Jahreskongress der Deutschen Konservativen

Hamburg: Ende März 2000 wird der rechtsextreme Verein „Die Deutschen Konservativen“ (DKK), der nach Angaben seines Vorsitzenden, des einschlägig vorbestraften Rechtsextremisten Joachim Siegerist, zwar nur 25 Mitglieder, aber über 250.000 „finanzielle Förderer“ hat, seinen siebentägige Jahreskongress im Harz abhalten. Allein für die dortige Unterbringung sollen 1200.- DM gezahlt werden, bei Ratenzahlung bis zum Hitlergeburtstag (20.04.) zahlbar.

Eines der Kongressthemen wird der Bericht über den erstinstanztlichen Erfolg gegen die Lufthansa sein, die eine Reisegruppe der „Deutschen Konservativen“ im Herbst 1998 nach einem Einreiseverbot in Israel nur bis in die Türkei flog. Laut Programm werden dazu werden der CDU-Rechtsaußen Heinrich Lummer ebenso referieren wie der als katholisch-fundamentalistischer Abtreibungsgegner bekannte Pfarrer Winfried Pietrek, Funktionär der „Christlichen Mitte“ (CM) und im Beirat der sog. Lebensschutz-Organisation WIESE („Weinheimer Institut für Ehe und Familie, Sexualethik und Erziehung“). Dritte im Bunde soll die in rechtsextremen Kreisen keine Unbekannte Rechtsanwältin Gisa Pahl sein. Sie war eine führende Aktivistin des „Bundes Heimattreuer Jugend“ (BHJ), REP-Mitglied und Mitarbeiterin in der Anwaltspraxis des rechtsextremen Multifunktionärs Jürgen Rieger, zudem gilt sie als Initiatorin des „Deutschen Rechtsbüros“ (DRB). Unter dem Pseudonym Gisela Sedelmaier veröffentlicht sie in diversen rechten Publikationen, sie gilt auch als Herausgeberin der Broschüre: „Mäxchen Treuherz und die Fallstricke der Behörden“.

Ein weiteres Thema, das in einem Brief auch als zukünftige Kampagne der DKK angekündigt wird, lautet: „Deutsche Zwangsarbeiter“ während und nach dem Krieg. Dazu sollen der Vorsitzende des „Rates der Ältesten“ der „Deutschen Konservativen“, Gustav Krüger, sowie der als Autor in der rechtsextremen „Jungen Freiheit“ (JF) bekannte Journalist und Inhaber der „West-Ost-Nachrichtenagentur“ (WONA) Ivan E. Denes ein „heißes Eisen anpacken“ – lautet das Thema des als „jüdischer Journalist“ und Lummer-Freund Angekündigten doch: „Wird mit dem Leid von Millionen ein Geschäft gemacht?“ Ein dritter Themenpunkt lautet: „Einigung der Rechten“, dazu wurden „die wichtigsten konservativen Parteien-Vertreter Deutschlands eingeladen“, darunter so wichtige Personen wie die Bundesvorsitzende der rechtsklerikalen Kleinpartei „Christlichen Mitte“ oder der DKK-Funktionär und Rechtsanwalt Günther Ossmann, u.a. bekannt als Justitiar des einschlägigen „Deutschland-Magazins“, Schatzmeister der rechten „Deutschland-Stiftung“, Funktionär des rechten „Vereins für das Deutschtum im Ausland“ (VDA) sowie als Mitglied des europäischen Armes der weltweit operierenden reaktionären amerikanischen Stiftung „Western Goals“, bei der es Querverbindungen zur rechtsextremen „Moon-Sekte“ geben soll. Weitere „wichtige“ Parteien-Vertreter werden der BFB-Vorsitzende Heiner Kappel sowie Prof. Eberhard Hamer, Leiter des Mittelstandsinstituts Niedersachsen sein. Hamer ist Aktivist im nationalliberalen Beziehungsgeflecht, so z.B. als Autor und Interviewpartner der JF, Unterzeichner des „Berliner Appells“ und „8. Mai-Aufruf“, Mitglied des „Bundes Freier Bürger“ und Gründungsmitglied der rechtskonservativen „Stimme der Mehrheit“

Rudolf Kleinschmidt, 2-2000

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