Virtuelle deutsche Blut-und-Ehre-Sektion

Den deutschsprachigen Domainnamen wurde Blood and Honour (B&H) Deutschland schon vor ihrem Verbot gesperrt. Seither sind die Seiten über den amerikanischen Freehoster Geocities abrufbar, einem der großen Anbieter von kostenlosem Speicherplatz im Internet – daran hat auch das Verbot nichts geändert.Den deutschsprachigen Domainnamen wurde Blood and Honour (B&H) Deutschland schon vor ihrem Verbot gesperrt. Seither sind die Seiten über den amerikanischen Freehoster Geocities abrufbar, einem der großen Anbieter von kostenlosem Speicherplatz im Internet – daran hat auch das Verbot nichts geändert.

Am Erscheinungsbild der mehrsprachigen Seite hat das Verbot nichts geändert – hier scheint die deutschsprachige „Division“ dieselben Probleme zu haben, wie sie auch für die britische Blood and Honour-Seite typisch scheinen. Beide wirken schlecht gepflegt und veraltet, die deutsche Seite befindet sich seit Wochen scheinbar auf dem Stand vom August. „Hauptaufmacher“ ist daher die „Menschenverfolgung“ gegen Neonazis und Kampfhunde. Auch veraltete Demotermine deuten auf ein veraltetes Angebot, ebenso wie ein Spendenaufruf für den Ludwigshafener Skinhead Christian Hehl (NPD), bei dem ein nicht mehr existentes Spendenkonto angegeben wird.

Verantwortlich für diese Seite dürften der Emailadresse zufolge Thüringer B&H-Skinheads sein, gegrüßt wird außerdem „Bosch“ für die Hilfe bei der Seite – einiges deutet darauf hin, dass damit der Betreiber der neonazistischen Skinhead-Internetseite „Bosch88″ gemeint ist. Eines der Hauptziele der Seite scheint denn auch nicht Aktualität zu sein, sondern die Bekanntmachung von einschlägigen Adressen. So werden neben den diversen Postfachadressen von B&H Deutschland Adressen vom einschlägigen Versandhandel ebenso verbreitet wie von Tatooshops und Label-Adressen – darunter jeweils bekannte Namen wie Head-Check, Hanse Records oder Resistance Records, aber auch der Buchdienst Nation Europa. Weiter wird auf „Zines“ hingewiesen, sowohl auf die eigenen wie auch auf andere wie den Hamburger Sturm, das Zentralorgan, das Schweizer Blatt Race et Nation sowie Zines von russischen, serbischen oder finnsichen „Divisionen“.

Zu den weiteren Seitenelementen zählt ein Gästebuch mit üblichen strafrechtlich relevanten Formulierungen sowie zahlreiche Links. Dabei wird nicht auf diverse B&H-Seiten im Netz verwiesen, sondern auch auf Labels und auf neonazistische Seiten wie Stormfront, Die Kommenden, eine seite, deren Hauptziel Anti-Antifa-Arbeit ist, sowie auf die Hammerskins Nation. Anstelle von weiteren Links verweist B&H Deutschland auf eine Linkseite von Burkhard Schröder, auf der neben hunderten von Links zu antifaschistischen Gruppen und Initiativen auch zu über 300 rechtsextremen Homepages verlinkt wird – da fällt es denn wenig ins Gewicht, dass der Link zu einer „Nationalen Linkpage“ schon seit langem ins virtuelle Nichts führt…

Rudolf Kleinschmidt, Juli 2000

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