Die Deutschen Konservativen – Hoffen auf den Tod
Hamburg: Mitte Januar 2000 als „dramatischer Appell an die deutsche Öffentlichkeit“ in „dieser Stunde der Not“ angekündigt, erreichte Freunde und Förderer des stramm rechten Vereins „Die Deutschen Konservativen“ bald darauf ein Brief des 81-jährigen Münchner Rechtsanwalts Günther Ossmann, dessen Appellcharakter erst klar wird, wenn um Spenden und Berücksichtigung des Vereins in Testamenten gebeten wird, um die „Kriegskasse“ wieder zu füllen.
Ossmann hat sich in der Vergangenheit einen einschlägigen Namen erworben. Er war Hausanwalt von Franz-Josef Strauß, Rechtsbeistand vom NS-Denunzianten Kurt Ziesel (Deutschlandmagazin) oder von Joachim Siegerist, dem wegen Volksverhetzung und Beleidigung mehrfach rechtskräftig verurteilten Führer der Deutschen Konservativen, der als BILD-“Journalist“ schon Anfang der 70er Jahre aus dem Journalistenverband ausgeschlossen wurde. Ossmann ist auch bekannt als Gründungsmitglied der aus der „Bürgeraktion Demokraten für Strauß“ hervorgegangenen Konservativen Aktion, aus deren Auseinanderbrechen Die Deutschen Konservativen entstanden. Darüber hinaus war und ist er weiter bekannt als Justitiar des einschlägig bekannten „Deutschland-Magazins“, als Funktionär des rechten „Vereins für das Deutschtum im Ausland“ (VDA), Schatzmeister der Deutschland-Stiftung sowie als Mitglied des europäischen Armes der weltweit operierenden reaktionären amerikanischen Stiftung Western Goals, bei der es Querverbindungen zur rechtsextremen Moon-Sekte geben soll. Ossmanns vierseitiger Brief ist zuvor gespickt mit 11 Tiraden gegen SPD und GRÜNE, gegen das Holocaust-Mahnmal, gegen die ausgebliebene „geistig-moralische Wende“ unter Kohl und gegen Ausländer, wie sie ähnlich auch von den „Republikanern“ bekannt sind. Gleichzeitig verkündet er darin, dass er auf die Bitte von Joachim Siegerist und Heinrich Lummer, dem erst jüngst wieder mit der Forderung nach Amnestie für den inhaftierten NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke aufgefallenen Ehrenpräsidenten der Deutschen Konservativen, den „Vorsitz in einem beratenden Kuratorium des Verbandes“ übernimmt. Neu – zumindest auf dem Briefpapier – erscheint auch der „Rat der Ältesten“ sowie deren Vorsitzender, der Physiker Dr. Gustav Krüger.
Rudolf Kleinschmidt, 2-2000







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