Symanecks VAWS im Internet

Duisburg: Neuerdings auch im Internet vertreten ist Werner Symaneks VAWS (Verlag und Agentur Werner Symanek) aus Duisburg mit einer „pädagogisch äußerst bedenkliche[n] Website“, so die Eigenwerbung. Technisch betreut wird die scheinbar noch in der Aufbauphase befindliche Internetpräsenz von einem Martin Klein bei der Vistec GmbH in Wiesbaden. Geboten werden dort derzeit das Versandangebot von VAWS sowie ein Mailorder-Bereich, Links zu anderen Seiten wie den von der Gruppierung „Unabhängige Freundeskreise“ (UFK) herausgegebenen rechtsextremen „Unabhängigen Nachrichten“ (UN), fehlen, obgleich deren Papierausgabe von Symaneks VAWS gedruckt und verschickt werden soll.

VAWS gilt als ein rechtsextremes Kommerzunternehmen, das als Versand wie als Verlag tätig ist und sich daneben bemüht, als rechtsgerichtetes Dark-Wave-Label zu etablieren. Dementsprechend ist auch das Angebot im Netz: Im Buchbereich finden sich sechs Bücher, für vier davon stehen die VAWS oder Symanek selbst, Mitglied der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik (GfP), als HerausgeSymanecks VAWS im Internetber, darunter das Buch: „Aktfotografie der 30er und 40er Jahre“, das Photographen wie Willi Zielke, der auch die Standfotos zum Film „Olympia 1936″ fotografierte, oder dem vom „Völkischen Beobachter“ hochgelobten Gerhard Riebicke ein Denkmal setzen will. Einziger weiterer Autor ist der Alt-Nazi und Goebbels-Mitarbeiter Wilfred von Oven.

Die Zielgruppe von VAWS im Netz ist deutlich eine andere: So offeriert das Internetangebot nicht nur sechs Tonträgern, für die VAWS verantwortlich zeichnet, darunter die „Riefenstahl“-Kollektion oder die CD: „Watching Rome Burn“ als neue CD der als rechtsextrem geltenden Dark-Wave-Band: „Forthcoming Fire“ um Joseph Klumb alias Jay Kay aus Bingen, die „zugleich auch ein Abschied von Forthcoming Fire in der Form, in der die Band bisher existierte“, sein soll – wichtig scheint auch der Mailorder-Bereich zu sein, in dem zahlreiche Bands vertreten sind, die in der rechtslastigen Gothic-Szene Rang und Namen haben, darunter „Strenght Throught Joy“, „Allerseelen“ oder „Death In June“. Symanek, der nach mehreren antifaschistischen Aktionen von Bingen nach Duisburg wechselte und seither über seine schlechte finanzielle Lage klagt, startet mit dieser Internetpräsenz den Versuch, einen neuen Abnehmerkreis anzusprechen und durch eine nur indirekt als extrem rechte Seite zu erkennende Internetpräsenz aus seiner rechten Schmuddelecke herauszukommen. Fraglich ist auch, inwieweit es zu einer Weitergabe der Adressen von Kunden an die rechtsextremen „Unabhäbgigen Nachrichten“ kommt, die schon in der Vergangenheit „unaufgefordert“ zugesandt wurden.

Rudolf Kleinschmidt, 3-2000

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