HNG ins Netz gegangen

Berlin: Wieder im Internet ist das Mitteilungsblatt der neonazistischen Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene, die Nachrichten der HNG – jedoch nicht mehr als eine der Internet-Seiten unter dem Dach der mittlerweile der Vergangenheit angehördenden rechtsextremen Berlin-Brandenburger Zeitung (BBZ), sondern mit einer eigenständigen Internetadresse.

Angemeldet wurde die Seite von einer der Schlüsselfiguren vor allem der ostdeutschen Neonazi-Szene, dem ex-Vorsitzenden der Neonazi-Gruppe Die Nationalen und jetzigem NPD-Vorstandsmitglied Frank Schwerdt, der besonders im Raum Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine Reihe von sog. „unabhängigen Kameradschaften“ mit aufgebaut haben soll. Als Adresse dient Schwerdt dabei sein Versandhandels „Vortrag-Buch-Reise-Verlag“ (VBR), über den er in der Vergangenheit auch CDs mit gewaltverherrlichenden Texten vertrieb. Der VBR wurde auch in den von Ronny Reimer, Aktivist der für die Hassliste „Der Wehrwolf“ verantwortlichen Anti-Antifa Kurpfalz, herausgebrachten Skinblättchen Pfalzfront und Süd-West-Wind als Kontaktadresse für den Berliner Raum genannt. Zu den zahlreichen Seiten der neuen Homepage der HNG-Nachrichten, für den laut „Erscheinungsvermerk“ – ebenso wie für die Printausgabe – der einschlägig bekannte Christian Wendt verantwortlich gemacht wird, gehört auch ein „elektronisches Printarchiv“ mit allen Ausgaben der HNG-Nachrichten ab Januar 1997; diese sind – mit Ausnahme der jeweiligen Gefangenenlisten – mit der Printausgabe identisch.

Weiter beinhaltet die Internetpräsenz diverse Mitteilungen über Gerichtsurteile, Termine und aktuelle Meldungen. Wie die Printausgabe werden auch im Internet Adressen anderer „Organisationen für nationale politische Gefangene“ aufgeführt, darunter z.B. die slowenischen Women for Aryan Unity oder das Consortium de Levensboom der als „Schwarze Witwe“ bekannten Nazi-Ikone Florentine Rost van Tonningen. Christian Wendt zeichnet auch verantwortlich für einen Bericht in der aktuellen Ausgabe über die jüngst stattgefundene HNG-Hauptversammlung in Fulda. Dort referierten unter anderen einschlägig bekannte Neonazis wie Friedhelm Busse, Dieter Riefling und Thorsten Heise sowie der Rechtsanwalt Peter Stöckicht. Anwesend war auch Annemarie Paulitsch von der selbsternannten Bürgerrechtsbewegung „Für unser Land“ um Horst Mahler sowie Mitglieder des Freien Mädelbundes aus Bad Gandersheim.

Rudolf Kleinschmidt, April 2000

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