste Kamerad aus. Er belastet Richter schwer, doch über die Herkunft der Ceska schweigt er. Der Ex-Rocker habe die Waffe CZ 1924, Kaliber 9mm, in Pößneck an Richter weitergegeben, weil er damit 500 Euro Schulden ausgleichen wolle.

via bnr: „Hammerskin-Nation“ und Rocker-Verbindungen


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NSU-Komplex – Der Fall “Corelli”

Der Verfassungsschutz hatte immer wieder betont: Im NSU oder in dessen unmittelbarer Umgebung habe es keine V-Männer gegeben, ebenso wenig wie Hinweise auf den NSU. Neue Erkenntnisse im Fall “Corelli” nähren Zweifel an dieser Darstellung. Thomas R. aus Halle war einer der führenden Neonazis in Ostdeutschland: Er betrieb Internet-Seiten, um die Szene zu vernetzen, half neonazistischen Medienprojekten mit Serverplatz, berichtete mit Fotos von zahlreichen Aufmärschen und mischte in mehreren rechtsextremen Organisationen mit. Außerdem baute R. ein internes Forum für Neonazis auf, saß so direkt an der Quelle, was Informationen anging. Denn Thomas R. war nicht nur ein umtriebiger Neonazi-Kader, sondern er verkaufte auch von Anfang der 1990er-Jahre bis 2012 Informationen an das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie an ein Landesamt. Dafür soll er insgesamt 180.000 Euro kassiert haben. Aus dem Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Bundestages zum NSU ging hervor, dass Thomas R. Selbstanbieter war. Er galt als Spitzenquelle, die bundesweit aus der rechten Musik- und Kameradschaftsszene berichtete. Seine V-Mann-Tätigkeit wurde mit seiner Enttarnung im September 2012 beendet. Er wurde in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Die Geschichte von R., in der Szene auch als “HJ Tommy” bekannt, geht aber noch weiter. Denn seine Rolle im NSU-Netzwerk beschäftigt seit Wochen das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags. Die Grünen beantragten nun eine Sondersitzung zum Fall “Corelli”, denn Thomas R. lieferte dem Bundesamt für Verfassungsschutz im Jahr 2005 eine Daten-CD, auf der Dateien mit der Bezeichnung NSU/NSDAP zu finden waren. (…) Es war allerdings nicht der erste Hinweis: Bereits 2002 hatte das Fanzine “Der weiße Wolf” aus Mecklenburg-Vorpommern einen Dank an den NSU veröffentlicht; die Terrorgruppe hatte dem Neonazi-Magazin zuvor eine Spende von 2500 Euro zukommen lassen. Und auch hier liegt offenkundig ein Bezug zum V-Mann “Corelli” vor, denn der hatte dem “Weißen Wolf” bei der Verbreitung des Machwerks im Internet geholfen, Serverplatz zur Verfügung gestellt. Zudem erschienen in dem Fanzine Anzeigen für R.s Internet-Angebote. Außerdem zählte der Verfassungsschutz in Baden-Württemberg Thomas R. nach vorliegenden Dokumenten zum europäischen Ableger des rassistischen Ku-Klux-Klans; R. nahm sogar an einem Treffen in den USA teil. Das Pikante: Zu der KKK-Gruppe gehörten zeitweise auch zwei Polizisten aus der Einsatzgruppe der Polizistin Michelle Kiesewetter, die 2007 vom NSU in Heilbronn erschossen worden sein soll. Und es gibt noch einen Bezug von “Corelli” zum NSU: Der Name Thomas R. stand auf einer Liste mit Kontakten, die bei Uwe Mundlos gefunden worden war. R. bestritt später aber, die untergetauchten Böhnhardt und Mundlos überhaupt zu kennen. “Corelli” soll zudem einem V-Mann des Hamburger Verfassungsschutzes im Jahr 2006 eine DVD mit dem Titel “NSDAP/NSU” übergeben haben, die Anfang 2014 beim Geheimdienst der Hansestadt aufgetaucht ist. Der V-Mann will die DVD kurz zuvor beim Aufräumen gefunden haben. Der Inhalt der Daten-CD ähnelt denen von Thomas R.s ehemaliger Internet-Seite, auf der er zahlreiche Aufnahmen aus dem “3. Reich” gesammelt hatte. Eine Beteiligung “Corellis” an der Herstellung erscheint wahrscheinlich. Wenige Wochen nachdem die Daten-CD beim Verfassungsschutz in der Hansestadt auftauchte, starb “Corelli” überraschend an einer nicht erkannten Diabetes – im Alter von 39 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war er nicht mehr als V-Mann aktiv, sondern wurde vom Geheimdienst in einem Zeugenschutzprogramm mit neuer Identität in Nordrhein-Westfalen untergebracht.

via tagesschau: NSU-Komplex Der Fall “Corelli”

siehe auch: “Corelli” soll Verfassungsschutz auf NSU hingewiesen haben. Neue Entwicklung im NSU-Komplex: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wusste durch einen V-Mann bereits im Jahr 2005 von der Existenz des Kürzel NSU. Das schreibt die “Bild” unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach hatte der V-Mann Thomas Richter, der den Decknamen “Corelli” hatte, seinem Quellenführer beim Verfassungsschutz bereits 2005 eine DVD mit rechtsextremem Material und einer Datei mit dem Titel “NSDAP/NSU” übergeben. Bei einer Erstauswertung des Datenträgers im Jahr 2005 konnte nach “Bild”-Informationen beim BfV niemand etwas mit dem Kürzel “NSU” anfangen. Anfang 2014 tauchte dann beim Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz eine weitere DVD mit dem Titel “NSU/NSDAP” auf (sie stammte aus dem Jahr 2006), an deren Produktion “Corelli” offenbar beteiligt war. Sie enthielt 15.000 rassistische und antisemitische Texte und Bilder. Im Begleittext wurde sie als “erste umfangreiche Bilddaten-CD des Nationalsozialistischen Untergrundes der NSDAP (NSU)” angepriesen


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“Corelli” soll Verfassungsschutz auf NSU hingewiesen haben

Neue Entwicklung im NSU-Komplex: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wusste durch einen V-Mann bereits im Jahr 2005 von der Existenz des Kürzel NSU. Das schreibt die “Bild” unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach hatte der V-Mann Thomas Richter, der den Decknamen “Corelli” hatte, seinem Quellenführer beim Verfassungsschutz bereits 2005 eine DVD mit rechtsextremem Material und einer Datei mit dem Titel “NSDAP/NSU” übergeben. Bei einer Erstauswertung des Datenträgers im Jahr 2005 konnte nach “Bild”-Informationen beim BfV niemand etwas mit dem Kürzel “NSU” anfangen. Anfang 2014 tauchte dann beim Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz eine weitere DVD mit dem Titel “NSU/NSDAP” auf (sie stammte aus dem Jahr 2006), an deren Produktion “Corelli” offenbar beteiligt war. Sie enthielt 15.000 rassistische und antisemitische Texte und Bilder. Im Begleittext wurde sie als “erste umfangreiche Bilddaten-CD des Nationalsozialistischen Untergrundes der NSDAP (NSU)” angepriesen. Sollten diese Informationen zutreffend sein, scheint sich zunehmend zu bewahrheiten, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz mit “Corelli” sehr nahe am NSU dran – an seiner Propaganda sogar möglicherweise beteiligt – war. Weiterhin stellt sich noch drängender die Frage nach “Corellis” Tod im April 2014. Der 39-Jährige war überraschend im Zeugenschutzprogramm verstorben. Offizielle Todesursache: eine unentdeckte Diabetes. Daran zweifeln sogar Abgeordnete des Bundestags, die im parlamentarischen Kontrollgremium den Fall untersuchen. Der “Bild”-Bericht, wonach “Corelli” als V-Mann des Verfassungsschutzes dem Geheimdienst bereits 2005 einen Hinweis auf den NSU lieferte, dürfte diese Zweifel noch verstärken.

via publikative: “Corelli” soll Verfassungsschutz auf NSU hingewiesen haben

siehe auch: NSU-Material: Sonderermittler soll DVD-Panne bei Verfassungsschutz aufklären. CD-Cover “NSU/NSDAP”: “Immer neue Ungereimtheiten und Versäumnisse”. Seit 2005 liegt dem Bundesamt für Verfassungsschutz eine Daten-DVD mit dem NSU-Kürzel vor. Niemand wurde davon in Kenntnis gesetzt. Bundestagsabgeordnete sind entsetzt – nun soll ein Sonderermittler den Fall aufklären. Nach einem erneuten Fauxpas beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) soll ein Sachverständiger den Fall des ehemaligen V-Manns “Corelli” untersuchen. Einen entsprechenden Antrag formulierte die SPD-Bundestagsfraktion für die nächste Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums. Am Dienstag hatte BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen Mitglieder des Bundestagsinnenausschusses telefonisch darüber informiert, dass seiner Behörde bereits seit 2005 eine DVD vorliegt, die Anhaltspunkte für die Existenz des “Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) enthielt. Der inzwischen verstorbene V-Mann Thomas R., alias “Corelli”, hatte den Datenträger mit dem Titel “NSU/NSDAP” damals dem Vernehmen nach seinem Quellenführer in der Behörde übergeben. Das Amt hatte stets beteuert, nie substanzielle Hinweise auf die rechtsextremistische Terrorgruppe erhalten zu haben. Der Grünen-Obmann im Parlamentarischen Kontrollgremium, Hans-Christian Ströbele, spricht vom “totalen Versagen von Verfassungsschutz und Bundesregierung im NSU-Skandal”. Der Vorsitzende des Gremiums, Clemens Binninger (CDU), hat für kommenden Montag eine Sondersitzung anberaumt, in der er klären will, warum die NSU-CD im Verfassungsschutz so lange unentdeckt blieb. (…) Neue Bewegung in die Sache kam erst wieder im März, als der Hamburger Datenträger auftauchte. Als vier Wochen später ausgerechnet Ex-V-Mann “Corelli” nahe Paderborn tot aufgefunden wurde, begannen Journalisten und Politiker wieder zu forschen, es kam zu einem Ermittlungsverfahren. In diesem Zusammenhang schickte der Verfassungsschutz offenbar kürzlich eine Reihe von “Corelli”-Datenträgern ans Bundeskriminalamt. Erst dann fiel angeblich die NSU-CD auf, die im Verfassungsschutz so lange niemand beachtet haben will. Es ist nicht die einzige Merkwürdigkeit rund um die diversen NSU-Datenträger, von denen offenbar seit Jahren mehrere im Umlauf sind. Ende 2013 veröffentlichte ein Nutzer in einem Forum der Internetplattform “politikforen.net” Inhalte der NSU-CD. Aber obwohl der Verfassungsschutz nach eigenen Angaben das Forum im Rahmen der “Koordinierten Internetauswertung Rechtsextremismus” sichtet, schien es den Postings keine besondere Bedeutung beizumessen. “Jeden Stein umdrehen” Ganz ähnlich war es in früheren Fällen, als das Kürzel NSU kurzzeitig auf dem Schirm der Verfassungsschützer auftauchte. So etwa 2002, als das neonazistische Fanzine “Weißer Wolf” einen Dank an den NSU publizierte, zusammen mit den Sätzen “Es hat Früchte getragen. Der Kampf geht weiter”. Auch dieser Hinweis versandete.


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Dossier Rechtsterrorismus / articles about right-wing terrorism:
Nationalsozialistischer Untergrund – Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos, Beate Zschäpe. Polizistinnenmord, Rohrbombe, Thüringer Heimatschutz (THS)
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